Micafungin

Allgemeines

Micafungin wird zur Behandlung von Kindern (einschließlich Neugeborenen), Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Patienten mit Hefepilzerkrankungen innerer Organe verwendet.

Welchem Zweck dient dieser Wirkstoff?

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Micafungin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Micafungin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Micafungin oder andere Wirkstoffe aus der Gruppe der Echinocandine darf Micafungin nicht verwendet werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf Micafungin eingesetzt werden bei Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen oder chronischen Lebererkrankungen, die zu Geschwulsten führen können. Dazu gehören fortgeschrittene Leberfibrose, Leberzirrhose, Leberentzündung durch Hepatitis-Viren und Lebererkrankungen bei Neugeborenen. Auch bei angeborenen Enzym-Defekten oder einer Begleittherapie mit leberschädlichen Wirkstoffen muss die Behandlung mit Micafungin sehr vorsichtig erfolgen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Zur Anwendung von Micafungin bei schwangeren Patientinnen gibt es keine klinischen Studien. In Tierversuchen durchdrang Micafungin die Plazenta und schädigte die Nachkommen. Es ist nicht bekannt, ob für den Menschen ein entsprechendes Risiko besteht. Micafungin darf daher in der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, der Arzt hält dies für unbedingt erforderlich.

In Tierstudien wurde Micafungin in die Muttermilch ausgeschieden. Ob Micafungin auch in die menschliche Muttermilch gelangt, ist nicht bekannt. Bei der Entscheidung, ob weiterhin gestillt oder ob die Therapie mit Micafungin abgebrochen oder fortgesetzt werden sollte, wird der Arzt den Nutzen des Stillens für das Kind gegen den Nutzen der Therapie für die Mutter abwägen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Auch schon Neugeborene können mit Micafungin behandelt werden. Allerdings ist die Häufigkeit einiger Nebenwirkungen bei Kindern höher als bei Erwachsenen.

Welche Nebenwirkungen kann Micafungin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Micafungin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Mangel an weißen Blutkörperchen, Mangel an Neutrophilen, Blutarmut, Mangel an Mineralstoffen im Blut (Kalium, Magnesium, Calcium), Kopfschmerzen, Blutgefäßentzündung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Bauchschmerzen, erhöhte Blutwerte (alkalische Phosphatase, ALAT, ASAT, Bilirubin), unnormaler Leberfunktionstest, Hautausschlag, Fieber, Muskelsteifigkeit.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Mangel an allen Blutzellen, Blutplättchenmangel, Mangel an unreifen Blutzellen, Eiweißmangel im Blut, allergische Reaktionen, Überempfindlichkeit, übermäßiges Schwitzen, Mangel an Mineralstoffen im Blut (Natrium, Phosphat), Essensverweigerung, Schlaflosigkeit, Ängstlichkeit, Verwirrtheit, Schäfrigkeit, Zittern, Schwindel, Geschmacksstörungen, Herzrasen, Herzklopfen, verlangsamter Herzschlag, niedriger Blutdruck, Gesichtsrötung, Atembeschwerden, Verdauungsstörungen, Verstopfung, Leberversagen, erhöhter Leber-Enzym-Wert (Gamma-GT), Gelbsucht, Gallenstau, Leberschwellung, Leberentzündung, Juckreiz, Nesselsucht, Hautrötung, erhöhter Blut-Kreatinin-Wert, erhöhter Blut-Harnstoff-Wert, Verschlimmerung eines Nierenversagens, Blutpfropf an der Einstichstelle, Entzündung im Infusionsbereich, Schmerzen an der Einstichstelle, Wassereinlagerungen in Armen und Beinen, erhöhter Lactatdehydrogenase-Wert im Blut.

Seltene Nebenwirkungen:
Auflösung von Blutzellen, Blutarmut durch Zellauflösung (hämolytische Anämie).

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
verstärkte Blutgerinnung, Schock, Schädigung von Leberzellen (einschließlich Todesfälle), schwerer Hautausschlag (Erythema multiforme, Stevens-Johnson-Syndrom, Lyell-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Nierenfunktionsstörung, akutes Nierenversagen.

Besonderheiten:
Bei der Anwendung von Micafungin kann es zu allergischen Reaktionen bis hin zum Schock kommen. Unter diesen Umständen ist die Micafungin-Infusion abzubrechen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Patienten, die einen Hautausschlag entwickeln, müssen vom Arzt sorgfältig überwacht werden. Die Behandlung mit Micafungin ist zu beenden, wenn die Beschwerden fortschreiten.

Micafungin kann in seltenen Fällen zur Auflösung von Blutzellen und einer Blutarmut (hämolytische Anämie) führen. Bei entsprechenden Anzeichen wird der Arzt die Therapie möglicherweise unter- oder abbrechen.

Micafungin kann Nierenprobleme, Nierenfunktionsstörungen und abweichende Werte bei Nierenfunktionstests verursachen. Der Arzt wird die Patienten daher sorgfältig hinsichtlich einer Verschlechterung der Nierenfunktion überwachen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Micafungin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Eine gleichzeitige Anwendung von Micafungin und dem Pilzmittel Amphotericin B ist mit einem 30%igen Anstieg der Blutkonzentration an Amphotericin B verbunden. Da dies zu mehr Nebenwirkungen führt, wird der Arzt die gleichzeitige Anwendung nur befürworten, wenn der Nutzen klar das Risiko überwiegt. Er wird dabei die Patienten sorgfältig hinsichtlich der Nebenwirkungen überwachen.

Patienten, die das Immunologikum Sirolimus, den Blutdrucksenker Nifedipin oder das Pilzmittel Itraconazol in Kombination mit Micafungin erhalten, können mehr Nebenwirkungen dieser Wirkstoffe haben. Bei Bedarf wird der Arzt daher die Dosierung von Sirolimus, Nifedipin oder Itraconazol vermindern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei schweren Hautausschlag ist die Behandlung mit dem Medikament abzubrechen.
  • Bei Anzeichen einer Auflösung von Blutzellen und einer Blutarmut ist die Therapie mit dem Medikament zu unter- oder abzubrechen.
  • Das Medikament kann Nierenfunktionstests verfälschen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Micafungin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Micafungin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Pulver zur Herstellung einer Injektionslösung

So wirkt Micafungin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Micafungin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Fungizide, zu welcher der Wirkstoff Micafungin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Micafungin

Micafungin wird zur Behandlung von Kindern (einschließlich Neugeborenen), Jugendlichen, Erwachsenen und älteren Patienten mit Hefepilzerkrankungen innerer Organe verwendet.

Auch zur Vorbeugung von Hefepilzinfektionen kann Micafungin bei diesem Patientenkreis dienen, wenn die körpereigene Abwehr mangelhaft ist – sei es durch eine künstliche Unterdrückung für den Erhalt fremder Stammzellen oder durch einen (medikamentenbedingt) zu erwartenden Mangel an neutrophilen Blutzellen.

Ausschließlich bei Jugendlichen über 16 Jahren, Erwachsenen und Älteren kommt der Wirkstoff auch zur Behandlung von Hefepilzinfaktionen der Speiseröhre zum Einstatz, wenn die Patienten eine Infusion benötigen.

Weil bei Micafungin die Gefahr einer Bildung von Lebergeschwulsten besteht, wird der Wirkstoff allerdings nur angewendet, wenn andere Pilzmittel nicht angemessen sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Micafungin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Micafungin

    Die Zellwände von Pilzen werden nicht wie bei Pflanzen aus Zellulose oder wie bei Tieren aus Eiweißen aufgebaut, sondern aus Chitin. Chitin, aus dem auch die Panzer der Insekten bestehen, benötigt als Baustein 1,3-β-D-Glucan. Micafungin hemmt ein Enzym, das für die Produktion dieses wichtigen Bausteins benötigt wird. Damit lösen sich die Pilzzellwände auf und die Zellen sterben ab.

    Micafungin entfaltet seine abtötende Wirkung gegen die meisten Hefepilz (Candida)-Sorten und wirkt auch gegen wachsende Pilzfäden der Sorte Aspergillus.

    Säugetierzellen enthalten kein 1,3-β-D-Glucan und werden daher nicht in ihrem Wandaufbau durch Micafungin gestört.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.