Man sieht die Augenpartie eines Mann und einer Frau.
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Krähenfüße

Wenn die Haut altert, bilden sich um die Augen herum sogenannte Krähenfüße. Während die einen die strahlenförmigen Fältchen als Lachfalten akzeptieren, haben die anderen das Bedürfnis, den Zeichen der Zeit entgegenzuwirken. Manchmal können schon einfache Hausmittel und ein gesunder Lebensstil helfen, um Krähenfüße zu reduzieren. Sitzt die Ursache im Muskel, zeigt jedoch nur eine Botoxbehandlung Wirkung. Wie diese abläuft und mit welchen Risiken zu rechnen ist, lesen Sie hier.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Was sind Krähenfüße?

Krähenfüße, auch als Lachfalten oder Augenfalten bekannt, bezeichnen die Falten seitlich der Augen. Ihren Namen haben sie ihrer Form zu verdanken, die an einen gespreizten Vogelfuß erinnern. Je nach Ausprägung können sich Krähenfüße auch über die Wange erstrecken.

Grundsätzlich wird zwischen zwei verschiedenen Ursachen für Krähenfüßen unterschieden. Zum einen kann es durch den Verlust von Hyaluron und/oder Kollagen zu oberflächlichen Trockenheitsfältchen und brüchiger Haut kommen. Dies ist Teil des normalen Alterungsprozesses der Haut. Faltenbildung lässt sich ab einem gewissen Lebensalter kaum vermeiden, da die Haut mit der Zeit zunehmend an Elastizität verliert. Um die Augenpartie herum ist die Haut besonders dünn, weshalb es gerade in diesem Bereich zu vergleichsweise starken Falten kommen kann.

Daneben kann die Ursache für Krähenfüße aber auch im Muskel liegen. Durch mimische Aktivität des Ringmuskels um das Auge in Kombination mit einer dünnen Hautoberfläche können muskuläre Falten – eben die typischen Krähenfüße – entstehen.

Krähenfüße loswerden

Je nach Ursache bieten sich unterschiedliche Behandlungen an, um Krähenfüßen entgegenzuwirken oder sie zu beseitigen. Ist die Haut ursächlich für die Krähenfüße, reicht eine sogenannte Oberflächentherapie aus. Dabei kann es sich zum Beispiel um folgende Methoden handeln:

  • Microneedling (Mesotherapie)
  • Laserbehandlungen (z. B. Fraxel-Laser oder CO2-Laser)
  • Kosmetische Hautpflege, etwa hyaluronhaltige Cremes und Salben

Diese Behandlungen zielen darauf ab, Hyaluron und Kollagen aufzubauen und so für mehr Stabilität und Spannkraft zu sorgen und die Haut mit Feuchtigkeit zu versorgen.

Auch ein gesunder Lebensstil kann dazu beitragen, Augenfalten vorzubeugen oder zu verringern, zum Beispiel:

  • Nicht rauchen: Nikotin verengt die Blutgefäße und baut Kollagen und Elastin ab. Das beschleunigt die Hautalterung.
  • UV-Licht vermeiden: Die Strahlen können in die Unterhaut eindringen und das Bindegewebe schädigen. Dadurch sterben Zellen ab und Kollagen wird abgebaut.
  • Auf eine gesunde Ernährung achten: Wie sich Lebensmittel auf das Hautbild auswirken können, lesen Sie hier.
  • Stress vermeiden: Wer ständig gestresst ist, spannt automatisch das Gesicht an, runzelt die Stirn oder kneift die Augen zusammen. Nicht ohne Grund spricht man auch von den sogenannten "Sorgenfalten".
  • Ausreichend trinken: Die Haut leidet, wenn Sie nicht genug Flüssigkeit zu sich nehmen. Wer viel trinkt, versorgt seine Haut mit Nährstoffen und stützt das Bindegewebe der Haut.
  • Gesichtsgymnastik: Die Gesichtsmuskeln zu trainieren, liegt im Trend. Bislang gibt es noch keine aussagekräftigen Studien, ob Face Yoga wirklich gegen Faltenbildung hilft. Dennoch kann Gesichtsmuskeltraining wohltuend und entspannend wirken. Zudem trägt eine Face Yoga-Routine womöglich dazu bei, dass Sie Ihr Gesicht mitsamt seiner Falten wertschätzen und akzeptieren lernen.

Diese Methoden können allerdings nur dann funktionieren, wenn die Augenfalten nicht muskulär bedingt sind. Denn sie zielen nur auf die Hautoberfläche ab. Ist der Muskel in der Tiefe die Ursache, lassen sich Krähenfüße nur chirurgisch oder durch eine Behandlung mit Botulinumtoxin, kurz Botox, verringern.

Botox-Injektion: Krähenfüße unterspritzen

Wenn die Muskeln ursächlich für die Krähenfüße sind, reicht es nicht aus, nur die Hautoberfläche zu behandeln.

Stattdessen kann eine Botox-Injektion helfen. Diese Methode wird in der ästhetischen Medizin bereits seit Anfang der 90er Jahre angewandt. Dabei wird das Nervengift Botulinumtoxin, besser bekannt als Botox, in den Muskel gespritzt. Dazu verwendet der*die Chirurg*in eine sehr dünne Nadel, die er*sie etwa einen Zentimeter neben dem Auge ansetzt. In der Regel werden pro Behandlung drei bis vier Einstiche vorgenommen. Der Eingriff dauert circa fünf Minuten.

Wie wirkt Botox?

Botox hemmt die Muskelaktivität, indem der für diese Aktivität zuständige Botenstoff Acetylcholin blockiert wird. Die Folge: Der Muskel kann sich nicht mehr zusammenziehen und ist praktisch gelähmt. Mit der Lähmung werden vorhandene Falten geglättet. Auch können sich keine weiteren Falten mehr bilden. Die Wirkung hängt allerdings auch maßgeblich von der Dosierung des Botulinumtoxins ab.

Wie lange hält die Wirkung an?

Das Nervengift, das in den Muskel gespritzt wird, zeigt nach etwa 5 bis 7 Tagen seine Wirkung. In vollem Ausmaß zeigt sich der Effekt allerdings meist erst nach etwa zwei Wochen. Botulinumtoxin ist so beschaffen, dass es sich mit der Zeit wieder vollständig abbaut, nämlich nach rund vier bis sechs Monaten. Dann wird, wenn gewünscht, erneut injiziert. Eine Botoxbehandlung erfolgt also in der Regel nicht nur einmal – ein Nachteil für die Patient*innen, ein Vorteil für die Beauty-Industrie.

Risiken und Komplikationen

Die Nebenwirkungen, die von einer Botoxbehandlung ausgehen können, sind in der Regel zeitlich begrenzt. Bei jedem Nadeleinstich besteht grundsätzlich die Möglichkeit, dass sich ein Hämatom – also ein blauer Fleck – und/oder eine Schwellung bilden. Personen, die ohnehin zu blauen Flecken neigen, können damit rechnen, dass rund 7 bis 10 Tage lang sichtbare Hämatome auf der Haut zurückbleiben. Schwellungen sind hingegen meist schon 2 bis 3 Tage nach der Behandlung wieder verschwunden. In seltenen Fällen kann es außerdem zu allergischen Reaktionen , Hautausschlag, Juckreiz oder kurzfristigen Sehstörungen kommen.

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Wer sollte sich nicht mit Botox behandeln lassen?

Schwangeren oder stillenden Frauen wird von einer Botoxbehandlung abgeraten. Auch Menschen, die an einer Muskelschwäche oder Blutgerinnungsstörung leiden, sollten aus Sicherheitsgründen von einem Eingriff absehen.

Können auch langfristige Folgen auftreten?

Botoxbehandlungen sollten unbedingt von Spezialist*innen durchgeführt werden, die ein entsprechendes Zertifikat haben. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um nach einer geeigneten Praxis zu suchen. Achten Sie darauf, dass der*die Arzt*Ärztin seriös wirkt und Sie gründlich über den Eingriff aufklärt.

Wie Sie eine*n geeignete*n Arzt*Ärztin finden können, lesen Sie hier.

Bei unrealistisch niedrigen Preisen oder unseriös wirkenden Angeboten aus dem Ausland oder dem Internet sollten Sie vorsichtig sein. Denn es passiert immer wieder, dass schlechte Produkte verwendet werden, die langfristige Schäden in der Hautoberfläche, aber auch in den Tiefenstrukturen verursachen können.

Wie viel kostet eine Botoxbehandlung?

Je nach Honorar des*der Arztes*Ärztin und dem verwendeten Produkt kostet eine Botoxbehandlung zwischen 200 und 500 Euro.

Ist der Eingriff schmerzhaft?

Botulinumtoxin muss mit einer Nadel injiziert werden. Diese ist zwar sehr dünn. Je nachdem, wie schmerzempfindlich Sie sind, kann die Behandlung allerdings unangenehm sein.