Ständiges Frieren: Diese Krankheiten sind mögliche Ursachen
Dicke Socken, Pullover und trotzdem kalte Hände oder Füße: Ständiges Frieren kann den Alltag deutlich beeinträchtigen. Wenn Menschen besonders stark auf niedrige Temperaturen reagieren, sprechen Fachleute von einer Kälteintoleranz.
Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein unspezifisches Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. In vielen Fällen ist Frieren harmlos. Es kann jedoch auch auf eine Erkrankung oder einen behandlungsbedürftigen Mangel hinweisen.
Hier erfahren Sie, welche Krankheiten und weiteren Ursachen hinter ständigem Frieren stecken können und wann Betroffene ärztlichen Rat einholen sollten.
Eisenmangel als Ursache von ständigem Frieren
Eisen ist wichtig für den Sauerstofftransport im Blut. Bei Eisenmangel oder einer Eisenmangelanämie wird das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt. Betroffene frieren deshalb häufig schneller und klagen zusätzlich über Müdigkeit, brüchige Haare und Nägel sowie Schwindel. Besonders häufig betroffen sind Frauen mit starken Monatsblutungen oder Menschen mit chronischem Blutverlust. Eine Blutuntersuchung kann Aufschluss geben.
Selbsttest: Eisenmangel – Bin ich betroffen?
Ständiges Frieren: Schilddrüsenunterfunktion ist mögliche Ursache
Bei einer Schilddrüsenunterfunktion ist der Stoffwechsel verlangsamt. Der Körper produziert dadurch weniger Wärme, was zu einem ausgeprägten Kältegefühl führen kann. Weitere Hinweise auf eine Hypothyreose sind Müdigkeit, trockene Haut, Verstopfung oder eine Gewichtszunahme. Treten diese Symptome gemeinsam auf, ist ärztlicher Rat erforderlich.
Lesetipp: Schilddrüsenunterfunktion – Diese Symptome sind Warnzeichen
Ständiges Frieren: Durchblutungsstörungen können Ursache sein
Durchblutungsstörungen können dazu führen, dass Hände, Füße oder Beine nicht ausreichend mit warmem Blut versorgt werden. Dabei unterscheidet man funktionelle Durchblutungsstörungen, bei denen sich Blutgefäße vorübergehend verengen, und organische Durchblutungsstörungen, bei denen der Blutfluss dauerhaft eingeschränkt ist, etwa bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK).
Lesetipp: Kalte Hände – Was ist die Ursache?
Ständiges Frieren: Raynaud-Syndrom als mögliche Ursache
Beim Raynaud-Syndrom kommt es anfallsartig zu einer starken Verengung kleiner Blutgefäße, meist an Fingern oder Zehen. Auslöser sind häufig Kälte oder Stress. Die betroffenen Körperstellen werden sehr kalt, blass oder bläulich und können sich taub anfühlen.
Niedriger Blutdruck: Kann Ursache für ständiges Frieren sein
Bei niedrigem Blutdruck ist die Durchblutung vor allem in den äußeren Körperregionen oft vermindert. Hände und Füße werden dadurch schlechter mit warmem Blut versorgt und kühlen schneller aus, was ständiges Frieren begünstigt. Niedriger Blutdruck tritt häufiger bei jungen, schlanken Menschen und bei Ausdauersportler*innen auf, kann aber auch durch Flüssigkeitsmangel, Hitze oder die Einnahme bestimmter Medikamente entstehen.
Lesetipp: Niedriger Blutdruck? 9 Ursachen, die Sie kennen sollten
Ständiges Frieren bei Untergewicht oder Mangelernährung
Körperfett dient als natürliche Isolation. Bei Untergewicht fehlt dieser Schutz, sodass Wärme schneller verloren geht. Auch eine unzureichende Energie- oder Nährstoffzufuhr kann den Stoffwechsel verlangsamen. Ständiges Frieren ist daher ein häufiges Warnsignal bei Mangelernährung oder Essstörungen wie Anorexie.
Selbsttest: Bin ich von einer Essstörung betroffen?
Ständiges Frieren: Psyche kann Ursache sein
Auch die psychische Verfassung kann beeinflussen, wie stark jemand friert. Anhaltender Stress, innere Anspannung oder Angst können den Körper in einen dauerhaften Alarmzustand versetzen. Dabei verändert sich unter anderem der Energiehaushalt. Besteht das Kältegefühl länger oder kommen weitere Beschwerden hinzu, sollten Betroffene der Ursache auf den Grund gehen und professionellen Rat einholen.
Ständiges Frieren bei hormonellen Störungen der Hypophyse
Ständiges Frieren ist ein möglicher Hinweis darauf, dass die Hirnanhangsdrüse nicht richtig arbeitet. Diese wirkt wie eine zentrale Schaltstelle im Gehirn und beeinflusst viele hormonelle Abläufe. Ist diese Steuerung gestört, kann der Energieverbrauch insgesamt sinken und der Körper produziert weniger Wärme. Solche Störungen sind selten und können verschiedene Ursachen haben. Eine davon ist das Sheehan-Syndrom. Dabei wird die Hirnanhangsdrüse der Mutter durch starke Blutverluste während oder nach der Geburt geschädigt.
Ständiges Frieren: Neurologische Erkrankungen als Ursache
In seltenen Fällen liegt ständigem Frieren eine Störung der Temperaturwahrnehmung oder der Temperaturregulation zugrunde. Solche Störungen können bei bestimmten neurologischen Erkrankungen auftreten, etwa wenn Nerven geschädigt sind oder die Weiterleitung von Temperaturreizen beeinträchtigt ist. Menschen mit Post-Polio-Syndrom berichten etwa häufig über Kälteintoleranz, insbesondere in stärker betroffenen Körperregionen.
Ständiges Frieren als Nebenwirkung von Medikamenten
Bestimmte Medikamente können das Kälteempfinden verstärken. Dazu zählen unter anderem Betablocker, die die Kreislaufreaktion und Durchblutung beeinflussen. Auch andere Arzneimittel mit Wirkung auf Stoffwechsel oder Nervensystem kommen infrage. Bei Verdacht auf eine Nebenwirkung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.
Lesetipp: Wechselwirkungen mit Medikamenten – Vorsicht bei diesen Lebensmitteln
Dicke Socken, Pullover und trotzdem kalte Hände oder Füße: Ständiges Frieren kann den Alltag deutlich beeinträchtigen. Wenn Menschen besonders stark auf niedrige Temperaturen reagieren, sprechen Fachleute von einer Kälteintoleranz.
Dabei handelt es sich nicht um eine eigenständige Krankheit, sondern um ein unspezifisches Symptom, das verschiedene Ursachen haben kann. In vielen Fällen ist Frieren harmlos. Es kann jedoch auch auf eine Erkrankung oder einen behandlungsbedürftigen Mangel hinweisen.
Hier erfahren Sie, welche Krankheiten und weiteren Ursachen hinter ständigem Frieren stecken können und wann Betroffene ärztlichen Rat einholen sollten.
- Online-Informationen von DocCheck: Kälteintoleranz: https://flexikon.doccheck.com/de/Kaelteintoleranz (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen von DocCheck: Kältegefühl: https://flexikon.doccheck.com/de/Kaeltegefuehl (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen des Universitätsspitals Zürich (USZ): Eisfinger und Frostzehen – wie sie entstehen und was dagegen hilft: https://www.usz.ch/eisfinger-und-frostzehen-wie-sie-entstehen-und-was-dagegen-hilft/ (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen des Berufsverbands Deutscher Internistinnen und Internisten: Eisenmangel: Anzeichen und Symptome: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/eisenmangel/krankheitsbild.html (Abruf: 01/2026)
- Online-Informationen der Deutschen Rheuma-Liga: Weiße Finger: Das Raynaud-Syndrom – Ursachen, Diagnose, Therapie: https://www.rheuma-liga.de/rheuma/krankheitsbilder/raynaud-syndrom (Abruf: 01/2026)