Espa-lipon 600 mg Injektionslösung

Hersteller: esparma GmbH
Wirkstoff: Alpha-Liponsäure
Darreichnungsform: Infusionslösungs­konzentrat
Rezeptfrei

Wirkung

espa-lipon 600 mg Injektionslösung enthält den Wirkstoff Alpha-Liponsäure.

Alpha-Liponsäure wird zur Verminderung von Empfindungsstörungen bei Blutzuckererkrankungen (Diabetes mellitus) eingesetzt. Zu diesen Störungen kann es kommen, weil die dauerhaft erhöhten Blutzuckerwerte vor allem in den kleinen Nerven zu Schädigungen führen.

Alpha-Liponsäure wird meist als Tablette oder Kapsel angewendet. In schweren Fällen der diabetischen Nervenschädigung kann, besonders zu Beginn der Behandlung, die Gabe in die Blutbahn als Injektion oder Infusion angebracht sein. Mit Injektionslösungen lassen sich die Wirkstoffmengen für die Behandlung genauer anpassen und es werden schneller die erwünschten gleichmäßigen Blutkonzentrationen erreicht. Die Dosierung ist in der Regel höher als bei der Tabletteneinnahme. Die Anwendung als Injektion oder Infusion dauert normalerweise zwei bis vier Wochen. Im Anschluss wird auf die Tabletteneinnahme übergegangen.

Tabletten oder Kapseln enthalten 200 bis 600 Milligramm des Wirkstoffs. Ampullen zur Injektion enthalten 300 oder 600 Milligramm Alpha-Liponsäure.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Alpha-Liponsäure sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Mittel bei Nervenschäden, zu welcher der Wirkstoff Alpha-Liponsäure gehört.

Anwendungsgebiete laut Herstellerangaben

  • Missempfindungen bei durch Zuckerkrankheit ausgelösten Nervenschädigungen der Beine und Arme

Dosierung

Eine Ampulle enthält 24 Milliliter Lösung und entspricht einem Gehalt von 600 Milligramm des Wirkstoffs Alpha-Liponsäure. Falls man 300 Milligramm des Wirkstoffs Alpha-Liponsäure benötigt, sollte man auf das entsprechend niedriger dosierte Mittel zurückgreifen.

Je nach Schweregrad sollte man 300 Milligramm bis 600 Milligramm täglich durch einen Venenzugang geben. Diese Art der Anwendung sollte nach zwei bis vier Wochen auf eine Tablettenform umgestellt werden.

Für die Anwendung sollte man den Inhalt der Ampulle mit einem Viertelliter (250 Milliliter) steriler so genannter physiologischer Kochsalzlösung vermischen und durch einen Dauerzugang über einen Mindestzeitraum von 30 Minuten in die Vene geben. Diese Zeit muss unbedingt eingehalten werden, das Mittel darf nicht auf einmal gespritzt werden.

Da das Mittel sehr lichtempfindlich ist, muss die Lösung unmittelbar vor der Anwendung hergestellt werden und während der 30-minütigen Gabe mit Aluminiumfolie umwickelt werden. Auf diese Art und Weise vor Lichteinfall geschützt, ist die zubereitete Spritzlösung für sechs Stunden haltbar.

Die Behandlung dauert bis zum Abklingen der Beschwerden an. Bei langanhaltenden Missempfindungen kann eine Dauerbehandlung mit Filmtabletten erforderlich werden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Wasser f. Inj.-zwecke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Übelkeit, Schwindel.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Bei Gabe in die Blutbahn:
Hautrötung; Juckreiz; Blutungen unter der Haut; Druckgefühl im Kopf; Atembeklemmungen; allergische Reaktionen; Schockzustand.

Sehr seltene und vereinzelte Nebenwirkungen:
Erbrechen; Magen-Darm-Schmerzen; Durchfall; allergische Reaktionen; Hautausschlag; Nesselsucht; Juckreiz; Geschmacksstörungen; Blutzuckerspiegelsenkung; Schwindel; Schwitzen; Kopfschmerzen; Sehstörungen.
Bei Gabe in die Blutbahn:
Krämpfe; Doppeltsehen; Blutzuckerspiegelsenkung; Blutgerinnungsstörungen (Störung der Blutplättchenfunktion, Thrombopathie).

Wechselwirkungen

Die gleichzeitige Behandlung mit Alpha-Liponsäure und Cisplatin (Krebsmittel) kann zu einem Wirkungsverlust von Cisplatin führen. Auch die Wirkung von Isoniazid und Cycloserin (beides Mittel gegen Tuberkulose) wird herabgesetzt. Gleiches gilt für die Wirkung von D-Penicillamin (Medikament gegen die Kupferspeicherkrankheit).

Wärend einer Behandlung mit Insulin oder oralen Antidiabetika ("Zuckertabletten") wird deren Wirkung durch Alpha-Liponsäure verstärkt.

Alkoholkonsum soll während der gesamten Dauer der Behandlung mit dem Wirkstoff unterbleiben, da sowohl der Alkohol als auch seine Stoffwechselprodukte die Wirkung von Alpha-Liponsäure schwächen.

Alpha-Liponsäure kann Mineralstoffe binden und sollte daher aus grundsätzlichen Überlegungen nicht gleichzeitig mit Mineralstoffverbindungen wie Eisenpräparaten, Magnesiumpräparaten oder Milchprodukten (aufgrund ihres Calciumgehalts) gegeben werden. Die Einnahme von Eisen- und Magnesiumpräparaten sollte zeitversetzt erfolgen, da die Mineralstoffe sonst nicht ausreichend vom Körper aufgenommen werden. Generell sollte die Einnahme von Alpha-Liponsäure 30 Minuten vor einer Mahlzeit erfolgen, um Wechselwirkungen mit Nahrungsbestandteilen zu vermeiden.

Soll Alpha-Liponsäure als Infusion gegeben werden, so darf das Medikament ausschließlich in physiologischer Kochsalzlösung verdünnt werden, da es mit vielen anderen Infusionslösungen reagiert.

Gegenanzeigen

Alpha-Liponsäure darf bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff nicht angewendet werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Die Erfahrungen mit dem Wirkstoff während der Schwangerschaft sind nicht ausreichend genug, um eine Anwendung uneingeschränkt zu gestatten. Tierversuche ergaben bisher keine Hinweise auf eine Schädigung des Ungeborenen. Dennoch muss der Arzt den möglichen Nutzen der Behandlung gegen die möglichen Nachteile sorgfältig abwägen.

Ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist bislang nicht bekannt. Aufgrund mangelnder Erfahrung wird vom Stillen vorsichtshalber abgeraten.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Da es für Kinder und Jugendliche keine ausreichenden Erfahrungen zur Anwendung gibt, darf der Wirkstoff bei ihnen nicht angewendet werden.

Warnhinweise

  • Besonders zu Beginn der Behandlung sind häufig die Blutzuckerwerte zu kontrollieren.
  • Während der Anwendung von Alpha-Liponsäure darf kein Alkohol getrunken werden.
  • Medikament mindestens 30 Minuten vor einer Mahlzeit einnehmen.
  • Nach Anwendung des Medikaments kann ein veränderter Geruch des Urins auftreten, der aber ohne Bedeutung ist.
  • Es dürfen nicht gleichzeitig Glukoselösung, Blutersatzlösung (so genannte Ringer-Lösung) oder sonstige Lösungen, welche mit bestimmten Schwefelgruppen (SH-Brücken) reagieren, gespritzt werden, da sich hierdurch schwer lösliche Teilchen im Blut bilden können.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Ampulle Infusionslösungs­konzentrat)
5 Ampulle Infusionslösungs­konzentrat
600 Milligramm Alpha-Liponsäure
10 Ampulle Infusionslösungs­konzentrat
600 Milligramm Alpha-Liponsäure
20 Ampulle Infusionslösungs­konzentrat
600 Milligramm Alpha-Liponsäure

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über espa-lipon 600 mg Injektionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Alpha-Liponsäure (ggf. auch Generika).


Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.