Panoral 500mg

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 18.01.2011
Hersteller: Lilly Deutschland GmbH
Wirkstoff: Cefaclor
Darreichnungsform: Kapsel
Rezeptpflichtig

Wirkung

Panoral 500mg enthält den Wirkstoff Cefaclor. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Panoral 500mg.

Cefaclor wird zur Behandlung von akuten und chronischen Infektionen verwendet. Dazu zählen Infektionen der oberen und unteren Atemwege, Hals-Nasen-Ohren-Infektionen wie Mittelohrentzündungen, Nasennebenhöhlenentzündungen, Mandelentzündungen und Halsentzündungen.

Weiterhin kann Cefaclor bei Nierenentzündungen, Entzündungen der ableitenden Harnwege (Harnwegsinfektionen, Blasenentzündung), Hautinfektionen, Weichteilgewebsentzündungen und Tripper (Gonorrhoe) eingesetzt werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Cefaclor sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Cephalosporine, Antibiotika, zu welcher der Wirkstoff Cefaclor gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Atemwegsinfektionen
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Mittelohrentzündung
  • Infektionen der Haut und des Weichteilgewebes
  • akute und chronische Harnwegsinfektionen
  • durch Trippererreger verursachte Harnröhrenentzündung

Dosierung

Soweit nicht anders verordnet, erhalten Kinder von sechs bis zehn Jahren in der Regel eine Dosis von dreimal täglich 250 Milligramm Cefaclor. Je nach Schwere und Ort der Erkrankung können viermal täglich 250 Milligramm Cefaclor erforderlich werden.

Bei Mittelohrentzündung können auch zweimal täglich 500 Milligramm Cefaclor genommen werden. Dies entspricht zwei Hartkapseln. Bei leichten Infektionen kann dagegen eine Dosierung von zweimal täglich 250 Milligramm Cefaclor ausreichen.

Kinder unter sechs Jahren erhalten in der Regel eine Dosis von 30 Milligramm Cefaclor pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, aufgeteilt in drei Einzelgaben. Je nach Erkrankung können allerdings die Dosierungen variieren. Um eine genaue Dosierung vornehmen zu können, stehen andere Präparate (zum Beispiel als Trockensaft) zur Verfügung.

Erwachsene und Kinder über zehn Jahre erhalten in der Regel eine Dosis von dreimal täglich 500 Milligramm Cefaclor. Dies entspricht täglich dreimal einer Hartkapsel. Je nach Ort und Schwere der Erkrankung (beispielsweise Lungenentzündung) kann die Dosis verdoppelt werden. Im Einzelfall können Erwachsenen Dosen bis zu vier Gramm Cefaclor täglich verabreicht werden. Diese Maximaldosis sollte allerdings nicht überschritten werden.

Bei leichten Infektionen, wie zum Beispiel bei einem unkomplizierten Infekt der Harnwege, kann die Gabe von dreimal täglich 250 Milligramm Cefaclor ausreichend sein.

Zur Behandlung der akuten durch Gonokokken (bestimmte Erreger) hervorgerufenen Harnröhrenentzündung bei Männern und Frauen werden drei Gramm Cefaclor (entsprechend sechs Hartkapseln) verabreicht.

Eine spezielle Dosierungsanpassung ist bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion nicht notwendig.

Das Medikament sollte in der Regel sieben bis zehn Tage lang eingenommen werden. Die Behandlung sollte aber mindestens zwei bis drei Tage nach Abklingen der Krankheitserscheinungen fortgesetzt werden.

Eine Therapiedauer von mindestens zehn Tagen ist bei der Behandlung von Nebenhöhlenentzündungen und Infektionen mit beta-hämolysierenden Streptokokken (bestimmte Erreger) ratsam.

Die Kapseln werden unzerkaut mit Flüssigkeit (zum Beispiel mit einem Glas Wasser) eingenommen. Die Kapseln können auch während der Mahlzeiten geschluckt werden. Die Aufnahme in den Körper wird dadurch nicht beeinträchtigt.

Bei schweren Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall sollte Cefaclor nicht eingenommen werden. Hier kann eine ausreichende Wirkstoffaufnahme in den Körper nicht garantiert werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Maisstärke
  • 2-Ethoxyethanol
  • Dimeticon
  • Eisenoxid (E172)
  • Erythrosin (E 127)
  • Gelatine
  • Magnesiumstearat
  • Patentblau (E 131)
  • Schellack
  • Titandioxid (E 171)

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen (Juckreiz, Hautrötung, Hautausschlag , Nesselsucht, Arzneimittelfieber, Gesichtschwellungen wie Angioödem, Schwellungen im Bereich des Körpers, Blutarmut wie hämolytische Anämie, Nierenentzündung, schlimmstenfalls allergischer Schock); vorübergehende Blutbildveränderungen wie Verminderung weißer Blutkörperchen (Leukopenie), Vermehrung bestimmter weißer Blutkörperchen (Eosinophilie), Blutplättchenmangel (Thrombozytopenie) oder Granulozytenverminderung (Agranulozytose); Leberfunktionsstörung; Leberwerteanstieg (Transaminasen); Nierenwerteanstieg (Serumharnstoffanstieg, Serumkreatininanstieg)

Seltene Nebenwirkungen:
Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Appetitlosigkeit, Durchfall

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
Syndrom der verbrühten Haut (Lyell-Syndrom), Hautablösung mit schwerer Allgemeinsymptomatik (Stevens-Johnson-Syndrom), Leberentzündung, Gallestau, Gelbsucht

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
In Abhängigkeit von der verwendeten Dosis kann es vorübergehend zu folgenden Nebenwirkungen kommen: Magendrücken, weiche Stühle, Blähungen, Hautausschläge, neuronale Störungen (Schlafstörungen, Schwindel, Nervosität, Hyperaktivität, Verwirrung, Halluzinationen, erhöhte Neigung zu Krampfanfällen (Epilepsien), niedriger Blutdruck, Herzjagen, Atemnot, Bluthochdruck, Gelenkbeschwerden, Hautreaktionen (wie etwa Rash, exfoliative Dermatitis), Infektionen der Scheide, Eiweiß im Harn (Proteinurie)

Während einer langfristigen Behandlung mit Cefaclor kann es zu einem Befall des Dickdarmes mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Pilzen kommen. Dem kann eine Darmentzündung mit Durchfällen folgen (pseudomembranöse Colitis). Die Behandlung mit Cefaclor ist dann sofort einzustellen und mit geeigneten Antibiotika wie etwa Vancomycin fortzusetzen.

Langfristige und wiederholte Anwendung von Cefaclor kann zu Zweitinfektionen (Superinfektionen) mit unempfindlichen (resistenten) Bakterien oder Sprosspilzen führen. Außerdem muss bei Cephalosporinen wie Cefaclor, die mit Penicillinen strukturverwandt sind, mit Kreuzallergien gerechnet werden.

Wechselwirkungen

Antibiotika, die das Wachstum von Bakterien hemmen, können die Wirkung von Cephalosporinen aufheben. Cefaclor sollte daher möglichst nicht mit Wirkstoffen wie Tetrazyklinen, Erythromycin, Sulfonamiden oder Chloramphenicol kombiniert werden.

Die Wirkung von Cefaclor wird verstärkt, wenn es gemeinsam mit dem GichtmittelProbenecid eingenommen wird.

Cefaclor führt zu einer Wirkungsverstärkung von Aminoglykosid-Antibiotika, wodurch es auch vermehrt zu Nebenwirkungen wie Nierenschädigungen kommen kann. Bei der Kombination mit blutgerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulantien und Thrombozytenaggregationshemmer) wird deren Wirkung verlängert, so dass sich die Blutungsgefahr erhöht.

Standard-Laboruntersuchungen zur Bestimmung von Eiweiß- und Zuckergehalt im Urin können durch die Anwendung von Cefaclor verfälscht werden.

Gegenanzeigen

Patienten mit einer Allergie gegen Cefaclor oder andere Beta-Lactam-Antibiotika, dürfen nicht mit dem Wirkstoff behandelt werden. Bei anderer Allergien oder Asthma bronchiale sollte die Anwendung des Wirkstoffs nur nach Rücksprache mit dem Arzt erfolgen, da verstärkt mit Überempfindlichkeitsreaktionen gerechnet werden muss.

Frühgeborene Säuglinge dürfen nicht mit Cefaclor behandelt werden.

Während Schwangerschaft und Stillzeit soll Cefaclor nur nach Rücksprache mit dem Arzt angewendet werden.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion muss die Dosierung verringert werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Cefaclor durchdringt die Plazenta und kann über das Fruchtwasser in den Embryo gelangen. Bislang sind dadurch aber keine Schädigungen am Ungeborenen bekannt. Trotzdem sollte der Wirkstoff während der Schwangerschaft (besonders in den ersten drei Monaten) nur auf ärztliche Anweisung eingenommen werden.

Es ist bekannt, dass Cefaclor über die Muttermilch in den Säugling übergeht. Bei diesem kann es so zu einer Störung der Darmflora kommen, die Durchfall oder eine Darmentzündung durch Sprosspilzbesiedelung zur Folge haben kann. Außerdem besteht die Möglichkeit einer Sensibilisierung des Säuglings. Dies bedeutet, dass bei einem späteren Kontakt mit Cefaclor es zu einer allergischen Reaktion kommen könnte. Aus diesen Gründen sollte Cefaclor auch während der Stillzeit nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Cefaclor darf nicht bei Frühgeburten angewendet werden; Kinder bis zu einem Alter von zwölf Jahren erhalten eine Dosierung, die ihrem Körpergewicht angepasst ist.

Warnhinweise

  • Bei Nierenfunktionsstörungen muss die Dosierung verringert werden.
  • Schwere Magen-Darm-Störungen mit Erbrechen und Durchfall können die Wirkstoffaufnahme in den Körper stark verringern.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grand gelagert werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht und Feuchtigkeit zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Kapsel)
10 Stück Kapseln
500 Milligramm Cefaclor
20 Stück Kapseln
500 Milligramm Cefaclor
100 Stück Kapseln
500 Milligramm Cefaclor

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Panoral 500mg sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Cefaclor (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.