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Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

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  • Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

    Im Moment arbeite ich mich durch eure Beiträge durch. Es ist sehr interessant aber zum Teil auch anstrengend. Wie schon mal geschrieben, habe ich von 2006 weg 7x relativ schnell bzw. kalt das Citalopram abgesetzt. Meistens habe ich im Frühling/Sommer abgesetzt und dann im Herbst/Winter wieder eindosiert.

    Durch das Cita nahm ich bis zu 20kg zu. Das war dann auch der Hauptgrund das Medikament wieder rasch abzusetzen.

    Letztes Jahr setzte ich Anfang Mai ab. Ende Juni, Anfang Juli fingen die Enzugs/Absetzsymptome diesmal sehr rasch an. Wobei bei mir immer auch berufliche und private Ereignisse mitreinspielen.

    3 Monate "kämpfte" ich gegen alle Reaktionen meines Nervensystems und des Körpers. Im Oktober versuchte ich dann für 4 Wochen Johanniskrautkapseln. Es wurde besser aber die Depersonalisationsgefühle wurden nicht besser. Aber ihr kennt es ja, ich war bei 2 Psychiatern - was soll den rauskommen als wieder Tabletteneinnahme, weil "Rückfall" usw. usw.

    Jetzt sind bereits wieder 6 Monate der Einnahme vergangen. Von Anfang der Einnahme weg betrieb ich weiterhin meinen Sport und ging von Dezember bis Februar fast 400km Wandern. Obwohl ich bis dato annähernd durch Sport und gesunde Ernährung 150.000 Kalorien eingespart habe, wurde ich wieder 20kg schwerer. Gut, seit Februar mache ich auch wieder Kraftsport, aber durch die Tabletten habe ich viel Körperwasser und Fett bekommen. Das ist das eine und das andere ist einfach, dass ich auch während der Einnahme der Tabletten schon so einen wider Willen gegen die Pilleneinnahme habe.

    Ich will einfach weg davon und beginne mit der effektiven, vorgestellten 10% Reduzierung mit der Wasserlösmethode. Meine Frau hat mal vor 10 Jahren auch ein Antidepressiva genommen und nach 1 Jahr ausgeschlichen. Seit dem nichts mehr und alles passt bei ihr.

    Das mit der Gewichtszunahme nervt mich am meisten trotz Sport und wirklich gesunder Ernährung. Würde ich nicht zunehmen wäre ich vielleicht entspannter gegenüber den Tabletten. War auch im März bei Psychiaterin, die mir dann nur ein anderes Präparat (Duloxetin) vorschlug. Ich habe die Tabletten Zuhause werde aber nicht wechseln. Ich will meinem ZNS nicht noch mehr antun.

    Ich hoffe so sehr, das ich mit der 10% Methode endgültig von den Antidepressivum wegkomme. Von den letzten 12 Jahren, habe ich 7 Jahre zusammengerechnet AD genommen.

    Ich habe mich speziell im letzten Jahr zwischen August und November sehr sehr sehr intensiv mit der Psychologie, meiner Psychologie beschäftigt. Habe viel geschrieben, viel YouTube, viele Foren gelesen, mit Betroffen kommuniziert und Bücher gelesen uvm.

    Ich fand mich einfach in keinem Krankheitsbild, nicht im Burnout, nicht in der Depression, nicht in Borderline oder Schizophrenie. Das war für mich eigentlich das frustrierenste, keine Diagnosse zu bekommen! Auch die Ärzte konnten nicht eindeutig sagen was ich habe. "Im Zweifel für die Pharmaindustrie"! Geben wir mal Pillen weil Rückfall und dann schauen wir weiter.

    Ich war nach dem Absetzen nie depressiv und auch nicht davor. Auch, als die Beschwerden anfingen, fühlte ich mich nicht Depressiv oder ausgebrannt.

    Vielmehr war ich wütend und später dann verzweifelt warum es mir immer wieder so geht. Akribisch versuchte ich rauszufinden, was denn meine Zustände hervorrief. Ich konnte immer gut schlafen und hatte keine Schlafprobleme. Wenn es aber trotz allem und der ganzen Recherchen einfach nicht besser wird, dann kann man schon mal leicht depressiv werden. Ich merkte aber alle Veränderungen an mir und verstand es einfach nicht was da immer passiert mit mir.

    Ich bin seit Jänner bei einer Tiefenpsychiologin. Hier versuchen wir einiges aufzuarbeiten und es tut mir sehr gut.

    Würde mich, wenn es eure Zeit erlaubt sehr über Antworten freuen. Diesen Monat werde ich 40. Ich will einfach ein neues Kapitel in meinem Leben endlich beginnen.

    Lg


  • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

    Ich weiß nicht ob du durch diesen Thread zu Ergebnissen kommst die noch nicht geschrieben wurden.

    Jeder reagiert anders, wodurch das was für den einen richtig ist für anderen noch lange nicht zutreffen muss.

    Ich habe immer ganz normal ausgeschlichen, mal mehr und mal weniger anschließende Probleme gehabt.
    Es scheint aber eine gar nicht so schlechte Besonderheit zu sein, dass mein Hirn anscheinend mögliche Absetzsymptome in keiner Weise mit dem abgesetzten Medikament in Verbindung bringt, von daher das Ganze auch nicht so eine Bedeutung bekommt und damit sicher leichter durchzuhalten ist.

    Dass die Medikamente bei dir nichts bringen muss aber nicht heißen dass im Sinne der Pharmaindustrie verschrieben wurde.
    Was viele nicht wissen, die Medikamente wirken bei ca. 50% der Patienten gut, beim Rest nur Partiell, oder bedingt bis gar nicht.
    Die sind also dazu verdammt andere Möglichkeiten zu suchen und sich statt mit einer Wirkung in erster Linie mit den NW herum zu plagen und auch zu lernen was zu den NW gehört und was zum Krankheitsbild, was oft gar nicht so leicht zu unterscheiden ist.

    Es ist bei dir so wie es ist, du kannst nicht mehr machen als extrem langsam auszuschleichen, weiter dein Ding durchziehen und zu schauen ob die NW alleine dem Medi geschuldet sind, oder vielleicht doch zum Teil dem Restbestand deines früheren Befindens.

    Du weißt ja dass man normalerweise die Medis eine längere Zeit nehmen sollte, nach Eintritt der Wirkung, auch wenn es einem wieder gut geht.
    Das Beispiel deiner Frau passt dazu wie die Faust aufs Auge, sie hat es noch eine ganze Weile genommen und gut war, das Gleichgewicht des Hirnstoffwechsels wurde wieder hergestellt.

    Nur liegt es nicht bei jedem am Hirnstoffwechsel, der auch einfach nur durch eine andere Ursache aus dem Tritt kommen kann.

    Wenn ich mich recht erinnere war das bei dir nie der Fall, dass du länger die Medis genommen hast, auch wenn es gewirkt hat kam es nie dazu das Medi nach Besserung der Symptome noch eine längere Zeit einzunehmen.
    Mag sein dass dies einer der Gründe dafür ist dass es bei deiner Frau so gut funktioniert hat, vielleicht hatte sie auch eine Episode und fertig, während es bei dir wiederkehrende Episoden sind.
    Da wäre es gut eine art Tagebuch zu schreiben, damit du besser beurteilen kannst wo das Problem liegt.
    Es bringt ja nichts Antidepressiva zu nehmen ohne Depressionen zu haben, allerdings ist es ja auch eines der Mittel der ersten Wahl bei Angststörungen.
    Versuch mal so ein Tagebuch zu führen, manchmal fallen einem dann mögliche Ursachen auf, wenn du alles auf einen Blick hast und vor allem auch den Rückblick.
    Stimmung, Befinden, in Verbindung mit den Aktivitäten, Medikamenten..........
    Versuch es mal, ich denke das würde dir eventuell Hinweise bringen können die hier im Forum nicht berücksichtigt werden (können).

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    • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

      Mein Hauptproblem ist die Gewichtszunahme trotz intensiven Sport und ausgewogener, gesunder Ernährung. Die Tabletten wirken ja bzw. Stabiisieren. Nur es ist egal was und wie ich es mache mein Körper lagert viel Wasser und Fett durch das Citalopram ein und damit habe ich ein Riesen Problem.

      Die Frage ist doch, sind diese wiederkehrenden körperl. und psychischen Symptome zeitverzögernde Absetzsymptome der Tabletten oder die Ursprungserkrankung/Thematik. Die Ärztin sagt halt das ist die Krankheit. Ich glaube das nicht. Im Forum www.adfd.org gibt es viele Betroffene, die erst durch einen langen Azsschleichprozess endgültig von den Antidepressiva wegkamen.

      lg

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      • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

        Die Frage ist doch, sind diese wiederkehrenden körperl. und psychischen Symptome zeitverzögernde Absetzsymptome der Tabletten oder die Ursprungserkrankung/Thematik.
        So genau wird dir das niemand sagen können, wenn die Absetzsymptome sich ähnlich äußern wie die Grunderkrankung.
        Ich denke in den meisten Fällen wird es zur Erkrankung gehören, aber eben nicht immer.
        Da dies auch nicht messbar ist, kannst du dem nur durch dein Empfinden auf die Spur kommen, ob du die Symptome schon mal hattest, wie sich die Erkrankung zeigt und ob das jetzt auch so der Fall ist oder nicht.
        Da kann ein Tagebuch auch sehr hilfreich sein, besonders im Rückblick.
        Eigentlich das Mittel mit dem man dann doch ein wenig messen kann woran es vielleicht liegt und was die Ärztin eben "nur" aus ihrer Erfahrung annehmen kann.

        Das mit den Absetzsymptomen ist ja auch sehr individuell und manchmal auch abhängig von der Grunderkrankung, genau wie die Erkrankung sehr individuell sein kann.
        Es gibt kaum allgemeine Aussagen, oder individuelle Erfahrungen, die generell zutreffen.

        Ich denke auch dass manche Menschen nur schwer von den Antidepressiva weg kommen, weil Absetzsymptome und noch vorhandene Erkrankung durcheinander geworfen werden,
        dann wird einfach alles dem Absetzen zugeordnet was in der Zeit an Befindlichkeiten auftritt.
        Wenn es Symptome sind die vor den Medikamenten schon mal in ähnlicher Form auftreten, dann wären sie wohl eher der Krankheit zuzuordnen.
        Da aber niemand ganz genau weiß wie jemand auf die Medikamente regieren kann, auf das Absetzen, besonders nach sehr langer Einnahm und was im Detail im Körper vor sich geht, können auch Ärzte nur aus den Studien und Erfahrungswerten sagen woran es wahrscheinlich hängt.
        Statistisch gesehen dürfte das dann auch meist zutreffen, was im ausscherenden Einzelfall aber auch nicht viel weiter bringt..

        Im Grunde ist es auch egal, da du das Medi ja so oder so absetzen möchtest und da bleibt nichts als es ganz langsam zu machen, falls Symptome auftreten nochmal zur letzten Dosis zurück zu kehren und es noch langsamer auszuschleichen.
        Viel mehr Einfluss kannst du da nicht nehmen, um Absetzsymptome zu vermeiden und das Absetzen möglichst individuell anzupassen.

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        • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

          So jetzt passt es und ich darf/möchte mir noch, nennen wir es "von der Seele" schreiben.

          Ungeachtet der Tablettenproblematik spielen bei mir/uns auch die berufliche- und private Situation sehr mit.

          Wie ihr schon in meinem Lebenslauf sehen konntet, waren auch ich/wir mit vielen Herausforderungen und Schicksalen in unserem Leben konfrontiert. Inwiefern diese Ereignisse meine Psyche unbeeinflusst haben, läßt sich nur schwer beurteilen.

          Fakt ist, dass wir viele Träume und Wünsche, die wir uns mit der Selbstständigkeit erhofften zu erfüllen, nicht realisieren konnten. Stattdessen mußten wir immer wieder große Schwankungen am Markt durchstehen. Leider butterten wir immer wieder, in der Hoffnung auf den durchschlagenden Erfolg Geld und Energie rein, und mußten auch durch die Währungskrise viel Geld verlieren.

          Anstatt durch das Geld aus dem Elternhausverkauf, eine solide finanzielle Basis für die eigene wohnliche Zukunft zu schaffen, deckte der Hausverkauf die Schulden knapp nicht ganz ab. Das hat mich im Nachhinein sehr zu schaffen gemacht. Seit 2014 hat meine (Adoptivmutter) Demenz. Auch da ist nichts mehr so wie es mal war. Auch in unserer 20jährigen Beziehung fühle ich mich in vielen Dingen und Situationen nicht mehr wohl.

          Beruflich befinden wir uns jetzt seit 2 Jahren unter sehr angespannten Verhältnissen. Hierbei werde ich mir noch heuer die Frage stellen müssen, ob wir so noch weiter machen wollen und können. Das belastet mich und meine Frau am meisten, und dadurch auch die Beziehung/Ehe. Es stehen schlicht und ergreifend einschneidende Lebensveränderungen an.

          Wie gesagt habe ich seit dem wir Selbstständig sind 7x Antidepressiva begonnen und damit wieder aufgehört, nur leider nicht anhaltend. Weil ich durch Das AD auch immer wieder sehr schnell an Gewicht zunehme, entwickelte ich einen regelrechten Wider Willen gegen diese schei.. Pillen. Es ist egal was ich mache und wenn ich 5.000 Kalorien am Tag verbrenne, nehme ich nicht ab sondern vielleicht noch zu. Wenn, dann macht mich das Depressiv!

          Ich befinde, mich selbst betrachtend, in einer echten Patsituation. Ich gebe zu, ich habe einfach zum einen Angst wie es beruflich weitergehen soll, und zum anderen, dass ich aus dieser Medikamentenspirale nicht mehr rauskomme.

          Ich Frage mich oft, sind es die Probleme, das Medikament und wie ich damit umgehe, dass ich mich mittlerweile auch mit dem Citalopram oft nicht mehr wohlfühle?

          Ich habe bereits so viele Bücher gelesen über Depression - Burnout - Angst usw. Alles habe ich mir reingezogen ( Foren, YouTube, schreiben, schreiben, unendlich viel niederschreiben).

          Ich bin nicht DEPRESSIV. Ich habe trotz allem Hoffnung, dass auch ich meine bleiernen Mäntel ablegen kann. Ich sehe mir gerne Sonnenuntergänge an, gehe gern Mountainbiken oder Wandern, verbringe gerne Zeit mit unserer jüngsten Tochter. Ich mag meine Arbeit mit Menschen noch immer und weiß, dass ich dadurch gutes vollbringe. Ich habe noch so viel vor in meinem LeIch

          IST SO JEMAND DEPRESSIV?

          Im Moment schwankt meine Stimmung oft unter Tage sehr. Am Morgen bis Mittag komme ich oft nicht so auf Touren. Nachmittags und am Abend geht's mir bestens auch weil ich zur Ruhe komme.

          Ich habe im Moment einfach soviel im Kopf. Es ist so ernüchternd und bitter, wenn man innerlich schon spürt, sich von Träumen, Zielen, vertrauten und lieb gewonnenen verabschieden zu müssen.

          Ich hoffe, dass mich das langsame Ausschleichen dabei helfen wird von den Citalopram wegzukommen.

          Trotz alledem Frage ich mich auch heute noch, ob es bei mir zeitversetzte Absetzsymptome in all den Absetzversuchen waren oder dich etwa eine psychische Erkrankung. Sofern es das letztere wäre, dann Frage ich mich was ich den für eine psychisch relevante Störung hätte.

          Lg an euch alle







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          • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

            Sofern es das letztere wäre, dann Frage ich mich was ich den für eine psychisch relevante Störung hätte.
            Zukunftsängste, Versagensängste, wobei da dir Frage ist ob das überhaupt eine Störung ist oder Realismus, als Störung wäre es dann wohl bei einer Angststörung einzuordnen.

            Den Eindruck depressiv zu sein hast du in keinem deiner Beiträge gemacht, vielleicht eher dass es Ängste und Überforderungen gibt und deine massiven sportlichen Aktivitäten und die viele Arbeit erinnern mich an den Weg eines Workaholics in die Leere.
            Vielleicht wird es besser wenn du berufliche Entscheidungen triffst, die für etwas mehr Absicherung sorgen und damit auch Sicherheit geben.
            Dein Leben nicht exzessiv sondern bewusst zu leben, nicht immer mehr Leistung sondern mehr Qualität, samt genug Zeit um diese auch zu genießen.

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            • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

              Hallo Natureboy

              Wenn ich mir Deine neueren Beiträge so durchlese, finde ich mich an vielen Stellen wieder:

              Ich bin nicht DEPRESSIV. Ich habe trotz allem Hoffnung, dass auch ich meine bleiernen Mäntel ablegen kann. Ich sehe mir gerne Sonnenuntergänge an, gehe gern Mountainbiken oder Wandern, verbringe gerne Zeit mit unserer jüngsten Tochter. Ich mag meine Arbeit mit Menschen noch immer und weiß, dass ich dadurch gutes vollbringe. Ich habe noch so viel vor in meinem LeIch
              Das könnten exakt meine Worte auch sein - jetzt mal abgesehen davon, daß ich einen Sohn und keine Tochter habe
              Nein, aber Scherz beiseite - wir hatten uns ja auch schon etwas ausgetauscht: Auch ich würde mich nicht als ursächlich depressiv bezeichnen, nicht mehr. Am Anfang hab ich die Diagnose geschluckt, weil sie der erste Impuls meines Hausarztes war und in dem Moment sicher auch zutreffend war. Schon mein Psychiater ist aber auf die Weite des Feldes nicht mehr so recht eingegangen, und so blieb es dann bei der Diagnose "leichte / mittelschwere Depression".

              Heute bzw. schon seit 1-2 Jahren bin ich davon überzeugt, daß es bei mir ursächlich eher Angst ist: Angst vor Veränderungen, Angst vor dem Älterwerden, Angst davor, Dinge im Leben verpaßt zu haben, Angst davor, bspw. in meinem Job festzusitzen; Angst, nichts vernünftiges mehr zu erreichen, weil ich schon alles erreicht habe. Aber vor allen Dingen Angst vor Veränderungen, weil der positive Ausgang von Veränderungen nie garantiert ist und ich unbewußt "gelernt" habe, daß Veränderungen auch unschöne, negative und sehr schmerzhafte Konsequenzen nach sich ziehen können.

              Wenn man kein Mittel dagegen hat, kann das zermürben. Erst recht, solange das alles unbewußt ist, man spürt, daß etwas mit einem nicht stimmt, man trotz aller Bemühungen aber die Ursache nicht findet. Man spürt in sich einen diffusen Zug in irgendeine Richtung, kann ihn aber entweder (noch) nicht benennen, oder ignoriert ihn, weil ein auf Sicherheit bedachter Teil der Psyche lieber an Bestehendem festhalten möchte.

              Lange Rede, kurzer Sinn: Unsere Psyche ist ein komplexes Konstrukt. Und ich denke auch, im eigentlich Sinne pathologisch DEPRESSIV bist Du nicht. Ich auch nicht. Aber ich bin ängstlich, und das ruft Zaghaftigkeit und Zögerlichkeit hervor, und das wiederum kann phasenweise zu depressiven Verstimmungen bei mir führen, bis ich sie wieder abgeschüttelt habe. Eventuell trifft etwas ähnliches auch auf Dich zu...?


              Bzgl. des Medikamenten-Absetzens:
              Nicht immer ist der direkte Weg der Beste!
              Soll heißen: Vielleicht wäre der Umstieg auf ein anderes AD wie Duloxetin oder Fluoxetin in einer geringen Dosierung hilfreich. Dafür mußt Du nicht ausschleichen oder wieder einschleichen, sondern mal mindestens das Fluoxetin (mein Medikament) kannst Du von einem Tag auf den anderen anschließen.
              Erstens läßt damit vielleicht schonmal die Nebenwirkung der Gewichtszunahme nach, weil Dein Körper ein anderes AD anders verstoffwechselt. Zweitens fällt Dir dann mit dem anderen Medikament auch das Ausschleichen leichter, weil der direkte Druck weg ist - wenn ein anderes AD Dir keine Gewichtszunahme beschert, kommt es nicht darauf an, ob Du zum Ausschleichen zwei Monate oder ein halbes Jahr brauchst. Das ließe Dich das Thema vielleicht etwas entspannter sehen - vom positive, erbaulichen Effekt auf der Waage ganz zu schweigen

              Denk mal drüber nach - was hast Du zu verlieren?


              Abschließend, nochmal ganz allgemein:
              Ich habe im Moment einfach soviel im Kopf. Es ist so ernüchternd und bitter, wenn man innerlich schon spürt, sich von Träumen, Zielen, vertrauten und lieb gewonnenen verabschieden zu müssen.
              Es ist heutzutage einfach so, daß wir Menschen in den modernen Industrie- und Wohlfahrtsgesellschaften vergleichsweise mehr zu verlieren haben als die Menschen in ärmeren Ländern oder eben auch vor 500 Jahren.
              Es geht uns im Schnitt viel besser als woanders bzw. früher, wir haben mehr Güter, mehr Statussymbole, mehr Erfolge, tagtäglich trichtern uns die Werbung, Nachrichten und Medien allgemein ein, was wir alles haben müßten, erreichen könnten, wo auf der Welt wir noch nicht waren, wie schön doch ein Eigenheim wäre, ein toller Sportwagen, usw. usw. usw. Ergo steigt innerlich unbewußt parallel auch der "Zwang", sich an die erreichten Dinge und Erfolge zu klammern, und es wächst die Angst, sie eines Tages loslassen zu müssen.

              Ganz banales Beispiel in einer ähnlichen Richtung:
              Wenn es auf der Welt nur zwei Smartphones zur Auswahl gäbe, wäre der Vergleich schnell gezogen und die Entscheidung schnell getroffen.
              Ist aber nicht der Fall: Es gibt Hunderte von Smartphones in allen Varianten, und kaum hat man sich schweren Herzens zu einer Entscheidung durchgerungen, erscheint von irgendeinem Hersteller schon wieder die nächste Generation. Und prompt kommen Gedanken und Sorgen hoch, man könnte sich falsch entschieden haben.

              Kurz:
              Unsere menschliche Psyche ist heutzutage schlicht überfordert, in beinahe jeder Situation jeden Tag. Weil einfach zuviele Entscheidungen zu treffen sind, scheinbar zuviel davon abhängt. Und währenddessen vergeht über all dem Trubel und Streß unsere Lebenszeit...


              Ich kann Dir leider keinen Ausweg bzw. kein Rezept zur Lösung anbieten - das suche ich selbst noch

              Ich bin aber immer noch und immer wieder fest davon überzeugt:
              Sich der persönlichen Umstände und all dessen, was einen bis zu diesem Punkt gebracht hat und warum, bewußt zu werden, ist ein erster wichtiger Schritt. Der nächste besteht darin, all das auch zu akzeptieren und zu lernen, die Ängste zuzulassen, gleichzeitig auch die Dinge loszulassen. Der dritte Schritt ist meiner Meinung nach dann, erste Veränderungen zu starten - behutsam hier und dort. Das ist der schwerste, da bin ich immer noch dran. Aber da hilft eben nur viel Ruhe und Geduld und Selbstliebe.


              LG, und denk mal über einen Medikamentenwechsel nach, um das Ausschleichen zu erleichtern und Dir etwas Druck zu nehmen

              Alex

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              • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                Ich will dich mal Fragen, wieso du wieder zu Citalopram greifst, wenn du mit pflanzlichen Mittel wie Johanniskraut auch ein gutes Ergebnis erzielt hast? Wieso probierst du dann nicht mehr in diese Wirkung wenn du auf verschreibungspflichtige Mittel verzichten willst? Natürlich ist es nicht so leicht gesagt wie getan, aber du hast diesen Schritt ja schon getan und es gibt noch effektivere Mittel wie Johanniskrautkapseln. Ich habe Sedariston genommen, was sich aus Johanniskraut und Baldrian zusammensetzt, damit konnte ich sehr gute Ergebnisse erzielen und ich denke, dass du damit auch die Depersonalisationsgefühle besser in den Griff bekommst. Besprich das doch mal mit deiner Ärztin, oft ist es nur die richtige Dosierung des Medikaments und man kann schon eine weit bessere Wirkung erzielen. Sedarston ist übrigens nicht verschreibungspflichtig und bekommst du ganz einfach in der Apotheke. Nebenwirkungen sind bei mir keine aufgetreten..

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                • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                  Da sollte man aber berücksichtigen dass Johanniskraut extrem viele WW hat, also keinesfalls einfach so nehmen während noch andere Medikamente, vor allem das Cita, genommen werden.

                  Kommentar


                  • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                    #tired

                    Bezüglich Sport kann ich nur soviel sagen. Ich war eigentlich immer schon sehr sportlich und begann mit 17 Jahren ins Fitnesstudio zu gehen. Zum Schluss 4x die Woche neben meiner beruflich bereits körperlich zum Teil anstrengende Arbeit. Normalerweise habe ich bzw. 99-102kg durchtrainiert. Seit dem ich wie gesagt vor 12 Jahren begonnen habe mit den AD, begann auch das Dilemma mit den Pfunden.

                    Weshalb ich dann auch verstärkt begann mit allem möglichen Sport dagegen zu halten. Aber die Citalopram bescherten mir trotzdem mehr Gewicht. Dies und natürlich eine Stabilisierung meines Befindens, ermutigten mich die Tabletten rasch (zu schnell vielleicht) abzusetzen.

                    Glaubt mir, wenngleich mir die Tabletten eine gewisse Stabilisierung brachten, so fühlte ich mich mit der Zeit nicht mehr wohl in meinem Körper. Was kann ich Essen, was tut mir gut nicht gut. Sport gezwungener maßen. Also von einen Drama ins nächste.


                    Kennt ihr das Antidepressiva-Forum www adfd.org. ?

                    Hier findet man so viele Beispiele von Menschen die sich beim Absetzen sehr schwer tun bzw. auch solche die es erst mit der Wasserlösmethode bzw. mit Tropfen endgültig geschafft gaben. Es ist im deutschsprachigen Raum das Forum mit den fundiertesten und reichhaltigsten Informationen rund um das Thema Antidepressiva/Neuroleptika/Benzodiazephine absetzen. Schau da mal rein.

                    @alex_77

                    Das mit dem Medikamentenwechsel sehe ich folgendermaßen. Ich habe die Duloxetin seit März Zuhause liegen, in der 30mg Version. Meine Frau meint auch ich soll sie nehmen. Vielleicht vertrage ich Sie ja besser und wirken sich positiv auf des Gewicht aus. Mag ja stimmen, aber Garantie kann mir keiner geben.

                    Trotz Gewichtszunahme sträube ich mich einfach gegen einen Medikamentenwechsel. Beim Cita habe ich die Sicherheit, dass ich es vertrage und bis auf das Gewichtsthema sonst keine erwähnenswerten Nebenwirkungen habe. Könnt ihr das nachvollziehen - ich will keine Versuche mehr in meinem zentralen Nervensystem machen! Ich kann leider nicht in die Zukunft schauen, weshalb ich auch sehr vorsichtig bin mit Experimenten.

                    Ich denke auch, das ich keine Depression habe oder Burnout. Am ehesten sehe ich mich ebenfalls mehr in der ängstlichen und sorgenvollen Schiene.

                    Wie schon geschrieben spielt der gesamte berufliche Werdegang und dessen Entwicklung massiv in alles rein. Mehr dazu aber das nächste mal.

                    Liebe Grüße an euch und schönen Abend.






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                    • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                      Könnt ihr das nachvollziehen - ich will keine Versuche mehr in meinem zentralen Nervensystem machen!
                      Kann ich gut verstehen

                      Da Du aber nicht zur Übertreibung in Sachen Medikamente neigst und Deine Dosierungen allesamt niedrig sind, denke ich nicht, daß die mittelbaren Auswirkungen auf Dein ZNS kritisch wären. Alle AD's, über die wir bisher gesprochen haben, sind grundsätzlich "harmlos", jedenfalls im Vergleich zu manch anderen Hämmern, auch außerhalb der psychiatrischen Therapie.

                      Nichtsdestoweniger kann ich insbesondere nachfühlen, daß Du keine große Lust auf etwaige Nebenwirkungen wieder über Tage und Wochen verspürst - und das kann man leider nie ausschließen. Ich bin zwar davon überzeugt, daß sich diese bei Dir bzw. jedem, der bereits ein artverwandtes AD nimmt, in starken Grenzen halten und nicht mit denen bei einer Ersteinnahme zu vergleichen sind. Aber ja, klar, die Befürchtung bleibt, daß man dann wieder ein paar Tage oder zwei Wochen unnötig in den Seilen hängt.

                      War wie gesagt nur ein Gedanke.

                      Wie schon geschrieben spielt der gesamte berufliche Werdegang und dessen Entwicklung massiv in alles rein.
                      Jepp, sehe ich genauso.
                      Und wie auch schonmal gesagt: Vergiß nicht, daß wir quasi in unserer Lebensmitte stehen - Stichwort "Mid-Life-Crisis".
                      Ich hab mittlerweile die Vermutung, daß es uns grundsätzlich nicht anders oder schlechter geht als Generationen von Männern (und Frauen) vor uns. Aber die Art und Weise der Bewältigung und die uns zur Verfügung stehenden Hilfsmittel haben sich geändert - im Guten wie im Schlechten.

                      Auch heute noch gibt es ja bspw. mehr als genug Männer, die ihren Frust am Leben und über vertane Chancen in Alkohol ertränken (und/oder gewalttätig werden). Das und die Ursachen von Alkoholismus sind heutzutage etwas bewußter geworden, auch der Zusammenhang zu Ängsten und Depressionen im allgemeinen. Und nicht zuletzt daher stehen uns ja heute eben auch wirksamere Alternativen als Alkohol zu Verfügung, wie bspw. AD.
                      Gleichzeitig ist aber die Welt um uns herum noch deutlich schnellebiger geworden. Früher fanden technologische und gesellschaftliche Veränderungen im Verlauf von Jahrhunderten und Jahrtausenden statt, heute innerhalb eines Jahrzehnts. Das destabilisiert und verunsichert zusätzlich: Nicht, daß man in der Mid-Life eh schon herumtaumelt und Schlagseite hat - viele feste Ankerpunkte gibt es heute nicht mehr - die Familie lebt selten an einem Ort, sondern ist berufsbedingt verstreut; von Großeltern, Onkeln und Tanten am Ort, maximal im Nachbardorf ganz zu schweigen; der Job und die arbeitsklimatischen Umfeldbedingungen verändern sich immer schneller; auch (gute) Freunde müssen flexibler sein und ziehen womöglich weiter weg, was den Austausch beim gemütlichen Feierabendbier erschwert; in Ruhe handschriftlich Briefe schreiben macht kaum einer noch, selbst ne SMS ist 2018 schon so was von out... (und auch Star Trek Discovery auf netflix ist nicht mehr das "alte" Star Trek im Sinne von Kirk, Picard, Cisco oder Janeway )

                      (Anmerkung am weiteren Rande: Einfach so aussteigen und zum kompletten Selbstversorger zu werden, ist aber auch nicht mehr so leicht. Schon bei der Stromerzeugung kommt man sich ganz schnell mit rechtlichen und behördlichen Vorgaben in die Quere, und das, obwohl bspw. die Sonne niemandem gehört, jedem uneingeschränkt zugänglich ist und damit Solarstrom eigentlich nichts sein dürfte, wo einem Staat und Gesetz viel vorschreiben dürften.)

                      Das alles macht es nicht leichter.
                      Und dann ist es bei Persönlichkeiten wie den unseren nicht mehr weit, bis verstärkt Gedanken, Sorgen und Ängste hochkommen.


                      Ich habe nur einfach immer noch die Hoffnung, daß das jetzt "einfach" meine 5-15 turbulentesten Lebensjahre sind und es ab spätestens 50 aufwärts dann langsam wieder von allein ruhiger und besser wird.
                      Bis dahin hilft (mir) nur ruhig bleiben, einen Schritt nach dem anderen zu gehen und durchaus auch jede Hilfe, Unterstützung und Anregung auf- und anzunehmen, die sich mir bietet bzw. angeboten wird. Das hat nichts mit Schwäche zu tun, eher mit Stärke. Denn es zeugt von meinem Lebenswillen und dem Willen, diese Phase bestmöglich zu durchschreiten.

                      LG,
                      Alex


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                      • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                        Hallo,

                        Ich muss mich hier einmal einklinken, Ich lese hier immer noch mit und ich finde es bewundernswert wie du Alex, dich immer wieder hier aus ganzer Seele einbringst und uns dein Herz öffnest..
                        Nur in einem Punkt bin ich aus eigener Erfahrung nicht ganz deiner Meinung, im Hinblick auf die Harmlosigkeit der Antidepressiva. Eine entsprechende Disposition zugegebener Maßen vorausgesetzt, in einem höheren Lebensalter und bei längerer Einnahme, können sie problematisch sein. Nach dem Absetzen hatte ich monatelang Ganzkörperjuckreiz, Nebenhöhlenentzündungen, zu viel Magensäure, Ödeme, schmerzhafte und geschwollene Knie, Nasenbluten, Hautausschläge, Schwindelattacken und jahrelange Schlafstörungen. Dies sind Dinge, die sich die Psyche nicht so einfach ausdenken kann,.die aber Leib und Seele sehr belasten, auch wenn man davon ausgehen kann, dass diese Erscheinungen irgendwann einmal verschwinden werden, wie auch bei mir, nach einer großen Anzahl von Jahren..

                        Mein Körper reagiert auch heute noch sehr sensibel auf jedes andere Medikament mit heftigsten Nebenwirkungen, was ich zuvor nicht kannte.

                        Ich will hier keine unnötigen Ängste schüren, vielleicht bin ich ja auch ein Einzelfall, , aber es ist nicht so, dass die Antidepressiva jeder verträgt und einfach absetzen kann ohne größere Probleme. Insoweit kann ich die Bedenken von Natureboy teilen.

                        Also bitte nichts für ungut, ich lese gern und viel in diesem sehr hilfreichen und kompetenten Forum.. Wo gibt es sonst noch so etwas? Wer macht sich heute noch die Mühe auf seelisch Krankheiten einzugehen, in den Arztpraxen oder auch anderswo?

                        VSV
















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                        • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                          Hallo VSV,

                          schön, mal wieder von Dir zu lesen Hab die Tage noch an Dich gedacht. Wie geht es Dir?

                          @Topic:
                          Ich denke schon nicht, daß AD harmlos sind. Vor allem, je höher die Dosierungen oder je spezieller das Medikament wird.
                          Ich denke aber schon, daß "übliche" AD's wie SSRI - Citalopram, Fluoxetin, Venlafaxin - in geringen bis mittleren Dosierungen auch nicht schädlicher sind als andere Medikamente auch, die man ggfs. Langzeit einnehmen muß. Auch Betablocker sind nicht unbedingt gut für den Körper, und Leute, die sich regelmäßig ne Aspirin gegen Kopfschmerzen einwerfen (müssen), bekommen mit der Zeit auch Probleme.
                          Natürlich ist eine Citalopram jetzt keine Aspirin und auch keine simple Magentablette, klar. Und individuell gesehen kann einem ein AD durchaus Ärger bereiten. Kann Dir aber beispielsweise auch mit ner Ibuprofen passieren, die sich auf den Magensäurespiegel auswirkt, oder mit Pantoprazol, dem mitunter nachgesagt wird, es könnte bei Langzeiteinnahme Depressionen begünstigen...
                          Und von echten Medikamentenhämmern wie Benzodiazepinen oder mit Morphium etc. brauchen wir erst recht nicht zu reden.

                          Daher meinte ich: "Im Verhältnis gesehen" sind solche SSRI's wie eben Citalopram oder Fluoxetin vergleichsweise harmlos.

                          Natürlich bin ich auch froh, wenn ich mein Fluoxetin irgendwann nicht mehr brauche. Aber im Augenblick ist eben leider noch so.


                          Liebe Grüße,
                          Alex

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                          • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                            Und von echten Medikamentenhämmern wie Benzodiazepinen oder mit Morphium etc. brauchen wir erst recht nicht zu reden.
                            Wobei ich durchaus ein "Benzo-Fan" bin, wenn man die Psychopharmaka miteinander vergleicht.
                            Ich denke sie sind wesentlich verträglicher als die meisten anderen Sachen, wenn da nur nicht das Suchtpotenzial wäre, was aber bei vernünftiger Anwendung vermieden wird und dann sind sie durchaus für manchen der reinste Segen, leider nur als Bedarf.;-)

                            Ich denke Wirkung und NW sind wirklich sehr individuell, an Naturboy sieht man ja was da möglich ist, auch wenn das Medi dafür nicht gerade bekannt ist und von VSV (freue mich auch sehr wieder von dir zu lesen) hört man es genauso.
                            Ich denke in der Regel sind solche Medikamente hilfreich, oder wirken eben nicht und damit ist es dann abgeschlossen.
                            Es gibt aber eben auch immer noch genug Leute die heftig darauf reagieren und es wurde in der Vergangenheit durchaus vernachlässigt, sich damit zu befassen.
                            Bei sehr individuellen NW wird es sogar manchmal regelrecht bestritten dass diese überhaupt möglich sind und worauf von den Ärzten und der Pharmaindustrie nicht eingegangen wird, dafür gibt es auch keine Erfahrungswerte bei den möglichen Lösungen.

                            Die Ärzte sind aber schon im Umdenken, immer mehr halten mittlerweile viel mehr individuelle Reaktionen für möglich, als es noch vor ein paar Jahren der Fall war.

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                            • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                              Ich glaube, dass viele Patienten, genauso wie Ärzte, die Wirkweise von Antidepressiva über bzw. auch unterschätzen.

                              Da ich solche Medikamente in den letzten 12 Jahren immer wieder einmal eingenommen habe, weiß ich auch um deren Wirksamkeit und deren Nebenwirkungen.

                              Bis auf das letzte Jahr, hatte ich beim Ausschleichen des Antidepressiva keinerlei Schwierigkeiten. Die 20 mg reduzierte ich alle vier Wochen um 10 milligramm und dann war Schluss.

                              Letztes Jahr war es anders. Bereits 6 Wochen nach Absetzen des Medikamentes, merke ich erste psychische und physische Reaktionen. Ich kann nicht behaupten, dass ich entgegen den letzten Jahren mehr Stress, Sorgen oder Ängste gehabt hätte.

                              Im Forum www.adfd.org könnt ihr sehr gut nachlesen, wie es vielen Menschen dabei gegangen ist, ihre Medikamente abzusetzen. Von den meisten Patienten und Ärzten werden die Schwierigkeiten beim Absetzen von Antidepressiva massiv unterschätzt. Entgegen landläufiger Meinung, kann es nach dem Absetzen auch noch nach Wochen und Monaten zu diversen körperlichen und psychischen Reaktionen kommen.

                              Fälschlicherweise werden diese Symptome vom einer Vielzahl von Ärzten, Psychiatern oder Therapeuten als Zeichen der Rückkehr der Ursprungserkrankung diagnostiziert. Dies trifft in vielen Fällen nicht zu.


                              Ich persönlich tue mir dabei sehr schwer, zu begreifen, wie das zentrale Nervensystem, Wochen oder Monate nach dem Absetzen des Medikamentes noch Entzugsreaktionen verursachen kann. Das ist das eine. Das andere Problem, welches auch mich immer wieder sehr trifft, ist die Gewichtszunahme. 20 Kilo in 6 Monate ist zurückzuführen auf das Antidepressivum, das hat sich eindeutig bewiesen.

                              Ich habe in dieser gesamten Zeit, durch Sport und ausgewogener Ernährung 150.000 Kalorien eingespart. 20 kilo mehr bedeuten aber, dass ich 140.000 Kalorien zu viel verbraucht hätte. Das gibt es einfach nicht. Also rund 300.000 Kalorien für Arsch und Friedrich. Würde ich durch das Antidepressivum nicht so zunehmen, wäre wahrscheinlich eine längere Einnahmedauer leichter zu akzeptieren.

                              Entgegen diverse Antworten in diesem Forum, bin ich schon der Meinung, dass eine zutreffende Diagnose, wesentlich dazu beiträgt seine Grunderkrankung heilen zu können. Prophylaktisch Antidepressiva zu verschreiben halte ich für sehr problematisch.

                              Ich glaube, Das viele Betroffene insgeheim oder unbewusst wissen, wo die Ursachen liegen, warum es einem so geht wie es ihm geht.

                              Im adfd.org Forum berichteten viele Betroffene, nachdem sie begonnen haben ihr Medikament mit ganz kleinen Schritten auszuschleichen, nämlich Reduzierung von 10 % der letztdosismenge jeweils immer nach 4 bis 6 Wochen, es erst geschafft haben, endgültig von ihrem Medikament wegzukommen.

                              Dies würde bei 20 mg bedeuten, dass der Ausschleichprozess an die 2 Jahre dauern würde. Viele haben es aber durch die 10% Methode geschafft und darunter sind sehr, sehr viele Betroffene, die Zuvor mehrmals am endgültigen Ausschleichen ihres Medikamentes gescheitert sind.

                              Ich frage mich daher ob dies auch mein Weg zum endgültigen absetzen sein wird.




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                              • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                Was ich noch anführen möchte ist folgendes. Ich bin mir durchaus über das Suchtpotenzial von Benzodiazepinen bewusst.

                                Jedoch glaube ich, dass es in vielen Fällen angebrachter wäre, vorab ein Beruhigungsmittel zu verschreiben, bevor man Antidepressiva verschreibt.Warum? Beruhigungsmittel in niedriger Dosierung, können laut Auskunft vieler Ärzte und Therapeuten ohne weiteres für zwei Monate eingenommen werden. Die Einnahme eines Beruhigungsmittel bewirkt eine unmittelbare Verbesserung der Beschwerden. Diesen unmittelbaren Effekt,glaube ich, darf man auf den Patienten nicht unterschätzen.

                                Antidepressiva dagegen wirken mitunter erst nach vielen Wochen und die Einschleichphase ist mit vielen unangenehmen und beschwerlichen Nebenwirkungen gepflastert.

                                Hier stellt sich mir einfach die Frage, ob eine Psychotherapie verbunden mit der Zugabe von Beruhigungsmitteln auf Dauer mehr Erfolg für den Patienten bringt als die Einnahme von Antidepressiva, welche ja auch nur dauerhaft Beschwerden, Emotionen, gleichgültiger machen, aber die Ursachen dahinter nicht heilen können.

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                                • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                  Wie gesagt, ich halte die Benzos auch für sehr hilfreich.

                                  Ich denke sie sind als längere Medikation aber nur bei bestimmten Problemen sinnvoll, gegen Depressionen werden sie kaum helfen, bei Angststörungen schon, aber ohne dass die Angststörung auch noch anders behandelt wird bringt es nicht viel, es sei denn es ist nur eine vorübergehende Episode.
                                  Zwei Monate ohne Sucht Gefahr halte ich für etwas hoch gegriffen, bei regelmäßiger, also täglicher Einnahme, würde ich da nicht über drei Wochen gehen.

                                  Benzos regulieren auch nichts im Hirnstoffwechsel, AD's schon, wenn also etwas aus den Fugen geraten ist bringen Benzos nicht viel, sie bekämpfen die Symptome können dafür sorgen dass man wieder Vertrauen fasst und dadurch da raus kommt.
                                  Ist der Hirnstoffwechsel nicht in der Reihe, dann sind AD's denke, ich sinnvoller.
                                  Besonders wenn jemand langfristig Probleme hat, also keine Phase sondern über Jahre immer wiederkehrend, sich auch verschlimmernd, wird die Wahl kaum auf Benzos fallen.
                                  Ich finde AD's machen die Emotionen nicht gleichgültiger, außer sie haben eine sedierende Wirkung und die haben die Benzos ja auch und ich denke AD können auch heilen wenn es etwas zu regulieren gibt, was Benzos nicht können.
                                  Das AD mit bestimmten Wirkungsweisen sich auf das Gefühlsleben auswirken habe ich ziemlich schnell gemerkt und lehne diese dann auch meist ab, besonders mittel bis hoch potente Neuroleptika (die ja auch oft als AD verschrieben werden) sind in der Beziehung für mich schwierig.
                                  Bei den AD die wenn überhaupt nur wenig beruhigen, habe ich noch nie das Problem mit solchen Missempfindungen gehabt, die kamen dann immer durch die Erkrankung selber.
                                  Benzos sind auch kein Mittel gegen Angststörungen und Depressionen, sondern nur ein Mittel gegen die Angst, also das Symptom.
                                  Viele sind dauerhaft auf ein Medi angewiesen, oder darauf dass der aus dem Takt geratene Hirnstoffwechsel wieder reguliert wird, wo dann die Benzos nicht ausreichen.

                                  Dass Benzos als alleiniges Medikament, über einen längeren Zeitraum, ein Fehlschlag sind, hat die Vergangenheit schon gezeigt.
                                  Denn weil sie genau so eingesetzt wurden sind sie so stark in Verruf geraten und werden auch deshalb immer noch nicht so gerne verschrieben.
                                  Wer über zwei Monate Benzos nimmt, der muss sie währenddessen mehrmalig erhöhen und wenn sie so gut wirken wie sie sollen, wird er nicht gerne davon lassen, die Sucht ist da und nach zwei Monaten eben genau dort wo sie am meisten zusetzt, im Kopf.

                                  Es ist aber auch so dass in vielen Fällen Benzos über diesen Zeitraum gegeben werden und es schließt sich immer ein Entzug an, was dann auch Ausschleichen genannt wird und nicht immer problemlos klappt, körperliche Entzugserscheinungen durch Benzos sollen mit die unangenehmsten sein, habe ich mal gehört.


                                  Und du hast du recht Natureboy, da ist eine genaue Diagnose wichtig, durch die man weiß welches Medikament, bzw. welche Therapie nötig ist, ob man wegen der Situation Probleme hat, wegen seinen Erfahrungswerten, oder weil körperlich etwas aus dem Tritt geraten ist.
                                  Es gibt nicht das mildeste Medi, das man nehmen sollte, sondern die Medis die zur Diagnose und Prognose passen.
                                  Nur oft können keine Diagnosen gestellt werden die unumstößlich sind, sondern sich verändern je mehr der Arzt/Therapeut über den Patienten erfährt, ein längerer Prozess bei dem man auch wieder die Medikation anpassen muss.
                                  Mal davon abgesehen dass sie oft nicht so wirken wie sie sollten und deshalb ein längerer Prozess der Suche beginnt, des Probierens und kombinierens.

                                  Man kann auch die Benzos weder den AD noch den Neuroleptika gegenüberstellen, im Sinne einer Entscheidung für ein Mittel, man kann sie alle nur der Diagnose entsprechend einsetzen unter der Berücksichtigung was an Wirkmechanismen gewünscht ist und auch für wie lange es wahrscheinlich nötig wäre.
                                  Oft sind ja auch noch mehrere Mittel nötig.

                                  Ich denke die Forschung steht da aber noch ganz am Anfang, gerade weil sie die Wirkweisen teilweise nur im Ansatz durchschaut hat und deshalb AD oft einfach nur Zufallsprodukte sind.
                                  Bessere Medikamente und Wirkweisen, weniger NW, werden wir dann bekommen wenn die Wissenschaft versteht was da wie und worauf wirkt, bis dahin wird es ein individuelles Experiment bleiben, für jeden der mit einem dieser Medikament beginnt und nicht zum Durchschnitt gehört.

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                                  • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                    Die aktuellen AD haben sich in den letzten 30 Jahren nicht weiterentwickelt. Und in vielen Doppelblindstudien könnte eindeutig bewiesen werden, das bei leichten und mittelgradigen Depressionen Plazebo annähernd die gleiche Wirkung haben wie Antdepressiva. 95 % der Menschen werden Fett von den Tabletten. Es wird eine Pattsituation hergestellt und SSRI blockieren die Serotoninrezeotoren ( selektive Serotonin reuptake inhibator).

                                    Ich habe 7x aufgehört und letzten November das 8x wieder angefangen. Also wo ist dann mein beschissenes Problem. Sorry aber ich habe schon so die Schnauze voll von dem immer wiederkehrenden Tabletten nehmen.

                                    Sind wir uns doch ehrlich. Wennst beim Psychiater bist, gehst nach 30min mit einem Rezept für viele schöne Pillen nachhause und einer Diagnose laut DSM oder ICD-10.

                                    Ich habe 5 Wochen Benzos zu AD beim Einschleichen genommen und problemlos damit aufgehört. Habe allerdings 3mg Gesamt Bromazepan genommen und bereits nach einer begonnen zu reduzieren.

                                    Lg

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                                    • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?


                                      Sind wir uns doch ehrlich. Wennst beim Psychiater bist, gehst nach 30min mit einem Rezept für viele schöne Pillen nachhause und einer Diagnose laut DSM oder ICD-10.
                                      Sicher teilweise richtig, ich kenne aber auch welche bei denen es anders ist und meinem ist es im Prinzip wurscht, er verschreibt nur wenn es auch Sinn macht.

                                      Es stimmt nicht dass die AD sich nicht weiter entwickelt haben, sie sind sehr viel verträglicher geworden, kein Vergleich zu vor zwanzig oder dreißig Jahren.
                                      Da gab ist gerade in den letzten Jahren große Fortschritte, vor allem die NW betreffend.
                                      Die neue Genration gibt es noch gar nicht so lange, die alte Generation der AD hatte wesentlich mehr, häufigere und schwerere NW.

                                      Sicher, dir ist es damit nicht gut gegangen, dennoch geht es sehr vielen gut damit.
                                      Das ist ja das Problem, die individuelle Variante.
                                      Dazu kommt ja noch dass AD auch nicht alle gleich sind, du sagst selber du hast keine Depressionen, für schwer Depressive oder auch mittelgradige depressive die dauerhaft unter der Krankheit leiden, sind sie oft überlebenswichtig.
                                      Selbst bei Schmerzmitteln scheint es so zu sein dass bis zu 70% der Wirkung ein Placeboeffekt sind, aber es wirkt dennoch besser als anderes.

                                      Bei AD ist ja auch bekannt dass sie nicht bei jedem wirken und auch nicht bei jedem gleich verlässlich, anderen retten sie wieder das Leben.

                                      Zu den Benzos, also wenn ich Benzos bekäme, bis es besser wird, dann würde es nicht funktionieren.
                                      Ich denke auch dass bei Problemen wo Benzos gegeben würden um eine Therapie überhaupt machen zu können, die Dosis weitaus höher sein müsste und wenn ein Arzt z.B. Diazepam verschreibt, dann erhöht sich die Dosis mit der Zeit ohne dass man die netto genommene Dosis erhöht.
                                      Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, wenn man das braucht dann sind 10mg nichts und nach recht kurzer Zeit will der Körper mehr um eine gute Wirkung zu spüren.

                                      Ich würde auch nicht die Wichtigkeit oder Unwichtigkeit der AD daran messen dass Leute damit Probleme haben, das ist unbestritten.
                                      Ich denke auch AD ohne Wirkung gegen Ängste machen im Notrmalfall auch nicht fett, man kann nicht alle AD einfach mal so über einen Kamm scheren.
                                      Wir werfen hier auch unterschiedliche Wirkweisen und Erkrankungen durcheinander, denn ich kann mir nicht vorstellen dass Benzos für einen Depressiven irgendeinen Sinn machen, es sei denn er ist Suizidal.
                                      Benzos statt ein AD zu geben wird nicht wirklich weit bringen, schon alleine den Antrieb betreffend, ergänzend sind sie aber manchmal wieder sinnvoll.
                                      Es macht erst richtig Sinn wenn Ängste oder Panik eine Rolle spielen und das ist ja nur ein Nebenprodukt der AD, dass sie auch dagegen verschrieben werden können und bei andauernden starken Ängsten kommt man mit Benzos auch nicht weit, weil man sie nicht lange genug nehmen darf, außer als Bedarf u.a. weil dann auch recht hohe Dosen nötig werden.

                                      Ich persönlich würde auch meinen dass die Absetzerscheinungen der Benzos durchaus mit denen der AD mithalten können, also wäre dann für jene die es trifft auch nichts gewonnen, außer man könnte da eine individuelle Strategie entwickeln, was aber die Ärzte und Kassen überfordern würde.

                                      Aber wenn sich die Forschung auf diesem Gebiet weiterhin so ran hält wie in den letzten 10 bis 15 Jahren, nicht nur auf Medikamente bezogen aber auch, dann wird sich noch einiges tun was uns Patienten zugute kommt.
                                      Seien es nun Therapieformen, die Einstellung der Psychiater oder die Medikamente und ihre negativen Effekte.

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                                      • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                        Der Link ist vielleicht ganz interessant:

                                        https://www.aerzteblatt.de/nachricht...er-als-Placebo

                                        Dass ein Placebo genauso wirksam ist kann ich mir nicht vorstellen, aber dass es bei der Wirkung Probleme geben kann ist nicht neu.
                                        Nachdem was ich darüber gelesen habe schwanken die Schätzungen zwischen 30 und 50%, was meiner Meinung nach aber zum Teil auch an der Ursache der Erkrankung liegen kann, oder den Besonderheiten der Patienten, die eine Wirkung blockieren, möglicherweise besteht auch kein Ungleichgewicht und dann kann natürlich auch kein Medikament etwas ins Gleichgewicht bringen, was gar nicht aus dem Gleichgewicht ist.
                                        Man weiß es nicht, das Gehirn und seine Funktionen sind immer noch eine teilweise vollkommen unbekannte Welt.
                                        In den Studien geht es aber um Depressionen, eine Angststörung ist ja wieder was anderes.
                                        Bei dir ist es ja so dass du durch Cita zunimmst, nun ist Cita dafür nicht gerade bekannt und die allermeisten nehmen dadurch nicht zu, also ist es etwas ungerecht zu sagen Antidepressiva machen fett, zumal es eben auch die gibt die nicht sedierend/beruhigend wirken und sich damit auch nicht auf den Darm auswirken.
                                        Bei manchen ist es so, bei anderen überhaupt nicht und bei den nächsten kommt es in Ausnahmefällen vor.

                                        Dass 95% der Leute fett von AD werden, das halte ich für sehr stark übertrieben und überhaupt nicht realistisch und wie gesagt, da muss man auch unterscheiden zwischen den unterschiedlichen AD.
                                        Bei Mirtazapin das gegen Angst eingesetzt wird es wohl stimmen, bei Cita sicher nicht und wenn es eben nicht um Ängste geht sondern um reine Depressionen, eine beruhigende Wirkung nicht nötig ist, dann werden die wenigsten durch ein AD zunehmen.

                                        Du hast Pech gehabt, das ist wirklich schade, aber ich finde pauschalisieren kann man das nicht.

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                                        • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                          Schau nach diejenigen die in Foren schreiben haben als Hauptproblem Gewichtszunahme. Gute Nacht.

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                                          • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                            Ja, aber in Foren schreiben meist jene die Probleme haben und die anderen nicht.
                                            Ich denke die meisten davon haben auch eine Angststörung und haben AD genommen die eben auch gegen diese helfen, wo ja niemand bezweifelt dass dann Gewichtszunahmen eintreten.
                                            Es kommt auf das AD an, man kann das nicht auf alle beziehen, es wäre ja schlimm wenn alle mit Depressionen dick werden würden, so ist ja nun auch nicht.
                                            Auch bei AD die gegen Ängste wirken, bzw. bei denen Gewichtszunahmen bekannt sind (steht dann auch immer im BZ) ist es unterschiedlich, eben nicht pauschal zu sagen.

                                            Ja, gute Nacht.

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                                            • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                              Sicherlich ist es so, das natürlich nur ein Bruchteil jene Menschen, die Antidepressiva, neuroleptika und dergleichen einnehmen, in Internetforen schreiben.

                                              Rechnet man Deutschland und Österreich zusammen, wird man ca auf 5000000 behandlungsbedürftigen menschen mit psychischen Erkrankungen kommen.

                                              Natürlich relativiert sich dass, wenn angenommen zwei Millionen Menschen davon ein Antidepressivum einnehmen, auch nicht alle mit Gewichtszunahme zu kämpfen haben.

                                              Das Schwierige an der Sache ist halt einfach herauszufinden, ob ein anderes Antidepressivum in puncto Gewichtszunahme eine bessere Wirkung hätte.

                                              Die Gretchenfrage ist daher, ob ich es wagen soll das Präparat zu ändern oder langsam und bedächtig das bestehende Medikament über einen längeren Zeitraum auszuschleichen.

                                              Mit meiner ernährungsumstellung habe ich es in einer Woche geschafft, schon mal drei Kilo abzunehmen. Vielleicht geht es ja jetzt in eine richtige Ri

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                                              • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                                Da hast du recht, ich drück dir Daumen dass das Gewicht weiter runter geht.

                                                Wenn nicht muss du dir überlegen ob ein anderes AD überhaupt für dich Sinn macht, ob du denkst dass du es brauchst und dann danach entscheiden.

                                                Ich kenne das mit der Gewichtszunahme übrigens auch, aber eben nicht generell bei den AD, ich hatte auch viele die diese Wirkung nicht hatten.
                                                Ein bisschen Glück ist leider auch immer dabei, was einen trifft und von was man verschont bleibt und wenn das AD nicht zwingend nötig ist, bleibt nur die Abwägung der Vor und Nachteile.

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                                                • Re: Citalopram richtig absetzen-wer hat es geschafft?

                                                  Wirkung AD:
                                                  Das Hauptproblem an den AD ist nach wie vor, daß ein spezifisches Medikament nur in rund 50-66% der Fälle halbwegs wirksam ist. Gleichzeitig macht man als Angstgestörter und Depressiver trotz Medikament oft genug immer noch mit schwereren Phasen herum, und da stellt sich dann (bei mir jedenfalls) immer gleich wieder die Frage: Liegt es jetzt daran, daß das Medikament nicht richtig wirkt? Oder ist das eben einfach mal wieder ne lokale Stimmungssenke?
                                                  Wenn dann eben noch die erwähnten NW hinzukommen, ist das Vertrauen schnell wieder am Wackeln.

                                                  Auf jeden Fall habt ihr mich jetzt doch wieder etwas nachdenklicher gemacht... *Kopf-kratz* Hab meine Dosis mal probeweise von 20 auf 15mg weiter abgesenkt und werde mir auch das jetzt erstmal wieder für 2-3 Monate in Ruhe ansehen. Dann steht schon langsam der Herbst wieder vor der Tür; denke, über die dunklen Jahreszeiten hinweg mache ich dann erstmal keine weiteren Reduzierungsexperimente. Wenn ich bis nächsten März/April mit den 15 hinkomme, ist das zusammen mit den 20 ne sehr lange Zeit auf ner niedrigen Einstiegsdosis. Und dann kann ich über den nächsten Sommer hinweg nochmal 5 mg runtergehen. Und dann muß ich mal weitersehen, wie ich <10 mg weitermache - evtl. führt dann an der 10%-Methode kein Weg vorbei.

                                                  Gleichzeitig müssen aber eben auch die Rahmenbedingungen irgendwie passen... Mein Job macht mir nach wie vor wenig Spaß; nach Pfingsten jetzt plus zwei zusätzliche Urlaubstage bin ich heute Morgen wirklich kaum aus dem Quark gekommen, und auch den Vormittag im Büro über beschäftige ich mich mehr mit Nebensächlichkeiten und anderen Dingen als meiner eigentlichen Arbeit... Leider ist nur auf dem Stellenmarkt grad nix vernünftiges in Aussicht :/

                                                  Die Gretchenfrage ist daher, ob ich es wagen soll das Präparat zu ändern oder langsam und bedächtig das bestehende Medikament über einen längeren Zeitraum auszuschleichen.
                                                  Sagen wir mal so:
                                                  Es zwingt Dich ja niemand, die Entscheidung jetzt geschweige denn ein für allemal abschließend zu treffen
                                                  Du kannst ja heute sehr wohl sagen "Kein anderes Präparat, keine Experimente". Und wenn Du in zwei Monaten nicht zufrieden bist mit der Langzeit-Entwicklung, kannst Du immer noch wechseln. Vielleicht wechselst Du auch erst, wenn Du bei 10 mg angelangt bist und sich damit auch die potentiellen NW des anderen Präparats in überschaubareren Grenzen halten.

                                                  Lebensphasen und Krisen wie die unseren - ich schreibe hier mal wieder bewußt nicht von "Krankheiten"! - sind nunmal auch dadurch geprägt, daß sie sich verändern. Genau, wie das Leben als Ganzes. Ergo sollten wir auch nicht immer versuchen, alle unsere Entscheidungen für heute und alle Ewigkeit in Stein zu meißeln - was heute und bis übermorgen noch ok und absolut richtig ist, kann in zwei Wochen schon wieder überholt sein.

                                                  Also:
                                                  Versuche, so gelassen und flexibel mit der Situation umzugehen, wie möglich

                                                  Drücke Dir weiterhin fest die Daumen; Du kriegst das hin

                                                  LG,
                                                  Alex

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