Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin

Allgemeines

Die Kombination wird bei Erkältungskrankheiten und Schnupfen eingesetzt, um die Nasenschleimhaut abzuschwellen, Gliederschmerzen zu lindern und Fieber zu senken. Bei manchen Herstellern besteht auch die Einschränkug, dass die Kombination nur eingesetzt werden darf, wenn die Schwellung der Nasenschleimhaut mit erkältungsbedingten Schmerzen und Fieber einhergeht.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Schmerzen lindern
  • Schleimhäute abschwellen
  • Fieber senken
  • Entzündungen hemmen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin nicht verwendet werden?

Die Kombination darf nicht eingesetzt werden bei
  • Überempfindlichkeit gegenüber Pseudoephedrin, Acetylsalicylsäure oder anderen Salicylaten
  • Magen- oder Zwölffingerdarmgeschwüren sowie krankhaft erhöhter Blutungsneigung wegen der Gefahr von Blutungen
  • schwerem Versagen von Leber oder Niere
  • schwerer, nicht behandelbarer Herzmuskelschwäche
  • schwerem Bluthochdruck
  • schwerer Erkrankung der Herzkranzgefäße (koronare Herzkrankheit)
  • Kombination mit dem Krebs- und Rheumamittel Methotrexat (bei einer Dosierung von 15 Milligramm Methotrexat/Woche oder mehr)
  • gleichzeitiger Einnahme von MAO-Hemmern (gegen Depressionen).
Nur auf Anraten eines Arztes darf die Kombination angewendet werden bei
  • gleichzeitiger Behandlung mit Gerinnungshemmern (Antikoagulanzien) sowie bei Magen-Darm-Geschwüren oder Magen-Darm-Blutungen in der Vorgeschichte wegen der erhöhten Blutungs-Gefahr
  • Funktionsstörungen von Leber oder Niere
  • Überempfindlichkeit gegen andere Entzündungshemmer/Antirheumatika, andere Allergie-erzeugende Stoffe und andere Alpha-Sympathomimetika
  • Schilddrüsenüberfunktion
  • leichtem bis mäßigem Bluthochdruck
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (ischämische Herzkrankheit)
  • erhöhtem Augeninnendruck
  • gutartiger Vergrößerung der Vorsteherdrüse (Prostatahypertrophie)
  • älteren Patienten, weil diese besonders empfindlich auf das gehirnwirksame Pseudoephedrin reagieren
  • Asthma, Heuschnupfen und allgemeinen Allergien, Nasenpolypen oder chronischen Atemwegserkrankungen, weil diese Risikofaktoren Atemwegskrämpfe begünstigen
  • geplanten operativen Eingriffen (auch kleineren wie beispielsweise Zahnziehungen), weil mit einer verstärkten Blutungsneigung zu rechnen ist
  • Gicht-Patienten, weil diese auf Acetylsalicylsäure-Gabe mit einem Gichtanfall reagieren können.
Hinweise:
Die Gabe von Acetylsalicylsäure an Kinder mit Fieber kann das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen. Daher darf die Kombination ohne ärztlichen Rat nicht bei Kindern unter 16 Jahren angewendet werden.

Bei Patienten, die an einem schweren Mangel des Enzyms Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenase leiden, könnte Acetylsalicylsäure eine Blutarmut hervorrufen. Faktoren, die das Risiko dafür erhöhen könnten, sind beispielsweise eine hohe Dosierung, Fieber oder akute Infektionen.

Die langfristige Einnahme von Schmerzmitteln und insbesondere die Kombination mehrerer schmerzstillender Wirkstoffe kann zur dauerhaften Nierenschädigung führen (Analgetika-Nephropathie).

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Anwendung der Kombination ist in der Schwangerschaft verboten, da es keine Studien gibt, die die Unbedenklichkeit bewiesen hätte. Von Acetylsalicylsäure und allen anderen Hemmstoffen der Prostaglandin-Produktion im Körper weiß man, dass sie die Schwangerschaft und/oder die Entwicklung des Ungeborenen ungünstig beeinflussen. Im letzten Schwangerschaftsdrittel kann der Geburtsvorgang verzögert und die Blutungsneigung verstärkt sein. In Studien an Tieren haben Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin Missbildungen verursacht.

Weil sowohl Acetylsalicylsäure wie Pseudoephedrin in die Milch übergehen, ist die Einnahme während der Stillzeit untersagt.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern kann die Gabe von Acetylsalicylsäure das lebensbedrohliche Reye-Syndrom auslösen. Daher ist die Anwendung der Kombination bei Kindern unter 16 Jahren nicht erlaubt.

Anzeichen des Reye-Syndroms ist vor allem ein unstillbares Erbrechen.

Welche Nebenwirkungen können Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nebenwirkungen der Acetylsalicylsäure:
Überempfindlichkeitsreaktionen wie Atembeschwerden, Allergie und Hautreaktionen (insbesondere bei Asthmatikern), Magenschmerzen, Verdauungsstörungen, Magenschleimhautentzündung, Übelkeit und Erbrechen, Durchfall, Magen-Darm-Blutungen, Bluterbrechen, Blutstuhl, Magenschleimhautschäden, Eisenmangel-Blutarmut (in Einzelfällen), Magen-Darm-Geschwüre mit Durchbrüchen (in Einzelfällen), Leberfunktionsstörungen (Transaminasen-Erhöhung), vermehrte Blutungsneigung, Schwindel und Ohrensausen (können Anzeichen einer Überdosierung sein.

Nebenwirkungen von Pseudoephedrin:
Blutdruckanstieg (nicht bei behandeltem Bluthochdruck), Herzrasen, Schlaflosigkeit, Wahnvorstellungen (selten), Harnverhalt (insbesondere bei Patienten mit vergößerter Vorsteherdrüse), Hautreaktionen wie Ausschlag, Nesselsucht, Juckreiz.

Welche Wechselwirkungen zeigen Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Acetylsalicylsäure (ASS) kann die Wirkung und die Nebenwirkungen folgender Substanzen verstärken:
  • Blutverdünner (Antikoagulanzien und Thrombozytenaggregationshemmer). Besonders gefährlich ist die Kombination mit Clopidogrel und Vitamin-K-Antagonisten (Warfarin, Dicoumarol).
  • das Herzglykosid Digoxin (bei Herzmuskelschwäche)
  • nicht-steroidale Antirheumatika
  • Blutzucker-senkende Wirkstoffe wie Insulin oder orale Antidiabetika
  • das Krebs- und Rheumamittel Methotrexat
  • des Antiepileptikums Valproinsäure
  • Glukokortikoide ("Kortison") zum Einnehmen und Alkohol haben zusammen mit ASS ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Blutungen.
Folgende Substanzen werden in ihrer Wirkung abgeschwächt:
  • Entwässerungsmittel aus den Wirkstoffgruppen der Aldosteronantagonisten und Schleifendiuretika
  • Blutdrucksenker
  • Gichtmittel.
Pseudoephedrin kann Wirkung und Nebenwirkungen folgender Wirkstoffe verstärken:
  • das Asthma-Mittel Salbutamol (hier vor allem hinsichtlich der Nebenwirkungen auf das Herz)
  • alle Medikamente gegen Depressionen einschließlich der MAO-Hemmer
  • andere Sympathomimetika einschließlich der örtlich anzuwendenden Mittel zur Abschwellung der Nasenschleimhaut.
In ihrer Wirkung abgeschwächt werden Blutdrucksenker wie Guanethidin und Betablocker, aber auch das Parkinson-Mittel Methyldopa.

Besonderheiten:
Beta-2-Sympathomimetika, die als Spray zur Erweiterung der Bronchien bei Asthma dienen, dürfen nach Befragen eines Arztes zusammen mit der Kombination eingesetzt werden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament ist nicht für die Anwendung bei Kindern unter 16 Jahren geeignet.
  • Das Medikament darf ohne ärztlichen Rat nicht länger als drei Tage eingenommen werden.
  • Das Medikament kann bei Dopingkontrollen zu positiven Ergennissen führen.
  • Die Anwendung des Medikaments kann die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, vor allem im Zusammenwirken mit Alkohol. Dies ist besonders beim Autofahren zu berücksichtigen.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen nicht-opioide Schmerzmittel, nicht-steroidale Antirheumatika, Alpha-Sympathomimetika, Mittel gegen Erkältungskrankheiten, Schmerzmittel, zu welcher die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin gehört.

Anwendungsgebiete der Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin

Die Kombination wird bei Erkältungskrankheiten und Schnupfen eingesetzt, um die Nasenschleimhaut abzuschwellen, Gliederschmerzen zu lindern und Fieber zu senken. Bei manchen Herstellern besteht auch die Einschränkug, dass die Kombination nur eingesetzt werden darf, wenn die Schwellung der Nasenschleimhaut mit erkältungsbedingten Schmerzen und Fieber einhergeht.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Acetylsalicylsäure + Pseudoephedrin

Die Kombinationspartner Acetylsalicylsäure und Pseudoephedrin ergänzen sich bei der Bekämpfung von erkältungsbedingten Beschwerden in ihren Wirkungen.

Acetylsalicylsäure gehört zu zwei Wirkstoffgruppen: den so genannten sauren nicht-steroidalen Antirheumatika und den nicht-opioiden Schmerzmitteln. Sie ist schmerzlindernd, fiebersenkend und entzündungshemmend. Acetylsalicylsäure hemmt unumkehrbar diejenigen Enzyme, die im Körper die Prostaglandine herstellen. Diese Prostaglandine sind im Gehirn und Rückenmark an der Schmerzwahrnehmung, im übrigen Gewebe am Entzündungsgeschehen beteiligt.

Pseudoephedrin gehört zur Wirkstoffgruppe der Alpha-Sympathomimetika. Wie alle Substanzen dieser Gruppe dockt Pseudoephedrin an bestimmte Bindungsstellen (Rezeptoren) der Blutgefäß-Muskulatur an. Diese werden dadurch erregt, die Muskeln ziehen sich zusammen und die Blutgefäße verengen sich. In der Nasenschleimhaut kommt es zu einer verminderten Durchblutung und die Schwellungen gehen zurück.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.