Sofosbuvir

Allgemeines

Sofosbuvir wird in Kombination mit anderen virenhemmenden Mitteln wie Ribavirin und/oder Peginterferon alpha zur Behandlung der chronischen Leberentzündung Hepatitis C bei Erwachsenen angewendet.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Sofosbuvir im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Sofosbuvir nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff darf Sofosbuvir nicht eingesetzt werden.

Ist der Patient außer mit Hepatitis C auch mit Hepatitis B infiziert, empfielt sich die Anwendung nicht, da zu diesen Fällen keine Studien mit Sofosbuvir gemacht wurden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Wird Sofosbuvir in Kombination mit Ribavirin oder Peginterferon alfa/Ribavirin angewendet, sollten weibliche Patienten und Partnerinnen männlicher Patienten sicher verhüten oder für den Behandlungszeitraum auf Geschlechtsverkehr verzichten. Der Grund: Ribavirin kann eine Schwangerschaft gefährden. vermeiden. Tierexperimente ergaben für Sofosbuvir keine Hinweise auf direkte oder indirekte gesundheitsschädliche Wirkungen für die Nachkommen. Weil man die geprüften Dosierungen jedoch nicht gleichermaßen auf Menschen übertragen kann, sollte aus Vorsichtsgründen eine Anwendung von Sofosbuvir während der Schwangerschaft vermieden werden.

Es ist nicht bekannt, ob Sofosbuvir und seine Abbauprodukte, wie im Tierexperiment der Fall, in die Muttermilch übergehen. Ein Risiko für das Neugeborene/Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Daher soll der Wirkstoff während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Sofosbuvir wird nicht zur Anwendung bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren empfohlen, da die Sicherheit und Wirksamkeit für diese Patientengruppe nicht erwiesen ist.

Welche Nebenwirkungen kann Sofosbuvir haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Sofosbuvir. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Nebenwirkungen unterscheiden sich in Art und Häufigkeit je nach den Kombinationspartnern von Sofosbuvir:

Kombination mit Ribavirin:
Sehr häufige Nebenwirkungen:
verminderte Konzentration an rotem Blutfarbstoff, Schlaflosigkeit, Kopfschmerzen, Übelkeit, erhöhte Konzentration von Bilirubin im Blut, Erschöpfung, Reizbarkeit.

Häufige Nebenwirkungen:
Schnupfen, Blutarmut, Depression, Aufmerksamkeitsstörungen, Atembeschwerden, Atembeschwerden bei Belastung, Husten, Bauchbeschwerden, Verstopfung, Verdauungsstörungen, Haarausfall, trockene Haut, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Fieber, Schwäche.

Kombination mit Ribavirin und Peginterferon alfa
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Blutarmut, Mangel an Neutrophilen Blutzellen, verminderte Zahl von Lymphzellen, verminderte Zahl von Blutplättchen, verminderter Appetit, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Atembeschwerden, Husten, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen, erhöhte Konzentration von Bilirubin im Blut, Hautausschlag, Juckreiz, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Schüttelfrost, Erschöpfung, Grippe-ähnliche Symptome, Reizbarkeit, Schmerzen, Fieber.

Häufige Nebenwirkungen:
Gewichtsabnahme, Depression, Angst, Unruhezustände, Migräne, Gedächtnisstörung, Aufmerksamkeitsstörungen, Sehstörungen, Atembeschwerden bei Belastung, Verstopfung, Mundtrockenheit, Sodbrennen, Haarausfall, trockene Haut, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Brustschmerzen, Schwäche.

Besonderheiten:
Bei der Behandlung mit dem Wirkstoff kann es, besonders wenn er nicht zusammen mit Interferon eingesetzt wurde, zur Reaktivierung einer Hepatitis-B-Infektion kommen. Der Mechanismus ist derzeit nicht bekannt. In der Regel trat die Hepatitis-B-Reaktivierung innerhalb von vier bis acht Wochen nach Behandlungs­beginn auf. Damit verbunden kann auch ein erhöhtes Risiko für Leberzell-Krebs sein. Treten bei einem Patienten während der Behandlung Zeichen einer Leberschädigung wie Müdigkeit, Schwäche, Appetit­losigkeit, Übelkeit und Erbrechen, gelbe Haut oder gelbe Augenbindehäute auf, muss er sich an einen Arzt wenden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Sofosbuvir?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sofosbuvir wird von einem Enzym-System verstoffwechselt, das leicht durch andere Wirkstoffe in seiner Aktivität gesteigert werden kann.

Eine Aktivierung des Enzym-Systems, kann zu einer Abnahme der Konzentration von Sofosbuvir im Blut führen. Dadurch wird seine Wirkung vermindert. Deshalb sollten das Tuberkulose-Mittel Rifampicin, das anregende Mittel Modafinil, die Antiepileptika Carbamazepin, Phenytoin, Phenobarbital und Oxcarbazepin sowie Johanniskraut (gegen Depressionen) nicht zusammen mit Sofosbuvir angewendet werden.

Bei gleichzeitiger Anwendung mit dem Antiarrhythmikum Amiodaron ist eine gefährliche Verlangsamung des Herzschlages möglich.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Die Behandlung mit dem Medikament darf nur von einem Arzt unternommen werden, der Erfahrung in der Therapie von Hepatitis C hat.
  • Treten während der Behandlung Zeichen einer Leberschädigung wie Müdigkeit, Schwäche, Appetit­losigkeit, Übelkeit und Erbrechen, gelbe Haut oder gelbe Augenbindehäute auf, muss sofort ein Arzt befragt werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Sofosbuvir?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Sofosbuvir enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Sofosbuvir

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Sofosbuvir. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe virenhemmende Mittel, zu welcher der Wirkstoff Sofosbuvir gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Sofosbuvir

Sofosbuvir wird in Kombination mit anderen virenhemmenden Mitteln wie Ribavirin und/oder Peginterferon alpha zur Behandlung der chronischen Leberentzündung Hepatitis C bei Erwachsenen angewendet.

Hat ein Patient sowohl eine Infektion mit Hepatitis B- wie Hepatitis C-Viren, besteht die Gefahr einer wiederaufflammenden Leberentzündung durch Hepatitis B-Viren, wenn der Wirkstoff ohne Kombination mit Interferon eingesetzt wird.

Der Arzt wird also vor Beginn der Therapie einen Test auf Hepatitis B durchführen und bei positivem Ergebnis zunächst diese Infektion behandeln.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Sofosbuvir sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Sofosbuvir

Sofosbuvir hemmt ein Enzym, das in allen Erreger-Typen der Hepatitis C-Leberentzündung vorkommt. Dieses Enzym ist eine sogenannte RNA-Polymerase. Es setzt die zum Aufbau des Virenerbgutes (RNA) nötigen Bausteine (Nukleotide) zu der entgültigen Kette zusammen. Somit ist die RNA-Polymerase für die Vermehrung des Keims unabdingbar.

Sofosbuvir ist eine Vorstufe (Prodrug) zu einem Erbgut-Baustein. Der Wirkstoff wird in den Zellen zu der wirksamen Form Uridin-Analogon-Triphosphat umgewandelt. Damit ist es in der Gestalt dem Uridin-Nukleotid zwar ähnlich, kann allerdings nicht dessen Aufgaben in der Erbgutkette erfüllen. Das Enzym RNA-Polymerase baut den falschen Baustein in die Erbgutkette ein, wo er zu einem Abbruch der Kette und einer Hemmung der Virenvermehrung führt.

Sofosbuvir ist ausschließlich im Erbgut des Hepatitis C-Erregers wirksam.
Der Aufbau des menschlichen Erbguts (der DNA) und der menschlichen RNA-Polymerasen wird von Sofosbuvir nicht gehemmt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.