Bromhexin

Allgemeines

Bromhexin wird in Form von Tabletten, Tropfen, Saft oder Injektlösung bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, um bronchiale Schleimauflagerungen zu verflüssigen und so ihr Ausscheiden zu erleichtern. Solche Erkrankungen sind:Die Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit, die auf einem Gendefekt beruht. Typisches Merkmal der Erkrankung ist die Bildung eines sehr zähen Schleims in der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und im Dünndarm, der die Funktion dieser Organe beeinträchtigt.


Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Abhusten von Schleim erleichtern
  • Schleim verflüssigen und lösen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Bromhexin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Bromhexin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Bromhexin darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt darf Bromhexin verabreicht werden bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, da der Wirkstoff die Magenschleimhaut reizen kann.

Gleiches gilt für Atemwegserkrankungen, bei denen sehr große Schleimmengen produziert, der Schleim in den Bronchien aber nicht ausreichend abgehustet werden kann (beispielsweise beim seltenen malignen Ziliensyndrom). Hier besteht die Gefahr eines Sekretstaus, der zu schweren Atemproblemen führen kann. Deshalb müssen auch Patienten, die gleichzeitig hustenreizstillende Wirkstoffe (Antitussiva) einnehmen, sorgfältig ärztlich beobachtet werden.

Da Bromhexin vorwiegend über die Nieren ausgeschieden wird, sollte bei eingeschränkter Nierenfunktion (Niereninsuffizienz) die Dosis vom Arzt vermindert werden. Bei starker Einschränkung der Nierenfunktion sollte der Wirkstoff nur nach ärztlicher Anordnung und bei sorgfältiger Überwachung eingenommen werden. Eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung und Verminderung der Dosis sollte auch bei Patienten mit schweren Lebererkrankungen erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bislang liegen für die Anwendung des Wirkstoffs Bromhexin während der Schwangerschaft keine ausreichenden Erfahrungen vor. Er geht allerdings in den Mutterkuchen (Plazenta) über und könnte so das Ungeborene schädigen. Daher sollte Bromhexin nur nach strenger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung während der Schwangerschaft angewendet werden.

Bromhexin geht auch in die Muttermilch über. Über mögliche Wirkungen beim Säugling liegen bisher keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Daher sollte Bromhexin in der Stillzeit ebenfalls nicht eingenommen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter sechs Jahren dürfen Bromhexin nur in entsprechend schwacher Dosierung erhalten. Kinder unter zwei Jahren sollten vorsichtshalber nur unter ärztlicher Kontrolle behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Bromhexin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Bromhexin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Magen-Darm-Beschwerden wie Übelkeit und Erbrechen; Bauchschmerzen; Durchfall.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schwindelgefühl; Kopfschmerzen; allergische Reaktionen mit Haut- und Schleimhautreaktionen; Schwellungen im Gesichtsbereich; Krämpfe der Atemwegsmuskulatur; Atemnot; Temperaturanstieg (Fieber); Schüttelfrost; vorübergehender Anstieg von bestimmten Laborwerten im Serum (ASAT).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Aktivierung von Geschwüren im Magen-Darm-Bereich.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Allergischer Schock (anaphylaktischer Schock), schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, toxisch-epidermale Nekrolyse, allgemeine Hautrötung und Ausschlag).

Hinweis:
Bei zunehmender Entwicklung einer Hautrötung oder -reizung ist die Behandlung mit dem Wirkstoff sofort abzubrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Bromhexin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Werden gleichzeitig hustendämpfende Mittel (Antitussiva) eingenommen, kann aufgrund des eingeschränkten Hustenreflexes ein gefährlicher Sekretstau entstehen.

Bei gleichzeitiger Einnahme von schleimhautreizenden Wirkstoffen wie beispielsweise nicht-steroidalen Antirheumatika und Bromhexin können sich die magenschleimhautreizenden Wirkungen gegenseitig verstärken.

Einen positiven Effekt hat hingegen die gleichzeitige Anwendung von bestimmten Antibiotika wie beispielsweise Erythromycin, Amoxicillin oder Ampicillin. In Kombination mit Bromhexin können sich diese Wirkstoffe vermehrt im Bronchialschleim anreichern und so ihre Wirkung besser entfalten.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Auftreten von Haut- oder Schleimhautveränderungen muss unverzüglich der Arzt informiert und die Behandlung mit dem Medikament beendet werden.
  • Bei längerfristiger Behandlung mit dem Medikament sollte die Leberfunktion regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Bei Nieren- oder Leberfunktionsstörungen sollten die Einnahmeabstände vom Arzt verlängert oder die Dosis vermindert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Bromhexin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Bromhexin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Bromhexin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Bromhexin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen schleimlösende Mittel, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, zu welcher der Wirkstoff Bromhexin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Bromhexin

Bromhexin wird in Form von Tabletten, Tropfen, Saft oder Injektlösung bei verschiedenen Erkrankungen der Atemwege eingesetzt, um bronchiale Schleimauflagerungen zu verflüssigen und so ihr Ausscheiden zu erleichtern. Solche Erkrankungen sind:
  • Husten bei Erkältungskrankheiten
  • akute Bronchitis
  • Atemwegserkrankungen mit Verschleimung
  • Asthma
  • chronische Bronchitis
  • chronisch obstruktive Lungenerkrankungen wie COPD
  • sackartige Bronchienerweiterungen (Bronchiektasien)
  • Staublunge (Pneumokoniose)
  • Mukoviszidose
Die Mukoviszidose ist eine Erbkrankheit, die auf einem Gendefekt beruht. Typisches Merkmal der Erkrankung ist die Bildung eines sehr zähen Schleims in der Lunge, der Bauchspeicheldrüse, der Leber und im Dünndarm, der die Funktion dieser Organe beeinträchtigt.


Zu folgenden Anwendungsgebieten von Bromhexin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Bromhexin

Der Wirkstoff Bromhexin gehört zu den schleimlösenden Mitteln und dort zur Untergruppe der Mukolytika. Er wirkt auf zweierlei Weise schleimlösend:
  • Bromhexin regt die Drüsen in den Bronchien an, vermehrt Flüssigkeit abzusondern. Dadurch wird die Zähigkeit des Schleims verringert. Gleichzeitig werden mit der gesteigerten Flüssigkeitsabsonderung der Bronchialschleimhaut vermehrt entzündungshemmende Immunglobuline ausgeschieden, die die Entzündungen der Bronchialschleimhaut, wie sie beispielsweise bei einer Bronchitis auftreten, zurückgedrängen.
  • Der Wirkstoff aktiviert die Flimmerhärchen in den Bronchien, die den verflüssigten Schleim abtransportieren.
Bromhexin beugt auf diese Weise Entzündungen vor und lindert Hustenattacken bei festsitzendem Husten.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.