Tetanus-Immunglobulin

Allgemeines

Tetanus-Immunglobulin wird Zum Einen zur Behandlung eines schon ausgebrochenen Wundstarrkrampfes eingesetzt.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

  • Wundstarrkrampf-Gift unschädlich machen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tetanus-Immunglobulin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Tetanus-Immunglobulin nicht verwendet werden?

Das Tetanus-Immunglobulin vom Menschen gewonnen wird, darf es nicht angewendet werden, wenn gegen menschliche Immunglobuline Überempfindlichkeit besteht.

Tetanus-Immunglobulin darf nicht in Blutgefäße, sondern es muss ausschließlich tief in den Muskel gespritzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die lange klinische Erfahrung mit Immunglobulinen lässt erkennen, dass keine schädigende Wirkung von Tetanus-Immunglobulin auf den Verlauf der Schwangerschaft, das Un- oder Neugeborene zu erwarten ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für Kinder gibt es keine Anwendungseinschränkungen.

Welche Nebenwirkungen kann Tetanus-Immunglobulin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tetanus-Immunglobulin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Allergische Reaktionen (einschließlich Blutdruckabfall, Atemnot, Hautreaktionen, in Einzelfällen bis hin zum lebensbedrohlichen allergischen Schock), Schüttelfrost, Fieber, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen (leicht), Kreislaufschwäche (insbesondere auch bei unbeabsichtigter Gabe in ein Blutgefäß), örtliche Beschwerden am Injektionsort (Schmerzen, Druckempfindlichkeit).

Welche Wechselwirkungen zeigt Tetanus-Immunglobulin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Gabe von Immunglobulinen kann für einen Zeitraum von bis zu drei Monaten die Wirksamkeit von Impfungen mit Virus-Lebend-Impfstoffen wie beispielsweise gegen Masern, Röteln, Mumps und Windpocken beeinträchtigen. Nach Gabe von Tetanus-Immunglobulin sollte ein Abstand von mindestens drei Monaten vor der Impfung mit Virus-Lebend-Impfstoffen
eingehalten werden. Im Falle von Masern kann die Beeinträchtigung bis zu fünf Monate anhalten. Deshalb sollten Patienten, die Masernimpfungen erhalten, zunächst ihre Konzentration an Tetanus-Immunglobulin bestimmen lassen.

Tests auf Krankheitserreger und Abwehrstoffe im Blut (serologische Tests) können nach Injektion eines Immunglobulins durch einen vorübergehenden Anstieg passiv übertragener Antikörper irrtümlich positiv ausfallen. Hier ist besonders der Coombs-Test betroffen, der bei Autoimmunerkrankungen (rheumatische Erkrankungen), Infektionen, Lymphdrüsenkrebs und Medikamentennebenwirkungen zum Einsatz kommt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf keinesfalls in Blutgefäße gespritzt werden.
  • Manche Labortests (besonders Coombs-Test) können nach Gabe des Medikaments falsch-positiv ausfallen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Tetanus-Immunglobulin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tetanus-Immunglobulin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Injektionslösung

So wirkt Tetanus-Immunglobulin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tetanus-Immunglobulin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Impfstoffe, zu welcher der Wirkstoff Tetanus-Immunglobulin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Tetanus-Immunglobulin

Tetanus-Immunglobulin wird Zum Einen zur Behandlung eines schon ausgebrochenen Wundstarrkrampfes eingesetzt.

Zum Anderen dient der Wirkstoff nach einer Verletzung der Vorbeugung einer Wundstarrkrampf-Infektion. Dieses Anwendungsgebiet ist auf Patienten beschränkt, die nicht ausreichend geimpft sind oder bei denen ihre Impfgeschichte nicht genau bekannt ist. Auch Patienten mit deutlich geschwächter körpereigener Abwehr und somit schwerem Antikörpermangel werden durch Tetanus-Immunglobulin nach Verletzungen geschützt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tetanus-Immunglobulin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Tetanus-Immunglobulin

In Folge einer Verletzung können Sporen der Bakterienart Clostridium tetani in den Körper eindringen, sich dort vermehren und das hochgiftige Tetanus-Toxoid bilden. Das Immunsystem erkennt das Tetanus-Toxoid als fremd. Die körpereigene Abwehr produziert dann einen Antikörper, das sogenannte Tetanus-Immunglobulin, der das Gift unschädlich macht. Tetanus-Immunglobulin wird daher zur Behandlung einer schon ausgebrochenen Wundstarrkrampf-Erkrankung eingesetzt.

Der Wirkstoff wird auch dann verwendet, wenn Patienten nicht ausreichend mit dem aktiven Impfstoff Tetanus-Toxoid geimpft sind, einen schweren Antikörpermangel haben oder ihre Impfgeschichte nicht genau bekannt ist. Solche Patienten werden im Sinne einer passiven Impfung mit Tetanus-Immunglobulin geschützt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.