Abacavir + Lamivudin + Zidovudin

Allgemeines

Die Kombination wird zur Behandlung von HIV-Infektionen bei Erwachsenen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr eingesetzt. Sie soll die Vermehrung von HI-Viren hemmen und dem Ausbrechen von AIDS-Symptomen vorbeugen.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Vermehrung der HI-Viren hemmen
  • Ausbrechen von AIDS-Symptomen vorbeugen
  • Lebensqualität der Patienten verbessern
  • Lebenserwartung steigern
  • Beschwerden der AIDS-Erkrankung mindern.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Abacavir + Lamivudin + Zidovudin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Abacavir + Lamivudin + Zidovudin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingesetzt werden
  • bei Überempfindlichkeit gegen Abacavir, Lamivudin oder Zidovudin
  • im Endstadium von Nierenerkrankungen. Bei Nierenfunktionsschwäche muss der Arzt die Dosierung wegen der verringerten Ausscheidung von Lamivudin und Zidovudin entsprechend vermindern. Bei älteren Patienten ist wegen der möglichen altersbedingten Einschränkung der Nierenfunktion eine entsprechende Kontrolle anzuraten.
  • bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen
  • bei erniedrigtem Gehalt des Bluts an Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder einer abnorm niedrigen Zahl von bestimmten Blutzellen (neutrophilen Granulozyten). Hier kann sich besonders Zidovudin nachteilig auswirken.


Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In den ersten drei Monaten einer Schwangerschaft wird eine Behandlung mit der Kombination nicht empfohlen. Danach sollte sie nur erfolgen, wenn der zu erwartende Nutzen für die Mutter mögliche Risiken für das Ungeborene oder das Neugeborene eindeutig überwiegt. Die Ergebnisse von Tierversuchen weisen darauf hin, dass alle drei Kombinationsbestandteile mit dem Blut in den Mutterkuchen und das Ungeborene gelangen können. Lamivudin und Zidovudin führten bei Kaninchen zu einer erhöhten Todesrate bei den ungeborenen Jungen. Abacavir zeigte einen schädlichen Einfluss auf die sich entwickelnden Jungen bei Ratten, aber nicht bei Kaninchen.

Da Lamivudin und Zidovudin in die Muttermilch übertreten, sollten entsprechend behandelte Mütter nicht stillen. Im Übrigen sollten mit dem menschlichen Immunschwächevirus infizierte Frauen grundsätzlich nicht stillen, damit sich das HI-Virus nicht auf das möglicherweise noch gesunde Kind überträgt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Medikament darf bei Kindern und Jugendlichen bis zum vollendeten 18. Lebensjahr nicht angewandt werden.

Welche Nebenwirkungen können Abacavir + Lamivudin + Zidovudin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Abacavir + Lamivudin + Zidovudin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Übelkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Fieber, Unwohlsein, Müdigkeit, Bauchschmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Ansteigen des Enzyms Amylase im Blut, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Husten, Beschwerden im Nasenbereich, Hautausschläge, Haarausfall, Blutarmut, Neutropenie, Schwindel, Ansteigen der Leber GOT und GPT im Blut, Zunahme des Gallefarbstoffs im Blut, schlechtes Allgemeinbefinden.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (teilweise mit Fieber und Hautausschlag), Geschwüre der Mundschleimhaut, Wassereinlagerung in das Körpergewebe, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Auflösung von Muskelfasern, Lymphknotenvergrößerung, nervliche Missempfindungen, Atemnot, Blutdruckabfall, Leberversagen, Leberentzündung, Bindehautentzündung, Nierenversagen, allergischer Schock, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, allgemeines Krankheitsgefühl, Antriebslosigkeit, Blutleberenzymanstieg (GOT und GPT), Anstieg des Enzyms Kreatin-Phosphat-Kinase, Blutkreatininanstieg, Blutarmut, Neutropenie, Blutplättchenmangel, Panzytopenie, Knochenmarksmangel, Atemnot, Blähungen, Hautausschlag, Fieber, Juckreiz, allgemeines Schmerzgefühl, Schwächegefühl.

Seltene Nebenwirkungen:
Bauchspeicheldrüsenentzündung, Milchsäureüberschuss im Blut, Leberentzündung, Anstieg des Enzyms Amylase im Blut, Zerfall von Muskelfasern (Rhabdomyolyse), Rote-Blutkörperchen-Mangel, Schwächegefühl, Angst, Depressionen, Schlaflosigkeit, Schläfrigkeit, Konzentrationsschwäche, nervliche Missempfindungen, Krämpfe, Herzmuskelvergrößerung, Husten, Flecken auf der Mundschleimhaut, Geschmacksstörungen, Verdauungsstörungen, Lebervergrößerung, Fettleber, dunkle Nagelflecken, dunkle Hautflecken, Nesselsucht, Schwitzen, häufiges Wasserlassen, Vergrößerung der männlichen Brustdrüse, Schüttelfrost, Brustschmerzen, grippeähnliche Beschwerden.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Rote-Blutkörperchen-Mangel, aplastische Anämie, Störungen des Nervensystems wie Krämpfe, Muskelschwäche und Verhaltensänderungen, Umverteilung des
Körperfetts (Nebenwirkung der Behandlung mit Lamivudin und Zidovudin).

Besonderheiten:
Abacavir kann schwerste und schlimmstenfalls tödliche Überempfindlichkeitsreaktionen auslösen. Hinweise darauf sind Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, Fieber, Hautausschläge und Beschwerden der Atemwege. Wenn bei Patienten schon eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Abacavir aufgetreten ist, darf die Kombination oder eine andere Abacavir-haltige Wirkstoff-Zusammenstellung nie mehr eingenommen werden. Ist eine Überempfindlichkeitsreaktion auf Abacavir nicht mit Sicherheit auszuschließen, muss die Behandlung mit der Kombination sofort abgebrochen werden. Bei der Behandlung von Infektionen mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus (HIV) mit der Kombination sind zahlreiche Nebenwirkungen beobachtet worden. Vielfach ist nicht geklärt, ob die Nebenwirkungen eine Folge der Grunderkrankung (HIV-Infektion) oder eine unerwünschte Arzneimittelwirkung sind.

So kommt es beispielsweise zum Auftreten eines Milchsäureüberschusses im Blut (Laktatazidose). Dieser tritt oft zusammen mit einer Fettleber und einer Lebervergrößerung auf. In Einzelfällen können Laktatazidosen tödlich verlaufen. Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen sowie die Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, Gewichtsverlust und Appetitlosigkeit, die bei allen der drei Wirkstoffe auftreten können, sind möglicherweise Hinweise auf den Beginn einer Laktatazidose. Ebenfalls können Atemstörungen wie schnelle Atmung oder zu tiefe Atmung auftreten. Versagen der Leberfunktion, der Nierenfunktion und Entzündungen der Bauchspeicheldrüse kommen häufig zusammen mit Laktatazidose vor. Bei Anstieg des Milchsäurespiegels im Blut, bei schnellem Ansteigen der Leberwerte und bei schnell fortschreitender Lebervergrößerung sollte daher die Behandlung mit der Kombination abgebrochen werden.

Zu Beginn einer Kombinationsbehandlung bei HIV-infizierten Patienten mit schwerer Immunschwäche können zusätzlich im Körper vorhandene Krankheitserreger eine schwer verlaufende Entzündungsreaktion auslösen. Solche Entzündungen treten typischerweise im den ersten Wochen oder Monaten einer Anti-Virus-Behandlung auf. Hierzu gehören die CMV-Retinitis, die Lungenentzündung durch Pneumocystis carinii und verschiedene örtlich begrenzte oder im Körper verstreut auftretende Infektionen durch Pilze und/oder Bakterien und Hautveränderungen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Abacavir + Lamivudin + Zidovudin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da die Kombination aus drei Wirkstoffen besteht, müssen die Wechselwirkungen ihrer Einzelkomponenten bedacht werden.

Bei gleichzeitigem Einspritzen der Virusmittel Foscarnet und Ganciclovir in die Vene erhöht sich die Nebenwirkungsrate von Zidovudin.

Nimmt man die Kombination gleichzeitig ein mit Pentamidin und Pyrimethamin (gegen Parasiten), dem Lepramittel Dapson, dem Antibiotikum Co-Trimoxazol, den Pilzmitteln Flucytosin und Amphotericin, dem Virusmittel Ganciclovir, dem Immunologikum Interferon, den Krebsmitteln Vincristin, Vinblastin und Doxorubicin wird der nierenschädliche oder knochenmarksschädliche Effekt dieser Wirkstoffe verstärkt. Daher ist in einem solchen Fall die sorgfältige Überwachung der Nierenfunktion und des Blutbilds durch den Arzt erforderlich.

Die Wirkung des Epilepsiemittels Phenytoin kann bei gleichzeitiger Behandlung mit Zidovudin sowohl verstärkt wie abgeschwächt werden.

Acetylsalicylsäure, Codein (gegen Husten und Schmerzen), Morphin (opioides Schmerzmittel), nicht-steroidale Antirheumatika wie Indometacin, Ketoprofen und Naproxen, Benzodiazepine wie Oxazepam und Lorazepam, das Magenmittel Cimetidin, der Cholesterinsenker Clofibrat, das Lepramittel Dapson und das Immunologikum Isoprinosine beeinträchtigen die Wirkung von Zidovudin.

Bei gleichzeitiger Anwendung der Virusmittel Ribavirin oder Stavudin zusammen mit Zidovudin wird die virushemmende Wirkung von Zidovudin aufgehoben.

Das Gichtmittel Probenecid hemmt den Abbau und die Ausscheidung von Zidovudin. Die Ausscheidung von Zidovudin über die Nieren wird durch Atovaquon (gegen Parasiten), das Epilepsiemittel Valproinsäure und Methadon verringert. Eine Hemmung des Abbaus oder die Behinderung der Ausscheidung bedeuten immer eine Verlängerung der Wirkung und möglicherweise mehr Nebenwirkungen.

Bei gleichzeitiger Anwendung des Antibiotikums Rifampicin wird die Wirkung von Zidovudin und Abacavir beeinträchtigt. Bei Abacavir ergibt sich außerdem mit den Antiepileptika Phenobarbital und Phenytoin eine Senkung der Blutkonzentration von Abacavir und damit eine Wirkungsabschwächung.

Die gleichzeitige Behandlung mit Abacavir kann die Konzentration von des Drogen-Ersatzmittels Methadon im Blut verringern. Die Methadon-Dosis muss daher gegebenenfalls vom Arzt angepasst werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament schützt nicht vor einer Ansteckung mit anderen Krankheitserregern.
  • Die Übertragung des menschlichen Immunschwächevirus durch Sexualkontakt oder verseuchtes Blut auf gesunde Personen ist auch bei Behandlung der HIV-Infektion mit dem Medikament möglich.
  • Bei Beschwerden in Magen und Darm oder den Atemwegen, bei Fieber und Hautrötungen kann es sich um eine allergische Reaktion handeln. Das Medikament ist dann sofort abzusetzen.
  • Bei jeglichem Verdacht auf Leberschädigung ist das Medikament sofort abzusetzen.
  • Bei Verdacht auf Milchsäureüberschuss im Blut ist das Medikament sofort abzusetzen.
  • Bei einer Entzündung der Bauchspeicheldrüse ist das Medikament sofort abzusetzen.
  • HIV-Patienten mit Leberproblemen wie Fettleber, Leberentzündung oder Lebervergrößerung müssen sorgfältig ärztlich überwacht werden.
  • HIV-infizierte Mütter dürfen auch bei Einnahme des Medikaments nicht stillen.
  • Bei Patienten mit einer Leberentzündung (Hepatitis B) ist nach Absetzen des Medikaments ein schwerer Rückfall möglich.
  • Während der ersten zwei Monate der Behandlung sollten besonders häufig ärztliche Kontrollen erfolgen.
  • Dieses Medikament kann das Reaktionsvermögen so verändern, dass die Fähigkeit zur aktiven Teilnahme am Straßenverkehr und zum Bedienen von Maschinen beeinträchtigt ist. Dies gilt verstärkt bei Alkoholeinfluss.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Abacavir + Lamivudin + Zidovudin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Abacavir + Lamivudin + Zidovudin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten

So wirkt Abacavir + Lamivudin + Zidovudin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Abacavir + Lamivudin + Zidovudin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen virenhemmende Mittel, Reverse-Transkriptase-Hemmer, zu welcher die Wirkstoffkombination Abacavir + Lamivudin + Zidovudin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Abacavir + Lamivudin + Zidovudin

Die Kombination wird zur Behandlung von HIV-Infektionen bei Erwachsenen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr eingesetzt. Sie soll die Vermehrung von HI-Viren hemmen und dem Ausbrechen von AIDS-Symptomen vorbeugen.

Bei schon bestehender AIDS-Erkrankung mindert die Kombination die Beschwerden, verbessert die Lebensqualität der Betroffenen und steigert ihre Lebenserwartung.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Abacavir + Lamivudin + Zidovudin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Abacavir + Lamivudin + Zidovudin

Lamivudin, Zidovudin und Abacavir werden sowohl in gesunden wie auch in mit dem menschlichen Immunschwäche-Virus (HI-Virus) infizierten Zellen erst zum eigentlichen Wirkstoff umgebaut.

Alle drei Substanzen sind reverse Transkriptase-Hemmer (NRTI). Ihr Wirkmechanismus entspricht der der Untergruppe der so genannten Nuklesidanaloga. Diese werden als falsche Bausteine in die Erbsubstanz der Viren eingebaut und bringen so den Prozess der Viren-Vermehrung zum Abbruch.

Die Kombinationsbehandlung ist notwendig, um das bei HIV-Infektionen hohe Risiko von Wirkungsverlusten durch Bildung einer Resistenz der HIV-Viren gegen die einzelnen Wirkstoffe zu verringern.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.