Karil Ampullen

Hersteller: Novartis Pharma GmbH
Wirkstoff: Calcitonin
Rezeptpflichtig

Hinweis

Der Artikel wurde vom Anbieter vom Markt genommen. Sollte dies aus wirtschaftlichen Gründen geschehen sein, ist das Präparat meist noch eine Weile aus Restbeständen erhältlich.

Wirkung

Karil Ampullen enthalten den Wirkstoff Calcitonin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Karil Ampullen.

Das therapeutische verwendete Calcitonin entspricht dem körpereigenen, den Kalziumstoffwechsel regelnden Hormon. Calcitonin wird in Form von Injektionslösungen verabreicht, da es als Eiweiß im Magen-Darm-Trakt abgebaut werden würde. Der Wirkstoff findet Anwendung bei:
  • einem akuten Verlust an Knochenmasse nach plötzlicher Bettlägerigkeit zum Beispiel bei Patienten mit einem Knochenbruch aufgrund einer Osteoporose. Hier beträgt die empfohlene Behandlungsdauer zwei Wochen und sollte vier Wochen nicht überschreiten.
  • stark erhöhtem Kalziumspiegel als Begleiterscheinung von Krebserkrankungen (Sudeck-Syndrom, Gewebeschädigung mit Knochenentkalkung und -rückbildung)
  • Morbus Paget (Erkrankung mit brüchigen und verformten Knochen). Hier wird Calcitonin für drei Monate eingesetzt, in Ausnahmefällen auch für sechs Monate. Bedingung ist, dass andere Behandlungen wirkungslos oder für den Patienten nicht geeignet waren.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Calcitonin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Osteoporose-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Calcitonin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Vorbeugung eines akuten Verlusts an Knochenmasse nach plötzlicher Ruhigstellung, zum Beispiel bei Osteoporose-bedingtem Knochenbruch
  • Paget-Krankheit (eine Erkrankung des Skelettsystems), wenn andere Behandlungen erfolglos sind oder nicht für den Patienten geeignet
  • Kalziummangel infolge von bösartigen Erkrankungen

Dosierung

Zur Vorbeugung von Knochenverlust (Osteoporose) bei längerer Ruhigstellung wird täglich eine Ampulle oder Fertigspritze mit 100 Internationalen Einheiten des Wirkstoffs über zwei bis vier Wochen unter die Haut (subkutan) oder in den Muskel (intramuskulär) gespritzt. Die Behandlung wird, eventuell mit der halben Dosis pro Tag, fortgesetzt bis der Patient wieder voll beweglich ist.

Bei der Knochenkrankheit Morbus Paget beträgt die Dosierung ebenfalls eine Ampulle oder Fertigspritze pro Tag. Bei einigen Patienten genügt dreimal pro Woche die halbe Dosis. Bessert sich der Zustand des Patienten, kann die Dosis verringert werden.

Bei erhöhtem Calciumspiegel im Blut durch eine Krebserkrankung beträgt die Dosis eine Ampulle oder Fertigspritze alle sechs bis acht Stunden unter die Haut oder in den Muskel. Das Medikament kann nach einer geeigneten Vorbereitung vom Arzt auch in die Vene gespritzt werden. Bei Bedarf kann die Dosis erhöht werden.

Die Behandlungsdauer bei allen Anwendungsgebieten wird vom Arzt auf die kürzest mögliche Zeit beschränkt werden.

Die Fertigspritzen sind nur für die Injektion unter die Haut geeignet.
Um Übelkeit und Erbrechen zu verringern, die vor allem zu Beginn der Behandlung auftreten können, kann das Medikament vor dem Schlafengehen gespritzt werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Essigsäure
  • Natriumacetattrihydrat
  • Natriumchlorid
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Bei Verwendung in Form von Nasensprays:
Nasenschleimhautentzündung (trockene, geschwollene, verstopfte Nase, Niesen), weitere Symptome an der Nase (wie Empfindlichkeit, Bläschen, schaler Geruch, Entzündung, Rötung, oberflächliche Schleimhautablösungen)

Gelegentliche oder weniger häufige Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion, vor allem zu Beginn: Hitzegefühl, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Reaktionen an der Injektionsstelle, allergische Reaktionen (Hautausschlag, Nesselsucht)

Bei Verwendung in Form von Nasensprays:
Nasenschleimhautentzündung mit Geschwür, Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenbluten, Hitzegefühl, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Skelettmuskelschmerzen, Rachenschleimhautentzündungen, Müdigkeit, Geschmacksstörungen

Seltene Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion:
verstärkte Entwässerung über die Niere, Schüttelfrost, Herzrasen, Blutdruckabfall, Kollaps, stärkere allergische Reaktionen (Juckreiz, Atemnot).

Bei Anwendung in Form von Nasensprays:
Bluthochdruck, Erbrechen, Gelenkschmerzen, Husten, grippeähnliche Symptome, Wassereinlagerungen (Ödeme), Sehstörungen

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion:
Knochenschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Depressionen, Wahnvorstellungen, Schlafstörungen

Bei Anwendung in Form von Nasensprays:
Allergieschock (anaphylaktischer Schock)

Besonderheiten:
Bei der Anwendung als Infusion oder Injektion kann es zu Nebenwirkungen am Herzen kommen. Auch die Bildung von Antikörpern gegen tierisches Calcitonin und ein Kribbeln der Handflächen und Fußsohlen sind möglich.

Wechselwirkungen

Werden zusammen mit Calcitonin Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate verabreicht, kann die Kalziumkonzantration im Blut unerwünscht weit absinken.

Bei Patienten, die zusätzlich zu Calcitonin mit Herzglykosiden oder Kalziumkanalblockern behandelt werden, muss eventuell deren Dosierung neu eingestellt werden. Durch die Gabe von Calcitonin sinkt nämlich der Kalziumspiegel im Blut ab, wodurch die vorgenannten Wirkstoffe eine veränderte Wirkung oder mehr Nebenwirkungen zeigen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Calcitonin darf der Wirkstoff nicht eingesetzt werden. Auch bei niedrigem Kalziumspiegel im Blut ist die Behandlung mit dem Wirkstoff nicht erlaubt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Für die Anwendung von Calcitonin während der Schwangerschaft wurde der Nachweis der Unbedenklichkeit noch nicht erbracht. Aus diesem Grund sollte der Wirkstoff nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt angewendet werden.

Der Wirkstoff Calcitonin geht in die Muttermilch und damit in den Säugling über. Um Schädigungen des Kindes zu vermeiden, sollte vor einer Behandlung mit dem Wirkstoff abgestillt werden. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Calcitonin die Milchproduktion verringert.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Calcitonin ist nicht für die Behandlung von Kindern vorgesehen und darf daher nicht an Personen unter 18 Jahren verabreicht werden.

Warnhinweise

  • Bei der Gabe von Calcitonin-Spritzen kann es vorübergehend zu Schwindel kommen, der Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.
  • Wenn ein Verdacht auf eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besteht, sollte vor der Anwendung ein Hauttest durchgeführt werden.
  • Während der Gabe des Medikaments muss die Konzentration an Mineralien im Blut, insbesondere Kalzium, regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament muss auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin D3-Versorgung geachtet werden.
  • In regelmäßigen Abständen sollte der Arzt die Herzfunktion durch Aufnahme eines EKGs (Elektrokardiogramm) überprüfen.
  • Das Medikament darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verwendet werden.
  • Vor dem Öffnen bei zwei bis acht Grad aufrecht stehend im Kühlschrank lagern und nicht einfrieren.
  • Nach dem Öffnen darf das Medikament nicht wärmer als 25 Grad gelagert werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Karil Ampullen sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Calcitonin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Ampullen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.