Perjeta 420mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 08.02.2014
Hersteller: Roche Pharma AG
Wirkstoff: Pertuzumab
Darreichnungsform: Durchstechflasche
Rezeptpflichtig

Wirkung

Perjeta 420mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung enthält den Wirkstoff Pertuzumab.

Pertuzumab wird in Kombination mit anderen Zytostatika wie Trastuzumab und Docetaxel bei erwachsenen Patienten bei Brustkrebs angewendet, der nicht operiert werden kann.

Voraussetzung ist, dass der Brustkrebs schon Tochtergeschwulste (Metastasen) gebildet hat oder wiederkehrte und die Krebszellen den HER2-Rezeptor tragen. Außerdem sollten die Patienten vorher noch keine Chemotherapie erhalten oder mit Wirkstoffen behandelt worden sein, die an den HER2-Rezeptor binden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Pertuzumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Immunstärkende und -schwächende Mittel, Zytostatika, Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Pertuzumab gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • wiederaufgeflammte nicht operierbare Brustkrebserkrankung mit HER2-Rezeptor bei Erwachsenen ohne vorheringe Chemotherapie oder Behandlung durch andere Wirkstoffe, die an den HER2-Rezeptor binden
  • nicht operierbare Brustkrebserkrankung mit Bildung von Tochtergeschwulsten und HER2-Rezeptor bei Erwachsenen, die vorher noch keine Chemotherapie oder Wirkstoffe erhalten haben, die an den HER2-Rezeptor binden

Dosierung

Die empfohlene Dosis des Medikaments beträgt zu Beginn der Behandlung 840 Milligramm Trastuzumab (zwei Durchstechflaschen), verabreicht als 60-minütige Infusion in die Vene. Dem folgen im Abstand von drei Wochen je eine weitere Infusion einer Durchstechflasche, verabreicht über einen Zeitraum von 30 bis 60 Minuten.

Wenn das Medikament zusammen mit Trastuzumab gegeben wird, beträgt die anfängliche Trastuzumab-Dosis 8 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht als Infusion in die Vene. Dann werden jeweils alle drei Wochen 6 Milligramm/Kilogramm Körpergewicht verabreicht.

Wenn das Medikament zusammen mit Docetaxel gegeben wird, beträgt die anfängliche Docetaxel-Dosis 75 Milligramm/Quadratmeter Körperoberfläche als Infusion in die Vene. Die Docetaxel-Dosis kann vom Arzt in den darauffolgenden Behandlungszyklen auf bis zu 100 Milligramm/Quadratmeter Körperoberfläche gesteigert werden, wenn die erste Dosis gut vertragen wurde.

Die Arzneimittel sollen aufeinander folgend verabreicht werden. Bei Trastuzumab ist die Reihenfolge der Verabreichung beliebig. Wenn der Patient Docetaxel erhält, wird der Arzt dieses nach Perjeta und Trastuzumab verabreichen. Nach jeder Infusion des Medikaments wird der Arzt eine Beobachtungszeit von 30 bis 60 Minuten einhalten, bevor er nachfolgend eine Infusion von Trastuzumab oder Docetaxel verabreicht.

Das Medikament wird so lange angewendet, bis die Krankheit weiter fortschreitet oder unerträgliche Nebenwirkungen auftreten.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Sucrose
  • Essigsäure 99%
  • L-Histidin
  • Polysorbat 20
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Infektion der oberen Atemwege, Nasen-Rachen-Entzündung, Mangel an neutrophilen Blutzellen (auch mit Fieber), Mangel an weißen Blutkörperchen, Blutarmut, Überempfindlichkeit (allergische Reaktion), Infusionsbedingte Reaktion, Zytokin-Freisetzungs-Syndrom, verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Nervenschäden im Körper, Störungen des Tast- und Schmerzsinns, Kopfschmerzen, Schwindel, Schluckstörung, verstärkter Tränenfluss, Atemstörungen, Husten, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, Mundschleimhautentzündung, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Haarausfall, Hautausschlag, Nagelveränderungen, Juckreiz, trockene Haut, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Schleimhautentzündung, Schmerzen, Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme), Fieber, Erschöpfung, Schwäche.

Häufige Nebenwirkungen:
Nagelumlauf, Funktionsstörung der linken Herzkammer (einschließlich Herzerweiterung und Herzmuskelschwäche), Erguss in das Brustfell, Schüttelfrost.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
spezielle Lungenerkrankung (interstitiell).

Besonderheiten:
Die Behandlung mit Pertuzumab und Trastuzumab muss mindestens über einen Zeitraum von drei Wochen unterbrochen werden, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
  • Zeichen, die auf eine Herzmuskelschwäche hinweisen
  • Abnahme der Pumpleistung der linken Herzkammer auf unter 40%
  • Pumpleistung der linken Herzkammer von 40% bis 45%, verbunden mit einem Abfall von 10 Prozentpunkten unter den Ausgangswert.

Wechselwirkungen

Bisher wurden keine Wechselwirkungen von Pertuzumab mit anderen Substanzen gefunden.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Pertuzumab darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen im gebärfähigen Alter sollten während sie Pertuzumab erhalten und in den sechs Monaten nach der letzten Dosis eine wirksame Methode der Schwangerschaftsverhütung anwenden.

Zur Anwendung von Pertuzumab bei Schwangeren liegen nur wenige Erkenntnisse aus Studien vor. Tierexperimente lassen auf schädliche Wirkungen schließen. Pertuzumab wir daher nicht zur Anwendung während der Schwangerschaft empfohlen.

Menschliches Immuneiweiß geht in die Muttermilch über. Für Pertuzumab ist das Ausmaß der Aufnahme in den Körper und der möglichen Schädigung des Säuglings nicht bekannt. Daher wird der Arzt unter Berücksichtigung des Nutzens des Stillens für das Kind und des Nutzens der Behandlung für die Mutter entscheiden, entweder das Stillen oder die Behandlung abzubrechen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit von Pertuzumab wurde bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht untersucht. Brustkrebs mit Tochtergeschwulsten kommt in dieser Altersgruppe nicht vor.

Warnhinweise

  • Mit dem Medikament dürfen nur Brustkrebs-Fälle behandelt werden, bei denen das Vorhandensein des HER2-Rezeptors durch Tests erwiesen ist.
  • Verschreibung und die Behandlung des Medikaments darf nur durch einen in der Anwendung von Krebsmedikamenten erfahrenen Arzt erfolgen.
  • Die Infusion des Medikaments darf nur dort erfolgen, wo die Behandlung allergischer Reaktionen möglich und eine Ausrüstung zur Wiederbelebung sofort verfügbar ist.
  • Das Medikament muss im Kühlschrank bei zwei bis acht Grad gelagert und darf nicht eingefroren werden.
  • Die Durchstechflasche ist im Umkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
  • Das Medikament sollte nach Anbruch sofort verwendet werden.
  • Das Konzentrat darf nur mit isotonischer Kochsalzlösung und keiner anderen Lösung verdünnt werden.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Stück Durchstechflasche)
1 Stück Durchstechflaschen
420 Milligramm Pertuzumab

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Perjeta 420mg Konzentrat zur Herstellung einer Infusionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Pertuzumab (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.