Diphenhydramin

Allgemeines

Diphenhydramin wird für die kurzzeitige Behandlung von Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Schlafstörungen) angewendet. Die Wirkung setzt 30 bis 60 Minuten nach Einnahme der Tabletten ein und hält zwei bis sechs Stunden an.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Einschlafen und Durchschlafen fördern
  • Übelkeit mindern
  • allergische Reaktionen vermindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Diphenhydramin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Diphenhydramin nicht verwendet werden?

Diphenhydramin darf nicht verwendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • akutem Asthma bronchiale
  • Engwinkelglaukom
  • Tumoren des Nebennierenmarks (Phäochromozytom)
  • Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahyperplasie oder auch Prostatahypertrophie)
  • Epilepsie
  • Kalium- oder Magnesiummangel
  • verlangsamtem Herzschlag (Bradykardie)oder andere Störungen der Herzenfunktion.
Nur nach ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung das Diphenhydramin durch Patienten mit eingeschränkter Leberfunktion, nicht akutem Asthma bronchiale und Verengung des Magenausgangs (Pylorusstenose) angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Diphenhydramin darf während Schwangerschaft und Stillzeit nicht eingenommen werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Diphenhydramin ist bei Säuglingen ab acht Kilogramm Körpergewicht zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen zugelassen. Allerdings darf die Verabreichung ausschließlich nur auf Anwendung eines Arztes hin erfolgen und das Kind muss während der Behandlung sorgfältig auf Nebenwirkungen beobachtet werden.

Es gibt Hinweise, dass besonders Kleinkinder und Säuglinge bei Behandlung mit Diphenhydramin ein erhöhtes Risiko für unregelmäßiges Atmen und Atemstillstand haben. Ebenfalls erhöht ist in dieser Patientengruppe das Risiko für gegenteilige Effekte wie Unruhe, Erregung, Schlaflosigkeit und Angstzustände – sowie im Falle von Überdosierungen – für Bewusstseinstrübungen und Krampanfälle. Den Dosierungsempfehlungen ist daher genau zu folgen und Überdosierungen sind unbedingt zu vermeiden.

Bei Säuglingen und Kleinkindern bis drei Jahre ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr Mittel der ersten Wahl bei einer unkomplizierten Magen-Darm-Entzündung. Der Wirkstoff sollte daher nur bei Einzelfällen von unstillbarem Erbrechen eingesetzt werden, bei der die alleinige Zufuhr von Wasser und Mineralien selbst durch Infusionen nicht ausreicht.

Welche Nebenwirkungen kann Diphenhydramin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Diphenhydramin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
(unter Umständen bis zum Folgetag nach der Anwendung)
Benommenheit; Konzentrationsstörungen; Schwindel; Muskelschwäche -

Häufige Nebenwirkungen:
Mundtrockenheit, Herzrasen, Gefühl einer verstopften Nase, Sehstörungen,
Augeninnendruck-Erhöhung, Harnentleerungsstörungen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Blutbildveränderungen wie Granulozyten-Fehlen, Weiße Blutkörperchen-Mangel (vorübergehend und rückläufig).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Magen-Darm-Beschwerden (Übelkeit und Erbrechen, Magenschmerzen, Verstopfung, Durchfall), Stimmungsschwankungen, allergische Hautreaktionen, Haut-Lichtempfindlichkeit, Leberfunktionsstörungen.
bei Kindern:
Unruhe, Erregung, Zittern, Schlaflosigkeit, Angstzustände.

Bei der örtlichen Anwendung kann es in seltenen Fällen zu einer Überempfindlichkeitsreaktion kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Diphenhydramin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Diphenhydramin darf nicht zusammen mit Alkohol und anderen, die Gehirnfunktion dämpfenden Wirkstoffen (Schlafmittel, Beruhingungsmittel) eingenommen werden, da es zu Wirkungsverstärkung oder unvorhergesehenen Effekten kommen kann.

Diphenhydramin darf nicht gleichzeitig mit Antidepressiva aus den Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer und der tri- und tetrazyklische Antidepressiva eingenommen werden.

Diphenhydramin sollte nicht gleichzeitig mit herzwirksamen Medikamenten wie Antiarrhythmika oder kaliumsparenden Entwässerungsmitteln eingenommen werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Diphenhydramin mit Muskarinrezeptor-Antagonisten wie Atropin sollte vermieden werden.

Diphenhydramin sollte nicht gleichzeitig eingenommen und örtlich (zum Beispiel als Salbe) angewendet werden.

Bei der gleichzeitigen Einnahme von Diphenhydramin und blutdrucksenkenden Mitteln kann es zu verstärkter Müdigkeit kommen.

Da Diphenhydramin Allergietests verfälschen kann, sollten diese Tests während der Einnahme des Wirkstoffes und mindestens drei Tage danach nicht durchgeführt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Einnahme des Medikaments über einen längeren Zeitraum kann zu einer gewissen Gewöhnung führen. Das bedeutet, dass höhere Dosen für die gewohnte Wirkung nötig sind.
  • Bei Beendigung einer längeren Einnahme des Medikaments sind Schlafstörungen möglich, die durch eine allmähliche, schrittweise Dosisverringerung verhindert werden können.
  • Die Einnahme des Medikaments über einen längeren Zeitraum oder in höheren Dosen kann ein Abhängigkeitsgefühl hervorrufen.
  • Das Medikament sollte nur kurzzeitig und in den angegebenen Dosierungen angewendet werden.
  • Bei Säuglingen, Kleinkindern und Kindern muss besonders genau auf die Einhaltung der Dosierungsangaben geachtet werden.
  • Kinder unter drei Jahren dürfen das Medikament nur auf ärztliche Anwendung hin erhalten.
  • Das Medikament kann die Fähigkeit zum Autofahren und den angemessenen Umgang mit Maschinen beeinträchtigen. Dies gilt besonders im Zusammenwirken mit Alkohol und ungenügender Schlafdauer.
  • Das Medikament kann noch drei Tage nach der Einnahme Allergietests verfälschen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Diphenhydramin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Diphenhydramin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tabletten
Zäpfchen (Suppositorien)
Tabletten

So wirkt Diphenhydramin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Diphenhydramin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen H1-Antihistaminika, Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), Schlafmittel, Antiallergika, zu welcher der Wirkstoff Diphenhydramin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Diphenhydramin

Diphenhydramin wird für die kurzzeitige Behandlung von Einschlaf- und Durchschlafstörungen (Schlafstörungen) angewendet. Die Wirkung setzt 30 bis 60 Minuten nach Einnahme der Tabletten ein und hält zwei bis sechs Stunden an.

Ein zweites Anwendungsgebiet ist Übelkeit , gegen die der Wirkstoff sowohl in Form von Tabletten wie als Zäpfchen eingesetzt werden kann.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Diphenhydramin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Diphenhydramin

Diphenhydramin gehört zur Wirkstoffgruppe der H1-Antihistaminika und hat eine vorwiegend beruhigende Wirkung. Dadurch können Einschlaf- sowie Durchschlafstörungen behandelt werden. Zudem werden allergische Reaktionen gelindert und Übelkeit gemindert.

Diphenhydramin konkurriert mit dem körpereigenen Botenstoff Histamin. Die wichtigste Funktion von Histamin besteht in der Abwehr körperfremder Stoffe. Der Botenstoff bedient sich dabei bestimmter Rezeptoren, der so genannten H1-Rezeptoren. Ein Überschuss an Histamin in der Haut kann unter anderem Juckreiz, ein Überschuss im Gehirn kann Übelkeit und Erbrechen auslösen. Diphenhydramin wirkt im Gehirn wie im übrigen Körper diesem Überschuss entgegen, indem es sich an die H1-Rezeptoren bindet und sie anstatt Histamin besetzt. Die Bindung von Diphenhydramin an H1-Rezeptoren außerhalb des Gehirns (periphere Rezeptoren) kann allergische Beschwerden verringern. Die Bindung an H1-Rezeptoren im Gehirn (zentrale Rezeptoren) ist für beruhigende (sedierende) und brechreizlindernde (antiemetische) Wirkungen verantwortlich.

Diphenhydramin ist dem Wirkstoff Dimenhydrinat ähnlich.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.