Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid

Allgemeines

Die Wirkstoffkombination wird eingesetzt bei Blähungen, Völlegefühl und Luftschlucken. Weiterhin werden mit ihr Sodbrennen und Entzündung der Speiseröhre, eine Magenschleimhautentzündung sowie Erkrankungen der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse behandelt.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Magensäure binden und neutralisieren
  • Phosphataufnahme aus dem Darm vermindern
  • erhöhte Phosphatkonzentration im Blut verringern
  • Gasansammlungen im Magen-Darm-Trakt auflösen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingenommen werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe
  • einem langsamen Puls von weniger als 60 Schlägen pro Minute
  • einem krankhaft verringerten Phosphatgehalt im Blut
  • Verstopfung sowie bei einer Verengung des Dickdarms.
Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion sollten die Kombination nur in Absprache mit einem Arzt einnehmen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangere und Stillende sollten auf diese Kombination verzichten, da es für ihre Anwendung unter diesen Umständen keine ausreichenden Erfahrungen beim Menschen gibt. Aluminiumverbindungen können sich schädlich auf das Ungeborene auswirken und sie gehen auch in die Muttermilch über.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter zwei Jahren sollten diese Wirkstoffkombination nicht erhalten.

Welche Nebenwirkungen können Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Seltene Nebenwirkungen:
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautschwellungen und -rötungen, Juckreiz.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Darmverschluss.

Besonderheiten:
Algeldrat kann zu Verstopfung führen, vor allem bei hoher Dosierung.

Bei langfristiger Anwendung in höheren Dosen und eingeschränkter Nierenfunktion können die Aluminiumwerte im Blut ansteigen. So kann sich nach und nach immer mehr Aluminium in Nervenzellen und Knochen einlagern. Das kann Vergiftungserscheinungen mit sich bringen wie Gehirnleiden mit Sprach-, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Die Knochen können erweichen, besonders bei Kindern. Außerdem kann es zu einem Phosphatmangel kommen. Eine Blutarmut mit extrem kleinen roten Blutkörperchen kann sich entwickeln.

Wird über lange Zeit zu viel Magnesiumhydroxid eingenommen, kann dies folgende Nebenwirkungen haben, vor allem bei eingeschränkter Nierenfunktion: Muskelschwäche, Störungen im zentralen Nervensystem mit Müdigkeit, Lähmungen, flacher Atmung, Bewusstlosigkeit, Reflexausfällen, Herzrhythmusstörungen, ferner breiiger Stuhlgang, Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Völlegefühl.

Welche Wechselwirkungen zeigen Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkstoffkombination enthält Aluminium und Magnesium – beides Stoffe, die die Aufnahme anderer, gleichzeitig eingenommener Mittel einschränken oder auch erhöhen. Zusätzliche Medikamente sollten also immer mit einem zeitlichen Abstand von ein bis zwei Stunden angewandt werden.

Das gilt vor allem für Antibiotika wie Tetrazykline, Ciprofloxazin, Ofloxazin, weiterhin für Chenodesoxycholsäure (Mittel gegen Gallensteine) und Natriumfluorid. Die Aufnahme dieser Mittel wird durch Algeldrat stark vermindert. Auch säurehaltige Getränke wie Obstsäfte oder Wein sollten mit Abstand getrunken werden, da sie die unerwünschte Aluminiumaufnahme in den Körper erhöhen.

Magnesiumhydroxid verändert besonders die Aufnahme folgender, gleichzeitig eingenommener Substanzen: Eisenpräparate, Tetrazykline, Natriumfluorid, Isoniazid (gegen Tuberkulose), Chlorpromazin (Neuroleptikum), Digoxin (Herzmittel).

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei häufiger Einnahme sollte der Arzt halbjährlich Untersuchungen der Nerven und der Knochen vornehmen, um Vergiftungserscheinungen durch Aluminium frühzeitig festzustellen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Suspension

So wirkt Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antazida, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher die Wirkstoffkombination Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid

Die Wirkstoffkombination wird eingesetzt bei Blähungen, Völlegefühl und Luftschlucken. Weiterhin werden mit ihr Sodbrennen und Entzündung der Speiseröhre, eine Magenschleimhautentzündung sowie Erkrankungen der Leber, der Galle und der Bauchspeicheldrüse behandelt.

Ein weiteres Anwendungsgebiet ist das Roemheld-Syndrom, eine Darmerkrankung, bei der das Zwerchfell nach oben gedrückt wird und Herzbeklemmungen verursacht. Vor Röntgen- oder Ultraschallaufnahmen eingenommen, dient die Wirkstoffkombination zur Vermeidung von Gasschatten.

Zur unterstützenden Behandlung zusammen mit anderen Wirkstoffen wird die Kombination bei chronischer Bauchspeicheldrüsenentzündung sowie Gallenbeschwerden und -steinen eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Algeldrat + Simeticon + Magnesiumhydroxid

Algeldrat ist ein Gel aus Aluminiumhydroxid. Mit der Magensäure reagiert es zu löslichen Aluminium-Hydroxo-Komplexen, wobei die Magensäure gebunden wird. Mit Phosphat, Carbonat und Fettsäuren aus der Nahrung in Magen und Darm bilden die Aluminiumionen außerdem schwer lösliche Salze. Diese werden dann weitgehend unverändert mit dem Stuhlgang ausgeschieden. So beseitigt Algeldrat sowohl überschüssige Magensäure wie auch überschüssige Fettsäuren.

Die gleiche Wirkung hat Magnesiumhydroxid. Es reagiert langsam mit der Magensäure zu neutralem Magnesiumchlorid. Im Dünndarm entstehen daraus mit Phosphat, Carbonat und Fettsäuren Salze, die mit dem Stuhlgang den Körper verlassen. Außerdem hat Magnesiumhydroxid eine abführende Wirkung, da es die Aufnahme von Wasser aus dem Darm verringert und so der Kot weicher wird. Dieser Effekt kommt in der Kombination allerdings nicht zum Tragen, da Algeldrat stopfend wirkt.

Simeticon ist eine Siliciumverbindung. Sie dringt in den Nahrungsbrei ein und verringert die Oberflächenspannung der eingeschlossenen Gasblasen, sodass diese zerfallen. Die frei werdenden Gase können dann von der Darmwand aufgenommen sowie durch die Darmbewegungen als Winde nach außen befördert werden. Auf diese Weise werden Blähungsbeschwerden gebessert.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.