Aminophyllin

Allgemeines

Aminophyllin ist sowohl zur Therapie des Asthmas wie auch der COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) geeignet.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • glatte Muskulatur bei Asthma bronchiale und COPD entspannen
  • Bronchien bei Asthma bronchiale und COPD erweitern
  • Ausschüttung von körpereigenen Entzündungsstoffen verhindern
  • Atemmuskulatur anregen.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Aminophyllin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Aminophyllin nicht verwendet werden?

Aminophyllin darf nicht eingenommen werden beiBei folgenden Erkrankungen sollte Aminophyllin nur angewendet werden, wenn es vom Arzt für unumgänglich gehalten wird:Bei folgenden Erkrankungen wird Aminophyllin verlangsamt ausgeschieden und muss daher vom Arzt geringer dosiert werden: Herzinsuffizienz, eingeschränkter Leberfunktion, eingeschränkter Nierenfunktion, Lungenentzündung, Virusinfekten und schwerem Sauerstoffmangel.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung von Aminophyllin in der Schwangerschaft sollte vermieden werden, da es mit dem Nabelschnurblut zum ungeborenen Kind gelangt. Am Ende der Schwangerschaft kann es durch die Einnahme von Aminophyllin zu einer Wehenhemmung kommen. Hat die Mutter den Wirkstoff eingenommen, müssen Neugeborene vom Arzt sorgfältig auf eventuelle Aminophyllin-Wirkungen (beispielsweise Unruhe, Übelkeit und Durchfall) überwacht werden.

Aminophyllin geht in die Muttermilch über. Daher sollte die Aminophyllin-Dosis bei einer stillenden Mutter so niedrig wie möglich gehalten werden. Das Stillen sollte nach Möglichkeit unmittelbar vor der Einnahme des Medikaments erfolgen. Dann ist der Wirkstoff noch nicht in das Blut und die Muttermilch übergegangen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Aminophyllin ist auch für die Asthma-Behandlung von Kindern ab einem Jahr zugelassen. Die Dosierung erfolgt durch den Arzt nach Alter und Körpergewicht.

Welche Nebenwirkungen kann Aminophyllin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Aminophyllin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Schlaflosigkeit, Blutdruckabfall, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Sodbrennen, Kopfschmerzen, Gliederzittern, Erregungszustände, vermehrtes Wasserlassen, Herzschlagbeschleunigung, unangenehm spürbares Herzklopfen, Herzrhythmusstörungen, Blutzuckerwerterhöhung, Erhöhung der Blutharnsäurekonzentration, Erhöhung der Blutkalziumkonzentration, Erhöhung des Kreatinin-Wertes im Blut, Erniedrigung der Blutkaliumkonzentration.

Nebenwirkungen bei Überdosierung oder individueller Empfindlichkeit:
Krampfanfälle, plötzlicher Blutdruckabfall, schwere Herzrhythmusstörungen, schwere Magen-Darm-Beschwerden wie beispielsweise Blutungen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Aminophyllin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Zu einer gegenseitigen Wirkungsverstärkung kommt es bei Kombination von Aminophyllin mit anderen Xanthinen wie beispielsweise Coffein sowie mit anderen Asthma-Mitteln aus der Gruppe der Beta-2-Adrenorezeptor-Agonisten.

Mit anderen Wirkstoffen ergibt sich häufig eine Steigerung oder Absenkung der Aminophyllin-Konzentration im Blut, was zu einer verstärkten oder abgeschwächten Wirkung führt. Je nachdem muss unter Umständen die Dosis des Aminophyllins gesenkt oder gesteigert werden.
  • Eine Wirkungsverstärkung verursachen:
    Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Antibiotika wie Gyrasehemmer, Makrolid-Antibiotika, Imipenem, Ciprofloxacin, Enoxacin; das gegen Darmparasiten wirksame Tiabendazol, die bei Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzten H2-Rezeptor-Antagonisten Cimetidin und Ranitidin, Grippe-Impfstoff, das Gichtmittel Allopurinol, der Thrombozytenaggregationshemmer Ticlopidin, die bei Herzrhythmusstörungen eingesetzten Kalziumkanalblocker Mexiletin, Propafenon und Propranolol sowie die Immunologika alpha-Interferone.
  • Eine Wirkungsabschwächung verursachen:
    Johanniskraut, das Antibiotikum Rifampicin, die gegen Krampfanfälle wirksamen Substanzen Carbamazepin, Phenytoin, Primidon und Barbiturate sowie das bei Gicht eingesetzte Sulfinpyrazon.
Entwässernd wirkende Diuretika steigern die harntreibende Wirkung des Aminophyllins.

Das bei der Narkose eingesetzte Halothan kann zusammen mit Aminophyllin schwere Herzrhythmusstörungen hervorrufen.

Aminophyllin schwächt die Wirkung des antidepressiv wirkenden Lithiums sowie die Wirkung von Betablockern.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Reaktionsvermögen wird durch den Wirkstoff beeinträchtigt. Im Straßenverkehr und beim Bedienen von Maschinen ist daher höchste Vorsicht geboten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

So wirkt Aminophyllin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Aminophyllin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Xanthinderivate, Antiasthmatika, zu welcher der Wirkstoff Aminophyllin gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Aminophyllin

Aminophyllin ist sowohl zur Therapie des Asthmas wie auch der COPD (chronisch obstruktiven Lungenerkrankung) geeignet.

Als Einzelsubstanz kann Aminophyllin bei einem akuten Asthmaanfall eingesetzt werden. Bei mäßig schwerem und schwerem Asthma wird Aminophyllin mit Beta-2-Adrenozeptor-Agonisten und mit Glukokortikoiden kombiniert. Aminophyllin eignet sich besonders zur Therapie und Vorbeugung nächtlicher Asthmabeschwerden.

Bei COPD wird Aminophyllin in Kombination mit Beta-2-Adrenorezeptor-Agonisten und Anticholinergika eingesetzt.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Aminophyllin sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Aminophyllin

    Aminophyllin zeigt die typischen Effekte der Xanthinderivate. Es erweitert die Bronchien und führt so zur Besserung der auf Bronchialkrämpfen beruhenden typischen Asthma- und COPD-Beschwerden Atemnot und Husten.

    Kinder und Raucher scheiden Aminophyllin schneller wieder aus als Erwachsene und Nichtraucher. Aufgrund der verkürzten Wirkdauer muss der Wirkstoff bei diesen Patientengruppen höher dosiert werden. Bei Säuglingen und Personen, die älter als 60 Jahre sind, ist die Ausscheidung der Substanz dagegen verlangsamt, die Wirkung verlängert. In solchen Fällen ist eine niedrigere Dosierung von Aminophyllin zu wählen.

    Die Aminophyllin-Konzentration im Blut sollte engmaschig durch den Arzt kontrolliert werden, damit Überdosierungen verhindert werden.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.