Evaluna 30 Langzyklus

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 12.08.2019

Hersteller: Meda GmbH
Wirkstoffkombination: Ethinylestradiol + Levonorgestrel

Rezeptpflichtig

Wirkung

evaluna 30 Langzyklus enthält die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Levonorgestrel. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von evaluna 30 Langzyklus.

 

Die Wirkstoffkombination aus Ethinylestradiol und Levonorgestrel wird zur hormonellen Schwangerschaftsverhütung ("Pille", "Antibabypille") eingesetzt. Daneben können die Wirkstoffe auch zur Normalisierung von Zyklusstörungen verwendet werden. Dazu zählen zu seltene oder zu häufige Blutungen (Dysmenorrhoe).

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Ethinylestradiol + Levonorgestrel sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Östrogen-Gestagen-Kombinationen zur Verhütung, Kontrazeptiva, Sexualhormone, zu welchen die Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Levonorgestrel gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Schwangerschaftsverhütung mit Hormonen zum Einnehmen

Dosierung

Das Medikament wird 84 Tage hintereinander eingenommen, gefolgt von einer siebentägigen Einnahmepause.

Nehmen Sie die Tabletten täglich etwa zur selben Zeit in der auf der Blisterpackung angegebenen Reihenfolge ein (bei Bedarf mit etwas Flüssigkeit). Ist die Packung aufgebraucht, tritt während der siebentägigen Einnahmepause normalerweise eine Entzugsblutung auf. Die Blutung beginnt normalerweise am zweiten oder dritten Tag nach der Einnahme der letzten Tablette und ist möglicherweise bei Beginn der nächsten Packung noch nicht beendet.

Wurden vorher keine Hormone zur Schwangerschaftsverhütung eingenommen, beginnt die Behandlung an Tag 1 des natürlichen Zyklus der Frau (das heißt am ersten Tag der Monatsblutung). Folgt die Einnahme auf die Anwendung eines anderen Präparates, nimmt man die erste Tablette am Tag nach dessen letztem Tag der Einnahmepause oder nach der letzten Placebo-Tablette.

Das Medikament enthält beide Hormone in einer sehr niedrigen Dosis beider Hormone. Die verhütende Wirkung kann vermindert sein, wenn eine Tablette vergessen wurde. Dies gilt insbesondere für die ersten Tabletten in jeder neuen Blisterpackung. Nehmen Sie die Tablette weniger als zwölf Stunden zu spät ein, ist der Verhütungsschutz nicht verringert. Schlucken Sie die Tablette, sobald Sie sich daran erinnern und fahren Sie mit der Einnahme der weiteren Tabletten zur üblichen Zeit fort.

Wenn Sie die nächste Tablette mehr als zwölf Stunden zu spät einnehmen, ist der Verhütungsschutz nicht mehr gewährleistet. Prinzipiell sollten Sie auch dann die letzte vergessene Tablette einnehmen, sobald Sie sich daran erinnern, auch wenn dies bedeutet, dass zwei Tabletten gleichzeitig eingenommen werden. Für die nächsten sieben Tage sollten Sie dann zusätzlich eine mechanische Verhütungsmethode (Kondom, Pessar) verwenden.

In der zwölften Einnahmewoche ist das Risiko einer verminderten Wirkung aufgrund der anstehenden siebentägigen Pillenpause besonders hoch. Stellen Sie daher die Tabletteneinnahme aus der aktuellen Blisterpackung ein, um Ihre Blutung auszulösen. Dann halten Sie die sieben einnahmefreien Tage einschließlich der Tage, an denen die Tabletten vergessen wurden, ein. Danach kann die Einnahme der nächsten 84-tägigen Packung begonnen werden.

Kommt es nicht zur Entzugsblutung, muss die Möglichkeit einer Schwangerschaft ärztlich ausgeschlossen werden, bevor Sie mit einer neuen Packung des Medikaments beginnen.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Macrogol
  • Sucrose
  • Talkum
  • Titandioxid (E 171)
  • Calciumcarbonat
  • Eisen(III)-hydroxid-oxid-Monohydrat (E 172)
  • Glycerol 85 %
  • Lactose-Monohydrat
  • Maisstärke
  • Montanglycolwachs
  • pflanzliches Magnesiumstearat
  • Povidone

Nebenwirkungen

 

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Durchbruch- und Schmierblutungen, Kopfschmerzen (seltener Migräne).

Häufige Nebenwirkungen:
Wassereinlagerungen (Ödeme), Übelkeit und Erbrechen, Bauchschmerzen, Gewichtsveränderungen, Stimmungsschwankungen, Depressionen, Nervosität, Schwindelgefühl, Veränderungen der Libido, Akne, Brustschmerzen, Brustempfindlichkeit, Brustvergrößerung, Flüssigkeitsabsonderung der Brustdrüsen, Regelblutungsschmerzen (Dysmenorrhoe), Scheidenentzündung, Scheidenausfluss.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Blutdruckanstieg, Bauchkrämpfe, Blähungen, Änderungen des Appetits, Änderungen der Blutfettwerte, Hautausschlag, Flecken im Gesicht (möglicherweise bleibend), Pigmentierungsstörungen, Körperbehaarungszunahme (Hirsutismus), Haarausfall.

Seltene Nebenwirkungen:
Veränderungen der Blutzuckerwerte, Knotenrose (Bildung schmerzhafter Knoten in der Haut), Kontaktlinsenprobleme (schlechte Verträglichkeit).

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Krampfadern, Gallenblasenerkrankungen, Gallensteine, Bauchspeicheldrüsenentzündung, Leberkrebs, Verschlechterung einer Störung des Abbaus von Hämoglobin (Porphyrie), Stevens-Johnson-Syndrom, Sehnerventzündung, Chorea minor (Veitstanz).

Wechselwirkungen

Die empfängnisverhütende Wirkung der Kombination Ethinylestradiol und Levonorgestrel kann durch die gleichzeitige Einnahme bestimmter Wirkstoffe abgeschwächt beziehungsweise aufgehoben werden. Dazu gehören:

  • Schlafmittel aus der Gruppe der Barbiturate
  • die Antibiotika Rifampicin, Griseofulvin, Ampicillin und Tetracycline
  • virenhemmende Mittel wie beispielsweise Ritonavir und Nelfinavir
  • Johanniskraut
  • Antiepileptika wie Barbexaclon, Hydantoin, Carbamazepin, Phenytoin, Primidon, Oxcarbazepin, Topiramat und Felbamat
  • das Gichtmittel Phenylbutazon
  • Aktivkohle

Einige Wirkstoffe verlängern oder erhöhen die Wirkung von Ethinylestradiol wie

  • Atorvastatin aus der Gruppe der Statine
  • das Pilzmittel Fluconazol
  • Ascorbinsäure
  • Paracetamol (aus der Gruppe der nicht-opioiden Schmerzmittel)
  • das virenhemmende Mittel Indinavir.

Da die Kombination den Blutzuckerspiegel beeinflusst, müssen Insulin und orale Antidiabetika eventuell in ihrer Dosis angepasst werden.

Die Wirkung von Theophyllin, Ciclosporin oder Glukokortikoiden kann durch gemeinsame Anwendung mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel verlängert werden.

Durch die Behandlung mit Ethinylestradiol kann es zu einem erhöhten Blutspiegel von Schilddrüsenhormonen kommen. Dies muss bei Untersuchungen der Schilddrüse berücksichtigt werden.
 

Gegenanzeigen

Ethinylestradiol und Levonorgestrel dürfen nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe der Kombination
  • Schwangerschaft
  • bestehenden oder früheren bösartigen Tumoren, die durch Gabe von Ethinylestradiol weiterwachsen würden (wie etwa Brustkrebs)
  • Herpesinfektionen in einer vorausgegangenen Schwangerschaft (Herpes gestationis)
  • unbehandelten Wucherungen der Gebärmutterschleimhaut
  • diagnostisch nicht abgeklärten Blutungen aus der Scheide
  • akuten oder früheren schweren Lebererkrankungen (wie Lebertumoren, Leberentzündungen, Gelbsucht, Gallenstau, Dubin-Johnson-Syndrom, Rotor-Syndrom), zumindest solange sich bestimmte Leberwerte (Transaminasen) nicht normalisiert haben
  • akuten oder früheren Blutgefäßerkrankungen, die zu Gefäßverschlüssen (Thrombosen) von Arterien oder Venen geführt haben wie etwa schwere Venenerkrankungen, Venenthrombosen, Venenentzündungen (Thrombophlebitis), Störungen der Blutgerinnung, Lungenembolie, Schlaganfall, Angina Pectoris, Herzinfarkt und Herzklappenfehler
  • schwer behandelbarem Bluthochdruck
  • Sichelzellenanämie
  • schweren Fettstoffwechselstörungen oder Fettsucht
  • Mittelohrschwerhörigkeit, die sich während vorangegangener Schwangerschaften verschlimmert hat
  • Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus)
  • Migräne.

Bei den folgenden Erkrankungen kann die Wirkstoffkombination zwar angewendet werden, der Arzt muss jedoch durch laufende Kontrolle der entsprechenden Laborwerte die Entwicklung der Behandlung überprüfen und gegebenenfalls die Therapie abbrechen:

  • Brustkrebs in der Familie (Verwandtschaft ersten Grades)
  • zuvor aufgetretene Venenentzündungen
  • Endometriose und gutartige Gebärmuttertumore
  • ein ausgeprägten Neigung zu Krampfadern
  • Blutdruckanstieg
  • Lupus erythematodes
  • Herz- und Nierenfunktionsstörungen
  • Depressionen
  • vorausgegangene leichtere Leber- und Gallenblasenerkrankungen
  • Epilepsie
  • Asthma
  • Chorea minor (Veitstanz)
  • multiple Sklerose
  • Erniedrigung des Blutkalziumspiegels
  • leichtere Fettstoffwechselstörungen oder erhebliches Übergewicht
  • Erkrankungen der Brustdrüse (Mastopathie)
  • Erkrankungen des Auges, die auf einen erhöhten Blutdruck zurückzuführen sind (Verschluss der zentralen Netzhautvene, plötzlicher Sehverlust, Hervortreten des Augapfels, Doppelbilder-Sehen oder Papillenödem)
  • Verwendung von Kontaktlinsen.

Die Einnahme der Wirkstoffkombination begünstigt die Entstehung von Gefäßverschlüssen (Thrombosen), die zu gefährlichen Herz-Kreislauf-Erkrankungen führen können. Diese Gefahr kann durch zusätzliche Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, Störungen der Blutgerinnung oder des Fettstoffwechsels sowie vorausgegangene Gefäßverschlüsse und eine längere Ruhigstellung (etwa durch Bettlägerigkeit) weiter erhöht werden.

Nach einer Leberentzündung sollte die Behandlung mit Ethinylestradiol und Levonorgestrel nicht vor Ablauf von sechs Monaten begonnen werden.
 

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol und Levonorgestrel schließt eine Behandlung mit der Wirkstoffkombination während der Schwangerschaft aus.

Die Produktion der Muttermilch kann durch Ethinylestradiol und Levonorgestrel verringert sein. Außerdem können kleine Wirkstoffmengen in die Muttermilch und damit in den Säugling übergehen. Um Schädigungen zu vermeiden, sollte das Kind vor einer Anwendung der Wirkstoffkombination abgestillt werden.

 

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Das Anwendungsgebiet von Ethinylestradiol + Levonorgestrel schließt eine Behandlung von Kindern mit der Wirkstoffkombination aus.

Warnhinweise

  • Laborwerte von Leber, Niere und Schilddrüse können durch die Einnahme des Medikaments verändert werden.
  • Die Einnahme der Kombination schützt nicht vor HIV-Infektionen oder anderen sexuell übertragbaren Erkrankungen.
  • Löst das Medikament Anzeichen einer Verstopfung von Venen oder Arterien aus, muss die Einnahme sofort beendet und ein Arzt aufgesucht werden.
  • Die Wirkung von Phenprocoumon, einem gerinnungshemmenden Mittel, kann durch das Medikament abgeschwächt werden.
  • Treten depressive Beschwerden und Stimmungsschwankungen auf, sollte unbedingt der behandelnde Arzt aufgesucht werden.
  • Das Medikament enthält Lactose (Milchzucker) und Zucker, die manche Patienten schlecht vertragen.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

 

 

Vergleichbare Medikamente

 

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über evaluna 30 Langzyklus sowie weitere Medikamente mit der Wirkstoffkombination Ethinylestradiol + Levonorgestrel (ggf. auch Generika).

 
Medikament
Darreichungsform
Filmtablette A, Filmtablette B
Filmtabletten
Filmtabletten
Dragees
Florentia 30, 30 Mikrogramm/150 Mikrogramm überzogene Tabletten
überzogene Tabletten
Tabletten
Kleodina 30 μg/125 μg
überzogene Tabletten
Dragees
Filmtabletten
Filmtabletten
Dragees
Tabletten
Dragees
Dragees
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)
Dragees (siehe Dosierungsanleitung)
Tabletten (siehe Dosierungsanleitung)
Filmtabletten
Filmtabletten

 

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.