Axigran 1mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung

Von: Andrea Lubliner (Pharmazeutin und Fachtexterin für medizinische Fachtexte)
Letzte Aktualisierung: 15.08.2014
Wirkstoff: Granisetron
Darreichnungsform: Infusionslösungs­konzentrat

Wirkung

axigran 1mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung enthält den Wirkstoff Granisetron. Zu beachten ist außerdem die besondere Wirkung von axigran 1mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung.

Granisetron gehört zu den 5-HT3-Antagonisten (Serotonin-Antagonisten), die gegen gesteigerten Brechreiz eingesetzt werden. Es ist vor allem wirksam bei Brechreiz und Übelkeit, die in Zusammenhang mit operativen Eingriffen, Bestrahlungstherapie oder der Therapie mit Zytostatika stehen.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Granisetron sind vertiefende Informationen verfügbar:

Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Antiemetika (Mittel gegen Übelkeit und Erbrechen), zu welcher der Wirkstoff Granisetron gehört.

Dosierung

Anwendung bei Erwachsenen
Die Dosis kann der Arzt mit einer Infusionslösung (beispielsweise Glukose- oder Kochsalzlösung) verdünnt über die Vene verabreichen. Dies geschieht schnell über mindestens 30 Sekunden. Der Inhalt einer 1ml-Ampulle kann auf 5 Milliliter und der Inhalt einer 3ml-Ampulle auf 15 Milliliter verdünnt werden. Das Medikament kann auch in 20 bis 50 Milliliter Infusionslösung verdünnt über fünf Minuten hinweg verabreicht werden.

Die empfohlene Dosis zur Verhütung von Übelkeit und Erbrechen beträgt ein oder drei Milligramm, abhängig davon, wie stark die Zytostatika-Behandlung oder Bestrahlung übelkeitserregend ist. Meist reicht eine einzelne Dosis für 24 Stunden aus. Es wird empfohlen, die Dosis nicht mehr als 30 Minuten vor Beginn der Therapie mit Zytostatika oder der Bestrahlung zu verabreichen. Die vorbeugende Anwendung soll vor dem Beginn der Therapie abgeschlossen sein.

Bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für die Vorbeugung. Weitere Dosen sollten im Abstand von mindestens zehn Minuten verabreicht werden. Die maximale tägliche Dosis soll 9 Milligramm Granisetron nicht überschreiten. Die Wirksamkeit kann durch die zusätzliche Gabe von Dexamethason (8 bis 20 Milligramm) oder Methylprednisolon (250 Milligramm) erhöht werden.

Anwendung bei Kindern ab zwei Jahren
Zur Vorbeugung von Übelkeit und Erbrechen erhalten die Kinder eine Einzeldosis von 20 bis 40 Mikrogramm Granisetron/Kilogramm Körpergewicht (maximal insgesamt 3 Milligramm). Diese Dosis wird als Infusion über fünf Minuten in die Vene gegeben. Die Infusion soll abgeschlossen sein, bevor
mit der Therapie begonnen wird.

Bei der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen gelten die gleichen Dosierungsempfehlungen wie für die Vorbeugung. Innerhalb von 24 Stunden kann eine weitere Dosis von 40 Mikrogramm Granisetron/Kilogramm Körpergewicht entweder als Einzeldosis oder als zwei Teilgaben verabreicht werden. Die weitere Dosis ist mit einem Abstand von mindestens zehn Minuten zur ersten Infusion anzuwenden.

Sonstige Bestandteile

Folgende arzneilich nicht wirksame Bestandteile sind in dem Medikament enthalten:

  • Natriumchlorid
  • Citronensäure-Monohydrat
  • Natriumhydroxid-Lösung (3,8%)
  • Wasser für Injektionszwecke

Nebenwirkungen

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Verstopfung.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Grippeartige Symptome, Fieber, Schüttelfrost, Schwächegefühl, Benommenheit, Schwindel, Schlaflosigkeit, Stimmungsschwankungen, Angstgefühl, Müdigkeit.

Seltene Nebenwirkungen:
Vorübergehender Anstieg der Leberenzymkonzentration im Blut, Überempfindlichkeitsreaktionen wie Hautausschläge, Wassereinlagerungen (Ödeme), anaphylaktische Reaktionen; Blutdruckabfall, Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen;
bei wiederholter Anwendung als Injektion über eine Vene: örtliche Beschwerden an der Einstichstelle.

Wechselwirkungen

In Verbindung mit dem Narkosemittel Phenobarbital steigt die Nierenausscheidung von Granisetron um circa ein Viertel, wenn dieses direkt ins Blut (intravenös) gegeben wurde.

Granisetron sollte nur mit Vorsicht zusammen mit dem Parkinson-MittelApomorphin eingenommen werden. Bei dem chemisch ähnlichen Ondansetron kann es nämlich aufgrund bisher unbekannter Wechselwirkungen zu starkem Blutdruckabfall und Ohnmacht kommen.

Gegenanzeigen

Bei Überempfindlichkeit gegen Granisetron oder andere 5-HT3-Antagonisten darf der Wirkstoff nicht eingenommen werden.

Bei Leberfunktionsstörungen darf es nur unter besonderer Vorsicht angewendet werden. Dies gilt auch, wenn die Beweglichkeit des Darms beeinträchtigt ist.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine Hinweise auf Gefahren für Mutter oder Kind während der Schwangerschaft. Dennoch sollte wegen mangelnder Erfahrung auf die Einnahme des Medikaments während einer Schwangerschaft verzichtet werden.

Aus dem gleichen Grund darf das Medikament während der Stillzeit nicht verabreicht werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter einem Jahr sollten das Medikament nicht erhalten. Für die Anwendung als Infusion über eine Vene liegt diese Grenze bei zwei Jahren.

Warnhinweise

  • Das Reaktionsvermögen kann beeinträchtigt sein.
  • Vorsicht ist im Straßenverkehr und beim Bedienen von potenziell gefährlichen Maschinen geboten.
  • Bei wiederholter Gabe muss der Arzt die Leberfunktion und das Blutbild kontrollieren.
  • Das Medikament enthält bis zu 4,5 Milligramm Natrium pro Milliliter Lösung. Bei der maximalen Tagesdosis werden 40,5 Milligramm Natrium aufgenommen, was bei Patienten mit natriumarmer Diät zu beachten ist.
  • Das Medikament sollte man sofort nach dem Öffnen verbrauchen. Etwaige nicht verbrauchte Reste müssen vernichtet werden.
  • Das Medikament darf nicht wärmer als 25 Grad aufbewahrt, aber auch nicht eingefroren werden.
  • Die Ampullen sind im Umkarton aufzubewahren, um den Inhalt vor Licht zu schützen.
  • Die Anwendung des Medikaments bei Kindern unter zwei Jahren ist nicht erlaubt.

Arzneimittel können allergische Reaktionen auslösen. Anzeichen hierfür können sein: Hautrötung, Schnupfen, Juckreiz, Schleimhautschwellung, Jucken und Rötung der Augen, Verengung der Atemwege (Asthma). In seltenen Fällen kann es zum allergischen Schock mit Bewusstlosigkeit kommen.

Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend einen Arzt.

Packungsgrößen

Packungsgröße und Darreichungsform
Wirkstoffgehalt (Dosierung pro Milliliter Infusionslösungs­konzentrat)
5 Milliliter Infusionslösungs­konzentrat
1 Milligramm Granisetron
15 Milliliter Infusionslösungs­konzentrat
1 Milligramm Granisetron

Vergleichbare Medikamente

Folgende Tabelle gibt einen Überblick über axigran 1mg/ml, Konzentrat zur Herstellung einer Injektions- oder Infusionslösung sowie weitere Medikamente mit dem Wirkstoff Granisetron (ggf. auch Generika).

Medikament
Darreichungsform
Infusionslösungs­konzentrat

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihre*n Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.