Diprosone Creme

Hersteller: essex pharma GmbH
Wirkstoff: Betamethason
Darreichnungsform: Creme
Rezeptpflichtig

Wirkung

Diprosone Creme enthält den Wirkstoff Betamethason. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von Diprosone Creme.

Betamethason wird bei allergischen Erkrankungen wie Nesselsucht oder Atemwegserkrankungen (auch mit Verschleimung) wie allergischem Schnupfen und Asthma eingesetzt. Außerdem findet es Anwendung bei vielen entzündlichen Hauterkrankungen, etwa Ekzemen, Neurodermitis und Schuppenflechte. Betamethason vermindert dabei entzündliche Reaktionen und lindert Juckreiz sowie Schmerzen. Den gleichen Effekt hat der Wirkstoff bei Sonnenbrand und Insektenstichen. Betamethason hilft ferner, die allergischen Reaktionen des Körpers bei einer Insektengiftallergie zu reduzieren.

Derr Wirkstoff wird weiterhin zur Behandlung rheumatischer Erkrankungen, wie chronischen Entzündungen von fünf oder mehr Gelenken (Polyarthritis), genutzt, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit der Gelenke zu erleichtern.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Betamethason sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Betamethason gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • entzündliche und juckende Hauterkrankungen wie Schuppenflechte, Ekzeme, Entzündungen der oberen Hautschichten, Lupus erythematodes (eine Autoimmunerkrankung), Schälrötelsucht (eine Hauterkrankung), Pemphigus vulgaris (eine Autoimmunerkrankung der Haut), Erythema exsudativum multiforme (eine allergische Hauterkrankung), Erythrodermie (eine Hauterkrankung mit verschiedenen Ursachen), Knötchenflechte (eine Autoimmunerkrankung der Haut), Lichen simplex (eine Hauterkrankung unbekannter Ursache), allergisches Exanthem, Entzündung der äußeren weiblichen Geschlechtsteile, Kraurose (ein Schrumpfungsprozess der Haut)der äußeren weiblichen Geschlechtsteile, Prurigo (eine Gruppe verschiedener, juckender Hauterkrankungen), die einer Behandlung mit Glukokortikoiden bedürfen
  • Insektenstiche

Dosierung

Diprosone Creme wird einmal bis zweimal täglich dünn auf die befallenen Hautstellen aufgetragen und leicht eingerieben.

Eine Anwendung, die länger als drei Wochen und auf einer größeren Fläche als 20 Prozent der Körperoberfläche stattfindet, sollte vermieden werden. Nach Besserung der Beschwerden kann häufig ein schwächeres Mittel der gleichen Wirkstoffgruppe (Glukokortikoide) benutzt werden.

Sinnvoll ist die so genannte Tandem-Therapie. Dabei wird Diprosone Creme einmal täglich aufgetragen. Zwölf Stunden danach wird eine geeignete wirkstofffreie Creme oder Salbe benutzt.

Auch die Intervall-Therapie ist möglich. Dabei wird eine Woche lang Diprosone Creme angewendet, anschließend eine Woche lang eine geeignete wirkstofffreie Creme oder Salbe.

Bei Kindern sollte die Anwendungsdauer nicht länger als zwei Wochen betragen. Die behandelte Körperoberfläche sollte 10 Prozent nicht überschreiten. Daneben sollte die geringstmögliche Dosierung gewählt werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Cetomacrogol 1000
  • Cetylstearylalkohol
  • Chlorocresol
  • Paraffin dickflüssiges
  • Phosphorsäure
  • Wasser, gereinigt

Nebenwirkungen

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Augenbrennen, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Brennen, Juckreiz, Reizungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Augapfelhervortretung, Haarbalgentzündungen, Hautpigmentierungsabnahme, Wundheilungsverzögerung, allergische Hautreaktionen, Kontaktallergie.

Vereinzelte Nebenwirkungen:
Blindheit (bei unsachgemäßer Anwendung im Auge).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit:
Gewebswassereinlagerungen (Ödeme), Störungen des Säure-Basen-Haushalts, Kalziumverlust, Herzrhythmusstörungen, Herzmuskelschwäche (bei erhöhtem Risiko hierzu), Muskelschmerzen, Muskelerkrankung, Muskelschwund, Verstärkung der Beschwerden bei der Autoimmunkrankheit Myasthenia gravis, Wirbelbrüche, Knochenbrüche, Sehnenrisse, Magengeschwüre, Darmgeschwüre, Magenblutungen, Darmblutungen, Magendurchbruch, Darmdurchbruch, geschwürartige Speiseröhrenentzündung, Magenerweiterung, Schluckauf, Bronchialschleimverdickung, Hautrückbildungen, entzündliche Gesichtsrötung, Gesichtsschwellung, vermindertes Ansprechen auf Hauttests, Schwitzzunahme, Nesselsucht, Hautschwellung, Schleimhautschwellung, Sehstörungen, Augeninnendruckerhöhung, grüner Star, Sehnervschädigung (besonders bei Kindern), grauer Star (Katarakt), Bauchspeicheldrüsenentzündung, negative Stickstoffbilanz infolge einer Eiweißstoffwechselstörung, Gewichtszunahme, Vollmondgesicht, Stammfettsucht, Cushing-Syndrom, Nebennierenunterfunktion, Hirnanhangdrüsenunterfunktion, Insulinbedarfserhöhung (bei Zuckerkrankheit); Hirndrucksteigerung mit Krämpfen, Kopfschmerzen, Schwindel, Koordinationsstörungen; Mundtrockenheit, Taubheitsgefühle, allergische Reaktion, Überempfindlichkeitsreaktionen, schockähnliche Reaktionen, Infektionsverschleierung, Schlafstörungen, Befindlichkeitsstörungen, Schläfrigkeit, Verwirrung, Persönlichkeitsveränderungen, Depression, Psychosen, veränderte Beweglichkeit und Anzahl der Spermien, Blutbildveränderungen, Wachstumsverzögerung des Fötus während der Schwangerschaft sowie bei Kindern, Hautstreifenbildung, Hautgefäßerweiterung, Steroidakne, periorale Dermatitis, Körperbehaarungszunahme, Hautveränderungen, Schleiersehen, Osteoporose, Knochenabsterben, Gereiztheit, Euphorie, Augenhornhautzerreißung, Augenlederhautzerreißung, punktförmige Blutungen, Magenbeschwerden, Zuckerkrankheit, Kaliumausscheidungszunahme, Natriumzurückhaltung; Sexualhormonabgabestörung mit männlicher Behaarung bei Frauen, Impotenz, Ausbleiben der Regelblutung; Bluthochdruck, Thromboserisikoerhöhung, Gefäßentzündungen, Infektionsrisikoerhöhung, Symptomverschlimmerung, Körperuntersäuerung, Hauterweichung, Hauttrockenheit, Hautirritationen, verminderte Gewichtszunahme bei Kindern, Blutdruckabfall, Frieselausschlag, Gefäßschwellungen.

Wechselwirkungen

Bei gleichzeitiger Gabe von Herzglykosiden (Wirkstoffe gegen Herzmuskelschwäche) kann Betamethason deren Wirkung verstärken.

Antidiabetika (Wirkstoffe gegen Zuckerkrankheit) werden dagegen durch Betamethason in ihrer Wirkung abgeschwächt. Hemmstoffe der Blutgerinnung (Antikoagulanzien) können durch Betamethason in ihrer Wirkung ebenfalls abgeschwächt werden. Gleiches gilt für das Wachstumshormon Somatropin. Protirelin (zur Diagnostik, beispielsweise von Schilddrüsenerkrankungen, eingesetzter Wirkstoff) wird ebenso durch Betamethason in seiner Wirkung geschwächt. Das gilt auch für Wirkstoffe gegen Bakterien (Antibiotika).

Antiepileptika wie Phenytoin, Phenobarbital und Primidon sowie Barbiturate (Wirkstoffe zur Narkose und gegen Krampfanfälle) vermindern die Betamethasonwirkung. Gleiches gilt für Ephedrin (zur Blutdruckerhöhung). Auch der Wirkstoff gegen Tuberkulose Rifampicin kann seinerseits die Wirkung von Betamethason abschwächen.

Weibliche Geschlechtshormone (Östrogene) können die Wirkung von Betamethason verstärken.

Entwässerungsmittel wie Saluretika und Schleifendiuretika können die Kaliumausscheidung zusätzlich erhöhen. Das gilt auch für Abführmittel. Ferner kann das Mittel gegen Pilzerkrankungen Amphotericin B die Kaliumausscheidung ebenfalls erhöhen. Das Risiko für das Auftreten von Nebenwirkungen wird dadurch erhöht.

Nichtsteroidale Antirheumatika (Gruppe von Schmerzmitteln), saure Schmerzmittel (Salicylate) und Antiphlogistika (Gruppe von entzündungshemmenden Schmerzmitteln) erhöhen die Gefahr von Blutungen und Entstehung von Geschwüren im Magen und Darm. Gleiches gilt für den gleichzeitigen Konsum von Alkohol.

Ferner erhöhen ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) das Risiko für Blutbildveränderungen.

Die Malariamittel Chloroquin, Hydroxychloroquin und Mefloquin erhöhen das Risiko des Auftretens von entzündlichen Muskelerkrankungen und Herzmuskelerkrankungen.

Das Zytostatikum Ciclosporin kann in seinem Nebenwirkungsrisiko verstärkt werden.

Anticholinergika wie Atropin können den Augeninnendruck zusätzlich erhöhen.

Gegenanzeigen

Einnahme
Betamethason sollte nicht eingenommen werden bei
  • Magen- und Darmgeschwüren (im Zweifelsfall müssen diese vorab ausgeschlossen werden)
  • schwerer Osteoporose
  • psychischen Vorerkrankungen
  • Infektion mit dem Herpes-simplex-Virus (wie Lippenherpes) oder Herpes-zoster-Virus (wie Gürtelrose) oder bei einer Infektion mit Windpocken (Varizellen)
  • Amöbeninfektion (Darmerkrankung mit Durchfall)
  • Pilzinfektion der inneren Organe
  • Eitergeschwüren
  • akuter Tuberkulose oder anderen Infektionen mit Bakterien
  • akuter Virusinfektion wie einer virusbedingten Leberentzündung, (Hepatitis) und Kinderlähmung (Poliomyelitis)
  • einer Schutzimpfung im Zeitraum circa acht Wochen vor und zwei Wochen danach
  • Lymphknotenentzündung nach einer Tuberkuloseimpfung oder bei anderen Komplikationen und ausbleibender Antikörperbildung nach Impfungen
  • grünem Star (Engwinkelglaukom und Weitwinkelglaukom)
  • Darmentzündungen, bei Darmwandinfektionen und bei geschwürbildender Entzündung des Dickdarms mit Verdacht auf einen bevorstehenden Durchbruch
  • Entgleisung der Nebennierenrinden-Hormone (Cushing-Syndrom).
Nur nach sorgfältiger Abschätzung von Nutzen und Risiko darf der Arzt Betamethason zum Einnehmen verordnen bei
  • Ausstülpungen der Darmwand (Divertikulitis), Darmblutungen und Magen-Darm-Störungen
  • verminderter Nierenfunktion, bei anderen Nierenerkrankungen oder Blasenerkrankungen
  • Leberfunktionsstörung
  • Myasthenia gravis (Muskelschwächekrankheit) oder bei anderen Erkrankungen mit Muskelschwächeverminderter Menge an Blutplättchen, bei Mangel an Prothrombin (wichtig für die Blutgerinnung) im Blut
  • Kalziummangel
  • Tuberkulose in der Krankenvorgeschichte
  • Schilddrüsenunterfunktion und bei Zuckerkrankheit (hier ist eventuell eine Anpassung der Dosis nötig)
  • Erkrankungen am Auge, vor allem bei einer Infektion mit dem Virus Herpes ophthalmicus (löst eine Herpesinfektion des Auges aus). Hier sollte auf eine mögliche Hornhautablösung geachtet werden.
  • leichterer Osteoporose oder Knochenschwäche
  • Venenentzündungen
  • schweren Infektionen durch Bakterien, Pilze, Viren oder Parasiten
  • Bluthochdruck.
Örtliche Anwendung
Betamethason darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Betamethason
  • Hautschäden durch Tuberkulose und Syphilis
  • Rosenfinne oder Kupferfinne (Rosacea) und verwandten Hautentzündungen
  • Akne
  • Windpocken
  • Hautzeichen einer Impfreaktionen
  • Juckreiz an After und Schamgegend
  • Hautinfektionen mit Viren, Bakterien oder Pilzen.
Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei Anwendung
  • unter luftdicht verschlossenen Verbänden
  • am Auge oder Augenlid
  • im Bereich von Hautfalten.
Wird der Wirkstoff über längere Zeit (mehr als drei bis vier Wochen) oder in hohen Dosierungen (großflächig) gebraucht, ist nicht auszuschließen, dass Betamethason durch die Haut in den Körper aufgenommen wird und zu Störungen des Hormonhaushaltes führen kann. Das gilt besonders für die Anwendung auf stark behaarter Haut.

Bei Anwendung am Auge sollten während der Behandlung mit Betamethason keine Kontaktlinsen getragen werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Da bisher keine ausreichenden Studien durchgeführt wurden, ist von einer Einnahme von Betamethason während der Schwangerschaft strengstens abzuraten (insbesondere in den ersten drei Monaten). Sollte eine zwingende Notwendigkeit zu einer Betamethason-Behandlung bestehen, so muss vor Behandlungsbeginn eine ärztliche Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen. Da die Substanz in die Milch übergeht, sollte auf eine Anwendung während der Stillzeit ebenfalls verzichtet werden, obwohl Schädigungen des Säuglings bisher nicht nachgewiesen wurden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Betamethason-haltige Mittel, die unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes verabreicht werden (beispielsweise in Form von Spritzen oder Infusionen), dürfen bei Kindern unter sechs Jahren nicht angewendet werden. Im Alter von sechs bis zwölf Jahren dürfen diese nur bei lebensbedrohlicher Notwendigkeit verabreicht werden.

Für die äußerliche Anwendung von Betamethason machen die Hersteller unterschiedliche Angaben über die Altersgrenzen bei Kindern. Es ist also die jeweilige Fachinformation des Medikaments zu beachten oder der Arzt zu befragen.

Grundsätzlich ist bei Kindern während einer Betamethason-Behandlung das Wachstum und die körperliche Entwicklung zu beobachten.

Warnhinweise

  • Bei innnerlicher Anwendung kann das Medikament durch Wirkung auf das Sehvermögen, die Nerven oder die Muskulatur die Verkehrstüchtigkeit herabsetzen.
  • Wird das Medikament innerlich angewendet, ist die Behandlung nicht plötzlich, sondern mit stufenweiser Verminderung der Dosierung zu beenden.
  • Die Anwendung am Auge sollte unterbleiben.
  • Eine Behandlung unter dicht schließenden Verbänden sollte unterbleiben.
  • Die Anwendung im Gesichtsbereich muss mit Vorsicht erfolgen.
  • Die gleichzeitige Anwendung mit Latexkondomen kann die Verhütung beeinträchtigen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Gramm Creme)
50 Gramm Creme
500 Mikrogramm Betamethason
100 Gramm Creme
500 Mikrogramm Betamethason
20 Gramm Creme
500 Mikrogramm Betamethason

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über Diprosone Creme sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Betamethason (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.