Zink: Anwendung und Nebenwirkungen

Allgemeines

Zink in Form seiner verschiedenen Salze wie Zinkoxid oder Zinksulfat hat sowohl äußerliche wie innerliche Anwendungsgebiete.

  • Äußerlich dient der Wirkstoff - meist als Zinkoxid - zur Behandlung von nicht nässenden, nicht infizierten Hautschäden, die mit Rötung, Juckreiz oder Schmerzen verbunden sind. Dazu gehören oberflächliche Hautverletzungen, Hautausschläge, Windpocken, Nesselsucht, Unterschenkelgeschwüre, Insektenstiche und Intertrigo. Auch bei normalen Entzündungen der Haut und Haarbälge, beim seborrhoischen Ekzem, kindlichem Strophulus, Verbrennungen ersten Grades sowie Hautreizungen bei Windeldermatitis der Säuglinge und Kleinkinder ist Zinkoxid anwendbar.

    Auch in Form von Zinksulfat fördert Zink die Bildung von neuem Hautgewebe. Daher wird Zinksulfat bei nicht-infektiösen Entzündungen des Lidrandes und Bindehautentzündungen eingesetzt. Am Mund dient Zinksulfat der Behandlung von Lippenherpes.

  • Innerlich findet Zink als Zink-Aspartat, Zinksulfat und als Zinkorotat Verwendung, da es in dieser Form besonders wasserlöslich und für den Körper verwertbar ist. Der Wirkstoff behebt eine mit Zink-Mangel verbundene Abwehrschwäche und den Zinkmangel bei Acrodermatitis enteropathica.
 

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Haut abdecken
  • Hautabsonderungen bei Hauterkrankungen binden
  • Schmerzen bei Hauterkrankungen und Zahnbeschwerden hemmen
  • Entzündungen hemmen
  • Juckreiz lindern
  • Wundheilung fördern
  • Entzündungszeichen am Auge und der Haut lindern
  • Nahrungs- oder krankheitsbedingten Zinkmangel behandeln
  • Wachstum von Keimen auf der Bindehaut hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Zink im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Zink nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Zink und seine Salze wie Zinkoxid oder Zinksulfat darf der Wirkstoff nicht angewandt werden.

Ebenso verbietet sich der innerliche Einsatz bei aktiven Autoimmunerkrankungen (insbesonders Gehirnentzündungen), bei akutem Nierenversagen und schweren Schäden der äußeren Nierenzellen.

Bei großflächiger äußerlicher Behandlung sollten Zink-haltige Mittel auf höchstens nur 20 Prozent der Hautoberfläche eingesetzt werden.

 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die äußerliche Anwendung von Zink in der Schwangerschaft und Stillzeit ist nach bisherigem Wissensstand unbedenklich. Zink ist nicht fruchtschädigend, doch sollte es nicht großflächig und nicht an der stillenden Brust aufgebracht werden.

Bei bestimmungsgemäßem Gebrauch und Einhaltung der Dosierungsanleitung können Zink-Präparate auch innerlich in der Schwangerschaft und in der Stillzeit angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Für die Anwendung von Zink und seinen Salzen bei Kindern sind keine besonderen Einschränkungen weder für die äußerliche, noch die innerliche Anwendung zu beachten.

Welche Nebenwirkungen kann Zink haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Zink. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen äußerlicher Anwendung:
Hautrötungen, Austrocken der Haut, raue Haut, Verdickungen der Haut (erfordern ein Absetzen der Therapie).

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit bei überdosierter innerlicher Anwendung:
Metallgeschmack auf der Zunge, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Besonderheiten:
Nach Auftragen von zinkhaltigen Medikamenten auf stark entzündete Hautpartien oder bei der Anwendung von Zink-Augentropfen kann ein leichtes Brennen auftreten.

 

 

Welche Wechselwirkungen zeigt Zink?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

äußerliche Anwendung
Zink-haltige Zubereitungen sollten nicht mit anderen Hautmitteln gleichzeitig auf dieselbe Stelle aufgebracht werden, da so die Wirkungen anderer Mittel vermindert werden können.

Wirkstoffe, die mit Zinksalzen unlösliche oder unwirksame Verbindungen bilden (zum Beispiel 8-Chinolinolsulfat, Dithranol, Salicylsäure) dürfen nicht zur gleichen Zeit auf derselben Hautstelle örtlich angewendet werden.

innerliche Anwendung
Zink bildet mit manchen Wirkstoffen unlösliche Verbindungen, die die Wirkung beider abschwächen. Zu diesen Wirkstoffen gehören: Tetracycline (Antibiotika), D-Penicillamin (Rheumamittel), DMPS ((RS)-2,3-Disulfanylpropan-1-sulfonsäure), ein Gegenmittel bei Quecksilbervergiftung oder EDTA (Ethylendiamin-tetraacetat), ein Entgiftungsmittel. Aus diesem Grund sollte zwischen der Einnahme der beiden Medikamente ein zeitlicher Abstand von mindestens vier Stunden eingehalten werden. Eine Behandlung mit den genannten Wirkstoffen kann außerdem zu einem Zinkmangel führen, den der Arzt hinterher durch Verordnung von Zink ausgleichen muss.

Zink behindert die Aufnahme von Antibiotika wie Ofloxacin und anderen Chinolonen (beispielsweise Norfloxacin, Ciprofloxacin) in den Körper. Gleiches gilt für die Aufnahme und Speicherung von Eisen.

Seinerseits wird die Aufnahme von Zink durch Phosphat, Eisen, Kupfer und Calcium behindert, während die langfristige Einnahme von Zink Kupfermangel verursachen kann.

Nahrungsmittel mit hohem Gehalt an Phytinsäure, die besonders in Vollkornbrot, Bohnenkeimlingen und Mais enthalten ist, vermindern die Zink-Aufnahme in den Körper. Ihr Verzehr sollte daher nach einer Zinkeinnahme vermieden werden.

 

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Äußerliche Medikamente mit Zink sollten nicht mit anderen Hautmitteln gleichzeitig auf dieselbe Stelle aufgebracht werden, da Zinkoxid die Wirkung anderer Mittel vermindern kann.
  • Bei langfristiger innerlicher Zinkanwendung kann ein Kupfermangel entstehen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

 

Welche Medikamente beinhalten Zink?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Zink enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

 
Medikament
Darreichungsform
Hartkapseln
Salbe
Augentropfen
magensaft­resistente Tabletten
Tabletten
magensaft­resistente Tabletten

 

So wirkt Zink

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Zink. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Hautpflegemittel, Entzündungshemmer, Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente), Gerbstoffe, zu welcher der Wirkstoff Zink gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Zink

Zink in Form seiner verschiedenen Salze wie Zinkoxid oder Zinksulfat hat sowohl äußerliche wie innerliche Anwendungsgebiete.

  • Äußerlich dient der Wirkstoff - meist als Zinkoxid - zur Behandlung von nicht nässenden, nicht infizierten Hautschäden, die mit Rötung, Juckreiz oder Schmerzen verbunden sind. Dazu gehören oberflächliche Hautverletzungen, Hautausschläge, Windpocken, Nesselsucht, Unterschenkelgeschwüre, Insektenstiche und Intertrigo. Auch bei normalen Entzündungen der Haut und Haarbälge, beim seborrhoischen Ekzem, kindlichem Strophulus, Verbrennungen ersten Grades sowie Hautreizungen bei Windeldermatitis der Säuglinge und Kleinkinder ist Zinkoxid anwendbar.

    Auch in Form von Zinksulfat fördert Zink die Bildung von neuem Hautgewebe. Daher wird Zinksulfat bei nicht-infektiösen Entzündungen des Lidrandes und Bindehautentzündungen eingesetzt. Am Mund dient Zinksulfat der Behandlung von Lippenherpes.

  • Innerlich findet Zink als Zink-Aspartat, Zinksulfat und als Zinkorotat Verwendung, da es in dieser Form besonders wasserlöslich und für den Körper verwertbar ist. Der Wirkstoff behebt eine mit Zink-Mangel verbundene Abwehrschwäche und den Zinkmangel bei Acrodermatitis enteropathica.
 

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Zink sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Zink

Zinkoxid reichert sich in den Hautzellen in hohen Konzentrationen mit medizinischen Effekten an. Zink unterstützt die Wundheilung und -pflege. Bei Hautverletzungen oder -schäden fördert Zink den Wundverschluss durch die Bildung eines Netzes aus Fibrin. Fibrin ist ein Blutbestandteil, der sich bei der Blutgerinnung zu Fasern zusammenlagert und ein erstes provisorisches Wundkissen bildet. Gegenspieler dieser Zusammenlagerung ist das körpereigene Enzym Dipeptidylaminopeptidase-4. Indem Zink das Enzym blockiert, unterstützt der Wirkstoff die Fibrinkissen-Bildung.

Die bessere Wundheilung durch Zink kann sich daraus erklären, dass Zink für die Aktivität vieler Enzyme unentbehrlich ist. Somit unterstützt der Wirkstoff die Neubildung von Eiweißen, die das verletzte Gewebe ersetzen.

Außerdem hat Zink eine antibiotische Wirkung auf Bakterien und beugt dadurch Entzündungen geschädigter Hautareale vor. Diesen Effekt macht man sich vor allem bei Bindehautentzündung (Conjunctivitis) zu Nutze, weil Zink gezielt gegen einen speziellen Erreger dieser Erkrankung wirksam ist.

Der zusammenziehende Effekt des Zinks bewirkt eine Verdickung der Haut am Ort der Schädigung und auch die kleinen Blutgefäße ziehen sich zusammen. So dichtet Zink die Wundoberfläche ab und verringert Absonderungen aus der Wunde.

Innerlich genommen, wirkt Zink als lebensnotwendiges Spurenelement, da es Bestandteil von mehr als 300 Enzymen ist. Zink spielt eine wichtige Rolle beim Wachstum, der Spezialisierung und der Teilung von Körperzellen, im Immunsystem, bei der Knochenbildung, der Erhaltung und Erneuerung von schnell nachwachsenden Geweben wie Haut, Haar und Schleimhaut, bei der sexuellen Reifung und der Gewebereparatur nach Verletzung. Auch die Aufnahme von Vitamin A in den Körper, die Verwertung und der Abbau des Vitamins sind teilweise von einer angemessenen Zinkkonzentration im Körper abhängig. Zink ist ferner auch am Insulin-Stoffwechsel und damit der Blutzuckerregulierung beteiligt.

Eine Neigung zu leichten Zinkmangelzuständen kann von unzureichender Zufuhr und Aufnahme in den Körper verursacht werden. Dazu kommt es bei Mangelernährung, vegetarischer (rein pflanzlicher) oder unausgewogener Kost. In einigen Fällen kann Zinkmangel auch durch Darmerkrankungen bedingt sein. Hierbei sind auch Mangelzustände an anderen Stoffen und Vitaminen zu erwarten.

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.