Das Bild zeigt eine Frau, die eine Tasse Tee in den Händen hält.
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Kräutertee im Test: Diese Sorten sind frei von Schadstoffen!

Egal ob Pfefferminze, Fenchel, Kamille oder bunte Mischungen – Kräutertees sind bei den Deutschen sehr beliebt. Nicht nur, um den Durst zu löschen oder einfach mal die Seele baumeln zu lassen: Viele erhoffen sich davon auch eine positive Wirkung auf die Gesundheit. So hat wahrscheinlich jeder schon mal einen Kamillentee bei Halsschmerzen oder Fencheltee bei Magenproblemen getrunken.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Kräutertee im Test: Diese Sorten sind frei von Schadstoffen!

Aber haben Kräutertees ihr gesundes Image auch wirklich verdient? Stiftung Warentest hat nun insgesamt 64 Teesorten auf Schadstoffe geprüft, zum Beispiel auf Pestizide und Gifte aus Wildkräutern.

Das Ergebnis: Etwa jeder zweite Kräutertee konnte überzeugen. Vor allem bei den Fenchel­ und Pfefferminztees gibt es hinsichtlich der Schadstoffbelastung viele sehr gute Produkte.

In einigen Teesorten fanden die Tester allerdings einen hohen Gehalt bedenklicher Substanzen. Besonders der Kamillentee der Firma Kusmi Tea ist bei dem Test negativ aufgefallen. Endnote: Mangelhaft. Der Grund: Dieser Kamillentee enthielt bedenklich hohe Werte des Pflanzengifts PA (Pyrrolizidinalkaloide). Mit nur einem Beutel überschritt der Kusmi Tea Kamille den Grenzwert, der noch als wenig bedenklich gilt, um das 380-Fache.

Auch in anderen Teesorten konnte Stiftung Warentest einen erhöhten Gehalt an Pyrrolizidinalkaloiden nachweisen – zum Beispiel in

  • den Kamillentees von Teekanne, Pukka und dem "Westminster Tea" von Aldi (Nord)
  • sowie in den beiden Kräutermischungen "Kings's Crown Kräuter-Symphonie" von Rossmann und "8 Kräuter" von Teekanne.

Wie kommen Pyrrolizidinalkaloide in den Teebeutel?

Bei den Pyrrolizidinalkaloiden handelt es sich um natürliche Inhaltsstoffe vieler Wildkräuter. Damit schützen sich die Pflanzen vor Fressfeinden. In Lebensmitteln sind sie aber eher unerwünscht, schließlich können sie in hoher Dosierung zu akuten Leberschädigungen führen.

Gerade zwischen den hochwachsenden Kamillenpflanzen können sich diese Wildkräuter leicht verstecken und werden dann fälschlicherweise mit geerntet.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung empfiehlt Eltern daher, ihren Kindern nicht ausschließlich Kräutertees und Tee anzubieten. Auch Schwangere und Stillende sollten Kräutertees und Tee abwechselnd mit anderen Getränken konsumieren.

So hat Stiftung Warentest getestet

Insgesamt wurden 64 Kräutertees auf unterschiedliche Schadstoffe untersucht, darunter

  • 15 Fencheltees (6 mit Biosiegel),
  • 18 Pfefferminztees (4 mit Biosiegel, 1 Arzneitee),
  • 15 Kamillentees (2 mit Biosiegel, 3 Arzneitees)
  • und 16 Kräuterteemischungen (4 mit Biosiegel).

Die wichtigsten Punkte bei der Analyse der Schadstoffbelastung war der jeweilige Gehalt an

  • Pyrrolizidinalkaloiden,
  • Pestiziden
  • und Anthrachinon.

Kamillentee und Kräuterteemischungen wurden außerdem noch auf Nikotin überprüft.

Wissenswertes: Kräutertee ist eigentlich kein Tee

Pflanzliche Mischungen wie Pfefferminz-, Kamillen-, Rooibos-, Kräuter- oder Früchtetee sind eigentlich kein Tee im engeren Sinn, da sie nicht aus dem Teestrauch gewonnen werden. Hier spricht man daher von teeähnlichen Erzeugnissen.

Das sind die Ergebnisse und Testsieger

Die gute Nachricht zuerst: 14 der 15 getesteten Fencheltees schnitten mit „sehr gut“ ab! Lediglich der Fencheltee der Marke Marco Polo kam nur auf ein „befriedigend“.

Auch die meisten Pfefferminztees sind nach Meinung von Stiftung Warentest empfehlenswert: Vor allem die Sorten von Alnatura und Sidroga konnten mit einer sehr geringen Menge an Schadstoffen überzeugen.

Kräuterteemischungen und Kamillentees schnitten insgesamt etwas schlechter ab. Testsieger in der Kategorie Kräuterteemischungen wurde das Produkt „Bio Kräutergarten" des Tee Handelskontor Bremen. Note: 1,0!

Bei den Kamillentees konnte nur ein Produkt punkten: Der Kamillentee von Meßmer enthielt vergleichsweise wenige Schadstoffe und wurde mit „gut" bewertet. Bei allen anderen Produkten wurden entweder zu viele Pyrrolizidinalkaloide oder zu viele Pestizide nachgewiesen.

Kamillentee: Diese Produkte enthalten die wenigsten Schadstoffe

Produkt Preis pro 100 g (€) Endnote
Meßmer Kamille 4,50 gut (2,0)
Lebensbaum Kamille 6,65 befriedigend (2,7)
H&S Kamillenblüten Nr. 21 10,70 befriedigend (2,8)
Edeka Gut & Günstig Kamille 1,47 befriedigend (3,0)
Lidl Lord Nelson Kamille 1,47 befriedigend (3,0)

Kräuterteemischungen: Diese Produkte enthalten die wenigsten Schadstoffe

Produkt Preis pro 100 g (€) Endnote
Tee Handelskontor Bremen Bio Kräutergarten 7,45 sehr gut (1,0)
Aldi Süd Westcliff Kräuter-Genuss 1,78 gut (1,6)
Tee Gschwendner Gourmet Kräutertee Nr. 1237 8,75 gut (1,6)
Penny 9-Kräuter Tee 1,78 gut (1,8)
Teehaus 9 Kräuter 3,30 gut (2,4)

Pfefferminztee: Diese Produkte enthalten die wenigsten Schadstoffe

Produkt Preis pro 100 g (€) Endnote
Alnatura Pfefferminz Tee 4,15 sehr gut (1,5)
Sidroga Pfefferminzblätter 12,20 sehr gut (1,5)
Aldi (Nord) Westminster Tea Pfefferminze 0,98 gut (2,0)
Dennree Pfefferminz Tee 4,30 gut (2,0)
dm Bio Pfefferminz Tee 3,85 gut (2,0)

Fencheltee: Diese Produkte enthalten die wenigsten Schadstoffe

Produkt Preis pro 100 g (€) Endnote
Alnatura Baby Fenchel Tee 4,15 sehr gut (1,0)
Herba Fenchel 1,40 sehr gut (1,0)
Hipp Bio-Fenchel-Tee 4,85 sehr gut (1,0)
Penny Fenchel Tee 1,19 sehr gut (1,0)
Rossmann Babydream Bio Babytee Fenchel 2,75 sehr gut (1,0)