Karil 200 I.E. Nasenspray

Hersteller: Novartis Pharma GmbH
Wirkstoff: Calcitonin
Rezeptpflichtig

Hinweis

Der Artikel wurde vom Anbieter vom Markt genommen. Sollte dies aus wirtschaftlichen Gründen geschehen sein, ist das Präparat meist noch eine Weile aus Restbeständen erhältlich.

Wirkung

Karil 200 I.E. Nasenspray enthält den Wirkstoff Calcitonin. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Karil 200 I.E. Nasenspray.

Das therapeutische verwendete Calcitonin entspricht dem körpereigenen, den Kalziumstoffwechsel regelnden Hormon. Calcitonin wird in Form von Injektionslösungen verabreicht, da es als Eiweiß im Magen-Darm-Trakt abgebaut werden würde. Der Wirkstoff findet Anwendung bei:
  • einem akuten Verlust an Knochenmasse nach plötzlicher Bettlägerigkeit zum Beispiel bei Patienten mit einem Knochenbruch aufgrund einer Osteoporose. Hier beträgt die empfohlene Behandlungsdauer zwei Wochen und sollte vier Wochen nicht überschreiten.
  • stark erhöhtem Kalziumspiegel als Begleiterscheinung von Krebserkrankungen (Sudeck-Syndrom, Gewebeschädigung mit Knochenentkalkung und -rückbildung)
  • Morbus Paget (Erkrankung mit brüchigen und verformten Knochen). Hier wird Calcitonin für drei Monate eingesetzt, in Ausnahmefällen auch für sechs Monate. Bedingung ist, dass andere Behandlungen wirkungslos oder für den Patienten nicht geeignet waren.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Calcitonin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Osteoporose-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Calcitonin gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Knochenbrüchigkeit nach den Wechseljahren - zur Verhinderung von Wirbelbrüchen (nicht gegen Hüftbrüche wirksam)

Dosierung

Die empfohlene Dosierung von Calcitonin zur Anwendung an der Nase für die Behandlung der Osteoporose nach den Wechseljahren beträgt 200 I.E. (einen Sprühstoß) einmal täglich. Es wird empfohlen, das Medikament gemeinsam mit
einer ausreichenden Menge von Kalzium und Vitamin D anzuwenden.

Die Anwendung hat lagzeitig zu erfolgen.

Wechseln Sie bei der Anwendung jeweils die Nasenlöcher.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Bei Verwendung in Form von Nasensprays:
Nasenschleimhautentzündung (trockene, geschwollene, verstopfte Nase, Niesen), weitere Symptome an der Nase (wie Empfindlichkeit, Bläschen, schaler Geruch, Entzündung, Rötung, oberflächliche Schleimhautablösungen)

Gelegentliche oder weniger häufige Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion, vor allem zu Beginn: Hitzegefühl, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Reaktionen an der Injektionsstelle, allergische Reaktionen (Hautausschlag, Nesselsucht)

Bei Verwendung in Form von Nasensprays:
Nasenschleimhautentzündung mit Geschwür, Nasennebenhöhlenentzündung, Nasenbluten, Hitzegefühl, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Bauchschmerzen, Skelettmuskelschmerzen, Rachenschleimhautentzündungen, Müdigkeit, Geschmacksstörungen

Seltene Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion:
verstärkte Entwässerung über die Niere, Schüttelfrost, Herzrasen, Blutdruckabfall, Kollaps, stärkere allergische Reaktionen (Juckreiz, Atemnot).

Bei Anwendung in Form von Nasensprays:
Bluthochdruck, Erbrechen, Gelenkschmerzen, Husten, grippeähnliche Symptome, Wassereinlagerungen (Ödeme), Sehstörungen

Sehr seltene oder vereinzelte Nebenwirkungen:
Bei Injektion oder Infusion:
Knochenschmerzen, Gelenkschmerzen, Kopfschmerzen, Depressionen, Wahnvorstellungen, Schlafstörungen

Bei Anwendung in Form von Nasensprays:
Allergieschock (anaphylaktischer Schock)

Besonderheiten:
Bei der Anwendung als Infusion oder Injektion kann es zu Nebenwirkungen am Herzen kommen. Auch die Bildung von Antikörpern gegen tierisches Calcitonin und ein Kribbeln der Handflächen und Fußsohlen sind möglich.

Wechselwirkungen

Werden zusammen mit Calcitonin Wirkstoffe aus der Gruppe der Bisphosphonate verabreicht, kann die Kalziumkonzantration im Blut unerwünscht weit absinken.

Bei Patienten, die zusätzlich zu Calcitonin mit Herzglykosiden oder Kalziumkanalblockern behandelt werden, muss eventuell deren Dosierung neu eingestellt werden. Durch die Gabe von Calcitonin sinkt nämlich der Kalziumspiegel im Blut ab, wodurch die vorgenannten Wirkstoffe eine veränderte Wirkung oder mehr Nebenwirkungen zeigen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Calcitonin darf der Wirkstoff nicht eingesetzt werden. Auch bei niedrigem Kalziumspiegel im Blut ist die Behandlung mit dem Wirkstoff nicht erlaubt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Für die Anwendung von Calcitonin während der Schwangerschaft wurde der Nachweis der Unbedenklichkeit noch nicht erbracht. Aus diesem Grund sollte der Wirkstoff nur nach sorgfältiger Abwägung von Nutzen und Risiko durch den Arzt angewendet werden.

Der Wirkstoff Calcitonin geht in die Muttermilch und damit in den Säugling über. Um Schädigungen des Kindes zu vermeiden, sollte vor einer Behandlung mit dem Wirkstoff abgestillt werden. Weiterhin gibt es Hinweise darauf, dass Calcitonin die Milchproduktion verringert.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Calcitonin ist nicht für die Behandlung von Kindern vorgesehen und darf daher nicht an Personen unter 18 Jahren verabreicht werden.

Warnhinweise

  • Bei der Gabe von Calcitonin-Spritzen kann es vorübergehend zu Schwindel kommen, der Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.
  • Wenn ein Verdacht auf eine Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff besteht, sollte vor der Anwendung ein Hauttest durchgeführt werden.
  • Während der Gabe des Medikaments muss die Konzentration an Mineralien im Blut, insbesondere Kalzium, regelmäßig ärztlich kontrolliert werden.
  • Während der Behandlung mit dem Medikament muss auf eine ausreichende Kalzium- und Vitamin D3-Versorgung geachtet werden.
  • In regelmäßigen Abständen sollte der Arzt die Herzfunktion durch Aufnahme eines EKGs (Elektrokardiogramm) überprüfen.
  • Das Medikament darf nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren verwendet werden.
  • Nach dem Öffnen sollte das Nasenspray innerhalb von vier Wochen verwendet werden.
  • Das Medikament ist bei zwei bis acht Grad im Kühlschrank zu lagern und darf nicht eingefroren werden.
  • Das enthaltene Konservierungsmittel Benzalkoniumchlorid kann, insbesondere bei längerer Anwendung, eine Schwellung der Nasenschleimhaut hervorrufen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Karil 200 I.E. Nasenspray sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Calcitonin (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Ampullen

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.