Trospium

Allgemeines

Trospium wird eingesetzt, um ungewöhnlich häufigen, plötzlich und stark auftretenden Harndrang und Harninkontinenz zu lindern, wenn diese durch eine so genannte überaktive Harnblase mit überschießender Aktivität des Harnblasenmuskels verursacht werden.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Harninkontinenz behandeln

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Trospium im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Trospium nicht verwendet werden?

Die Anwendung sollte unterbleiben bei:
  • Überempfindlichkeit gegen diesen Wirkstoff
  • schnellen Herzrhythmusstörungen (Tachyarrhythmie)
  • schweren chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen
  • Harnabflussstörungen verbunden mit dem Risiko des Harnverhalts
  • massiver Erweiterung des Dickdarms (Megacolon)
  • Nierenfunktionsversagen
  • bestimmten Formen des grünen Stars (Engwinkelglaukom)
  • Muskelschwäche (Myasthenia gravis)
  • Kindern unter zwölf Jahren.
Nur unter sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko sollte Trospiumchlorid eingesetzt werden bei:
  • Harnabflussstörungen
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Erkrankungen des vegetativen Nervensystems (autonomen Neuropathien)
  • Zwerchfellbruch
  • Patienten, bei denen ein erhöhter Herzschlag vermieden werden sollte.
  • Verengungen im Bereich des Magen-Darm-Kanals
  • Zöliakie.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In der Schwangerschaft und Stillzeit sollte der Wirkstoff nicht eingesetzt werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff ist für Kinder unter zwölf Jahren nicht geeignet.

Welche Nebenwirkungen kann Trospium haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Trospium. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Verstopfung, Bauchschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen, Mundtrockenheit.

Seltene Nebenwirkungen:
Durchfall, Atemnot, Hautausschlag, Schwäche, Brustschmerzen, Störungen der Harnentleerung, beschleunigter Herzschlag, Störungen der Sehleistung, Blähungen, Luftnot.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schnelle Herzrhythmusstörungen, Wasseransammlung, allergischer Schock, Anstieg der Leberwerte, Blasenentleerungsunfähigkeit, Pupillenanpassungsstörungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Trospium?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Durch die gleichzeitige Einnahme von trizyklischen Antidepressiva, Antihistaminika, Amantadin, Chinidin, Disopyramid wird die Wirkung von Trospium verstärkt.

Bei der gleichzeitigen Einnahme mit Beta-Sympathomimetika wird deren herzfrequenzsteigernde Wirkung verstärkt.

Die Wirkung von Substanzen, die Magen-Darm-Bewegungen fördern (zum Beispiel Metoclopramid), wird abgeschwächt.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Colestyramin und Colestipol die Aufnahme aus dem Darm und damit auch die Wirkung von Trospium hemmen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Andere Ursachen der Blasenmuskelschwäche (Hormonstörungen, Entzündungen, Tumoren) müssen vor der Anwendung des Wirkstoffs vom Arzt ausgeschlossen werden.
  • Das Sehvermögen kann so vermindert sein, dass eine Teilnahme am Straßenverkehr oder das Bedienen von Maschinen beeinträchtigt sind.
  • Das Reaktionsvermögen kann durch das Medikament herabgesetzt sein.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Trospium?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Trospium enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Tabletten
Filmtabletten
Tabletten

So wirkt Trospium

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Trospium. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Muscarinrezeptor-Antagonisten, Spasmolytika, zu welcher der Wirkstoff Trospium gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Trospium

Trospium wird eingesetzt, um ungewöhnlich häufigen, plötzlich und stark auftretenden Harndrang und Harninkontinenz zu lindern, wenn diese durch eine so genannte überaktive Harnblase mit überschießender Aktivität des Harnblasenmuskels verursacht werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Trospium sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Trospium

Trospium ist ein Muscarinrezeptor-Antagonist, der speziell an den Muscarinrezeptoren im Bereich der Harnblase wirkt. Muscarinrezeptoren sind spezielle Bindungsstellen der parasympathischen Fasern des vegetativen Nervensystems, die normalerweise durch den körpereigenen Botenstoff Acetylcholin aktiviert werden. Trospium verdrängt diesen körpereigenen Botenstoff an den Rezeptoren und unterdrückt damit dessen Wirkung.

An den Muscarinrezeptoren der Harnblasenmuskulatur verhindert Trospium die Anspannung der Muskelfasern. Häufiger starker und häufiger plötzlicher Harndrang bei der Drang-Inkontinenz entstehen, weil die harnaustreibende Muskulatur sich anspannt, noch bevor die Blase ausreichend gefüllt ist. Die Hemmung der Muskelanspannung durch Trospium lindert diese Beschwerden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.