Ramucirumab

Allgemeines

Ramucirumab wird in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem fortgeschrittenen Krebs des Magens oder am Übergang vom Magen zur Speiseröhre eingesetzt. Vorher muss allerdings schon ein Therapieversuch mit einem platinhaltigen Wirkstoff wie beispielsweise Cisplatin oder mit Capecitabin erfolglos gewesen sein. Wird Paclitaxel schlecht vertragen, kann Ramucirumab auch alleine angewendet werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • wichtigen Rezeptor für einen Wachstumsfaktor blockieren
  • Neubildung versorgender Blutgefäße stoppen
  • Absterben von Krebszellen fördern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Ramucirumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Ramucirumab nicht verwendet werden?

Ramucirumab darf nicht bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff eingesetzt werden. Auch ist die Anwendung bei Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs verboten, wenn der Krebs in Hohlräume oder große Blutgefäße eingebrochen ist.

Da der Wirkstoff den Blutdruck steigern kann, darf er nicht bei Patienten mit Bluthochdruck eingesetzt werden. Allerdings ist die Anwendung möglich, wenn der Bluthochdruck durch andere Medikamente ausreichend gesenkt wurde.

Ramucirumab unterdrückt die Neubildung von Blutgefäßen, was zu einer schlechten Wundheilung führt. Daher muss die Ramucirumab-Therapie mindestens vier Wochen vor einer geplanten Operation unterbrochen werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Ramucirumab angewendet werden bei
  • Patienten, die Blutverdünner erhalten oder nicht-steroidale Antirheumatika anwenden. Hierzu gibt es keine ausreichenden Untersuchungen und es kann zu Blutungen kommen.
  • schwerer Leberzirrhose (Child Pugh B oder C), Zirrhose mit Hirnbeteiligung, einem Wasserbauch durch eine Zirrhose oder Leber/Nierenleiden
  • schweren Nierenfunktionsstörungen (Kreatinin-Clearance 15 bis 29 Milliliter/Minute), weil es hier wenig Erfahrungen gibt.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen dürfen während der Behandlung mit Ramucirumab nicht schwanger werden. Aus Tierexperimenten kann man schließen, dass die weibliche Fruchtbarkeit während der Therapie mit Ramucirumab wahrscheinlich beeinträchtigt ist. Dennoch ist während und bis zu drei Monate nach der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode anzuwenden.

Es gibt keine Studien zur Anwendung von Ramucirumab bei schwangeren Frauen. Da die Neubildung von Blutgefäßen ein wesentlicher Faktor für den Erhalt der Schwangerschaft und die Entwicklung des Ungeborenen ist, kann ihre Hemmung zu unerwünschten Effekten führen. Der Arzt wird den Wirkstoff daher bei Schwangeren nur einsetzen, wenn der mögliche Nutzen für die Mutter das Risiko während der Schwangerschaft rechtfertigt.

Es ist nicht bekannt, ob Ramucirumab in die Muttermilch übergeht. Da ein Risiko für das Neugeborene/den Säugling nicht ausgeschlossen werden kann, sollten Frauen während der Therapie das Stillen abbrechen und auch nach Therapieende mindestens drei Monate nicht stillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da Kinder weder Magen- noch Darmkrebs oder nicht-kleinzelligen Lungenkrebs haben, ist der Wirkstoff nicht für die Anwendung in dieser Altersgruppe gedacht.

Welche Nebenwirkungen kann Ramucirumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Ramucirumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkung:
Mangel an bestimmten Blutzellen (Neutrophile, Weiße Blutkörperchen, Blutplättchen), Mangel an Eiweiß im Blut, Bluthochdruck, Nasenbluten, Magen-Darm-Blutungen, Mundschleimhautentzündung, Durchfall, Eiweiß im Urin, Erschöpfung, Schwäche, Wasseransammlungen in Armen und Beinen, Bauchschmerzen, Missempfindungen an Hand- und Fußflächen.

Häufige Nebenwirkungen:
Mangel an Natrium im Blut, Mangel an Kalium im Blut, Kopfschmerzen.

Besonderheiten:
Die Nebenwirkungen können in Häufigkeit und Schwere unterschiedlich auftreten, je nachdem, mit welchen weiteren Wirkstoffen Ramucicumab kombiniert wird.

In klinischen Studien traten vereinzelt schwere Nebenwirkungen auf, die immer Anlass zum Abbruch der Therapie sind:
  • manchmal tödlich verlaufende Arterienverstopfungen einschließlich Herzinfarkt, Herzstillstand, Schlaganfall und Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • Durchbrüche im Verdauungskanal
  • schwere Blutungen
  • schwere Infusionsreaktionen (Zittern, Muskelsteife, Rückenschmerzen, Krämpfe, Schmerzen und/oder Engegefühl in der Brust, Schüttelfrost, Hitzewallungen, Atemnot, Giemen, nervliche Missempfindungen)
  • Bluthochdruck, der nicht mit Blutdrucksenkern behoben werden kann
  • Komplikation bei der Wundheilung
  • Entwicklung von Fisteln.

Welche Wechselwirkungen zeigt Ramucirumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bis heute sind keine Wechselwirkungen von Ramucirumab mit anderen Wirkstoffen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nur von Ärzten eingesetzt werden, die in der Krebsbehandlung erfahren sind.
  • Eine Therapie mit dem Medikament muss mindestens vier Wochen vor einer geplanten Operation unterbrochen werden.
  • Sollte es zu Erschöpfung oder Schwäche kommen, kann dies Autofahren oder das Führen von Maschinen gefährlich machen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Ramucirumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Ramucirumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Ramucirumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Ramucirumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Zytostatika, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Ramucirumab gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Ramucirumab

Ramucirumab wird in Kombination mit Paclitaxel zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit einem fortgeschrittenen Krebs des Magens oder am Übergang vom Magen zur Speiseröhre eingesetzt. Vorher muss allerdings schon ein Therapieversuch mit einem platinhaltigen Wirkstoff wie beispielsweise Cisplatin oder mit Capecitabin erfolglos gewesen sein. Wird Paclitaxel schlecht vertragen, kann Ramucirumab auch alleine angewendet werden.

Bei Erwachsenen mit fortgeschrittenen Enddarmkrebs, der bereits Tochtergeschwulste gebildet hat, findet Ramucirumab in Kombination mit weiteren Zytostatika wie Irinotecan und 5-Fluorouracil sowie Folinsäure Anwendung. Auch hier muss allerdings erfolglos eine Therapie mit Bevacizumab, Oxaliplatin und Capecitabin vorausgegangen sein.

In Kombination mit Docetaxel eignet sich Ramucirumab zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit nicht-kleinzelligem Lungenkrebs, der örtlich bereits fortgeschritten ist oder Tochtergeschwulste gebildet hat. Diese Möglichkeit wird aber auch erst nach einem erfolglosen Therapieversuch mit beispielsweise Cisplatin oder Oxaliplatin ergriffen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ramucirumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Ramucirumab

Krebszellen besitzen eine sehr wichtige Bindungsstelle, den VEGF-Rezeptor, an die sich der sogenannte vaskuläre endotheliale Wachstumsfaktor andockt. Durch diese Verbindung wird die Neubildung von Blutgefäßen angeregt, die die schnell wachsenden Krebszellen mit Blut und somit Nährstoffen und Sauerstoff versorgen.

Ramucirumab ist ein menschlicher Antikörper, der speziell an den VEGF-Rezeptor bindet. Damit ist die Andockstelle für den vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor blockiert. Ramucirumab verhindert somit über mehrere biologische Stufen die Neubildung von Blutgefäßen. In der Folge kommt es zu einer Unterversorgung der Krebszellen, die daraufhin absterben.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.