Olmesartan HEXAL 10 mg/ -20 mg/ -40 mg Filmtabletten

Hersteller: HEXAL AG
Wirkstoff: Olmesartan
Rezeptpflichtig

Wirkung

Olmesartan HEXAL 10 mg/ -20 mg/ -40 mg Filmtabletten enthalten den Wirkstoff Olmesartan. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Olmesartan HEXAL 10 mg/ -20 mg/ -40 mg Filmtabletten.

Olmesartan wird zur Behandlung des nicht organbedingten Bluthochdrucks (der so genannten essenziellen oder primären Hypertonie) eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Olmesartan sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen AT1-Rezeptor-Antagonisten, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Olmesartan gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Bluthochdruck ohne erkrennbare körperliche Ursache bei Erwachsenen
  • Bluthochdruck bei Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis 18 Jahren

Dosierung

Die Tabletten sind mit zehn Milligramm, 20 Milligramm und 40 Milligramm des Wirkstoffs Olmesartan erhältlich. Um die gewünschte Dosierung zu erreichen, können auch mehrere niedriger dosierte Tabletten zusammen eingenommen werden.

Die empfohlene Anfangsdosis beträgt bei Patienten aller Alterssgruppen zehn Milligramm Olmesartanmedoxomil pro Tag. Bei Bedarf kann der Arzt die Dosis auf 20 Milligramm täglich erhöhen. Lässt sich der Blutdruck durch die geringeren Dosen nicht genügend senken, darf die Dosis maximal auf 40 Milligramm Wirkstoff am Tag gesteigert werden. Für Kinder ist diese Dosierung nur ab einem Körpergewicht von über 35 Kilogramm erlaubt. Bei Kindern mit einem Körpergewicht unter 35 Kilogramm sollte die tägliche Dosis 20 Milligramm nicht überschreiten.

Die blutdrucksenkende Wirkung tritt in der Regel zwei Wochen nach Beginn der Behandlung ein und erreicht ihr Maximum etwa acht Wochen nach Therapiebeginn.

Ältere Patienten und solche, deren Nierenfunktion leicht bis mäßig stark eingeschränkt ist, dürfen maximal 20 Milligramm Wirkstoff einmal täglich einnehmen.

Für Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 20 Millilitern pro Minute) und mit Leberfunktionsstörungen wird der Einsatz des Medikaments nicht empfohlen.

Die Tabletten werden unzerkaut mit ausreichend Flüssigkeit eingenommen. Das Medikament kann unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • hochdisperses Siliciumdioxid
  • Hyprolose
  • Hypromellose
  • mikrokristalline Cellulose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Lactose-Monohydrat
  • Macrogol 400
  • Stearinsäure

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Benommenheit, Schwindel, Kopfschmerzen, Infektionen der oberen Atemwege, Husten, Rachenschleimhautentzündung, Gelenkentzündung, Harnwegsinfektion, blutiger Urin, Brustschmerz.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Leberwerterhöhung, Müdigkeit, Hautauschlag, Hitzegefühl, Rückenschmerzen, Knochenschmerzen, Übelkeit, grippeähnliche Symptome, Bauchschmerzen, Durchfall, Schwellungen, Wasseransammlungen im Gewebe, Erbrechen, Atemwegsentzündung (Bronchitis), Schnupfen.

Seltene Nebenwirkungen:
Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Gefäßschwellung, Schwellung von Haut und Schleimhaut, Nesselsucht, Juckreiz, Abfall einzelner oder aller Gruppen der weißen Blutkörperchen, verminderte Blutplättchen, akutes Nierenversagen, Nierenschwäche, erhöhte Nierenwerte, Schwächezustände, Unwohlsein, erhöhte Blutkaliumkonzentration.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle:
entzündliche Hauterkrankung mit gruppiert auftretenden Bläschen.

Besonderheiten:
Olmesartan kann schwere Durchfälle verursachen, die mit einem bedeutenden Gewichtsverlust einhergehen. Diese Nebenwirkung ähnelt in ihrer Symptomatik einer Sprue. Sie kann sich unter einer Olmesartan-Therapie über einen Zeitraum von Monaten bis Jahren entwickeln. Die amerikanische Arzneimittelbehörde (FDA) empfiehlt daher Patienten, die Olmesartan einnehmen, bei Auftreten schwerer Durchfallerkrankungen umgehend ihren Arzt aufzusuchen. Sollte keine andere Ursache gefunden werden, muss die Behandlung beendet werden.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Gabe von anderen blutdrucksenkenden Mitteln kann die blutdrucksenkende Wirkung von Olmesartan verstärkt werden. Eine individuelle Dosisanpassung durch den Arzt kann erforderlich werden.

Bei kombinierter Einnahme von kaliumsparenden Entwässerungsmitteln, Kaliumpräparaten oder anderen Mitteln, welche den Kaliumspiegel erhöhen (wie dem Gerinnungshemmer Heparin), kann sich die Kaliumkonzentration im Blut erhöhen. Regelmäßige Blutkontrollen sind bei diesen Patienten notwendig.

Die Kombination mit Blutdrucksenkern wie ACE-Hemmern oder Aliskiren wird nicht empfohlen, da das Risiko für Nebenwirkungen wie Kaliummangel, Blutdruckabfall und Abnahme der Nierenfunktion erhöht ist. Dies gilt besonders bei Patienten mit einer Nierenfunktionsstörung aufgrund von Zuckerkrankheit.

Außerdem ist eine verstärkte Giftigkeit von Lithium (Psychopharmaka) möglich. Die Behandlung muss sehr sorgfältig überwacht werden.

Bei gleichzeitiger Gabe von nichtsteroidalen Antirheumatika (kortisonfreie entzündungshemmende und schmerzstillende Mittel) und Olmesartan erhöht sich die Gefahr eines akuten Nierenversagens. Die blutdrucksenkende Wirkung von Olmesartan kann sich ebenfalls verringern. Engmaschige Kontrolluntersuchungen sind darum empfehlenswert.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Olmesartan darf der Wirkstoff nicht angewendet werden.

Ein Verschluss der Gallenwege ist eine weitere Gegenanzeige. Kinder, schwangere Frauen und stillende Mütter sollten ebenfalls nicht mit diesem Wirkstoff behandelt werden.

Zuckerkranke oder Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion, die den Blutdrucksenker Aliskiren erhalten, dürfen kein Olmesartan anwenden.

Anwendungsbeschränkungen gibt es bei Patienten mit Flüssigkeitsmangel, besonders schweren Nierenerkrankungen, Nierenarterienverengung sowie Herzkranzgefäßverengung. Bei Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff, nierenbedingtem Bluthochdruck, eingeschränkter Nierenfunktion und nach einer Nierentransplantation sollte Olmesartan ebenfalls nur sehr vorsichtig angewandt werden. Der Arzt wird in all diesen Fällen individuell nach Schwere der Erkrankung über eine Behandlung entscheiden.

Erhöhte Blutkaliumkonzentrationen, Herzklappenverengung (Aorten- oder Mitralklappenstenose), Erkrankung und Verdickung des Herzmuskels (hypertrophe Kardiomyopathie) sowie eine eingeschränkte Leberfunktion erlauben die Behandlung mit Olmesartan ebenfalls nur in engen Grenzen. Der behandelnde Arzt muss den Einsatz von Olmesartan sehr sorgfältig abwägen.

Beim primären Aldosteronismus (gestörter Hormonausschüttung der Niere) wird die Anwendung im Allgemeinem nicht empfohlen. AT1-Rezeptor-Antagonisten würden hier nicht wirken.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten kein Olmesartan erhalten.

AT1-Rezeptor-Antagonisten, also auch Olmesartan, können ebenso wie ACE-Hemmer in der Schwangerschaft nach der Bildung der kindlichen Organe die Durchblutung derselben und so deren Entwicklung beeinträchtigen. Die Anwendung im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel kann daher Nierenfunktionsstörungen, eine Verringerung der Fruchwassermenge und Verlangsamung des Schädelknochenwachstums sowie beim Neugeborenen Nierenversagen, niedrigen Blutdruck und Kaliumüberschuss im Blut hervorrufen. Die Einnahme von ACE-Hemmern und AT1-Rezeptor-Antagonisten im ersten Schwangerschaftsdrittel wird wegen fehlender Daten aus Studien nicht empfohlen und ist in der Zeit danach ausdrücklich verboten.

Wird während der Behandlung mit diesem Wirkstoff eine Schwangerschaft festgestellt oder ist eine Schwangerschaft geplant, so muss die Behandlung so schnell wie möglich durch den behandelnden Arzt umgestellt werden.

Es ist nicht bekannt, ob Olmesartan in die Muttermilch übergeht. Darum sollten Mütter vor der Behandlung abstillen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Olmesartan kann bei Kindern und Jugendlichen im Alter von sechs bis achtzehn Jahren eingesetzt werden. Bei Kindern von einem bis fünf Jahren ist bisher die Sicherheit und Wirksamkeit von Olmesartan noch nicht erwiesen. Eine eventuelle Anwendung liegt im Ermessen des Arztes. Der Wirkstoff darf nicht bei Kindern unter einem Jahr angewendet werden, da Bedenken hinsichtlich der Sicherheit bestehen und keine Daten für diese Altersgruppe aus Studien vorliegen.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann so weit beeinträchtigt sein, dass Autofahren oder das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.
  • Während der Behandlung müssen geeignete Maßnahmen zur Schwangerschaftsverhütung getroffen werden.
  • Vor der Anwendung des Medikaments ist bei Frauen im gebährfähigen Alter eine Schwangerschaft auszuschließen.
  • Vor der Therapie sollte ein Salz- und/oder Flüssigkeitsmangel ausgeglichen werden.
  • Treten während der Behandlung heftige Durchfälle auf (manchmal auch erst im Laufe der Zeit), muss umgehend der Arzt informiert werden.
  • Für Patienten mit stark eingeschränkter Nierenfunktion (Kreatinin-Clearance unter 20 Millilitern pro Minute) und mit Leberfunktionsstörungen wird der Einsatz des Medikaments nicht empfohlen.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker), die von manchen Patienten schlecht vertragen wird.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 30 Grad gelagert werden.
  • Das Medikament ist in der Originalverpackung aufzubewahren, um den Inhalt vor Feuchtigkeit zu schützen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.


Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Olmesartan HEXAL 10 mg/ -20 mg/ -40 mg Filmtabletten sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Olmesartan (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.