Teriparatid

Allgemeines

Teriparatid wird zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) und bei Männern mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche eingesetzt. Bei den Frauen wurde eine deutliche Verminderung der Brüche von Wirbeln und anderen Knochen, aber nicht von Hüftknochenbrüchen nachgewiesen.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Knochenbildung durch Anregung knochenaufbauender Zellen fördern
  • Calciumrückgewinnung aus dem Urin steigern
  • Calciumaufnahme aus der Nahrung verstärken
  • Phosphatausscheidung mit dem Urin begünstigen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Teriparatid im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Teriparatid nicht verwendet werden?

Teriparatid darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • vorbestehendem Überschuss von Calcium im Blut
  • schwerer Nierenfunktionsstörung
  • stoffwechselbedingten Knochenkrankheiten (einschließlich Überschuss an Parathormon und Paget-Krankheit) mit Ausnahme der Osteoporose ohne erkennbare körperliche Ursache oder der kortisonbedingten Osteoporose
  • ungeklärter Erhöhung des Enzyms alkalische Phosphatase
  • vorausgegangenen Bestrahlungen mit Strahlenquelle außerhalb des Körpers oder in den Körper eingesetzten Strahlenquellen, bei denen das Skelett im Strahlenfeld lag
  • Patienten mit bösartigen Knochenerkrankungen oder Tochtergeschwulsten von Krebserkrankungen in den Knochen
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Teriparatid angewendet werden bei
  • Patienten mit einer derzeit bestehenden oder kürzlichen Bildung von Harnsteinen
  • mittelschwer eingeschränkter Nierenfunktion
  • jüngeren Erwachsenen einschließlich Frauen vor der Menopause, weil es dazu nur begrenzte Erfahrungen gibt

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit Teriparatid eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden, weil im Tierversuch Missbildungen an den Nachkommen auftraten.

Es ist nicht bekannt, ob Teriparatid in die Muttermilch übergeht. Daher ist das Stillen während der Behandlung verboten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Sicherheit und Wirksamkeit von Teriparatid bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sind nicht in klinischen Studien erwiesen. Besonders darf Teriparatid nicht bei Kindern oder Jugendlichen (unter 18 Jahren) oder jungen Erwachsenen angewendet werden, deren Knochenfugen am Schädel (Epiphysen) sich noch nicht geschlossen haben.

Welche Nebenwirkungen kann Teriparatid haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Teriparatid. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Gliederschmerzen

Häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Cholesterinüberschuss im Blut, Depressionen, Schwindel, Kopfschmerzen, Hexenschuss, Ohnmacht, Schwindelgefühl, Herzklopfen, niedriger Blutdruck, Übelkeit und Erbrechen, Zwerchfellbruch, säurebedingte Speiseröhrenentzündung, vermehrtes Schwitzen, Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Brustschmerzen, Schwäche
An der Injektionsstelle:
leichte und vorübergehende Reaktionen mit Schmerz, Schwellung, Rötung, Bluterguss, Juckreiz und leichter Blutung

Gelegentliche Nebenwirkungen:
mäßiger Calciumüberschuss im Blut, Harnsäureüberschuss im Blut, Herzrasen, Blählunge, Hämorrhoiden, Muskelschmerzen, Gelenkschmerzen, Rückenkrämpfe, Rückenschmerzen, Harninkontinenz, zu häufiges Wasserlassen, Harndrang, Nierensteine, Gewichtszunahme, Herzgeräusche, Anstieg des Wertes an alkalischer Phosphatase
An der Injektionsstelle:
Rötung, Reaktion

Seltene Nebenwirkungen:
allergischer Schock, starker Calciumüberschuss im Blut, Nierenfunktionsstörung oder Verschlechterung einer solchen, mögliche allergische Ereignisse kurz nach der Injektion (akute Atemnot, Wassereinlagerungen im Mund- oder Gesichtsbereich, allgemeine Nesselsucht, Brustschmerz, allgemeine Wasseransammlungen im Gewebe)

Besonderheiten:
Der Wirkstoff kann einen Anstieg der Calciummenge im Blut verursachen. Daher darf er 16 Stunden vor einer Messung des Blutcalciums nicht angewendet werden.

Vereinzelt kann es innerhalb von vier Stunden nach der Gabe von Teriparatid zu einem plötzlichen Blutdruckabfall kommen, der nicht behandlungsbedürftig ist.

In Tierversuchen verursachte die Lagzeitanwendung des Wirkstoffs Knochenwucherungen. Deshalb muss seine Anwendung auf 24 Monate beschränkt werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Teriparatid?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Teriparatid erhöht vorübergehend den Calciumgehalt des Blutes. Vereinzelte Fallberichte weisen darauf hin, dass ein solcher Calciumüberschuss im Blut die Nebenwirkungen einer Therapie mit Herzglykosiden (Digitalis) verstärkt. Der Arzt wird Teriparatid bei Patienten, die Digitalis einnehmen, nur mit Vorsicht einsetzen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Frauen im gebärfähigen Alter müssen während der Behandlung mit dem Medikament eine zuverlässige Verhütungsmethode anwenden.
  • Die empfohlene Behandlungsdauer von 24 Monaten darf nicht überschritten werden.
  • Das Medikament kann Bestimmungen der Calciummenge im Blut verfälschen und darf daher 16 Stunden vorher nicht mehr angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Teriparatid?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Teriparatid enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Teriparatid

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Teriparatid. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Osteoporose-Mittel, zu welcher der Wirkstoff Teriparatid gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Teriparatid

Teriparatid wird zur Behandlung von Osteoporose bei Frauen nach der letzten Regelblutung (Menopause) und bei Männern mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche eingesetzt. Bei den Frauen wurde eine deutliche Verminderung der Brüche von Wirbeln und anderen Knochen, aber nicht von Hüftknochenbrüchen nachgewiesen.

Die langzeitige Einnahme von Glukokortikoiden (Kortison) gegen verschiedene Erkrankungen geht mit einem hohen Risiko für Knochenbrüche einher. Auch gegen diese Form der Osteoporose wird Teriparatid angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Teriparatid sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Teriparatid

Teriparatid gehört zur Wirkstoffgruppe der Osteoporose-Mittel. Es wird biotechnologisch aus Escherischia-coli-Bakterien gewonnen und entspricht dem aktiven Teil des körpereigenen Parathormons.

Das aus 84 Aminosäuren bestehende körpereigene Parathormon ist der Hauptregulator des Stoffwechsels von Calcium und Phosphat in Knochen und Niere. Wie dieses Hormon regt Teriparatid die Knochenbildung durch direkte Wirkung auf die knochenbildenden Zellen an. Indirekt steigert es die Calciumaufnahme aus der Nahrung, erhöht in der Niere die Rückaufnahme von Calcium aus dem Urin und gleichzeitig die Ausscheidung von Phosphat.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.