Tramazolin

Allgemeines

Tramazolin wird in Form von Tropfen oder Sprays zur lokalen Behandlung an Augen und Nase eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Bindehautentzündungen lindern
  • Rötungen und Schwellungen der Augenbindehaut verringern
  • Schwellungen und Sekretbildung in der Nasenschleimhaut verringern
  • Belüftung der Nasennebenhöhlen und der Eustach'schen Röhre verbessern
  • Augentränen bei Bindehautentzündungen verringern
  • Infektausbreitung verhindern
  • Sekretabfluss bei Mittelohrentzündungen in Verbindung mit Schnupfen erleichtern
  • Sekretabfluss bei Nasennebenhöhlenentzündungen in Verbindung mit Schnupfen erleichtern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Tramazolin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Tramazolin nicht verwendet werden?

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Tramazolin darf dieser Wirkstoff nicht angewendet werden.

Die Anwendung in der Nase ist bei trockener Nasenschleimhaut (Rhinitis sicca) verboten, im Augenbereich besteht ein Behandlungsverbot bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom). Schwangere Frauen im ersten Schwangerschaftsdrittel sollten Tramazolin ebenfalls nicht erhalten.

Bei schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie beispielsweise Herzkranzgefäßverengung (koronare Herzkrankheit) und Bluthochdruck sowie einem diagnostizierten Phäochromozytom (Nebennierentumor) sollte Tramazolin nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko eingesetzt werden. Das Gleiche gilt bei Stoffwechselerkrankungen wie beispielsweise einer Schilddrüsenüberfunktion oder der Zuckerkrankheit.

Eine genaue ärztliche Überprüfung vor der Behandlung ist auch bei Patienten mit grünem Star sowie auch bei Patienten, die mit MAO-Hemmern (antidepressive Wirkung) oder anderen potenziell blutdrucksteigernden Medikamenten behandelt werden, notwendig. In der Stillzeit und bei Kindern unter sechs Jahren ist gleichsam eine Abwägung von Nutzen und Risiko durch den behandelnden Arzt erforderlich.

Langfristige Anwendungen und Überdosierungen sind in jedem Fall zu vermeiden. Dies gilt vor allem für Kinder.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten darf Tramazolin nicht angewendet werden. Im weiteren Schwangerschaftsverlauf und während der Stillzeit sollte die Behandlung nur nach sorgfältiger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Anwendung des wirkstoffes in Form von Augentropfen ist bei Säuglingen und Kindern bis zu sechs Jahren verboten.

Zur Abschwellung der Nasenschleimhäute darf Tramazolin bei Kindern unter sechs Jahren nur in Form von Lösungen mit 0,5 Prozent Wirkstoffgehalt angewendet werden. Säuglingen darf Tramazolin nicht in Form eines Sprays verabreicht werden. Es könnte dabei unter Umständen zu Atemstörungen und Ohnmacht durch den Übertritt des Wirkstoffs in den Körperkreislauf kommen.

Zur Anwendungsdauer ist grundsätzlich der Arzt zu befragen. Besonders bei Kindern ist auf eine genaue Dosierung und kurze Anwendungsdauer zu achten. Der Wirkstoff kann in dieser Altersgruppe leichter als bei Erwachsenen in den Körperkreislauf übertreten und dort zu unerwünschten Nebenwirkungen führen.

Welche Nebenwirkungen kann Tramazolin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Tramazolin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
kurzfristiges Brennen oder Trockenheit der Nasenschleimhaut bei besonders empfindlichen Patienten, nach Abklingen der Wirkung verstärkte Schleimhautschwellung mit verstärkter Durchblutung (reaktive Hyperämie).

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung in der Nase:
Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit.

Sehr seltene Nebenwirkungen und Einzelfälle bei Anwendung in der Nase:
verstärkter Nasenfluss, Störungen der Geruchs- oder Geschmacksempfindung, Augentränen, Überempfindlichkeitsreaktionen, Niesreiz, Trockenheit im Nasen-Rachen-Raum, Übelkeit, Schwindel.

Besonderheiten:
Bei längerer oder häufigerer Anwendung in der Nase sowie höherer Dosierung kann es zu Brennen oder Trockenheit der Schleimhaut und einer reaktiven Schwellung und Rötung der Schleimhaut mit vermehrter Sekretbildung kommen. Dieser Effekt kann schon nach fünf- bis siebentägiger Behandlung auftreten.

Häufige Nebenwirkungen bei Anwendung am Auge:
leichtes, schnell vorübergehendes Brennen.

Gelegentliche Nebenwirkungen bei Anwendung am Auge:
Pupillenerweiterung mit erhöhter Lichtempfindlichkeit, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Müdigkeit, Herzklopfen, Pulsbeschleunigung, Blutdruckanstieg.

Nebenwirkungen ohne Angabe der Häufigkeit bei Anwendung am Auge:
verschwommenes Sehen, Bindehautreizung.

Besonderheiten:
Verschwommenes Sehen kann die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeuges und das Bedienen von Maschinen einschränken.

Welche Wechselwirkungen zeigt Tramazolin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern (stimmungsaufhellend bei Depressionen) und trizyklischen Antidepressiva kann es zu einer Blutdruckerhöhung kommen. Desahlb sind bei diesen Patienten regelmäßige Kreislaufkontrollen erforderlich.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Wegen der Gefahr von Langzeitschäden ist das Präparat ohne ärztliche Verordnung nur wenige Tage anzuwenden.
  • Zur Eingewöhnung an Kontaktlinsen sollte die Anwendung nur kurzfristig sein.
  • Ärztliche Kontrollen sind bei Augenreizungen oder -rötungen erforderlich.
  • Ärztliche Kontrollen sind bei einseitig auftretenden Augen-oder Kopfschmerzen, akuter Sehverschlechterung oder Auftreten von fliegenden Punkten vor den Augen notwendig.
  • Die Anwendung bei chronischem Schnupfen sollte nur bei ärztlicher Kontrolle erfolgen.
  • Aus hygienischen Gründen und wegen der Ansteckungsgefahr ist ein Behältnis prinzipiell nur von einer Person zu verwenden.
  • Die begrenzte Haltbarkeit von angebrochenen Behältnissen muss beachtet werden.
  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein.
  • Die Fähigkeit zum Führen eines Kraftfahrzeugs kann beeinträchtigt sein.
  • Die Maschinenbedienungsfähigkeit kann vermindert sein.
  • Kontaktlinsen sollten vor dem Eintropfen herausgenommen und erst 20 bis 30 Minuten nach der Anwendung wieder eingesetzt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Tramazolin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Tramazolin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Tramazolin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Tramazolin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Alpha-Sympathomimetika, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, zu welcher der Wirkstoff Tramazolin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Tramazolin

Tramazolin wird in Form von Tropfen oder Sprays zur lokalen Behandlung an Augen und Nase eingesetzt.

Am Auge werden Symptome einer Bindehautentzündung gelindert, die durch unspezifische Auslöser wie Rauch, Staub, Zugluft, gechlortes Wasser, Licht, Kontaktlinsen in der Eingewöhnungszeit oder durch allergische Reaktionen verursacht wurden. Die Rötung und Schwellung der Augenbindehaut geht zurück und die Augen tränen nicht mehr. Von einer Behandlung mit diesem Wirkstoff sind bakterielle Augeninfektion auszuschließen, die mit Antibiotika behandelt werden müssen.

In der Nase führt Tramazolin bei erkältungsbedingtem, anfallsweise auftretendem Fließschnupfen und allergischem Schnupfen zu einer Abschwellung der Nasenschleimhaut. Dadurch wird die Nase wieder frei. Gleichzeitig verbessert sich die Belüftung der Nasennebenhöhlen und der Eustach'schen Röhre. So verringert sich die Gefahr der Infektausbreitung auf Nasennebenhöhlen und Mittelohr.

Bei Nasennebenhöhlenentzündungen und Mittelohrentzündungen, die in Verbindung mit Schnupfen auftreten, erleichtert Tramazolin den Sekretabfluss.

Tramazolin darf nur maximal fünf bis sieben Tage zur Besserung der Symptome an Augen und Nase angewendet werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Tramazolin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Tramazolin

Tramazolin ist ein örtlich wirkendes Alpha-Sympathomimetikum. Es ist eng verwandt mit den gleichermaßen angewendeten Wirkstoffen Naphazolin-Hydrochlorid, Oxymetazolin-Hydrochlorid, Phenylephrin-Hydrochlorid, Tetryzolin-Hydrochlorid und Xylometazolin-Hydrochlorid. Sie alle aktivieren Alpha-Rezeptoren. Dadurch verengen sich die kleinen und großen Blutgefäße und es kommt zur Schleimhautabschwellung. Eine vorher verstopfte Nase wird so wieder frei oder geschwollene tränende Augen werden gemildert.

Die Wirkung von Tramazolin setzt innerhalb weniger Minuten ein und hält im Durchschnitt vier bis acht Stunden an. Alle örtlich angewendeten Mittel mit diesem Wirkstoff werden bei vorschriftsmäßiger Anwendung nur geringfügig ins Blut aufgenommen. Deshalb sind auch kaum schwere, den gesamten Körper betreffende Nebenwirkungen, zu erwarten.

Besonders bei längerer Anwendung und Überdosierung kann es als Reaktion zu einer vermehrten Durchblutung der Nasenschleimhaut kommen. Dieser Umkehr-Effekt bewirkt eine Verengung der Luftwege. Darum wiederholt der Patient die Anwendung häufiger oder in kürzeren Abständen bis hin zum Dauergebrauch. Als Folge können chronische Schwellungen der Nasenschleimhaut bis zur Rückbildung der Nasenschleimhaut auftreten. Die Aktivität der Flimmerhärchen wird so ebenfalls gehemmt und bleibende Schleimhautschäden mit Borkenbildung sind möglich. Darum darf die Dosierungsempfehlung vom behandelnden Arzt nicht eigenständig geändert werden.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.