Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium

Allgemeines

Die Dreierkombination dient der Dauertherapie bei Erwachsenen mit mäßiger bis schwerer chronischer Verengung der Bronchien (COPD). Sie ist für diejenigen Patienten gedacht, denen eine Kombination aus einem Glukokortikoid zur Inhalation und einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum nicht ausreichend hilft.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Bronchien dauerhaft erweitern
  • Entzündungen in den Bronchien bekämpfen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen die Wirkstoffe darf die Kombination nicht eingesetzt werden.

Aufgrund der langanhaltenden, aber langsam einsetzenden Wirkung darf die Kombination nicht als Notfallmedikament bei Anfällen von Atemnot verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination angewendet werden bei
  • Patienten mit Herzrhythmusstörungen wie einem AV-Block dritten Grades, Herzrasen und QT-Verlängerung im EKG
  • angeborener Verengung der Hauptschlagader unterhalb der Herzklappen
  • Herzwandverdickung
  • schweren Herzerkrankungen wie akuter Herzinfarkt, Durchblutungsstörungen des Herzmuskels, Herzmuskelschwäche
  • arteriellen Durchblutungsstörungen
  • Bluthochdruck
  • Überschuss von Schilddrüsenhormonen im Blut
  • Diabetes mellitus
  • Tumoren der Nebenniere (Phäochromozytom)
  • unbehandeltem Kalium-Mangel im Blut
  • Aussackungen von Blutgefäßen (Aneurysmen)
  • Rauchern, älteren und schwachen Patienten sowie solchen mit schwerer COPD, weil sie ein erhöhtes Risiko für Lungenentzündung haben
  • Infektionen wie Tuberkulose oder Infektionen der Atemwege mit Pilzen oder Viren, weil diese durch Glukokortikoide gefördert werden können
  • Patienten mit grünem Star vom Typ des Engwinkelglaukoms, gutartiger Prostatavergrößerung oder Harnverhalt, weil sich diese durch Glycopyrronium verschlimmern können
  • schwerer Nierenfunktionsstörung (bis zur Notwendigkeit einer Blutwäsche) und schwerer Leberfunktionsstörung

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine oder nur sehr begrenzte Studien zur Anwendung der Wirkstoffkombination bei Schwangeren. Tierexperimente haben schädliche Wirkungen gezeigt. Es ist bekannt, dass Glukokortikoide wie Beclometason die frühe Schwangerschaft beeinflussen, während Beta-2-Sympathomimetika wie Formoterol wehenhemmende Wirkungen haben. Daher soll vorsichtshalber eine Anwendung der Kombination während der Schwangerschaft und während der Geburt vermieden werden. Der Arzt wird den Nutzen für die Patientin und das mögliche Risiko für das ungeborene Kind abwägen. Säuglinge und Neugeborene von Müttern, die erhebliche Mengen der Kombination erhalten, müssen nach der Geburt auf eine mögliche Funktionsstörung der Nebenniere untersucht werden.

Glukokortikoide wie Beclometason und seine Abbauprodukte werden in die Muttermilch ausgeschieden. Es ist nicht bekannt, ob Formoterol oder Glycopyrronium (und deren Abbauprodukte) in die Muttermilch übergehen, wie es bei säugenden Tieren nachgewiesen wurde. Muskarin-Antagonisten wie Glycopyrronium können außerdem möglicherweise die Milchbildung unterdrücken. Der Arzt wird entscheiden, ob das Stillen zu unterbrechen ist, auf die Behandlung verzichtet werden soll oder die Behandlung zu unterbrechen ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da die Krankheit COPD bei Kindern nicht vorkommt, ist die Anwendung der Kombination bei ihnen nicht erlaubt.

Welche Nebenwirkungen können Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Lungenentzündung (bei COPD-Patienten), Kehlkopfentzündung, Hefepilzerkrankung des Mundes, Harnwegsinfektion, Nasen-Rachen-Entzündung, Kopfschmerz, Sprechstörung

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Grippe, Pilzinfektion im Mund, Hefepilzinfektion des Rachens oder der Speiseröhre, Schnupfen, Nasennebenhöhlenentzündung, Magen-Darm-Entzündung, Hefepilzinfektion der Scheide, Mangel an Granulozyten, allergische Hautentzündung, Kalium-Mangel im Blut, erhöhte Blutzuckerwerte, Unruhe, Zittern, Schwindelgefühl, Geschmacksstörung, Empfindungsstörungen, Ohrspeicheldrüsenentzündung, Vorhofflimmern, QT-Verlängerung im EKG, Herzrasen, schnelle Herzrhythmusstörung, Herzklopfen, erhöhte Körpertemperatur, Hautrötung, Husten, Husten mit Auswurf, Rachenreizung, Nasenbluten, Durchfall, Mundtrockenheit, Schluckstörung, Übelkeit, Verdauungsstörung, brennendes Gefühl auf den Lippen, Zahnkaries, Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz, vermehrtes Schwitzen, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Schmerzen in Armen oder Beinen, die Skelettmuskulatur betreffende Brustschmerzen, Harnentleerungsstörungen, Harnverhalt, Ermüdung, Schwäche, erhöhtes C-reaktives Protein) im Blut, erhöhte Blutplättchenzahl, erhöhte Konzentration freier Fettsäuren im Blut, Insulin im Blut erhöht, Ketonkörper im Blut erhöht, Kortisol im Blut erniedrigt

Seltene Nebenwirkungen:
(Pilz-)Infektion der Lunge, Überempfindlichkeitsreaktionen (einschließlich Rötung und Schwellung von Lippen, Gesicht, Augen und Rachen), verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Angina pectoris, von den Herzkammern ausgehende zusätzliche Herzschläge, verlangsamter Herzschlag, Blutungen, Bluthochdruck, paradoxe Bronchialkrämpfe, Mund-Rachen-Schmerzen, Gesichtsschwellungen, Nierenentzündung, Blutdruckveränderungen


Blutplättchenmangel, Funktionsstörung der Nebennieren, grüner Star, grauer Star, Atembeschwerden, Wachstumsverzögerung, Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme), erniedrigte Knochendichte

Nebenwirkungen ohe Häufigkeitsangabe:
Seelisch-körperliche Überaktivität, Schlafstörungen, Angstzustände, Depression, Aggression, Verhaltensänderungen (besonders bei Kindern)

Besonderheiten:
Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion und insbesondere Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken sowie Schwellung von Zunge, Lippen und Gesicht, Nesselsucht oder Hautausschlag muss die Kombination sofort vom Arzt durch ein anderes Medikament ersetzt werden.

Obwohl die Kombination gegen Atemnot eingesetzt wird, kann sie in seltenen Fällen einen sogenannten paradoxen Bronchialkrampf auslösen. Es ist durch stärkeres Giemen und Atemnot unmittelbar nach der Anwendung zu erkennen. Mittel der Wahl ist dann eine schnellwirksame Inhalation mit einem anderen Mittel zur Bronchienerweiterung. Der Arzt wird in der Folge möglicherweise die Kombination durch eine anderes Medikament ersetzen.

Nehmen die Atembeschwerden trotz Behandlung mit der Kombination zu, ist sofort ein Arzt zu befragen.

Die Inhalation von Formoterol kann zu einer Erhöhung der Blutzuckerwerte führen. Daher ist bei Patienten mit Diabetes während der Behandlung der Blutzuckerspiegel besonders sorgfältig zu überwachen.

Um das Risiko einer Hefepilz-Infektion des Mund- und Rachen-Raums zu vermindern, sollten Sie nach jeder Inhalation den Mund ausspülen, mit Wasser gurgeln ohne zu schlucken, oder die Zähne putzen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da Glycopyrronium hauptsächlich über die Nieren ausgeschieden wird, könnte es möglicherweise zu Wechselwirkungen mit Substanzen kommen, die die Ausscheidung über die Niere beeinflussen. So steigt der Blutgehalt an Glycopyrronium nach einer Inhalation in Gegenwart des Magenmittels Cimetidin etwas an.

Beclometason wird nur sehr geringfügig von einem Enzymsystem abgebaut, das durch andere Wirkstoffe beeinflussbar ist. Allerdings kann eine diesbezügliche Wechselwirkung mit starken Hemmstoffen dieses Enzymsystems (wie die Virenhemmer Ritonavir und Cobicistat) nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird also Vorsicht walten lassen ist und den Patienten entsprechend überwachen.

Patienten, die Formoterol inhalieren, müssen Betablocker, die nicht ganz gezielt nur auf das Herz wirken (einschließlich Augentropfen) vermeiden. Denn sie vermindern die Wirkung von Formoterol oder heben sie auf.

Die gleichzeitige Anwendung von anderen Beta-2-Sympathomimetika kann zu einer Wirkungsverstärkung von Formoterol führen. Der Arzt wird sie daher nur mit Vorsicht gleichzeitig verorden.

Die gleichzeitige Behandlung mit den Antiarrhythmika Chinidin, Disopyramid oder Procainamid, mit H2-Antihistaminika (gegen Allergie), Antidepressiva aus der Gruppe der MAO-Hemmer, trizyklischen Antidepressiva und Phenothiazinen kann zu Herzrhythmusstörungen führen: Sie alle verlängern das QT-Intervall. Zusätzlich können das Parkinson-Mittel L-Dopa, das Schilddrüsenhormon L-Thyroxin, der Wehenförderer Oxytocin und Alkohol Beta-2-Sympathomimetika herzschädlicher machen.

Die gleichzeitige Behandlung mit Psychopharmaka wie den MAO-Hemmern, Furazolidon und Procarbazin kann plötzliche Blutdrucksteigerungen hervorrufen.

Bei Patienten, die begleitend eine Narkose mit halogenierten Kohlenwasserstoffen erhalten, besteht ein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen.

Die gleichzeitige Behandlung mit Antiasthmatika wie Theophyllin oder ähnlichen, Glukokortikoiden oder Entwässerungsmitteln (Diuretika) kann einen möglichen Kalium-Mangel durch die Beta-2-Sympathomimetika verstärken. Bei Patienten, die mit Herzglykosiden behandelt werden, kann ein Kalium-Mangel die Anfälligkeit für Herzrhythmusstörungen erhöhen.

Die langfristige gemeinsame Anwendung der Kombination mit anderen Muskarinrezeptor-Antagonisten wurde nicht untersucht und wird daher nicht empfohlen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nicht plötzlich beendet, sondern muss mit langsam verminderter Dosierung "ausgeschlichen" werden.
  • Um das Risiko einer Hefepilz-Infektion des Mund- und Rachen-Raums zu vermindern, sollten Sie nach jeder Inhalation den Mund ausspülen, mit Wasser gurgeln ohne zu schlucken, oder die Zähne putzen.
  • Bei Anzeichen einer allergischen Reaktion und insbesondere Schwierigkeiten beim Atmen oder Schlucken sowie Schwellung von Zunge, Lippen und Gesicht, Nesselsucht oder Hautausschlag ist die Behandlung mit dem Medikament sofort zu beenden.
  • Kommt es zu einem sogenannten paradoxen Bronchialkrampf oder verschlechtert sich die Krankheit trotz Behandlung, ist sofort der behandelnde Arzt zu befragen.
  • Besonders bei Diabetikern muss während der Behandlung der Blutzuckerspiegel sorgfältig überwacht werden.
  • Vor einer Operation sollte der Narkosearzt über die Behandlung mit dem Mediakment informiert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Muscarinrezeptor-Antagonisten, Beta-2-Sympathomimetika, Antiasthmatika, zu welcher die Wirkstoffkombination Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium

Die Dreierkombination dient der Dauertherapie bei Erwachsenen mit mäßiger bis schwerer chronischer Verengung der Bronchien (COPD). Sie ist für diejenigen Patienten gedacht, denen eine Kombination aus einem Glukokortikoid zur Inhalation und einem langwirksamen Beta-2-Sympathomimetikum nicht ausreichend hilft.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Beclometason + Formoterol + Glycopyrronium

Die Kombination gehört zur Wirkstoffgruppe der Antiasthmatika und vereint Substanzen aus drei Wirkungsgruppen.

Inhaliertes Beclometason, zur Wirkstoffgruppe der Glukokortikoide gehörig, hat eine entzündungshemmende Wirkung in der Lunge. Glukokortikoide werden häufig eingesetzt, um entzündliche Prozesse bei chronisch-entzündlichen Atemwegserkrankungen wie COPD zu unterdrücken. Ihre Wirkung beruht auf der Bindung an spezielle Rezeptoren für Glukokortikoide in der Zellflüssigkeit. Diese aktiviert Erbanlagen (Gene), die die Produktion entzündungshemmender Eiweiße veranlassen.

Formoterol ist ein Beta-2-Sympathomimetikum. Es ahmt die Nervenbotenstoffe Adrenalin und Noradrenalin nach, die bei Patienten mit vorübergehender Bronchienverengung eine Erschlaffung der glatten Bronchialmuskulatur bewirken. Die bronchienerweiternde Wirkung setzt rasch innerhalb von einer bis drei Minuten nach Inhalation ein und hält nach Gabe einer Einzeldosis zwölf Stunden lang an.

Glycopyrronium ist ein sehr gezielt und langanhaltend wirksamer Muskarinrezeptor-Antagonist. Das bedeutet, dass es den Rezeptor für den Nervenbotenstoff Acetylcholin besetzt. Daraus folgt eine Blockade der bronchienverengenden Wirkung von Acetylcholin. Die Zellen der glatten Atemwegsmuskulatur entspannen und die Atemwege weiten sich.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.