Dutasterid + Tamsulosin

Allgemeines

Die Kombination dient der Behandlung mäßiger bis schwerer Beschwerden bei einer gutartigen Verrößerung der Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie).

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Anbindung von Dihydrotestosteron an Rezeptoren in Prostata und Blasenhals verhindern
  • Umwandlung von Testosteron in schädliches Dihydrotestosteron verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Dutasterid + Tamsulosin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Dutasterid + Tamsulosin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht angewendet werden bei
  • Frauen, Kindern und Jugendlichen
  • Patienten mit Überempfindlichkeit gegen Dutasterid, andere 5-Alpha-Reduktase-Hemmer und Tamsulosin (auch nicht bei dadurch ausgelösten Gesichtsschwellungen)
  • niedrigem Blutdruck und Blutdruckabfall bei Körperlageveränderung in der Vorgeschichte
  • Patienten mit schwerer Leberfunktionsstörung.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch einen Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination eingesetzt werden bei
  • Neigung zu Herzmuskelschwäche, weil sich diese verstärken könnte
  • schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 10 Milliliter/Minute), weil es damit noch nicht viele Erfahrungen gibt
  • leichter bis mittelschwerer Leberfunktionsstörung.
Hinweis:
Vor Beginn der Therapie mit der Kombination und danach wird der Arzt in regelmäßigen Abständen die Vorsteherdrüse abtasten sowie weitere Untersuchungen unternehmen. Damit soll möglichst frühzeitig ein Prostatakrebs erkannt werden oder auch andere Zustände, welche die gleichen Beschwerden wie die gutartige Vergrößerung verursachen können. Vor allem wird regelmäßig das prostataspezifische Antigen (PSA) gemessen. An seiner Konzentration im Blut kann das Risiko für einen Prostatakrebs abgeschätzt werden. Die Kombination senkt binnen sechs Monaten den mittleren PSA-Wert um etwa die Hälfte. Bei Patienten, die die Kombination einnehmen, wird daher nach sechsmonatiger Therapie ein neuer PSA-Ausgangswert ermittelt, um die nachfolgenden Veränderungen beobachten zu können.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Kombination ist nicht zur Behandlung von Frauen gedacht. Ganz allgemein müssen Frauen die Berührung mit dem Wirkstoff vermeiden, da Dutasterid über die Haut aufgenommen wird. Kam es zu einem Kontakt, ist die betroffene Stelle sofort mit Seife und Wasser abzuwaschen. Bei bestehender oder möglicher Schwangerschaft der Partnerin sollte ein Mann, der mit Dutasterid behandelt wird, ein Kondom verwenden, um einen Kontakt der Partnerin mit dem Samen zu vermeiden.

Dutasterid wirkt sich auf die Eigenschaften des Spermas aus; es wird die Spermienzahl, die Ejakulatmenge und die Beweglichkeit der Spermien vermindert. Möglicherweise führt dies zu einer Abnahme der Fruchtbarkeit des Mannes.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da die Kombination nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen dient, gibt es hierzu keine Vorschriften.

Ganz allgemein müssen Kinder und Jugendliche die Berührung mit dem Wirkstoff vermeiden, da Dutasterid über die Haut aufgenommen wird. Kam es zu einem Kontakt, ist die betroffene Stelle sofort mit Seife und Wasser abzuwaschen.

Welche Nebenwirkungen können Dutasterid + Tamsulosin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Dutasterid + Tamsulosin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schwindel, Impotenz, verringerte Libido, Ejakulationsstörungen, Brustbeschwerden.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Herzmuskelschwäche, Haarausfall (Verlust der Körperbehaarung), Überbehaarung.

Nebenwirkugnen unbekannter Häufigkeit:
Allergische Reaktionen (einschließlich Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Schwellungen der Haut und des Gesichts).

Besonderheiten:
Die Nebenwirkungen treten in der genannten Häufigkeit vor allem während des ersten Behandlungsjahres auf. Danach verringern sie sich zum Teil deutlich.

Das in der Kombination enthaltene Tamsulosin kann einen Blutdruckabfall verursachen, der in seltenen Fällen zur Ohnmacht führen kann. Zu Behandlungsbeginn sollen sich die Patienten daher bei ersten Anzeichen von Schwindel oder Schwäche setzen oder hinlegen, bis die Beschwerden vorbei sind.

Tamsulosin kann bei Operationen von grauem Star (Katarakt) zu Komplikationen führen, weil die Pupille nicht dauerhaft geweitet bleibt. Steht bei einem Patienten eine Staroperation an, sollte keine Behandlung mit der Kombination begonnen werden.

In seltenen Fällen kann es bei behandelten Männern zu Brustkrebs kommen. Jede Veränderung im Brustgewebe, wie Knoten oder Ausfluss aus den Brustwarzen ist daher umgehend einem Arzt zu berichten.

Welche Wechselwirkungen zeigen Dutasterid + Tamsulosin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Während der Behandlung sollte bei Geschlechtsverkehr mit Schwangeren ein Kondom verwendet werden.
  • Zu Behandlungsbeginn sollen sich Patienten bei ersten Anzeichen von Schwindel oder Schwäche setzen oder hinlegen, bis die Beschwerden vorbei sind.
  • Jede Veränderung im Brustgewebe, wie Knoten oder Ausfluss aus den Brustwarzen, ist umgehend einem Arzt zu berichten.
  • Möglicherweise kann es durch die Behandlung zu Schwindel kommen, der Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Dutasterid + Tamsulosin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Dutasterid + Tamsulosin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Dutasterid + Tamsulosin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Dutasterid + Tamsulosin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher die Wirkstoffkombination Dutasterid + Tamsulosin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Dutasterid + Tamsulosin

Die Kombination dient der Behandlung mäßiger bis schwerer Beschwerden bei einer gutartigen Verrößerung der Vorsteherdrüse (benigne Prostatahyperplasie).

Die Therapie senkt das Risiko von akutem Harnverhalt und hilft, Operationen bei betroffenen Patienten herauszuzögern oder ganz zu vermeiden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Dutasterid + Tamsulosin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Dutasterid + Tamsulosin

Dutasterid + Tamsulosin ist die Kombination zweier Wirkstoffe mit unterschiedlichem, aber sich ergänzendem Wirkansatz.

Dutasterid hemmt das Enzym 5-Alpha-Reduktase, welches für die Umwandlung des männlichen Sexualhormons Testosteron in Dihydrotestosteron verantwortlich ist. Letzteres ist hauptsächlich für das Prostatawachstum und die Entwicklung der gutartigen Prostatavergrößerung verantwortlich. Tamsulosin hingegen blockiert Bindungsstellen (Rezeptoren) für Dihydrotestosteron an der Prostatamuskulatur und dem Blasenhals. Damit wird die Wirkung von möglichen Resten des männlichen Hormons aufgehoben.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.