Evolocumab

Allgemeines

Evolocumab wird bei Fettstoffwechselstörungen und immer zusätzlich zu einer Diät eingesetzt.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Markierung von LDL-Rezeptoren verhindern
  • LDL-Rezeptoren erhalten
  • LDL-Cholesterin im Blut senken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Evolocumab im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Evolocumab nicht verwendet werden?

Evolocumab darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht eingesetzt werden.

Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf der Wirkstoff angewendet werden bei
  • Patienten mit schwerer Nierenfunktionsstörung oder schwerer Leberfunktionsstörung (Child Pugh C), weil solche nicht in den klinischen Studien eingeschlossen waren
  • Patienten mit mäßiger Leberfunktionsstörung, weil die Wirkung von Evolocumab bei ihnen schwächer war.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher liegen keine oder nur sehr begrenzte Erfahrungen mit der Anwendung von Evolocumab bei Schwangeren vor. Tierexperimente ergaben keine Hinweise auf direkte oder indirekte Schädigungen. Dennoch darf der Wirkstoff während der Schwangerschaft nicht angewendet werden, es sei denn, dass der Arzt dies für die Gesundheit der Frau für erforderlich hält.

Es ist nicht bekannt, ob Evolocumab in die Muttermilch übergeht. Ein Risiko für das gestillte Neugeborene/ Kind kann nicht ausgeschlossen werden. Der Arzt wird also die Entscheidung darüber treffen, ob das Stillen zu unterbrechen ist oder ob auf die Behandlung verzichtet werden soll, beziehungsweise die Behandlung zu unterbrechen ist. Er wird dabei sowohl den Nutzen des Stillens für das Kind als auch der Nutzen der Therapie für die Frau berücksichtigen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder dürfen erst ab dem zwölften Lebensjahr mit Evolocumab behandelt werden. Und dies auch nur, wenn sie von Seiten beider Elterteile erblich mit einer Fettstoffwechselstörung belastet sind.

Welche Nebenwirkungen kann Evolocumab haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Evolocumab. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Grippe, Nasen-Rachen-Entzündung, Infektion der oberen Atemwege, Hautausschlag, Übelkeit, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Reaktionen an der Injektionsstelle.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Nesselsucht.

Welche Wechselwirkungen zeigt Evolocumab?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Zwischen Evolocumab und Blutfettsenkern wie den Statinen oder Ezetimib gibt es keine bedeutsamen Wechselwirkungen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bevor mit der Therapie begonnen werden darf, muss der Arzt ausschließen, dass die Fettstoffwechselstörung durch Medikamente oder andere Krankheiten bedingt ist.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Evolocumab?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Evolocumab enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Evolocumab

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Evolocumab. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Monoklonale Antikörper, zu welcher der Wirkstoff Evolocumab gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Evolocumab

Evolocumab wird bei Fettstoffwechselstörungen und immer zusätzlich zu einer Diät eingesetzt.

Eine Zielgruppe der Evolocumab-Therapie sind Erwachsene mit Überschuss an Cholesterin (einseitig ererbt oder auch nicht ererbt, aber ohne erkennbare körperliche Ursache) oder Überschuss an Cholesterin und Triglyceriden. Voraussetzung für die Verwendung ist, dass mit der Höchstdosis an Statinen die Behandlungsziele nicht erreicht werden können. Dann wird der Wirkstoff mit einem Statin kombiniert oder einem Statin und anderen Blutfett-senkenden Therapien (beipielsweise LDL-Apheresee). Bei Patienten, die keine Statine vertragen, kann Evolocumab auch alleine oder in Kombination mit anderen Blutfett-senkenden Therapien verwendet werden.

Sind Patienten (Erwachsenen und Jugendliche im Alter von zwölf Jahren und älter) von Seiten beider Eltern mit einer Fettstoffwechselstörung belastet, kommt Evolocumab nur in Kombination mit anderen Blutfett-senkenden Therapien zum Einsatz.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Evolocumab sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Evolocumab

Evolocumab gehört zur Wirkstoffgruppe der Monoklonalen Antikörper und stellt in der Therapie von Fettstoffwechselstörungen einen ganz neuen Ansatz dar.

Auf den Leberzellen befinden sich Bindungsstellen (Rezeptoren) für das herzschädliche LDL-Cholesterin. Bindet LDL-Cholesterin daran, wird es zusammen mit dem Rezeptor in die Zelle aufgenommen und das LDL dort abgebaut. Danach kann der Rezeptor zwei Wege nehmen: Entweder er kehrt an die Oberfläche der Zelle zurück oder er wird ebenfalls vernichtet. Letzteres geschieht, wenn sich ein bestimmtes Eiweiß (PCSK9) an ihn gebunden und ihn so "markiert" hat. Mit der Vernichtung stehen weniger Rezeptoren an der Zell-Oberfläche zur Verfügung, die weiteres LDL-Cholesterin aus dem Blut binden können. Der LDL-Cholesterin-Wert steigt infolgedessen an.

Evolocumab ist ein Antikörper gegen das Eiweiß PCSK9. Der Wirkstoff fängt das Eiweiß ab, sodass es nicht mehr an LDL-Rezeptoren binden kann. Die Rezeptoren sind damit frei und können immer wieder an die Zelloberfläche zurückkehren. Dort stehen sie für die LDL-Bindung und -vernichtung zur Verfügung, was zur Senkung der Konzentration an LDL-Cholesterin im Blut führt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.