Eine Frau hebt ihre Brille an und reibt sich die Augen.
© Getty Images

Frühjahrsmüdigkeit

Kaum hat man den Winter hinter sich, hält die Frühjahrsmüdigkeit Einzug. Warum machen viele Menschen schlapp, wenn die Natur im Frühling zu Höchstleistungen auffährt?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Frühjahrsmüdigkeit: Schlapp im Frühjahr

Frühjahrsmüdigkeit kann sich durch ganz verschiedene Symptome äußern. Angefangen von der typischen Müdigkeit und einem ausgeprägtem Schlafbedürfnis bis hin zu

Wer sich im Frühjahr schlapp fühlt, ist nicht allein: Etwa 54 Prozent der Männer und 60 Prozent der Frauen fühlen sich zwischen März und Mai von Frühjahrsmüdigkeit betroffen.

Frühjahrsmüdigkeit: Ursachen teils unklar

Welche Ursachen genau hinter der Frühjahrsmüdigkeit stecken, konnte die Wissenschaft noch nicht gänzlich klären. Eine wichtige Rolle bei der Frühjahrsmüdigkeit spielen aber offenbar die Wetterumstellung und die länger werdenden Tage.

Mit den ersten wärmeren Tagen weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt, man fühlt sich müde und schwach. Nach den vielen dunklen Wintertagen sind die Reserven des Körpers zudem aufgebraucht.

Der Organismus stellt sich jedoch nur langsam von der dunklen auf die helle Jahreszeit um. Es dauert etwa einen Monat, bis sich der Körper an die neuen Temperaturen gewöhnt hat. Das liegt wohl vor allem an den hormonellen Umstellungen.

Das zunehmende Tageslicht im Frühjahr aktiviert die Produktion des stimmungsaufhellenden Hormons Serotonin, während gleichzeitig noch das für den Schlaf zuständige Hormon Melatonin in hohem Maß aktiv ist. Die Wechselwirkung der beiden Botenstoffe macht den Körper müde.

Lesetipp: Biorhythmus

Darüber hinaus wirkt möglicherweise die schwere Winterkost noch nach. Viele Menschen essen im Winter zu wenig frisches Obst und Gemüse. Als Folge fehlen dem Körper zum Frühjahr hin wertvolle Vitamine und Mineralstoffe.

Tipps gegen Frühjahrsmüdigkeit

Welche Ursachen auch immer hinter der Frühjahrsmüdigkeit stecken, gegen die Symptome können Sie aktiv etwas tun. Was dem Körper im Winter gefehlt hat, können Sie im Frühjahr wieder nachholen: Sonne, Luft, Bewegung und frische Kost.

Tagesablauf: Richten Sie sich nach der Sonne

Richten Sie sich in Ihrem Tagesablauf nach der Sonne, damit Sie so viel Tageslicht wie möglich mitnehmen können. Stehen Sie früh auf und gehen Sie früh ins Bett. Denn unter dem Einfluss von Tageslicht bildet der Körper das stimmungsaufhellende Hormon Serotonin und hemmt die Produktion des Schlafhormons Melatonin.

Vitamin-D-Produktion ankurbeln

Auch wenn es noch ein wenig frisch sein sollte: Strecken Sie die müden Glieder so oft es geht in die Sonne. So kurbeln Sie die Vitamin-D-Produktion an.

Bewegen Sie sich

Bewegen Sie sich so viel wie möglich, am besten an der frischen Luft. Gehen Sie täglich spazieren oder planen Sie eine kleine Runde mit dem Fahrrad ein. Schon ein kurzer Spaziergang wirkt Wunder.

Nutzen Sie am besten jede Gelegenheit, den Körper auch im Alltag zu bewegen: Benutzen Sie zum Beispiel die Treppe anstatt des Fahrstuhls oder steigen Sie eine Station früher aus dem Bus und laufen Sie den Rest.

Wechselduschen macht wach

Kalt-warmes Wechselduschen am Morgen regt den Kreislauf an und beugt außerdem Cellulite vor. Achten Sie darauf, immer mit kaltem Wasser aufzuhören.

Ernähren Sie sich gesund

Gönnen Sie Ihrem Körper auch Gutes von innen. Verzichten Sie auf Fast Food und Schokoriegel und nehmen Sie lieber frische, nährstoffreiche Kost zu sich.

Der Körper benötigt Nährstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe für viele Prozesse – vor allem für ein reibungsloses Funktionieren des Stoffwechsels.

Lesetipp: Frühlingsgefühle

Ein Tipp bei schlechter Laune: Ziehen Sie sich nicht zurück, sondern rufen Sie eine gute Freundin oder einen guten Freund an. Gemeinsam reden und lachen bringt auch die Psyche wieder in Schwung.

Unternehmen Sie am besten etwas im Freien. Auch bunte Kleidung kann die Laune heben. Abends kann ein schönes Buch für Entspannung sorgen.

Vorsicht bei dauerhafter Frühjahrsmüdigkeit

Wenn die Symptome über Monate anhalten und Sie ständig müde oder niedergeschlagen sind oder die Leistungsfähigkeit langfristig nachlässt, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. So können Sie sichergehen, dass nicht möglicherweise eine Erkrankung dahintersteckt, wie etwa: