Frau liegt auf dem Sofa und fragt sich, was gegen Durchfall hilft.
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Hausmittel: Was hilft gegen Durchfall?

Bei akutem Durchfall lassen sich die Beschwerden oft durch Hausmittel lindern. Sofern der Durchfall nicht bereits länger besteht, können Sie zunächst versuchen, selbst etwas gegen die Beschwerden zu tun. Doch was hilft gegen Durchfall und welche Hausmittel und Tipps haben sich bewährt?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Hausmittel gegen Durchfall: Viel trinken und Elektrolyte zuführen

Wer Durchfall hat, verliert viel Flüssigkeit und wichtige Elektrolyte wie Salze, Kalium- und Natriumverbindungen. Diese Mineralstoffe sind essenziell für einen ausbalancierten Säure-Basen-Haushalt und für die Regulierung der Nerven- und Muskelfunktion. Demnach sollten Menschen mit Durchfall besonders darauf achten, viel zu trinken und den Verlust von Elektrolyten wieder auszugleichen. Welche Getränke helfen gegen Durchfall und wie lassen sich Elektrolyte zuführen?

Viel Trinken hilft gegen Durchfall

Viel trinken gilt als das beste Hausmittel gegen Durchfall. Besonders empfehlenswert sind stilles Wasser und unterschiedliche Sorten Tee. Sie können Ihren Flüssigkeitshaushalt beispielsweise mit (ungesüßtem) schwarzem Tee oder Kräutertees auffüllen. Schwarzer Tee enthält Gerbstoffe, die auf den gereizten Darm beruhigend wirken. Aber auch verschiedene Kräutertees können gegen den Flüssigkeitsverlust vorgehen und unter Umständen begleitende Beschwerden bei Durchfall lindern, etwa Bauchschmerzen und Blähungen bei einer Infektion.

Folgende Kräutertees kommen häufig gegen Durchfall zum Einsatz:

Getränke, die Sie bei Durchfall nicht trinken sollten:

  • kohlensäurehaltige Getränke wie Mineralwasser mit Sprudel
  • Getränke mit viel Zucker, etwa Softdrinks wie Cola oder Limonade
  • Kaffee
  • fetthaltige Milch und Kakao
  • Alkohol
  • Fruchtsäfte

Elektrolytlösung

Einen besonderen Stellenwert bei Hausmitteln gegen Durchfall nehmen Elektrolytlösungen (auch Glukoselösungen) ein. Diese können entweder als fertige Mischung in der Apotheke erworben, aber auch selbst hergestellt werden. Sie enthalten in der Regel verschiedene Salze, Traubenzucker und Mineralstoffe. Wer eine Elektrolytlösung selbst mischen möchte, sollte

  • vier Teelöffel Zucker,
  • einen dreiviertel Teelöffel Salz und
  • ein Glas Orangensaft

in einen Liter abgekochtes oder abgepacktes stilles Wasser geben und verrühren. Wichtig dabei ist, sich an die genaue Mengenangabe zu halten. Die Mischung kann dann über den Tag verteilt getrunken werden und so gegen die Durchfallerkrankung helfen.

Hausmittel bei Durchfall: Welches Essen hilft gegen Durchfall?

Menschen mit Durchfall fragen sich oftmals, was sie essen können. In der Regel hat sich eine leichte Schonkost bewährt, aber es gibt auch diverse Lebensmittel und Gerichte, die gegen Durchfall helfen.

Zwieback bei Diarrhö

Zwieback gilt als ein beliebtes Durchfall-Hausmittel, und das zurecht. Das zweifach gebackene Gebäck aus Hefeteig ist fettarm, leicht bekömmlich und belastet deshalb den Magen-Darm-Trakt nicht. Jedoch sollte auf Zwieback ohne Zucker, Schokolade oder andere Beläge zurückgegriffen werden. Wem Zwieback nicht schmeckt, kann stattdessen auf Weißbrot setzen.

Hausmittel: Geriebener Apfel gegen Durchfall

Ein traditionelles Hausmittel gegen Durchfall ist außerdem geriebener roher Apfel. Wissenschaftlich gesichert ist die Wirksamkeit jedoch nicht. Das im Apfel enthaltene Pektin soll zum einen als Quellstoff wirken, der den Stuhl eindickt. Zum anderen soll sich das Pektin wie ein Schutzfilm über die Darmwand legen, sodass möglicherweise im Darm vorhandene bakterielle Giftstoffe keinen Schaden anrichten und einfach ausgeschieden werden.

So geht’s: Reiben Sie 250 Gramm Apfel mit Schale (ohne Apfelkerne bzw. Kerngehäuse) auf der Feinreibe oder noch besser auf einer Obst- oder Glasreibe. Reiben Sie die Äpfel zu jeder Mahlzeit frisch und geben Sie ein paar Tropfen Zitrone auf den Brei, so wird der Apfel nicht braun.

Banane: Hilfreiches Durchfall-Hausmittel

Auch Bananen enthalten Pektin und eignen sich deshalb bei Diarrhö. Zerdrückt, zerquetscht oder im Ganzen – Bananen liefern zusätzlich die Mineralien Kalium und Magnesium, die bei Durchfall vermehrt aus dem Körper gespült werden. Wer mag, kann eine zerquetschte Banane auch zum geriebenen Apfel geben.

Karottensuppe gegen Durchfall

Karotten haben ebenfalls einen hohen Pektin-Gehalt. Deswegen gilt auch selbst gekochte Möhrensuppe als traditionelles Hausmittel gegen Durchfall. Aussagekräftige Studien zur Wirksamkeit gibt es jedoch nicht.

So geht’s: Schneiden Sie 500 Gramm Karotten in kleine Stücke und kochen Sie diese in einem Liter Wasser für etwa eine Stunde. Anschließend pürieren Sie die Karotten im Kochwasser oder streichen diese durch ein feines Sieb. Gießen Sie die Suppe in einen Messbecher. Geben Sie so viel Wasser dazu, dass Sie einen Liter erhalten. Fügen Sie drei Gramm Kochsalz zur Suppe hinzu und essen Sie diese in kleinen Portionen über den Tag verteilt.

Kartoffeln und Reis

Als weitere geeignete Lebensmittel bei Durchfall haben sich Kartoffeln und Reis bewährt. Die Kartoffel liefert mitunter den Mineralstoff Kalium und ist als Brei zubereitet oder zerquetscht besonders bekömmlich. Reis kann flüssigen Stuhlgang verfestigen und gilt als leicht stopfend. Die beim Kochen entstehenden Schleimstoffe beruhigen zusätzlich die Darmschleimhaut. Besonders empfehlenswert ist Risotto-Reis, der zubereitet als Reisschleim zu den Klassikern der Durchfall-Hausmittel zählt. 

Haferflocken bei Durchfall

Haferflocken sind reich an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen. Sie sind leicht verdaulich und können, etwa als Haferschleim oder Haferflocken-Suppe zubereitet, auch nützlich für den Elektrolythaushalt sein. Wer unter einer Glutenunverträglichkeit, zum Beispiel im Rahmen von Zöliakie leidet, kann glutenfreie Haferflocken verwenden.

Gemüsebrühe – so hilft sie gegen Durchfall

Wem das Essen noch etwas schwerfällt, der kann auf eine Gemüsebrühe zurückgreifen. Sie enthält viele wichtige Elektrolyte und liefert zugleich viel Flüssigkeit. Auch eine Fleischbrühe beziehungsweise Knochenbrühe eignet sich gegen Diarrhö.

Das sollten Sie bei Durchfall nicht essen:

  • fetthaltige Speisen
  • stark gewürzte oder scharfe Gerichte
  • blähende Gemüsesorten wie Kohl, Hülsenfrüchte oder Zwiebeln
  • frische Heidelbeeren
  • Zitrusfrüchte
  • Milchprodukte
  • Süßigkeiten

Helfen Cola und Salzstangen bei Durchfall?

Viele Menschen halten Cola und Salzstangen für ein gutes Hausmittel gegen Durchfall. Das stimmt jedoch im Grunde nicht. Wer Durchfall hat, verliert viel Wasser und auch Elektrolyte. Das Salz der Salzstangen liefert vor allem Natrium – jedoch fehlt es dem Körper auch an Kalium. Falls Sie auf Salzstangen nicht verzichten wollen, essen Sie daher am besten auch Bananen dazu, denn diese sind sehr kaliumreich.

Cola ist vor allem sehr zuckerhaltig und deshalb kein gutes Hausmittel gegen Durchfall. Der hohe Zuckergehalt führt dazu, dass der Körper noch mehr Wasser ins Darminnere abgibt, als er es bei Durchfall ohnehin schon tut. Das zusätzliche Wasser im Darm macht den Stuhl noch flüssiger. Cola verschlimmert Durchfall also womöglich und damit auch den bereits bestehenden Flüssigkeitsmangel. Das enthaltene Koffein kann zudem den Kaliumverlust fördern, was ebenfalls ungünstig ist, vor allem bei Kindern.

Wer nur leichten Durchfall hat, dem werden Cola und Salzstangen als Hausmittel in der Regel zwar nicht schaden, jedoch auch nicht nützen. Für Durchfall bei Baby und Kleinkind sowie bei Säuglingen ist der der Mix allerdings nicht zu empfehlen. Diese Kombination kann bei ihnen den Wasserverlust empfindlich verstärken.

Da der Kreislauf von Kindern im Vergleich zu Erwachsenen sehr viel empfindlicher auf Wasserverluste reagiert, ist das bei ihnen besonders kritisch. Empfehlenswert ist es deshalb, eine*n Kinderärztin*Kinderarzt aufzusuchen, um einen möglichen Infekt oder andere Ursachen der Diarrhö ausfindig zu machen und entsprechend zu behandeln.

Wohltuende Wärme hilft gegen Durchfall

Wärme hat einen positiven Effekt gegen Bauchkrämpfe, die meist mit Durchfall einhergehen. Denn Wärme wirkt entspannend, durchblutungsfördernd und lindert die Bauchschmerzen. Geeignete wärmende Tipps gegen Durchfall sind etwa: 

  • Wärmflasche: Füllen Sie die Wärmflasche mit warmem Wasser und legen Sie diese auf den schmerzenden Bereich, bestenfalls mit einem Handtuch zwischen Haut und Wärmflasche. In der Regel dürfen Wärmflaschen nicht mit kochendem Wasser befüllt werden. Beachten Sie deshalb unbedingt die Hinweise auf der Wärmflasche, um Verbrennungen und Verbrühungen zu vermeiden.

  • Wärmende Wickel: Als bewährtes Hausmittel bei Durchfall und den damit verbundenen Bauchkrämpfen gelten ebenso wärmende Wickel wie etwa ein Kartoffelwickel. Zerdrücken Sie hierfür weichgekochte, heiße Kartoffeln und geben Sie diese in ein Küchentuch. Das Küchentuch wickeln Sie dann um den Bauch und fixieren es gegebenenfalls mit einem Handtuch. Tipp: Wenn nicht viel Zeit für die Zubereitung ist, können Sie auch ein in warmes Wasser getauchtes und ausgewrungenes Handtuch gegen die Bauchkrämpfe auflegen.

  • Körnerkissen: Kirschkernkissen oder Dinkelkissen helfen ebenso bei Bauchschmerzen, die bei Durchfall vorkommen können. Das Kissen kann häufig in der Mikrowelle, im Backofen oder auf der Heizung aufgewärmt und dann auf den Bauch gelegt werden. Die Herstellerhinweise sollten dabei beachtet werden.

Hausmittel: Hilft Heilerde bei Durchfall?

Heilerde findet häufig Anwendung in der Naturheilkunde: So soll sie aufgetragen als Maske gegen unreine Haut wirken und bei einer innerlichen Anwendung einen positiven Effekt gegen Durchfall haben. Hierfür kann Heilerde in Form von Kapseln oder aber als Pulver aufgelöst in Wasser angewendet werden. Die Wirkung von Heilerde bei Durchfall und anderen Magen-Darm-Beschwerden ist wissenschaftlich nicht abschließend geklärt.

Studien zeigen jedoch, dass Heilerde bei Durchfall, der beispielsweise bei einem Reizdarm auftritt, hilft. Dennoch sind auch Nebenwirkungen wie Verstopfung möglich. Sprechen Sie deshalb vor der Anwendung besser mit einer*einem Ärztin*Arzt oder holen Sie sich Rat in einer Apotheke.

Kohletabletten als Mittel gegen Durchfall

Häufig kommen auch Kohletabletten bei Durchfallerkrankungen zum Einsatz. Die Tabletten tragen dazu bei, den Stuhl zu festigen und binden zugleich Giftstoffe und Bakterien. In der Regel binden Kohletabletten aber auch wichtige Bakterien, die für eine gesunde Darmflora essenziell sind. Vor der Anwendung sollten Sie deshalb bestenfalls ärztlichen Rat einholen und so sicherstellen, dass das Durchfall-Hausmittel für Ihre Beschwerden infrage kommt.

Flohsamenschalen und Flohsamen bei Durchfall

Flohsamenschalen und Flohsamen eignen sich ebenso als Hausmittel gegen Durchfall. Sie sind reich an Ballaststoffen und Schleimstoffen, die die gesunde Darmtätigkeit unterstützen und zur Stuhlregulierung beitragen. Zugleich können sie Wasser im Darm binden und so den Stuhlgang festigen. Gleichzeitig helfen Flohsamen aber auch gegen Verstopfung, weshalb sie als ein beliebtes Mittel bei Magen-Darm-Symptomen gelten.

Flohsamen und Flohsamenschalen zeigen sich auch bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn als vorteilhaft. Dennoch sollten Betroffene vor der Behandlung mit Flohsamen stets Rücksprache mit einer*einem Ärztin*Arzt halten.

Wann ist ärztlicher Rat notwendig?

Oftmals helfen einfache Hausmittel und Tipps bei Durchfall, sodass die Beschwerden nach einiger Zeit wieder weg sind. Hält die Diarrhö jedoch an und kommen Symptome wie Fieber, Schmerzen oder gar Blut im Stuhl dazu, sollten Sie eine*n Ärztin*Arzt aufsuchen. In diesen Fällen sollte die Ursache hinter den Symptomen aufgedeckt werden, denn möglicherweise liegt ein akuter, durch Viren ausgelöster Magen-Darm-Infekt oder ein Befall von Bakterien vor. Aber auch andere Krankheiten wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa können hinter anhaltendem Durchfall stecken.

Je nach zugrunde liegender Ursache helfen dann möglicherweise Medikamente gegen den Durchfall. Beispielsweise kommen häufig Präparate mit Hefe gegen Magen-Darm-Infektionen zum Einsatz, aber auch sogenannte Motilitätshemmer, die zu einer Verstopfung führen sollen. Loperamid ist darüber hinaus ein frei verkäuflicher Motilitätshemmer, der kurzfristig angewendet werden kann.