Escitalopram

Allgemeines

Escitalopram wird zur Behandlung von Depressionen und bei Angststörungen (Panikstörungen mit und ohne Platzangst) sowie soziale Angststörungen (soziale Phobien) und generalisierte Angststörungen angewendet.

 

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Depressionen und Angststörungen vermindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Escitalopram im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Escitalopram nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei

  • Überempfindlichkeit gegen Escitalopram beziehungsweise Citalopram
  • stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 20 Milliliter pro Minute)
  • schweren Leberfunktionsstörungen, da Escitalopram überwiegend über die Leber ausgeschieden wird/li>
  • Patienten mit Herzrhythmusstörungen, bei denen die QT-Zeit verlängert ist und gleichzeitiger Behandlung mit Pimozid und anderen Substanzen, die diese Wirkung haben
  • gleichzeitiger Behandlung mit MAO-Hemmern, Moclobemid oder Selegilin, da dies das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom mit Verwirrtheit, Zittern, Schwitzen, Fieber und Blutdruckabfall bis hin zum Koma auslösen kann.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abschätzung durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf Escitalopra eingesetzt werden bei

  • stark eingeschränkter Leberfunktion. Hier muss die Dosierung vom Arzt angepasst und die Leberfunktion sorgfältig ärztlich überwacht werden.
  • Patienten mit Krampfanfällen (beispielsweise Epilepsie)
  • Blutgerinnungsstörungen in der Vorgeschichte
  • starker Herzmuskelschwäche (Beschwerden in Ruhe), verlangsamtem Puls, Mangel an Kalium oder Magnesium im Blut oder kürzlich erlittenem Herzinfarkt und damit erhöhtem Risiko für Herzrhythmusstörungen (Torsade-de-Pointes-Tachykardie). Diese könnten sich durch Escitalopram verschlimmern.

Hinweis:
Escitalopram darf frühestens zwei Wochen nach Beendigung einer Therapie mit irreversiblen MAO-Hemmern sowie nicht früher als einen Tag nach Absetzen von Moclobemid (reversibler MAO-Hemmer) oder Selegilin (Mittel gegen Parkinson-Krankheit) verabreicht werden.

Ferner könnte Escitalopram wie einige andere selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer den Insulin- und Glukose-Stoffwechsel beeinflussen und bei Diabetikern eine Anpassung der Antidiabetika-Therapie erforderlich machen.
 

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Ausreichende Untersuchungen über die Anwendung von Escitalopram bei Schwangeren liegen nicht vor. Deshalb sollte Escitalopram während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko gegeben werden.

Die Anwendung von selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer im letzten Schwangerschaftsdrittel kann zu Absetzphänomenen beim Neugeborenen wie Erregbarkeit, Zittern, Bluthochdruck (auch in der Lunge), erhöhte Muskelspannung, einschließlich nervenbedingter Verhaltensstörungen wie beispielsweise anhaltendes Weinen sowie Schwierigkeiten beim Saugen oder Schlafen, führen.

Escitalopram geht in geringen Mengen in die Muttermilch über und kann dadurch den Säugling schädigen. Daher sollte der Wirkstoff in der Stillzeit nicht eingenommen werden.

In Studien an Tieren verminderte Ecitalopram die Qualität des Samens. Theoretisch könnte dies die Zeugungsfähigkeit beeinträchtigen, jedoch wurde bislang kein Einfluss auf die Fruchtbarkeit beim Menschen beobachtet.

Möglicherweise kann der Wirkstoff die Qualität des männlichen Samens vorübergehend beeinträchtigen. Bisher gibt es jedoch keine Hinweise auf eine verminderte Zeugungsfähigkeit.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren ist nicht erlaubt.

Welche Nebenwirkungen kann Escitalopram haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Escitalopram. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit, Schlaflosigkeit, Kraftlosigkeit, Kopfschmerzen, Zittern, Übelkeit, Mundtrockenheit, Verstopfung, vermehrtes Schwitzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Schlafstörungen, allgemeines Erschöpftsein, Konzentrationsstörungen, Gedächtnisstörungen, Angststörungen, Aufgeregtheit, Nervosität, Müdigkeit, vermehrtes Gähnen, verändertes Traumerleben, Verwirrtheit, Appetitveränderung, Gewichtsveränderung, Teilnahmslosigkeit, Selbstmordneigung, Empfindungsstörungen, Luststörungen (Libido-Abnahme), Bauchschmerzen, Verdauungsstörungen, Erbrechen, Blähungen, erhöhter Speichelfluss, Schwierigkeiten beim Wasserlassen, Samenergussstörungen, Impotenz, schmerzhafte Monatsblutungen, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut wie Hautausschlag und Juckreiz, Sehstörungen, Geschmacksstörungen, Muskelschmerzen, Herzklopfen, Herzrasen, Blutdruckerniedrigung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Euphorie, Aggressivität, allergische Reaktionen wie Husten und Atemnot, Krampfanfälle, Herzschlagverlangsamung, Leberwertanstieg, Lichtüberempfindlichkeit, Ohrensausen, Ohnmachtsanfälle, Orgasmusstörungen bei Frauen.

Seltene Nebenwirkungen:
Blutnatriumspiegelerniedrigung.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Gebärmutterblutungen, Magen-Darm-Blutungen, Hautblutungen, Schleimhautblutungen, Leberentzündungen, Bauchspeicheldrüsenentzündungen.

Besonderheiten:
Nach Absetzen des Wirkstoffes kann es zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Benommenheit, Empfindungsstörungen und Angstzuständen kommen. Diese Beschwerden klingen meist innerhalb von zwei Wochen ab, können aber auch zwei bis drei Monate und länger anhalten. Eine Beendigung der Behandlung sollte daher nur mit langsamer Dosisverminderung über Wochen oder Monate hin erfolgen.

In Verbindung mit der Einnahme von MAO-Hemmern kann das lebensbedrohliche Serotonin-Syndrom mit Verwirrtheit, Zittern, Schwitzen, Fieber und Blutdruckabfall bis hin zum Koma auftreten.

Escitalopram wird seit der Markteinführung mit einer bestimmten Form von Herzrhythmusstörungen (QT-Zeit-Verlängerung) und Störungen der Herzkammerfunktion (auch Torsade de pointes) in Zusammenhang gebracht. Diese treten dosisabhängig überwiegend bei weiblichen Patienten, bei Patienten mit Kaliummangel im Blut, vorbestehender Verlängerung des QT-Intervalls oder anderen Herzerkrankungen auf. Wenn während der Behandlung mit Escitalopram Anzeichen von Herzrhythmusstörungen auftreten, wird der Arzt die Behandlung absetzen und ein EKG durchführen.

Seit der Einführung des Wirkstoffs in den Markt hat sich herausgestellt, dass sich die Konzentration an Natrium im Blut offensichtlich häufig während der Therapie mit Escitalopram erniedrigt. Drei Viertel der betroffenen Patienten waren ältere Frauen. Der Natriummangel kann sich in kurzen Bewußtseinsverlusten äußern, denen Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Mundtrockenheit vorausgehen. Ältere Patienten, solche mit Leberzirrhose und Patienten, die zusätzlich Wirkstoffe einnehmen, welche die Blutnatriumkonzentration erniedrigen, sollten bei den geschilderten Symptomen sofort ihren Arzt aufsuchen.

Besonders zu Behandlungsbeginn kann es zu quälender Unruhe und Rastlosigkeit von Körpergliedmaßen (Akathisie) kommen.

Neuere Studien haben nachgewiesen, dass die Arbeit der knochenauf- und abbauenden Zellen durch Escitalopram besonders bei Langzeitanwendung nachteilig beeinflusst wird. So kann es vermehrt zu Knochenbrüchen, beziehungsweise der Entwicklung einer Osteoporose kommen.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Escitalopram?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die gleichzeitige Anwendung von Escitalopram und irreversiblen MAO-Hemmern (Tranylcypromin) ebenso wie reversiblen selektiven MAO-A-Hemmern (Moclobemid) oder MAO-B-Hemmern (Selegilin) kann ein lebensbedrohliches Serotonin-Syndrom mit Verwirrtheit, Zittern, Schwitzen, Fieber und Blutdruckabfall bis hin zum Koma auslösen. Daher darf Escitalopram nicht in Kombination mit diesen Wirkstoffen gegeben werden. Escitalopram sollte frühestens zwei Wochen nach Beendigung einer Therapie mit irreversiblen MAO-Hemmern sowie nicht früher als einen Tag nach Absetzen von Moclobemid oder Selegilin verabreicht werden.

Das Serotonin-Syndrom sowie ein erhöhter Blutdruck oder eine Verengung der Herzkrankgefäße können auch auftreten, wenn Escitalopram zusammen mit anderen den Serotonin-Spiegel beeinflussenden (serotonergen) Wirkstoffen wie Tramadol oder 5-HT1-Rezeptor-Agonisten (Serotoninvorstufen) wie Sumatriptan, Oxitriptan oder Tryptophan angewendet wird.

Die gleichzeitige Verabreichung von Escitalopram mit anderen Wirkstoffen, die bekannterweise die QT-Zeit im EKG verlängern wie einige H1-Antihistaminika (zum Beispiel Astemizol, Terfenadin und Mizolastin), Malaria-Mittel wie insbesondere Halofantrin, Antiarrhythmika der Klasse IA und III, Antipsychotika (zum Beispiel Phenothiazin-Abkömmlinge, Pimozid und Haloperidol), trizyklische Antidepressiva, einige Antibiotika (zum Beispiel Moxifloxacin, Sparfloxacin, Erythromycin bei Gabe in die Vene, Pentamidin) führt zu einem erhöhten Risiko für schwere Herzrhythmusstörungen. Die Wirkstoffe dürfen daher nicht gleichzeitig eingesetzt werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Escitalopram und Johanniskraut-Präparaten ist wegen der erhöhten Gefahr des Auftretens von Nebenwirkungen ebenfalls zu vermeiden.

Bei gleichzeitiger Gabe der Antidepressiva Imipramin oder Desipramin verstärkt sich deren Wirkung, so dass die Dosis dieser Wirkstoffe eventuell vom Arzt vermindert werden muss.

Werden gleichzeitig Betablocker wie Metoprolol eingenommen, wird deren Wirkung um fast das Doppelte durch Escitalopram verstärkt. Auch hier ist gegebenfalls eine Verminderung der Dosis durch den Arzt notwendig.

In Kombination mit Blutgerinnungshemmern (Antikoagulanzien) oder mit Wirkstoffen, die die Blutgerinnung beeinflussen wie nicht-steroidale Antirheumatika, Acetylsalicylsäure, Ticlopidin und Dipyridamol, mit atypischen Antipsychotika, Phenothiazinen und trizyklischen Antidepressiva wird die Blutungsneigung erhöht.

Bei gleichzeitiger Gabe von Lithium oder Tryptophan kann es zu einer Wirkungsverstärkung von Escitalopram kommen. Gleiches gilt für die Kombination von Escitalopram mit dem Magenmittel Cimetidin. In beiden Fällen kan eine Dosis-Anpassung durch den Arzt erforderlich sein.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Treten bei Patienten Krampfanfälle auf, sollte das Medikament abgesetzt werden.
  • Wegen erhöhter Selbstmordgefahr zu Beginn einer Behandlung mit dem Medikament sollte mit einer geringen Dosierung begonnen werden. Dabei müssen die Patienten sorgfältig ärztlich überwacht werden.
  • Das Medikament sollte nicht plötzlich abgesetzt werden, um das Auftreten von Entzugserscheinungen zu vermeiden.
  • Die Blutungszeit kann durch die Einnahme des Medikaments verlängert werden, daher ist die Blutgerinnung regelmäßig vom Arzt zu überprüfen.
  • Bei Diabetikern können sich während der Behandlung mit dem Medikament die Zuckerwerte verändern. Eine regelmäßige ärztliche Kontrolle der Blutzuckerwerte ist daher erforderlich.
  • Das Medikament ist nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren geeignet.
  • Bei Kopfschmerzen, Schwindel, Schwäche und Mundtrockenheit sowie kurzen Bewußtseinsverlusten sollte unverzüglich ein Arzt befragt werden.
  • Schwer Depressionskranke und junge Erwachsene unter 30 Jahren haben ein erhöhtes Selbstmordrisiko und müssen entsprechend sorgfältig überwacht werden.
  • Das Medikament kann unter Umständen zu einem erhöhten Risiko von Knochenbrüchen führen.
  • Treten während der Behandlung Veränderungen des Pulsschlages oder des Herzrhythmus auf, ist sofort ein Arzt zu informieren.
  • Das Medikament kann das Reaktionsvermögen so weit verändern, dass Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Dies gilt in verstärktem Maße im Zusammenwirken mit Alkohol.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Escitalopram?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Escitalopram enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 

 

So wirkt Escitalopram

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Escitalopram. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer, Antidepressiva, zu welcher der Wirkstoff Escitalopram gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Escitalopram

Escitalopram wird zur Behandlung von Depressionen und bei Angststörungen (Panikstörungen mit und ohne Platzangst) sowie soziale Angststörungen (soziale Phobien) und generalisierte Angststörungen angewendet.

Der antidepressive Effekt von Escitalopram setzt bereits nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Einnahme ein.

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Escitalopram sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Escitalopram

Escitalopram ist die chemisch wirksame S-Form (S-Enantiomer aus dem Racemat) von Citalopram. Es gehört zur Gruppe der selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmer und hat deren Wirkungsweise.

Escitalopram blockiert Transportstoffe, die den Neurotransmitter Serotonin nach erfolgter Signalübertragung wieder in die Speicherplätze zurückbefördern. Durch diese Hemmung steht mehr freies Serotonin im Gehirn zur Übertragung von Nervensignalen zur Verfügung. Dadurch erklärt sich die stimmungsaufhellende und angstdämpfende Wirkung von Escitalopram, die vor allem bei der Behandlung von Depressionen genutzt wird.

Escitalopram hat eine vergleichbare antidepressive Wirkung wie Citalopram, die Wirkung tritt aber deutlich schneller ein. Der antidepressive Effekt von Escitalopram setzt bereits nach ein bis zwei Wochen regelmäßiger Einnahme ein, mit Citalopram erst nach vier Wochen.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.