Baby wird mit Priorix gegen MMR geimpft.
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Priorix-Impfung gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR)

Der Priorix-Impfstoff dient dem Schutz gegen Masern-Mumps-Röteln (MMR) und wird ab einem Alter von zehn Monaten verwendet. Auch Erwachsene und Jugendliche können den Impfstoff erhalten. Alles Wichtige zu Priorix und der MMR-Impfung.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

MMR-Impfung bei Kindern und Erwachsenen

Die MMR-Impfung dient zum Schutz gegen die Infektionskrankheiten Masern, Mumps und Röteln. Gerade Masern ist eine der ansteckendsten Infektionskrankheiten und kann bei Kindern sowie bei Erwachsenen zu schweren Komplikationen führen. Da sie sich weiterhin in Deutschland verbreiten und die Anzahl der Fälle wieder zunimmt, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) generell zu einer Masern-Schutzimpfung.

Seit 2018 sind in der EU keine Einfach-Impfstoffe gegen Masern mehr erhältlich. Es kann demnach eine dreifach-Impfung gegen MMR oder eine vierfach-Impfung gegen MMRV (zusätzlicher Schutz gegen Windpocken) verabreicht werden. Der Vorteil eines solchen Kombinationsimpfstoffes ist, dass weniger Einzelimpfungen stattfinden müssen, was auch die Häufigkeit möglicher Nebenwirkungen reduziert. Die Mehrfach-Impfungen sind im Normalfall genauso wirksam wie Einzeldosen.

Erwachsene, die nach 1970 geboren sind und keine oder nur eine Masernimpfung in der Kindheit erhalten haben, sollten sich laut der STIKO gegen Masern impfen lassen. Sie können ebenso eine MMR-Impfung erhalten. Beschäftigte in Kindergärten, Schulen oder anderen Gemeinschaftseinrichtungen müssen zweimal gegen Masern geimpft oder nachweisbar immun sein.

Generell wird empfohlen, dass Babys und Kleinkinder eine MMR-Impfung im Alter von 11 bis 14 Monate erhalten und eine zweite Auffrischimpfung frühestens vier Wochen nach der ersten Impfung.

Priorix-Impfstoff gegen MMR

Priorix ist ein Lebendvirusimpfstoff zur Vorbeugung gegen die Infektionskrankheiten Masern, Mumps und Röteln. Die Impfung enthält lebende Viren, die attenuiert sind. Das bedeutet, dass ihre Virulenz (Fähigkeit, eine Erkrankung hervorzurufen) vermindert worden ist. Die Viren sind dennoch in der Lage, im Körper eine Immunantwort und somit die Bildung von Antikörpern auszulösen. Hergestellt werden die Viren des Priorix-Impfstoffes teilweise in embryonalen Hühnerzellen, teilweise in menschlichen Zellen. Der Priorix-Impfstoff wird gekühlt, im Dunkeln und geschützt von Frost gelagert. Er ist so zwei Jahre haltbar.

Kinder können ab dem vollendeten neunten Lebensmonat mit dem Priorix-Impfstoff geimpft werden. Ist eine Impfung innerhalb des ersten Lebensjahres notwendig, zum Beispiel aufgrund von Reisen in ein Endemiegebiet oder einer Ausbruchsituation von Masern), sollte eine Auffrischimpfung im zweiten Lebensjahr erfolgen. Die zweite Dosis sollte einen Abstand von drei Monaten zur Erstimpfung nicht überschreiten, mindestens aber einen Abstand von vier Wochen haben, um eine vollständige Schutzwirkung zu erzielen.

Personen, die vorher einen anderen Einzel- oder Mehrfach-Impfstoff erhalten haben, können trotzdem mit Priorix geimpft werden. Ausgenommen sind schwangere Frauen, sie dürfen nicht mit Priorix gegen MMR geimpft werden. Während der Stillzeit sind Nutzen und Risiko abzuwägen, es liegen nur begrenzte Erfahrungen vor.

Mögliche Nebenwirkungen des Priorix-Impfstoffes

Verschiedene Nebenwirkungen können nach der Priorix-Impfung auftreten. Sehr häufig (eine von 10 Personen) oder häufig (eine von 100 Personen) können vorkommen:

  • Infektion der oberen Atemwege
  • Hautausschlag
  • Rötung der Einstichstelle
  • Fieber (rektal gemessen über 38 Grad Celsius; oral oder unter der Achsel über 37,5 Grad Celsius)

Gelegentlich sind Beschwerden wie Appetitlosigkeit, Mittelohrentzündung, Schlaflosigkeit, Durchfall oder Erbrechen möglich. Mit einer Häufigkeit von 1 pro 10 Millionen verabreichten Impfdosen kann es in sehr seltenen Fällen zu einer Enzephalitis kommen. Das Risiko, durch den Priorix-Impfstoff eine Gehirnentzündung zu entwickeln, ist sehr viel geringer, als durch eine natürliche Erkrankung eine Enzephalitis zu bekommen.