Epoetin beta

Allgemeines

Epoetin beta wird zur Behandlung der durch Nierenkrankheiten bedingten Blutarmut (Anämie) eingesetzt. Daneben wird es zur Vorbeugung oder Behandlung einer Blutarmut bei Patienten mit Krebserkrankungen angwendet, die eine Therapie erhalten, welche Blutarmut verursacht. Es kann aber auch eine Blutarmut mit Epoetin beta behandelt werden, die bei Krebspatienten auftritt, welche beispielsweise unter einem Myelom, einem Non-Hodgkin-Lymphom oder Leukämie leiden und eine Chemotherapie erhalten.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutarmut behandeln
  • Blutarmut bei Frühgeborenen vorbeugen
  • Blutarmut durch Krebserkrankungen behandeln
  • Blutarmut durch Krebstherapie behandeln
  • Eigenblutmenge steigern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Epoetin beta im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Epoetin beta nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Epoetin beta darf dieser Wirkstoff nicht verabreicht werden. Gleiches gilt bei Bluthochdruck, falls er auch durch Medikamente nicht ausreichend zu behandeln ist.

Grundsätzlich sollte vor einer Epoetin-beta-Behandlung ein Vitamin B12- und Folsäure-Mangel (beides wichtige Vitamine für die Blutbildung) als Ursache für eine Blutarmut (Anämien) ausgeschlossen werden. Epoetin beta wäre in diesem Fall nicht ausreichend wirksam. Ähnliches gilt bei Überladung des Blutes mit Aluminium, bedingt durch Wirkstoffe zur Behandlung einer chronischen Nierenfunktionsschwäche.

Bei Patienten, die an einem Eigenblutprogramm teilnehmen, darf der Wirkstoff ebenfalls nicht eingesetzt werden, wenn ein Schlaganfall oder Herzinfarkt weniger als einen Monat zurückliegt. Auch bei unbeständiger, anfallsweise auftretender Brustenge (Angina Pectoris) oder wenn ein zu hohes Risiko für eine Thrombose besteht, ist die Anwendung von Epoetin beta untersagt. Bei allen anderen Eigenblutprogramm-Patienten sollte vor Therapiebeginn eine ärztliche Nutzen-Risiko-Abwägung erfolgen.

Eine Blutarmut durch Verformungen der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) sollte nur nach ärztlicher Nutzen-Risko-Abwägung mit Epoetin beta behandelt werden. Gleiches gilt bei chronischer Leberfunktionsschwäche oder schwerer Nierenschwäche mit Verkalkungen der Nierengefäße (Nierensklerose).

Patienten, bei denen der Arzt einen Verdacht auf neutralisierende Antikörper gegen Erythropoietin hat oder bei denen diese nachgewiesen wurden, dürfen den Wirkstoff nicht erhalten. Es besteht die Gefahr einer dadurch ausgelösten Blutarmut.

Besteht ein krankhafter Überschuss an Blutplättchen (Thrombozytose), so sollte der Einsatz von Epoetin beta ebenfalls nur nach strenger ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risko erfolgen, um die Gefahr einer Thrombose so niedrig wie möglich zu halten.

Nach einer neuen umfassenden Untersuchung ist die Behandlung von Krebspatienten mit Erythropoetinen mit einem erhöhten Risko für Todesfälle verbunden. Daher muss der Arzt vor dem Einsatz dieser blutbildenden Substanzen bei Krebspatienten Nutzen und Risiko sehr streng abwägen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Epoetin beta sollte während der Schwangerschaft nur nach sorgfältiger ärztlicher Risiko-Nutzen-Abwägung eingesetzt werden. Obwohl in Tierversuchen bisher keine schädigende Wirkung auf das Ungeborene nachgewiesen wurde, ist ein erhöhtes Risiko beim Menschen nicht vollständig auszuschließen. Gleiches gilt für die Stillzeit, da nicht bekannt ist, ob der Wirkstoff in die Muttermilch übertritt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Auch schon Neu- und Frühgeborene können in Dosierungen, die sich am Körpergewicht ausrichten, mit dem Wirkstoff behandelt werden.

Welche Nebenwirkungen kann Epoetin beta haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Epoetin beta. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Kopfschmerzen, Blutgefäßverstopfungen.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Bluthochdruckkrise.

Seltene Nebenwirkungen:
Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Gefäßverstopfung durch Kurzschluss zwischen Vene und Arterie (Shunt-Thrombose).

Sehr seltene oder vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Steigerung der Blutplättchenzahl, Grippe-ähnliche Symptome, allergische Reaktion.

Besonderheiten:
Unsachgemäße Anwendung bei Gesunden kann zu einem Überschuss bei der Blutzellzahl und damit zu lebensbedrohlichen Herz-Kreislauf-Komplikationen führen.

Ein Einsatz bei Frühgeborenen kann sehr häufig zu einer Abnahme des Transporteiweißes Ferritin im Blut führen, das für die Bindung und Verteilung von Eisen im Körper wichtig ist.

Besonders bei Krebspatienten wird der Arzt in regelmäßigen Abständen die Zahl der Blutplättchen und die Konzentration an rotem Blutfarbstoff überprüfen.

Da es bei der Behandlung mit dem Wirkstoff zu Veränderungen des Blutgehaltes an Kalium und Phosphat kommen kann, sind diese Werte vom Arzt regelmäßig zu kontrollieren.

Epoetin beta ist ein Wachstumsfaktor, der in erster Linie die Produktion von roten Blutkörperchen anregt. Bindungsstellen für Epoetin beta können allerdings auch auf der Oberfläche verschiedenster Krebszellen gebildet werden. Wie bei allen Wachstumsfaktoren besteht der Verdacht, dass auch Epoetin beta das Wachstum von Krebs fördern kann.

Welche Wechselwirkungen zeigt Epoetin beta?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Aus den bisher vorliegenden Untersuchungen konnte keine Wechselwirkung mit anderen Wirkstoffen gefunden werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Der Kalium- und Phosphatgehalt im Blut sollte regelmäßig ärztlich überprüft werden.
  • Die missbräuchliche Anwendung bei Gesunden (Doping) kann zu einer übermäßigen Steigerung der Blutzellzahl führen. In diesem Zusammenhang wurde über lebensbedrohliche Komplikationen des Herz-Kreislauf-Systems berichtet.
  • Regelmäßige ärztliche Kontrollen der Blutplättchenzahl sowie des Hämoglobinwertes werden empfohlen.
  • Eine Wachstumsanregung von bösartigen Tumoren kann nicht sicher ausgeschlossen werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Epoetin beta?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Epoetin beta enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Epoetin beta

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Epoetin beta. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe blutbildende Mittel, zu welcher der Wirkstoff Epoetin beta gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Epoetin beta

Epoetin beta wird zur Behandlung der durch Nierenkrankheiten bedingten Blutarmut (Anämie) eingesetzt. Daneben wird es zur Vorbeugung oder Behandlung einer Blutarmut bei Patienten mit Krebserkrankungen angwendet, die eine Therapie erhalten, welche Blutarmut verursacht. Es kann aber auch eine Blutarmut mit Epoetin beta behandelt werden, die bei Krebspatienten auftritt, welche beispielsweise unter einem Myelom, einem Non-Hodgkin-Lymphom oder Leukämie leiden und eine Chemotherapie erhalten.

Weiterhin wird Epoetin beta bei frühgeborenen Kindern eingesetzt, die vor der 34. Schwangerschaftswoche geboren wurden, um einer Frühgeborenenblutarmut (Frühgeborenenanämie) vorzubeugen.

Zusätzlich kann der Wirkstoff zur Steigerung der Eigenblutmenge angewendet werden bei Patienten, die an einem Eigenblutspendeprogramm teilnehmen (beispielsweise vor größeren Operationen).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Epoetin beta sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Epoetin beta

Der Wirkstoff Epoetin beta, ein blutbildendes Mittel, ist identisch mit dem körpereigenen Hormon Erythropoietin. Genau wie dieses wirkt es einer Blutarmut (Anämie) entgegen, die durch einen Mangel an roten Blutkörperchen und an Hämoglobin gekennzeichnet ist.

Um diesen Mangel auszugleichen, regt Epoetin beta Reifung und Wachstum der roten Blutkörperchen (Erythrozyten) beziehungsweise ihrer Vorstufen an. In der Folge steigt die Zahl der Erythrozyten sowie die Menge des Hämoglobins an. Das Hämoglobin ist für den Sauerstofftransport im Blut zuständig. Mehr Hämboglobin bedeutet somit mehr Sauerstoff und damit eine verbesserte Sauerstoffversorgung des Körpers.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.