Palbociclib

Allgemeines

Palbociclib wird zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt, der örtlich bereits fortgeschritten ist oder schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Krebszellen am Wachstum hindern
  • lebenswichtige Enzyme der Krebszellen hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Palbociclib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Palbociclib nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Palbociclib nicht eingesetzt werden.

Bei Frauen vor oder in den Wecheljahren darf Palbociclib nur zusammen mit Aromatasehemmern (z.B. Letrozol) oder Antiöstrogenen (z.B. Fulvestrant) eingesetzt werden. Dies bedingt jedoch, dass die Eierstöcke vorher entfernt wurden oder die Östrogenproduktion durch Vorbehandlung mit LHRH-Hypothalamushormon unterdrückt wurde.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Palbociclib bei Patienten mit schweren Erkrankungen im Bauchraum angewendet werden. Gleiches gilt bei mäßig bis schwer beeinträchtigter Funktion der Leber oder Niere.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine oder nur begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Palbociclib in der Schwangerschaft. Tierexperimente zeigten Schäden und Missbildungen bei den Nachkommen. Daher müssen Frauen im gebärfähigen Alter, die Palbociclib einnehmen, oder deren männliche Partner während und mindestens drei Wochen (Frauen) beziehungsweise 14 Wochen (Männer) nach Abschluss der Behandlung eine zuverlässige Verhütungsmethode wie Kondome oder Pessare anwenden.

Es gibt keine Studien bei Menschen oder Tieren zu den Auswirkungen von Palbociclib auf die Milchproduktion und das Vorhandensein in der Muttermilch oder zu den Auswirkungen auf das gestillte Kind. Es ist nicht bekannt, ob Palbociclib in die Muttermilch übergeht, weswegen behandelte Frauen nicht stillen sollten.

Möglicherweise schädigt Palbociclib die Samenproduktion. Daher sollten sich Männer, die wegen des seltenen männlichen Brustkrebses mit dem Wirkstoff behandelt werden, über eine Spermakonservierung beraten lassen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Palbociclib bei Kindern und Jugendlichen bis zum Alter von 18 Jahren ist nicht erwiesen. Dazu gibt es keine klinischen Studien.

Welche Nebenwirkungen kann Palbociclib haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Palbociclib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektionen, Mangel an Neutrophilen, Mangel an weißen Blutkörperchen, Blutarmut, Mangel an Blutplättchen, verminderter Appetit, Mundschleimhautentzündung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Ausschlag, Haarausfall, Erschöpfung.

Häufige Nebenwirkungen:
Neutrophilenmangel mit Fieber, Schmeckstörung, verschwommenes Sehen, verstärkter Tränenfluss, trockenes Auge, Nasenbluten, trockene Haut, Schwäche, erhöhte Körpertemperatur, erhöhte Leber-Enzym-Werte (ASAT, ALAT).

Besonderheiten:
Tritt ein stärkerer Mangel an Neutrophilen ein, wird der Arzt zu Beginn der Behandlungszyklen eine Dosisunterbrechung, Dosisverminderung oder Dosisverzögerung anordnen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Palbociclib?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Palbociclib wird von einem leicht beeinflussbaren Enzymsystem im Körper abgebaut. Daher haben Substanzen, die dieses Enzymsystem hemmen oder aktivieren, starken Einfluss auf den Wirkstoff.

Hemmstoffe des System sind:
  • die Pilzmittel Itraconazol, Ketoconazol, Posaconazol und Voriconazol
  • die Antibiotika Clarithromycin und Telithromycin
  • die virenhemmenden Mittel Indinavir, Lopinavir + Ritonavir, Nelfinavir, Saquinavir und Telaprevir
  • das Psychopharmakon Nefazodon
  • Grapefruit oder Grapefruitsaft
Die gleichzeitige Anwendung oder der gleichzeitige Verzehr sind also möglichst zu vermeiden, um das Risiko von Nebenwirkungen nicht zu vergrößern.

Folgende Substanzen aktivieren das Enzymsystem und können zu einer Wirkungseinbuße bei Palbociclib führen:Alle diese dürfen nicht zusammen mit Palbociclib eingenommen werden.

Nach einer mäßig fettreichen Mahlzeit führt die gleichzeitige Anwendung von Protonenpumpenhemmern wie Rabeprazol (gegen zu viel Magensäure) ebenfalls zu einer Wirkungseinbuße von Palbociclib. H2-Blocker und säurehemmende Mittel (Antazida) haben diesen Nachteil nicht.

Aber auch Palbociclib selbst kann die Wirkung mancher Substanzen verändern. So verstärkt es die Wirkung und Nebenwirkungen beiDieses Risiko ist besonders bei Wirkstoffen gefährlich, die exakt dosiert werden müssen. So wird der Arzt bei gleichzeitiger Anwendung möglicherweise die Dosierung vermindern bei
  • den Immunologika Cyclosporin, Everolimus, Sirolimus und Tacrolimus
  • den Mutterkorn-Alkaloiden Dihydroergotamin und Ergotamin
  • den Psychopharmaka Alfentanil und Pimozid
  • dem opioiden Schmerzmittel Fentanyl
  • dem Antiarrhythmikum Chinidin

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament darf nicht zusammen mit Grapefruitprodukten oder Johanniskrautpräparaten eingenommen werden.
  • Das Medikament darf nur von einem Arzt angewendet werden, der erfahren in der Behandlung von Krebsleiden ist.
  • Das Medikament kann zu Erschöpfung führen, was Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Palbociclib?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Palbociclib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Palbociclib

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Palbociclib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Zytostatika, zu welcher der Wirkstoff Palbociclib gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Palbociclib

Palbociclib wird zur Behandlung von Brustkrebs eingesetzt, der örtlich bereits fortgeschritten ist oder schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat.

Voraussetzung ist, dass die Krebszellen bestimmte erbliche Merkmale aufweisen. Einerseits müssen sie eine Bindungsstelle (einen Rezeptor) für weibliche Hormone haben, also durch Östrogen zum Wachstum angeregt werden. Andererseits dürfen sie keine Bindungsstelle für den humanen epidermalen Wachstumsfaktor 2 (HER2) haben.

Die Anwendung von Palbociclib erfolgt immer im Zusammenspiel mit anderen Wirkstoffen. Meist ist dies ein Zytostatikum aus der Wirkstoffgruppe der Aromatasehemmer oder bei Frauen, die zuvor eine Hormontherapie erhielten, die Kombination mit dem Antiöstrogen Fulvestrant.

Bei Frauen vor oder in den Wechseljahren wird die Kombination mit einem Hormon der Hirnanhangdrüse (LHRH) empfohlen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Palbociclib sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Palbociclib

Palbociclib gehört zur Wirkstoffgruppe der Zytostatika und dort zur Untergruppe der Proteinkinase-Hemmern.

Protein-Kinasen sind Enzyme, die eine wesentliche Rolle bei der Vermehrung von Krebszellen spielen. Sie werden von dem Wirkstoff vorübergehend, aber sehr gezielt gehemmt.

Palbociclib ist besonders gegen Krebszellen wirksam, die durch Östrogen zum Wachstum angeregt werden. Eine Unterdrückung der Östrogen-Wirkung, sei es durch Aromatasehemmer wie beispielsweise Letrozol oder die Hemmung der Östrogen-Ausschüttung durch Hypothalamushormone verstärken daher seine Wirkung.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.