Acetylsalicylsäure + Vitamin C

Allgemeines

Die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Vitamin C wird in erster Linie bei Schmerzen und Fieber im Rahmen von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Dabei wirkt die Acetylsalicylsäure schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Das Vitamin C hingegen stärkt das Immunsystem. Die Kombination kann aber auch bei anderen leichten bis mäßig starken Schmerzen oder bei Entzündungen zum Einsatz kommen.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • leichte bis mäßig starke Schmerzen lindern
  • Fieber senken
  • Erkältungskrankheiten wie grippale Infekte behandeln
  • Entzündungen hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Acetylsalicylsäure + Vitamin C im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Acetylsalicylsäure + Vitamin C nicht verwendet werden?

Diese Wirkstoffkombination darf nicht angewendet werden bei
  • krankhaft erhöhter Blutungsneigung
  • sowie bei Überempfindlichkeit gegen Acetylsalicylsäure und andere Salicylate
  • Überempfindlichkeit gegen andere nicht-steroidale Antirheumatika oder nicht-opioide Schmerzmittel und/oder der Reaktion mit Asthma auf die Einnahme
  • gleichzeitiger Therapie mit gerinnungshemmenden Arzneimitteln (Antikoagulanzien)
  • akuten Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren
  • Leber- und Nierenversagen
  • schwerer, nicht mit Medikamenten beherrschbarer Herzmuskelschwäche
  • Nierensteinen aus Salzender Oxalsäure
  • Eisen-Speichererkrankungen (Thalassämie, Hämochomatose).
Nur unter der Kontrolle eines Arztes und nach seiner Nutzen/Risiko-Abwägung darf die Kombination angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Schmerz- und Rheumamittel aller Art
  • Asthma, Heuschnupfen, Nasenschleimhautschwellung (Nasenpolypen) oder chronischen Atemwegsinfektionen
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren in der Vorgeschichte
  • Nieren- und Leberfunktionsstörungen.
Bei Einnahme vor operativen Eingriffen ist aufgrund der blutgerinnungshemmenden Wirkung der Acetylsalicylsäure der Arzt oder Zahnarzt zu befragen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Im ersten und zweiten Drittel der Schwangerschaft darf diese Wirkstoffkombination nur nach sorgsamer Abwägung durch einen Arzt eingenommen werden, da noch keine ausreichenden Erkenntnisse vorliegen. Im Tierversuch ergaben hohe Dosierungen der Acetylsalicylsäure Schäden für das Ungeborene. Bei normalen Dosierungen scheint diese Gefahr aber gering zu sein.

Im letzten Drittel der Schwangerschaft darf diese Kombination keinesfalls verwendet werden, da das Kind schwerwiegenden Schaden nehmen kann. Es kommt außerdem zu einer Verzögerung und Verlängerung der Geburt sowie zu Wehenhemmungen.

Während der Stillzeit sollte bei einer Einnahme über einen längeren Zeitraum oder in höherer Dosierung abgestillt werden. Da nur geringe Mengen der Acetylsalicylsäure in die Milch übergehen, muss bei einer kurzfristigen Einnahme in der Regel nicht abgestillt werden. Ob das Präparat eingenommen werden kann, sollte ein Arzt entscheiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche unter neun Jahren sollten die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Vitamin C nicht einnehmen, da das Risiko einer gefährlichen Erkrankung des Gehirns und der Leber (Reye-Syndrom) besteht. Manche Hersteller geben sogar eine Altersgrenze von 18 Jahren an. Im Zweifelsfalle sind der Apotheker oder Arzt zu befragen.

Welche Nebenwirkungen können Acetylsalicylsäure + Vitamin C haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure + Vitamin C. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit und Erbrechen, Sodbrennen, Bauchschmerzen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Hautreaktionen.

Seltene Nebenwirkungen:
Magen-Darmblutungen, Magen-Darmgeschwüre.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
Eisenmangel-Blutarmut (durch Magen-Darm-Blutungen), Durchbrüche (durch Magen-Darm-Geschwüre), Leber- und Nierenfunktionsstörungen, Gehirnblutungen (besonders bei gleichzeitiger Antikoagulanzien-Gabe), schwere
Hautreaktionen, allergischer Schock, Gesichtsschwellungen (vor allem bei
Asthmatikern), Atemnot.

Besonderes:
Kopfschmerzen, Schwindel, Hörstörungen, Ohrensausen und Verwirrung können Anzeichen einer Überdosierung sein.

Blutungen wie Nasenbluten, Zahnfleischbluten oder Hautblutungen beruhen auf einer möglichen Verlängerung der Blutungszeit. Diese Wirkung kann über vier bis acht Tage nach der Einnahme anhalten.

Welche Wechselwirkungen zeigen Acetylsalicylsäure + Vitamin C?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Wirkung von gerinnungshemmenden Mitteln (Antikoagulanzien) wird durch Acetylsalicylsäure + Vitamin C verstärkt. Besonders gefährlich ist die Kombination mit Clopidogrel und Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Dicoumarol). Das Risiko einer Magen-Darm-Blutung ist durch die Einnahme der Wirkstoffkombination erhöht. Ebenso erhöhen eine gleichzeitige Behandlung mit Glukokortikoiden, Valproinsäure (bei Epilepsien) oder gleichzeitiger Alkoholkonsum die Gefahr von Magen-Darm-Blutungen.

Die Wirkungen und Nebenwirkungen aller nicht-steroidaler Antirheumatika, von oralen Antidiabetika sowie des Krebs- und Rheumamittels Methotrexat (bei Dosierungen über 15 Milligramm/Woche) werden verstärkt. Auch die Wirkung von Sulfonamiden und Cotrimoxazol (bei bakteriellen Infektionen), von Trijodthyronin (Schilddrüsenhormon) und von Valproinsäure (bei Epilepsie) wird verstärkt.

Die Blutkonzentrationen von Digoxin (bei Herzmuskelschwäche), Barbituraten (bei Schlafstörungen) und Lithium (bei Depressionen) werden erhöht.

Vermindert werden die Wirkungen von verschiedenen wasserausscheidenden Arzneimitteln (Diuretika) wie Spironolacton, Canrenoat,Furosemid (ein Schleifendiuretikum) und blutdrucksenkenden Mitteln aus der Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer. Auch die Wirkung von Gichtmitteln wird verringert.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Schwindel und Ohrenklingen können Zeichen einer Überdosierung sein. Suchen Sie in einem solchen Fall sofort einen Arzt auf.
  • Tritt bei Kindern und Jugendlichen nach der Einnahme lang anhaltendes Erbrechen auf, kann dies ein Zeichen des Reye-Syndroms sein, einer sehr seltenen, aber lebensbedrohlichen Krankheit. Es ist sofort der Arzt zu verständigen.
  • Das Medikament sollte nicht über längere Zeit oder in höheren Dosen ohne Befragen eines Arztes verwendet werden.
  • Vor Operationen muss der Arzt oder Zahnarzt über die Einnahme des Mittels informiert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Acetylsalicylsäure + Vitamin C?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Acetylsalicylsäure + Vitamin C enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Brausetabletten

So wirkt Acetylsalicylsäure + Vitamin C

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Vitamin C. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen nicht-opioide Schmerzmittel, nicht-steroidale Antirheumatika, Entzündungshemmer, Vitamine, zu welcher die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Vitamin C gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Vitamin C

Die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Vitamin C wird in erster Linie bei Schmerzen und Fieber im Rahmen von Erkältungskrankheiten eingesetzt. Dabei wirkt die Acetylsalicylsäure schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Das Vitamin C hingegen stärkt das Immunsystem. Die Kombination kann aber auch bei anderen leichten bis mäßig starken Schmerzen oder bei Entzündungen zum Einsatz kommen.

Acetylsalicylsäure + Vitamin C wird meist in Form von Brausetabletten angeboten, die durch ihre schnelle Auflösung einen raschen Wirkeintritt ermöglichen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Acetylsalicylsäure + Vitamin C sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Vitamin C

Acetylsalicylsäure + Vitamin C gehört zur Gruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel. Wie alle Wirkstoffe dieser Gruppe vermindert auch Acetylsalicylsäure + Vitamin C Schmerzen. Gleichzeitig wird es auch zur Senkung von Fieber und zur Behandlung von Erkältungskrankheiten wie grippaler Infekt eingesetzt.

Wie viele andere nicht-opioide Schmerzmittel hemmt Acetylsalicylsäure zwei körpereigene Enzyme, nämlich die Cyclooxygenase-1 (COX-1) und die Cyclooxygenase-2 (COX-2). Beide Cyclooxygenasen produzieren wichtige Gewebshormone, die so genannten Prostaglandine.

COX-1 regelt im Körper über die Prostaglandinproduktion überwiegend nicht-krankhafte Vorgänge. Dazu gehören beispielsweise die Unterstützung der Wasserausscheidung durch die Nieren, die Erweiterung der Bronchien oder der Schutz der Schleimhaut im Magen und Darm. Außerdem sitzt Cyclooxygenase-1 auch in Gefäßwänden und Blutplättchen (Thrombozyten), wo sie über das Gewebshormon Thromboxan A2 die Verklumpung der Blutplättchen bei der Gerinnung fördert.

Die COX-2 wird dagegen überwiegend in verletztem Gewebe aktiv und produziert Prostaglandine, die die typischen Anzeichen wie Rötungen oder Schwellungen verursachen, aber auch die Nervenenden reizen und an der Schmerzweiterleitung und -wahrnehmung im Gehirn beteiligt sind.

Bereits kleine Mengen Acetylsalicylsäure (75 bis 100 Milligramm) verhindern wirkungsvoll die Verklumpung der Blutplättchen, da sie die in diesen Blutzellen vorhandene Cyclooxigenase-1 zerstören. Während die Zellen in den Blutgefäßwänden die zerstörten Cyclooxygenasen innerhalb von Stunden nachproduzieren können, vermögen dies die kernlosen Blutplättchen nicht mehr. Die Plättchen haben dann für die Zeit ihres Aufenthalts im Blut (zirka eine Woche) keine Cyclooxygenasewirkung mehr.

In höheren Dosen (ab 250 Milligramm) hemmt Acetylsalicylsäure auch Cyclooxigenase-2 und damit die Produktion entzündungsfördernder Prostaglandine. Nach der Einnahme von des Wirkstoffs werden weniger Prostaglandine gebildet, dadurch lassen Schmerzen und Entzündungsreaktionen nach. Acetylsalicylsäure wirkt also entzündungshemmend, abschwellend und schmerzstillend. Über die Beeinflussung des Temperaturregelzentrums im Gehirn hat Acetylsalicylsäure außerdem eine fiebersenkende Wirkung.

Acetylsalicylsäure hemmt immer beide Cyclooxygenasen, wenn auch in einem dosisabhängigen Ausmaß. So erklären sich die bekannten Nebenwirkungen durch die Unterdrückung der Produktion von Cylooxigenase-1: Ihre Schutzwirkung auf die Magenschleimhaut entfällt, die Wasserausscheidung durch die Niere wird gedrosselt. Und wenn der bronchienerweiternde Einfluss von Cyclooxygenase-1 wegfällt, wird deutlich, warum die Einnahme von Acetylsalicylsäure bei Asthmatikern Asthma-Anfälle auslösen kann.

Das Vitamin C in der Wirkstoffkombination wirkt im menschlichen Körper antioxidativ. Das heißt, es schützt unser Gewebe vor Angriffen durch aggressive Formen des Sauerstoffs (so genannte Radikale). Vitamin C stimuliert das körpereigene Immunsystem. Dieser Effekt soll dem Körper helfen, bei Erkältungskrankheiten schneller zu genesen.

Weiterhin ist Vitamin C an vielen wichtigen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Vitamin C ist erforderlich, um bestimmte Hormone und Transmitterstoffe zu produzieren. Es ist an der Blutgerinnung, der Abdichtung von kleinen Blutgefäßen und der Aufnahme von Eisen in den Körper beteiligt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.