Das Bild zeigt eine Person beim Kochen.
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Chlorid

Chlorid zählt zu den Mineralstoffen und kommt in der Natur ausschließlich als Verbindung mit anderen Elementen vor. Auch im Körper findet man Chlorid immer als Verbindung. Die bekannteste Form von Chlorid ist das Natriumchlorid, also Kochsalz.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allgemeines

Im Körper ist Chlorid in Form von Natriumchlorid unter anderem für die Flüssigkeitsverteilung beziehungsweise den Wasserhaushalt wichtig. Wie Natrium befindet sich der Mineralstoff vor allem in den Flüssigkeiten außerhalb der Körperzellen, kommt aber auch innerhalb der Körperzellen vor. Chloride regulieren den Flüssigkeitsstrom zwischen den Zellen und dadurch auch den osmotischen Druck in ihnen.

Außerdem ist Chlorid wichtig:

  • um das Säure-Basen-Gleichgewicht aufrecht zu erhalten.
  • für die Entstehung und Weiterleitung von Nervenimpulsen.
  • für die Gewebespannung und die Muskelarbeit.

Der Choridbedarf ist in Deutschland durch die tägliche Aufnahme von Kochsalz mit der Nahrung in der Regel mehr als gedeckt. Die meisten nehmen sogar täglich fast das Doppelte der empfohlenen Tagesmenge zu sich und sollten ihren Salzkonsum eher verringern.

  • Erwachsene haben einen täglichen Mindestbedarf an Chlorid von etwa 830 Milligramm.
  • Säuglinge benötigen täglich mindestens 200 bis 270 Milligramm Chloride,
  • Kinder von 1 bis 10 Jahren etwa 450 bis 690 Milligramm und
  • Kinder von 10 bis 15 Jahren etwa 770 bis 830 Milligramm pro Tag.

Mit dieser Menge an Chloriden wäre der Körper bereits ausreichend versorgt. Bei einem erhöhten Salzverlust, zum Beispiel durch starkes Schwitzen, ist der Mindestbedarf entsprechend höher.

1 Gramm Kochsalz (NaCl) besteht aus:

  • 0,6 Gramm Chlorid
  • 0,4 Gramm Natrium

Erwachsene sollten pro Tag nicht mehr als 6 Gramm Speisesalz zu sich nehmen, das entspricht einer Chloridmenge von etwa 3,6 Gramm.

Chloridhaltige Lebensmittel

Die Hauptzufuhr von Chlorid erfolgt durch die Aufnahme von Kochsalz (Natriumchlorid, NaCl) aus industriell hergestellten Lebensmitteln und durch das individuelle Nachsalzen von Speisen. Etwa 80 Prozent der täglichen Salzaufnahme stammen aus Brot und Gebäck sowie Fleisch- und Wurstwaren.

Besonders stark kochsalz- und dadurch chloridhaltig sind:

  • gepökelte und geräucherte Fleischwaren
  • gesalzener und geräucherter Fisch
  • viele Konserven und Fertiggerichte
  • Käse und Käsegebäck
  • Chips und gesalzene Nüsse

Chloridarme Lebensmittel sind dagegen:

  • Obst und Gemüse
  • Hülsenfrüchte
  • ungesalzene Nüsse
  • Pflanzenöle

Chloridmangel

Ein Chloridmangel kommt sehr selten vor. Durch anhaltendes Erbrechen oder starken Durchfall können Verluste von Chloriden entstehen. Auch starkes Schwitzen kann zu einem Mangel an Chlorid führen.

Die Symptome eines Chloridmangels ähneln insgesamt denen eines Natriummangels. Mögliche Symptome sind zum Beispiel:

Überdosierung

Die tägliche Nahrung enthält in der Regel bereits eine große Menge Chlorid in Form von Natriumchlorid (Speisesalz, NaCl) und wird häufig noch zusätzlich nachgesalzen. Dadurch überschreitet die Chlorid-Aufnahme in den westlichen Industrieländern bei den meisten Menschen den täglichen Bedarf deutlich.

Überschüssiges Chlorid beziehungsweise zu viel Salz wird über die Niere wieder ausgeschieden und ist für ansonsten gesunde Personen daher relativ unbedenklich. Ein hoher Salzkonsum kann jedoch bei salzsensitiven Betroffenen zu Bluthochdruck führen oder ihn verstärken. Kritisch ist ein zu hoher Salzkonsum außerdem bei vorhandenen Nirenerkrankungen.