Topisolon Salbe

Hersteller: Aventis Pharma Deutschland GmbH
Wirkstoff: Desoximetason
Darreichnungsform: Salbe
Rezeptpflichtig

Wirkung

Topisolon Salbe enthält den Wirkstoff Desoximetason. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Topisolon Salbe.

Desoximetason wird zur kurzfristigen lokalen Behandlung von entzündlichen Hauterkrankungen (Entzündungen) und allergisch bedingten Hauterkrankungen (Allergien) eingesetzt, bei denen die äußerliche Anwendung von Glukokortikoiden mit sehr starker Wirkung notwendig ist.

Dies sind beispielsweise Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris), akute und chronische Ekzeme sowie Neurodermitis (atopische Ekzeme). Bei diesen Hauterkrankungen wird Desoximetason zusammen oder abwechselnd mit Hautpflegemitteln und Mitteln gegen Verhornungsstörungen zur Linderung der Beschwerden angewandt.

Daneben wird der Wirkstoff zur Behandlung von Verbrennungen ersten Grades wie beispielsweise Sonnenbrand verwendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Desoximetason sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Desoximetason gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • entzündliche Hauterkrankungen, die mit stark wirksamem, äußerlich anzuwendendem Kortison behandelt werden müssen
  • trockene Haut und Hauterkrankungen, die nach Art und Stadium eine Behandlung mit einer Fettgrundlage verlangen, wie nicht-ansteckende, entzündliche Hautkrankheiten mit Juckreiz, Neurodermitis und Schuppenflechte
  • Verbrennungen ersten Grades

Dosierung

Topisolon Salbe wird ein- bis zweimal täglich dünn auf die befallenen Hautstellen aufgetragen und leicht eingerieben. Bei Bedarf ist auch eine dreimal tägliche Anwendung möglich.

Sinnvoll ist die so genannte Tandem-Therapie. Dabei wird Topisolon Salbe einmal täglich aufgetragen, zwölf Stunden danach eine geeignete wirkstofffreie Creme oder Salbe.
Auch die Intervall-Therapie ist möglich. Dabei wird eine Woche lang Topisolon Salbe angewendet, anschließend eine Woche lang eine geeignete wirkstofffreie Creme oder Salbe.

Bei Kindern ist eine Anwendung pro Tag meist ausreichend.
Nach Besserung der Hauterkrankung kann die Anwendungshäufigkeit verringert werden.

Nach Abklingen der Erkrankung sollte Topisolon noch einige Zeit weiter verwendet werden, um ein Wiederauftreten der Symptome zu vermeiden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Aluminium-di-(tri)-stearat
  • Butylhydoxytoluol
  • Cetyl-Stearylalkohol
  • gereinigtes Wasser
  • Isopropylmyristat
  • Magnesiumstearat
  • weiße Vaseline
  • Wollwachsalkohole

Nebenwirkungen

Seltene Nebenwirkungen:
lokale Reizerscheinungen der Haut wie Rötungen, Brennen, Juckreiz, Hautaustrockung, Kontaktallergie.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Dünnerwerden der Haut (Atrophie), Erweiterung oberflächlicher Hautgefäße (Teleangiektasien), Ausbildung von Hautstreifen (Striae distensae).

Nebenwirkungen ohne Häufigkeitsangabe:
Erweiterung oberflächlicher Hautgefäße (Teleangiektasien), Hautveränderungen wie Steroidakne, periorale Dermatitis, vermehrte Körperbehaarung (Hypertrichose), Entzündungen der Haarfollikel (Follikulitis), flächenhafte Hautblutungen (Ekchymosen), Hautgrießbildung (Milienbildung), Hautaufweichung (Mazeration).

Besonderheiten:
Die Wahrscheinlichkeit, dass Nebenwirkungen auftreten, steigt mit der Behandlungsdauer, mit der Größe der behandelten Hautstelle sowie bei der Anwendung unter dicht verschlossenen Verbänden (Okklusivverband).

Bei Behandlung der Schuppenflechte kann es in seltenen Fällen zu einer Verschlechterung der zu behandelnden Krankheitszeichen und zu einer pustulösen Psoriasis kommen.

Bei großflächiger oder langfristiger Anwendung besteht zudem die Möglichkeit, dass der Wirkstoff in den Körper aufgenommen wird und Nebenwirkungen verursacht wie beispielsweise eine Erhöhung der Glukokortikoid-Menge im Blut (Cushing-Syndrom) oder Störungen des Hormonhaushaltes, die sich in der Regel nach Beendigung der Behandlung schnell wieder normalisieren.

Wechselwirkungen

Es sind bisher keine Wechselwirkungen mit anderen Wirkstoffen und Desoximetason bekannt.

Möglich sind dennoch nebenwirkungsverstärkende Wechselwirkungen mit Schleifendiuretika oder blutgerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulantien) bei ungünstigen Behandlungs- und Aufnahmebedingungen (Resorptionsverhältnissen) bei stark vorgeschädigter Haut.

Gegenanzeigen

Der Wirkstoff darf bei Überempfindlichkeit gegen Desoximetason oder andere Glukokortikoide vom Betamethason-Typ (beispielsweise Betamethason, Dexamethason, Fluocortolon), bei bakteriellen Hauterkrankungen wie Akne, entzündeten Ekzemen, Hautveränderungen aufgrund einer Tuberkulose und Syphilis sowie durch Viren verursachten (viralen) Hauterkrankungen wie Lippenherpes oder Windpocken nicht eingesetzt werden.

Ebenso darf Desoximetason nicht angewandt werden bei Hautreaktionen infolge von Impfungen, Pilzerkrankungen, durch Parasiten verursachten (parasitären) Erkrankungen, chronischen Hautveränderungen wie Rosazea, Entzündungen im Gesichtsbereich (Dermatitis perioralis), Gürtelrose, ausgedehnten Formen der chronischen Schuppenflechte sowie bei Juckreiz im After- und Genitalbereich.

Im Augenbereich darf der Wirkstoff nicht verwendet werden, da die Gefahr einer Augeninnendruckerhöhung (grüner Star, auch Glaukom genannt) besteht. Auch unter dicht verschlossenen Verbänden (Okklusivverbänden) darf Desoximetason nicht aufgetragen werden.

Daneben sollte eine großflächige (mehr als zehn bis 20 Prozent der Körperoberfläche) oder lang andauernde (länger als zwei bis drei Wochen) Behandlung insbesondere bei älteren Menschen vermieden werden. Ist eine großflächige oder lang andauernde Behandlung im Einzelfall erforderlich, muss eine sorgfältige Therapieüberwachung durch den Arzt gewährleistet sein.

Eine besonders sorgfältige Überwachung muss erfolgen bei der Anwendung im Gesicht, am Hals, in Hautfalten, im After- und Genitalbereich, auf nässenden Hautflächen, Schrunden und Geschwürbildungen.

Auch bei Patienten mit Leberfunktionsstörungen und Patienten mit einer Zuckererkrankung (Diabetes mellitus) erfordert die Behandlung eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung.

Bei bakteriellen Hauterkrankungen und Pilzerkrankungen ist zusätzlich eine geeignete Antibiotika-Therapie beziehungsweise eine Behandlung der Pilze mit Mitteln gegen Pilzerkrankungen erforderlich.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Desoximetason darf während den ersten drei Schwangerschaftsmonaten nicht angewendet werden.

Bei großflächiger, langfristiger Anwendung oder unter dicht verschlossenen Verbänden besteht die Möglichkeit, dass der Wirkstoff in den Körper der Mutter aufgenommen wird. Desoximetason kann dann über den Mutterkuchen (Plazenta) zum Ungeborenen gelangen und dieses schädigen. Deshalb sollte während der restlichen Schwangerschaftsmonate der Wirkstoff nur in dringenden Fällen nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung, nur kurzfristig und so kleinflächig wie möglich auf die Haut aufgetragen werden. Die Hautbehandlung mit Desoximetason unter dicht verschlossenen Verbänden ist dabei zu vermeiden. Zur Behandlung während der Schwangerschaft sind Wirkstoffe wie Hydrocortison, Prednison oder Prednisolon geeigneter.

Ein Übergang des Wirkstoffes in die Muttermilch ist bisher nicht bekannt. Dennoch sollte Desoximetason während der Stillzeit nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung verwendet werden. Insbesondere sollten stillende Mütter den Wirkstoff nicht im Brustbereich auftragen, um einen direkten Kontakt des Säuglings mit dem Wirkstoff zu vermeiden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Desoximetason darf nicht bei Säuglingen und Kleinkindern unter einem Jahr angewendet werden.

Bei Kindern ist die Gefahr einer Aufnahme der Wirkstoffe über die Haut in den Körper (systemische Wirkstoffaufnahme) höher als bei Erwachsenen, da deren Haut wesentlich dünner und empfindlicher ist. Desoximetason sollte daher bei Kindern nur kurzfristig nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung und kleinflächig (maximal zehn Prozent der Körperoberfläche) eingesetzt werden.

Warnhinweise

  • Der Wirkstoff darf nicht im Augenbereich verwendet werden.
  • Es wird empfohlen, nach der Anwendung die Hände zu waschen (wenn nicht die Hände behandelt werden).
  • Eine Langzeitbehandlung und eine großflächige Anwendung sollen vermieden werden.
  • Bei einer Anwendung im Genital- oder Analbereich kann die Reißfestigkeit von Kondomen beeinträchtigt sein.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Gramm Salbe)
15 Gramm Salbe
2,5 Milligramm Desoximetason
30 Gramm Salbe
2,5 Milligramm Desoximetason
50 Gramm Salbe
2,5 Milligramm Desoximetason
100 Gramm Salbe
2,5 Milligramm Desoximetason

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Topisolon Salbe sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Desoximetason (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.