Amlodipin

Allgemeines

Amlodipin wird angewandt bei der Behandlung des Bluthochdrucks, der keine organischen Ursachen hat (essentielle Hypertonie).

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Blutgefäße weiten
  • Blutversorgung des Herzens selbst verbessern
  • hohen Blutdruck absenken

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Amlodipin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Amlodipin nicht verwendet werden?

Der Wirkstoff darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen Amlopidin beziehungsweise verwandte Calciumkanalblocker (Dihydropyridine)
  • Herz-Kreislauf-Schock, akutem Herzinfarkt innerhalb der ersten vier Wochen
  • einer höhergradigen Verengung der Hauptschlagader (Aortenstenose) oder einer Herzenge in Ruhe (Ruheangina, instabile Angina pectoris)
  • gleichzeitiger Behandlung mit Betablockern, die intravenös (in die Venen) gespritzt werden.
Nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt sollte die Anwendung von Amlodipin erfolgen bei
  • Patienten mit schweren Leberfunktionsstörungen
  • schweren Nierenerkrankungen sowie Dialysepatienten, da die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin verstärkt sein kann
  • Patienten mit Herzmuskelschwäche (dekompensierte Herzinsuffizienz) oder wenn bereits ein erheblich erniedrigter Blutdruck mit einem Systolenwert unter 90 mmHg vorliegt. Hier ist eine besonders sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

In Schwangerschaft und Stillzeit darf Amlopidin nicht angewendet werden.

Wird der Wirkstoff bis kurz vor dem voraussichtlichen Geburtstermin eingenommen, können eine Verlängerung des Geburtsvorgangs und eine Störung der Wehentätigkeit nicht ausgeschlossen werden.

Amlopidin geht möglicherweise in die Muttermilch über. Deshalb sollte abgestillt werden, wenn während der Stillzeit eine Behandlung mit Amlopidin notwendig ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Der Wirkstoff sollte bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren nicht eingesetzt werden, weil die Wirkungsweisen von Amlopidin bei dieser Patientengruppe nicht ausreichend erforscht sind.

Welche Nebenwirkungen kann Amlodipin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Amlodipin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen im Gewebe (Ödeme) wie Knöchelschwellungen, Unterschenkelschwellungen, Wasseransammlungen insbesondere in den Armen und Beinen (periphere Ödeme).

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Haarausfall, Hautrötungen und Wärmegefühl (Flush), Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Schläfrigkeit, Herzklopfen (Palpitationen) und Herzrasen (Tachykardien), Angina pectoris-Anfälle, Veränderungen des Körpergewichts (Zu- oder Abnahme), Blutdruckschwankungen mit plötzlichem Blutdruckabfall, Hautausschläge, kleine Hautblutungen (Purpura), Hautverfärbungen.

Seltene Nebenwirkungen:
Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Schwächegefühl, Nervenschmerzen insbesondere in den Armen und Beinen (periphere Neuropatien), nervliche Missempfindungen (Parästhesien), Stimmungsschwankungen, Sehstörungen, Übelkeit, Magen-Darm-Störungen wie Bauchschmerzen, Völlegefühl, Verdauungsstörungen, Durchfall, Bauchspeicheldrüsenentzündungen, Mundtrockenheit, Zahnfleischwucherungen, vermehrtes Schwitzen, Durchblutungsstörungen, Zunahme des Engegefühls in der Brust, Kreislaufbeschwerden, Ohnmachten, Blutzuckerwerteanstieg (Hyperglykämie), Blutbildungsstörungen wie Mangel an weißen Blutkörperchen, Mangel an roten Blutkörperchen, Mangel an Blutplättchen oder Fehlen von Granulozyten, Erektionsstörungen, Vergrößerungen der Brustdrüsen, Probleme beim Wasserlassen, nächtlicher Harndrang, Leberfunktionsstörungen mit einem Anstieg bestimmter Leber-Enzyme, Magenschleimhautentzündungen, Gefäßentzündungen, Atemnot, veränderter Geschmacksinn, Ohrensausen.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Allergische Hautreaktionen (wie Rötungen, Juckreiz, Nesselsucht, fleckig-blasige Ausschläge oder Rötung (Erythem), Schmerzen und erhöhte Hauttemperatur an Armen und Beinen), lichtbedingte Hautreaktionen, Leberentzündungen mit oder ohne Gelbsucht, Abflussstörungen der Gallenflüssigkeit, Blutzuckerspiegelerhöhungen bei Diabetes mellitus.

Vereinzelt auftretende Nebenwirkungen:
Zittern, geringfügige und vorübergehende Änderung der Sehleistung, Blutdruckabfall, Herzrhythmusstörungen, Entwicklung einer Herzmuskelschwäche oder Verschlechterung einer bestehenden Herzmuskelschwäche bis zum Herzinfarkt, allergischer Schock, Nierenfunktionsstörungen bei vorliegender Nierenschwäche.

Besonderheiten:
In Langzeitbehandlung kann es in seltenen Fällen bei älteren Patienten zu Brustwachstum (Gynäkomastie) kommen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Amlodipin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Der blutdrucksenkende Effekt von Amlodipin kann durch andere Blutdrucksenker sowie trizyklische Antidepressiva verstärkt werden. Bei Kombination mit Nitraten können sich die Wirkungen auf den Blutdruck und den Herzschlag verstärken. Bei gleichzeitiger Einnahme von Amlodipin und Betablockern ist eine sorgfältige ärztliche Überwachung der Patienten nötig, da sich die blutdrucksenkenden Wirkungen verstärken können. Betablocker können eine Herzmuskelschwäche verschlechtern, Patienten mit Herzmuskelschwäche müssen also während der gleichzeitigen Behandlung mit Amlodipin vom Arzt besonders sorgfältig überwacht werden. Gleiches gilt bei der Gabe zusammen mit Antiarrhythmika wie Amiodaron und Chinidin, da Amlodipin möglicherweise zusätzlich zu den Antiarrhythmika die Herzkraft abschwächt.

Bei gleichzeitiger Gabe von Amlodipin und Sildenafil (Mittel gegen Erektionsstörungen) hat jeder Wirkstoff für sich genommen seinen eigenen blutdrucksenkenden Effekt.

Amlodipin wird im Körper durch ein Enzym abgebaut, dessen Aktivität durch viele andere Wirkstoffe beeinflusst werden kann. Bei gleichzeitiger Gabe ist daher eine sorgfältige ärztliche Überwachung erforderlich.

Stoffe, die dieses Enzym hemmen, führen dazu, dass Amlodipin bei gleichzeitiger Gabe möglicherweise langsamer abgebaut wird und dann stärker und länger wirkt. Zu diesen Stoffen gehören: die Pilzmittel Ketoconazol und Itraconazol, der Blutdrucksenker Diltiazem, HIV-1-Proteasehemmer (gegen AIDS), die Makrolid-Antibiotika Clarithromycin, Erythromycin und Telithromycin sowie das Antidepressivum Nefazodon.

Ebenso kann es sein, dass Wirkstoffe, die die Aktivität des Enzyms fördern, die Amlodipin-Wirkung abschwächen. Das ist der Fall bei den Tuberkulose-Mitteln Rifampicin und Rifabutin, dem AIDS-Medikament Nevirapin, Johanniskraut (gegen Depressionen), dem Glukokortikoid Dexamethason und den Antiepileptika Phenobarbital, Phenytoin und Carbamazepin.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei eingeschränkter Leberfunktion kann es zu einer verstärkten Blutdrucksenkung kommen.
  • Ein Blutdruckabfall durch die Einnahme des Medikaments kann das Reaktionsvermögen so weit beeinträchtigen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Amlodipin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Amlodipin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Amlodipin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Amlodipin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Blutdrucksenker, zu welcher der Wirkstoff Amlodipin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Amlodipin

Amlodipin wird angewandt bei der Behandlung des Bluthochdrucks, der keine organischen Ursachen hat (essentielle Hypertonie).

Daneben wird der Wirkstoff zur Behandlung von Herzerkrankungen, die mit einer unzureichenden Sauerstoffversorgung des Herzmuskels einhergehen wie der Angina pectoris, eingesetzt. Amlodopin eignet sich sowohl zur Behandlung der chronisch stabilen Form der Angina pectoris (bei Behandlung keine Beschwerden) wie der spastischen Form, bei der es durch Verkrampfungen der Herzkranzgefäße zur Minderdurchblutung und Schmerzen kommt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Amlodipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Amlodipin

Amlodipin ist ein Calciumkanalblocker vom Nifedipin-Typ. Amlodipin blockiert die Kanäle in der Wand der Gefäßmuskelzellen und verhindert so, dass das zum Zusammenziehen notwendige Kalzium in die Zellen einströmt. Die Muskelzellen entspannen und infolgedessen werden die Blutgefäße erweitert. Dadurch verbessert sich die Durchblutung und der Blutdruck sinkt.

Amlodipin erweitert auch diejenigen Blutgefäße, die das Herz mit Sauerstoff versorgen und erleichtert damit die Herzarbeit. Verengte oder verkrampfte Blutgefäße am Herzen können darüber hinaus die Ursache für Herzschmerzen sein. Bei bestimmten Formen der Herzenge (Angina pectoris) bessert Amlodipin deshalb ebenfalls die Beschwerden.

Die Wirkung von Amlodipin tritt im Vergleich zu Nifedipin langsam ein, hält aber dafür sehr lange an. Dies hat den Vorteil, dass Amlodipin nur einmal täglich verabreicht werden muss.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.