Teufelskrallenwurzel

Allgemeines

Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung von Teufelskrallenwurzel kommt bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und rheumatischen Beschwerden zur Anwendung. Empfohlen wird Teufelskrallenwurzel auch bei allgemeinen Gelenkschmerzen durch Abnutzung (Arthrose) und Alterung, ebenso bei Sehnenentzündungen und Rückenschmerzen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Schmerzen lindern
  • Entzündungen hemmen
  • Verdauungsbeschwerden lindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Teufelskrallenwurzel im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Teufelskrallenwurzel nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Teufelskrallenwurzel sowie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren, da die enthaltenen Gerbstoffe die geschädigte Magenschleimhaut und Darmschleimhaut angreifen.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Bewertung durch einen Arzt darf der Wirkstoff bei Gallensteinleiden eingenommen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Behandlung mit Teufelskrallenwurzel in Schwangerschaft und Stillzeit sollte möglichst vermieden werden. Die Unbedenklichkeit der Einnahme in diesen Zeiten ist nicht bewiesen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Zur Behandlung bei Kindern liegen keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Kinder unter zwölf Jahren sollten daher nicht mit Teufelskrallenwurzel behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Teufelskrallenwurzel haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Teufelskrallenwurzel. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Schwindel, Kopfschmerzen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Nesselsucht, Gesichtsschwellung, Hautausschlag, Kreislaufzusammenbruch, Blutzuckeranstieg (vorübergehend, nur bei Diabetikern).

Besonderheiten:
Die in der Teufelskrallenwurzel enthaltenen Bitterstoffe regen die Gallensaftproduktion an und können bei entsprechender Veranlagung Gallensteinbildung fördern.

Welche Wechselwirkungen zeigt Teufelskrallenwurzel?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wechselwirkungen sind nicht bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei akuten Rötungen, Schwellungen oder Überwärmung von Gelenken sowie andauernden Beschwerden trotz Behandlung mit dem Medikament ist ein Arzt aufzusuchen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Teufelskrallenwurzel?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Teufelskrallenwurzel enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Filmtabletten
Kapseln
Filmtabletten
Filmtabletten
Filmtabletten

So wirkt Teufelskrallenwurzel

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Teufelskrallenwurzel. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Teufelskrallenwurzel gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Teufelskrallenwurzel

Die schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkung von Teufelskrallenwurzel kommt bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen und rheumatischen Beschwerden zur Anwendung. Empfohlen wird Teufelskrallenwurzel auch bei allgemeinen Gelenkschmerzen durch Abnutzung (Arthrose) und Alterung, ebenso bei Sehnenentzündungen und Rückenschmerzen.

Die in der Pflanze enthaltenen Bitterstoffe regen die Bildung von Verdauungssäften und Gallensaft an und haben eine günstige Wirkung bei Verdauungsbeschwerden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Teufelskrallenwurzel sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Teufelskrallenwurzel

Teufelskrallenwurzel und ihr Hauptinhaltsstoff Harpagosid wirken entzündungshemmend, schmerzlindernd, rhythmisierend auf den Herzschlag und Blutdruck-senkend.

Bei Untersuchungen von Teufelskrallenwurzel zur Entzündungshemmung und Schmerzlinderung zeigte sich im Reagenzglas eine Hemmung der Produktion von Gewebsfaktoren und Botenstoffen wie Leukotriene, Thromboxan B2 und Zytokine (Interleukin-1beta, Tumornekrosefaktor alpha). Leukotriene, Thromboxan B2 und Zytokine sind unter anderem für die Knorpelzerstörung bei abnutzungsbedingten Gelenkerkrankungen verantwortlich. Interessanterweise waren die hemmenden Effekte der Teufelskrallenwurzel ausgeprägter bei Einwirkung des vollständigen Pflanzenextraktes als beim alleinigen Hauptinhaltsstoff Harpagosid. Tierversuche bewiesen den entzündungshemmenden und schmerzstillenden Effekt der Teufelskrallenwurzel. Auch hier hatte reines Harpagosid in einigen Fällen eine schwächere Wirkung. Dies deutet auf weitere entzündungshemmend wirkende Inhaltsstoffe der Teufelskrallenwurzel hin, die unterstützend und ergänzend wirken.

In Studien bei Menschen beeinflusste der Pflanzentextrakt nicht die akuten Entzündungsfaktoren wie Prostaglandin E, Thromboxan B2 und andere. Es wird daher vermutet, dass Teufelskrallenwurzel die Linderung von Beschwerden bei Knochen/Gelenks-Entzündungen und Rückenschmerzen auf einem anderen Wege bewirkt als die nicht-steroidalen Antirheumatika (NSAR). Zudem scheint Teufelskrallenwurzel auch schmerzauslösende oder schmerzverstärkende körpereigene Botenstoffe zu hemmen. Die beste Wirkung erzielt Teufelskrallenwurzel bei Patienten, deren Schmerzen noch nicht so stark ausgeprägt sind. Wurden zusätzlich NSAR gegeben, konnte deren Dosis bei Kombination mit Teufelskrallenwurzel verringert werden.

Traditionell wird die Teezubereitung aus Teufelskrallenwurzel zur Behandlung von Verdauungsstörungen, Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Appetitlosigkeit eingesetzt.

Sowohl im Labor wie im Tierversuch bei Ratten wurde eine schützende Wirkung der Teufelskrallenwurzel gegen Herzrhythmusstörungen beobachtet. Bisher wird dieser Effekt jedoch nicht medizinisch beim Menschen genutzt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.