Fluocortolon

Allgemeines

Fluocortolon wird eingenommen zur Behandlung von Asthma. Allerdings ist der Einsatz des Wirkstoffes auf Fälle beschränkt, in denen andere Glukokortikoide zum Einatmen und Substanzen zur Erweiterung der Bronchien (Beta-2-Sympathomimetika) nicht ausreichend wirksam sind. Außerdem wird Fluocortolon bei akuten Ausbrüchen anderer chronischer Lungenerkrankungen (COPD eingesetzt, die die Atemwege verengen. Hier ist die Anwendungsdauer auf zehn Tage beschränkt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Entzündungen in den Atemwegen lindern
  • Bronchialschleimhaut abschwellen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Fluocortolon im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Fluocortolon nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen Fluocortolon.

Eine Einnahme des Wirkstoffes sollte bei Infektionen nur unter strengster ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen. Dazu zählen
  • akute Virusinfektionen (Gürtelrose, Lippenherpes, Windpocken, herpesbedingte Hornhautentzündung)
  • chronisch-aktive Leberentzündung (mit positivem HBsAg-Nachweis)
  • Schutzimpfungen mit Lebendimpfstoffen (etwa acht Wochen vor bis zwei Wochen danach)
  • Pilz- und Parasitenerkrankungen von inneren Organen
  • Kinderlähmung
  • Lymphknotenschwellung nach einer Impfung mit Lebensimpfstoff gegen Tuberkulose (BCG-Impfung)
  • Tuberkulose in der Vorgeschichte wegen der Gefahr einer Reaktivierung. Hier darf die Anwendung nur unter dem Schutz entsprechender Medikamente gegen Tuberkulose erfolgen.
  • akuten und chronischen Infektionen durch Bakterien
  • Magen-Darm-Geschwüren
  • schwerer Darmentzündung (Colitis ulcerosa) mit drohenden Durchbrüchen
  • Divertikulitis
  • Darmverwachsungen (Enteroanastomosen), die einer Operation bedürfen
  • schwerer Osteoporose
  • schwer einstellbarem Bluthochdruck
  • schwerer Herzmuskelschwäche wegen der Gefahr einer Verschlechterung
  • schwerer Zuckerkrankheit
  • Psychosen (auch in der Vorgeschichte)
  • der Muskelerkrankung Myasthenia gravis
  • Grünem Star (Eng- und Weitwinkelglaukom)
  • Hornhautgeschwüre und Hornhautverletzungen
  • chronischer Einschränkung der Nierenfunktion
  • Neigung zu Gefäßverstopfungen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung von Fluocortolon im ersten Drittel der Schwangerschaft ist nicht erlaubt. In den übrigen Monaten der Schwangerschaft und in der Stillzeit sollte vor Behandlungsbeginn eine sorgfältige ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern sollte der Arzt die Behandlung aufgrund der wachstumshemmenden Wirkung von Fluocortolon nur im Sonderfall beginnen. Das Längenwachstum muss vor allem bei Langzeittherapie regelmäßig kontrolliert werden.


Welche Nebenwirkungen kann Fluocortolon haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Fluocortolon. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

In Abhängigkeit von Therapiedauer und Dosis können folgende Nebenwirkungen auftreten:

Cushing-Syndrom (typische Anzeichen: Vollmondgesicht, Fettsucht am Körperstamm, Wasseransammlung im ganzen Körper), Wachstumshemmung bei Kindern, Störungen der Sexualhormonproduktion (Regelausfall, Impotenz), Natriumspeicherung mit Wasserbindung, Kaliummangel (Folge: Herzrhythmusstörungen), Gewichtszunahme, Zuckerstoffwechselstörung, Diabetes mellitus, Fettstoffwechselstörungen (Cholesterin-Überschuss, Triglyceride-Überschuss), rote Hautstreifen, Hautverdünnung, Gefäßabzeichnung, Blutgefäßbrüchigkeit, Punktblutungen, Unterhautblutungen, Überbehaarung, Akne, Wundheilungsverzögerung, Hautausschlag am Mund, Hautverfärbung, Überempfindlichkeitsreaktionen (beispielsweise Arzneimittelausschlag), Muskelabbau, Muskelschwäche, Osteoporose (dosisabhängig, auch bei nur kurzzeitiger Anwendung möglich), Absterben von Knochengewebe, gutartiger Hirntumor (insbesondere bei Kindern), Epilepsie-Ausbruch, mehr epileptische Anfälle, Depressionen, Gereiztheit, Übersteigerung, Antriebssteigerung, Appetitsteigerung, Psychosen, Schlafstörungen, Magen-Darm-Geschwüre, Magen-Darm-Blutungen, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Bluthochdruck, Arterienverkalkung, Blutgefäßverstopfungen, Blutgefäßentzündung (auch als Folge von Langzeittherapie), Weiße Blutkörperchen-Überschuss (mäßig), Mangel an bestimmten Blutzellen (Lymphozyten, Eosinophile), Rote Blutkörperchen-Überschuss, Abwehrschwäche, Infektionsverschleierung, Infektionsverschlimmerung, allergische Reaktionen, Grauer Star, Grüner Star, Hornhautgeschwulst-Verschlimmerung, Begünstigung von Augeninfektionen (durch Viren, Bakterien oder Pilze).

Hinweis:
Bei zu rascher Dosisverminderung nach lang dauernder Behandlung kann es zu Beschwerden wie Muskel- und Gelenkschmerzen kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Fluocortolon?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Da Fluocortolon zu einem Kaliummangel führen kann, besteht die Gefahr der Verstärkung der Wirkung von Herzglykosiden und damit von Herzrhythmusstörungen. Ebenfalls zu Herzrhythmusstörungen kann die Kombination mit Abführmitteln führen, wenn die Kaliumausscheidung verstärkt wird.

Die Wirkung blutzuckersenkender Antidiabetika wird durch Fluocortolon vermindert. Gleiches gilt für die Wirkung der blutverdünnenden Antikoagulanzien ab.

Zusammen mit nicht-steroidalen Antirheumatika erhöht Fluocortolon das Risiko für Magen-Darm-Blutungen.

Bei Mitteln zur Muskelentspannung (Muskelrelaxanzien) kann der Wirkstoff die Muskelerschlaffung verlängern.

Atropin und andere Muskarinrezeptor-Antagonisten führen in Zusammenwirkung mit Fluocortolon zu zusätzlichen Steigerungen des Augeninnendrucks.

Das Wurm-Mittel Praziquantel kann durch den wirkstoff in seiner Wirksamkeit vermindert werden.

Fluocortolon verstärkt die Schädigungen des Herzmuskels durch die Malaria-Mittel Chloroquin, Hydroxychloroquin und Mefloquin.

Die Wirkung der HypothalamushormoneSomatropin (wachstumsfördernd) und Protirelin (Thyreotropin Releasing Hormon (TRH) zur Steuerung der Schilddrüsentätigkeit) kann durch Fluocortolon vermindert sein.

Östrogene, wie sie beispielsweise in der "Pille" enthalten sind, können die Kortikoidwirkung von Fluocortolon verstärken.

Bei gleichzeitiger Gabe von säurebindenden Mitteln wie Aluminium- der Magnesiumhydroxid kann es bei Patienten mit chronischen Lebererkrankungen verminderten Wirkung von Fluocortolon kommen. Gleiches gilt allgemein für die Kombination mit Rifampicin (Tuberkulose-Mittel), Phenytoin, Primidon und Barbiturate (gegen Epilepsie).

Fluocortolon verstärkt die Nebenwirkungen von Ciclosporin, das zur Unterdrückung von Abstoßungsreaktionen nach Organverpflanzungen verwendet wird. In der Folge kann es zu epileptischen Anfällen kommen.

Blutdrucksenker aus der Wirkstoffgruppe der ACE-Hemmer haben zusammen mit Fluocortolon ein erhöhtes Risiko des Auftretens von Blutbildveränderungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergebnissen führen.
  • Das Medikament kann die Hautreaktionen auf Allergietests unterdrücken.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Fluocortolon?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Fluocortolon enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Fluocortolon

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Fluocortolon. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Glukokortikoide, Entzündungshemmer, zu welcher der Wirkstoff Fluocortolon gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Fluocortolon

Fluocortolon wird eingenommen zur Behandlung von Asthma. Allerdings ist der Einsatz des Wirkstoffes auf Fälle beschränkt, in denen andere Glukokortikoide zum Einatmen und Substanzen zur Erweiterung der Bronchien (Beta-2-Sympathomimetika) nicht ausreichend wirksam sind. Außerdem wird Fluocortolon bei akuten Ausbrüchen anderer chronischer Lungenerkrankungen (COPD eingesetzt, die die Atemwege verengen. Hier ist die Anwendungsdauer auf zehn Tage beschränkt.

Äußerlich wird Fluocortolon nur in Kombination mit Mitteln zur örtlichen Betäubung oder Antibiotika angewendet.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Fluocortolon sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Fluocortolon

Fluocortolon ist ein künstlich hergestelltes Glukokortikoid, das über die gleichen Eigenschaften (Wirkmechanismen) wie alle Vertreter dieser Wirkstoffgruppe verfügt.

Fluocortolon beeinflusst dosisabhängig den Stoffwechsel fast aller Gewebe. Eingenommen reguliert der Wirkstoff vor allem die Aktivitäten der körpereigenen Abwehr, die mit Entzündungsvorgängen in enger Verbindung stehen. Dazu beeinflusst Fluocortolon den Kohlenhydrat-, Eiweiß- und Fettstoffwechsel.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.