Cefepim

Allgemeines

Cefepim ist für die Behandlung von Infektionen geeignet, die durch Cefepim-empfindliche Erreger verursacht werden. Zu den Indikationen gehören

  • Blutvergiftung
  • schwere Lungenentzündung
  • komplizierte Harnwegsinfektionen
  • Infektionen des Bauchraumes einschließlich Bauchfellentzündung (falls erforderlich in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum)
  • Infektionen der Gallenblase und Gallenwege
  • versuchsweise Behandlung von Fieber bei Patienten mit mittelschwerem und schwerem Mangel an Neutrophilen Blutzellen.

Kinder können auch bei bakterieller Hirnhautentzündung mit Cefepim behandelt werden.

Besonderheiten:
Bei Patienten mit hohem Risiko für eine schwere Infektion (beispielsweise nach kürzlich erfolgter Übertragung von Knochenmark, bei niedrigem Blutdruck, Blutkrebs-Formen oder schwerem oder lang anhaltendem Mangel an Neutrophilen) kann eine Kombinationstherapie mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum oder Glykopeptid-Antibiotikum nötig sein. Der Arzt wird dies unter Berücksichtigung der individuellen Befindlichkeit des Patienten entscheiden.
 

 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Enzyme blockieren, die zum Zellwandaufbau nötig sind
  • Zellwandaufbau der Bakterien stören
  • Brüchigkeit der Bakterienzellwände fördern
  • Bakterien abtöten

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Cefepim im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Cefepim nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Cefepim, andere Cephalosporine oder früheren Überempfindlichkeits-Reaktionen gegen ein Penicillin oder ein anderes Betalactam-Antibiotikum darf der Wirkstoff nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Cefepim eingesetzt werden bei

  • eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 50 Milliliter/Minute) oder anderen Bedingungen, welche die Nierenfunktion beeinträchtigen
  • Patienten mit Allergien (vor allem gegen Medikamente) in der Vorgeschichte
  • älteren Patienten, weil diese eine schwächere Nierenfunktion haben können.

Hinweis:
Die Therapie mit Cefepim muss bei Auftreten jeglicher Art von Überempfindlichkeitsreaktion beendet werden.

Bei Patienten mit Nierenfunktionsschwäche oder Bedingungen, welche die Nierenfunktion beeinträchtigen, verzögert sich die Ausscheidung des Wirkstoffs. So kann auch bei normaler Dosierung länger anhaltend eine hohe Konzentration von Cefepim im Blut auftreten, weswegend der Arzt bei Dauertherapie die Dosis verringern muss.
 

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen auf die trächtigen Tiere oder ihre Jungen. Cefepim durchdringt jedoch den Mutterkuchen. Aufgrund von fehlenden klinischen Erfahrungen in der menschlichen Schwangerschaft sollte Cefepim, vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft, nur nach einer sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und nur wenn unbedingt nötig verwendet werden.

Da Cefepim in die Muttermilch übergeht, sollte Cefepim ebenfalls in der Stillzeit nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung angewendet werden. Mögliche Nachteile für den Säugling sind der Einfluss auf die Darmflora mit möglicher Sprosspilzbesiedelung und Allergisierung gegen Cephalosporine.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder können schon ab dem ersten Lebensmonat unter Beachtung der Dosierungsrichtlinien mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Cefepim haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Cefepim. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
positiver Coombs-Test.

Häufige Nebenwirkungen:
Verzögerung der Blutgerinnung, Blutarmut, Überschuss an unreifen Blutzellen, Durchfall, erhöhte Leberwerte (ASAT, ALAT, Bilirubin, alkalische Phosphatase), Hautausschlag.
An der Injektionsstelle:
Reaktionen, Schmerzen, Entzündung, Gefäßwandentzündung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hefepilzinfektionen im Mund, Scheidenentzündung, Mangel an Blutbestandteilen (Blutplättchen, weiße Blutkörperchen, Neutrophile), Kopfschmerzen, Dirckdarmentzündung (auch als pseudomembranöse Colitis), Übelkeit und Erbrechen, Hautrötung, Nesselsucht, Juckreiz, Erhöhung der Nierenwerte (Harnstoff-Stickstoff, Kreatinin), Fieber, Entzündungen an der Infusionsstelle.

Seltene Nebenwirkungen:
Hefepilzinfektionen, allergische Reaktionen, Krämpfe, nervliche Missempfindungen, Geschmacksveränderungen, Schwindel, Gefäßerweiterung, Ohrensausen, Atembeschwerden, Bauchschmerzen, Verstopfung, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Gelenkschmerzen, Juckreiz an den Geschlechtsteilen, Schüttelfrost.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
spezielle Formen der Blutarmut (aplastische Anämie, hämolytische Anämie), Fehlen von Granulozten, allergischer Schock, falsch positiver Zuckertest aus dem Urin, Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Koma, Teilnahmslosigkeit, Gehirnerkrankung, Bewusstseinsstörung, Muskelstarre, Blutung, Magen-Darm-Störungen, schwere Hautnebenwirkungen (toxische epidermale Nekrolyse, Stevens-Johnson-Syndrom, Erythema multiforme), Nierenversagen (auch durch toxische Nephropathie).

Besonderheiten:
Bei Patienten mit eingeschränkter ­Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 50 Milliliter/Minute), die den Wirkstoff in einer höheren als der empfohlenen Dosis erhielten, kam es zu Fällen von Bewusstseinsstörungen mit Verwirrtheit, Wahnvorstellungen, Teilnahmslosigkeit und Koma, Muskelkrämpfen oder Krampfanfällen. Neben älteren Patienten waren auch Patienten mit normaler Nierenfunktion bei Überschreitung der empfohlenen Dosierung betroffen.

Kommt es während oder (bis zu zwei Monate) nach der Behandlung zu Durchfall, wird der Arzt sofort abklären, ob es sich um eine pseudomembranöse Colitis als Folge der Antibiotika-Therapie handelt.

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Cefepim?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Mit Cefipim wurden keine Studien zur Erfassung von Wechselwirkungen durchgeführt.

Die Behandlung mit Cefepim kann den Coombs-Test (Labortest auf Bluttypen und Blutarmut) falsch positiv ausfallen lassen.

Spezielle Tests zur Bestimmung des Urinzuckers können ein falsch positives Resultat ergeben.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Kommt es bei der Behandlung zu allergischen Reaktionen, wird der Arzt die Therapie sofort abbrechen.
  • Durchfall kann ein Hinweis auf eine schwere Dickdarmentzündung sein und ist sofort einem Arzt zu melden.
  • Bei Nierenfunktionsstörungen wird der Arzt niedrigere als die üblichen Dosierungen wählen.
  • Das Medikament kann den Coombs-Test falsch positiv ausfallen lassen.
  • Das Medikament täuscht bei manchen Testmethoden einen falsch-hohen Zuckergehalt des Urins vor.
  • Da es durch die Behandlung zu Bewusstseinsstörungen und Schwindel kommen kann, sind Autofahren und das Führen von Maschinen zu unterlassen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Cefepim?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Cefepim enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Cefepim Stragen 1 g/ -2 g Pulver zur Herstellung einer Injektions-/Infusionslösung
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

 

So wirkt Cefepim

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Cefepim. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Cephalosporine, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Cefepim gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Cefepim

Cefepim ist für die Behandlung von Infektionen geeignet, die durch Cefepim-empfindliche Erreger verursacht werden. Zu den Indikationen gehören

  • Blutvergiftung
  • schwere Lungenentzündung
  • komplizierte Harnwegsinfektionen
  • Infektionen des Bauchraumes einschließlich Bauchfellentzündung (falls erforderlich in Kombination mit einem weiteren Antibiotikum)
  • Infektionen der Gallenblase und Gallenwege
  • versuchsweise Behandlung von Fieber bei Patienten mit mittelschwerem und schwerem Mangel an Neutrophilen Blutzellen.

Kinder können auch bei bakterieller Hirnhautentzündung mit Cefepim behandelt werden.

Besonderheiten:
Bei Patienten mit hohem Risiko für eine schwere Infektion (beispielsweise nach kürzlich erfolgter Übertragung von Knochenmark, bei niedrigem Blutdruck, Blutkrebs-Formen oder schwerem oder lang anhaltendem Mangel an Neutrophilen) kann eine Kombinationstherapie mit einem Aminoglykosid-Antibiotikum oder Glykopeptid-Antibiotikum nötig sein. Der Arzt wird dies unter Berücksichtigung der individuellen Befindlichkeit des Patienten entscheiden.
 

 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cefepim sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Cefepim

Cefepim ist ein Antibiotikum und gehört zur Wirkstoffgruppe der Cephalosporine.
Cefepim hemmt, wie alle Cephalosporine, den bakteriellen Zellwandaufbau. Es blockiert die in der Wachstumsphase der Bakterien dazu nötigen Enzyme, die Transpeptidasen. Beim Wachstum und der Vermehrung der Krankheitskeime führen die so entstandenen Schwachstellen in der Zellhülle zum Einreißen der Bakterienwand und zum Tod des Erregers. Cefipim ist allerdings nur gegen Bakterien im Wachstums- und Vermehrungsstadium wirksam. Ruheformen wie zum Beispiel Bakteriensporen werden nicht erfasst.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.