Onmeda.de Logo

Brustkrebs (Mammakarzinom)

Letzte Änderung:
Autor*in: Onmeda-Redaktion | Dr. rer. nat. Geraldine Nagel, Medizinredakteurin
Geprüft: Annette Mittmann, Gynäkologin

Brustkrebs ist in Deutschland die mit Abstand häufigste Krebserkrankung der Frau. Oft ist die Diagnose für Betroffene erstmal ein Schock. Früh erkannt sind die Heilungsaussichten jedoch meist gut.

Überblick

Um Brustkrebs früh zu erkennen, spielen vor allem Früherkennungsuntersuchungen beim Frauenarzt eine wichtige Rolle. Diese stehen jeder Frau einmal jährlich ab dem 30. Lebensjahr kostenlos zu. Daneben sollten Frauen ihre Brust einmal im Monat selbst abtasten.

Was ist Brustkrebs?

Brustkrebs (auch Mammakarzinom genannt) ist ein bösartiger Tumor der Brustdrüse, der meist bei Frauen, in seltenen Fällen aber auch bei Männern auftreten kann.

Symptome

Anfangs bereitet Brustkrebs (Mammakarzinom) in aller Regel keine Symptome wie etwa Schmerzen. Es gibt jedoch Anzeichen, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können.

Frauen, die ihre Brüste regelmäßig selbst abtasten und zudem auf äußerlich sichtbare Veränderungen achten, entdecken solche eventuell auf Brustkrebs hinweisende Symptome schneller.

Mögliche Anzeichen für Brustkrebs

  • Knoten oder Verhärtungen in der Brust, die früher nicht zu ertasten waren
  • Einziehung der Haut oder Einziehung einer Brustwarze
  • Größenunterschied der Brüste, der vorher nicht bestand
  • unterschiedliches Aussehen der Brüste beim Anheben der Arme
  • Absonderungen aus einer Brustwarze (z.B. wässrig, blutig oder eitrig)
  • andere Veränderungen der Brust oder Brustwarze, z.B. eine plötzliche starke Rötung
  • tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle, die vorher nicht bestanden und nicht durch eine andere Erkrankung bedingt sind (z.B. entzündeter Pickel im Bereich der Achselhöhle)

Diese Anzeichen bedeuten nicht zwingend, dass es sich um Brustkrebs handelt. Um die genaue Ursache der Symptome festzustellen, sollte man die Brust jedoch ärztlich untersuchen lassen.

Wird Brustkrebs früh erkannt – zum Beispiel im Rahmen einer Früherkennungsuntersuchung – und erfolgreich behandelt, kommt es meist gar nicht erst so weit, dass Symptome auftreten.

Hat das Mammakarzinom jedoch bereits ein fortgeschrittenes Stadium erreicht, kann der Brustkrebs Symptome verursachen, wie:

In manchen Brustbereichen tritt Brustkrebs häufiger auf

Denkt man sich über der weiblichen Brust ein Kreuz mit der Brustwarze als Zentrum, so kann man eine räumliche Häufigkeitsverteilung von Brustkrebs in vier Quadranten vornehmen. Am häufigsten ist der obere äußere Quadrant befallen, da er auch den größten Teil der Brustdrüse enthält.

Wie häufig kommt Brustkrebs vor?

In den westlichen Industrieländern ist Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung der Frau: Jährlich erkranken rund 69.000 Frauen in Deutschland daran. Im Durchschnitt ist etwa eine von acht Frauen im Laufe ihres Lebens betroffen.

Bei Männern tritt Brustkrebs viel seltener auf: Pro Jahr kommt es bei Männern zu circa 650 Neuerkrankungen. Das bedeutet, nur etwa eine von hundert Brustkrebs-Erkrankungen betrifft einen Mann. Männer sind im Durchschnitt zudem älter, wenn das Mammakarzinom festgestellt wird.

Ursachen

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) sind die genauen Ursachen bislang nicht vollständig geklärt. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen erkrankt spontan, also ohne dass Mediziner sichere Ursachen ausmachen können. Jedoch sind mittlerweile verschiedene Risikofaktoren bekannt, die die Krankheit begünstigen können.

Risikofaktoren für Brustkrebs

Zu den Risikofaktoren für Brustkrebs zählen:

Risikofaktor Alter

Das Risiko an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit dem Alter. Die meisten Frauen sind zum Zeitpunkt der Brustkrebs-Diagnose über 65 Jahre alt.

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen tritt Brustkrebs dennoch durchschnittlich in einem jüngeren Lebensalter auf: Gut 30 Prozent der Betroffenen sind jünger als 55 Jahre, wenn die Diagnose gestellt wird.

Risikofaktor Hormonersatztherapie in den Wechseljahren

Eine Hormonersatztherapie gegen Wechseljahresbeschwerden kann die Wahrscheinlichkeit für ein Mammakarzinom in geringem Maße steigern. Die mögliche Risikoerhöhung ist abhängig von der Zusammensetzung der Hormonpräparate sowie der Behandlungsdauer und sinkt  nach Absetzen wieder.

Dabei gilt: Je länger eine Frau Hormone einnimmt, desto größer das Risiko. Es besteht zudem eine Dosisabhängigkeit. Daher empfehlen Fachleute, dass Frauen wenn überhaupt nur möglichst kurze Zeit Hormone gegen Wechseljahresbeschwerden einnehmen sollten und so gering dosiert wie möglich.

Nach heutigem Wissen erhöhen Kombinationspräparate, die als Hormone Östrogen und Progesteron enthalten, das Risiko stärker also reine Östrogenpräparate. Allerdings ist eine alleinige Ersatztherapie mit Östrogenen ohne Progesteron bei Frauen, bei denen nicht die Gebärmutter entfernt wurde, auch ein Risikofaktor für das Auftreten von Gebärmutterkrebs. Fünf Jahre nach einer Hormonersatztherapie gleicht sich das Brustkrebsrisiko wieder an und entspricht dem einer Frau, die keine Hormonersatztherapie erhalten hat.

Die Antibabypille enthält zwar auch weibliche Geschlechtshormone, erhöht das Risiko für Brustkrebs aber nur geringfügig.

Risikofaktor genetische Veranlagung

Bei 25 Prozent aller Frauen mit Brustkrebs (also bei etwa jeder vierten Betroffenen) finden sich mehrere Fälle eines Mammakarzinoms in der Familie, etwa bei der Mutter oder Schwester. Hier scheinen genetische Ursachen eine Rolle zu spielen. Doch nur bei etwa 5 bis 10 Prozent der erkrankten Frauen ist tatsächlich eine genetische Veranlagung mitverantwortlich für die Entstehung von Brustkrebs.

BRCA-1 und BRCA-2 erhöhen das Risiko

Nachweislich stehen die beiden "Tumorgene" BRCA-1 und BRCA-2 mit Brustkrebs in Verbindung. BRCA steht dabei für Breast Cancer (engl. für Brustkrebs). Statistisch gesehen entwickelt sich bei etwa 50 bis 80 Prozent der Frauen, bei denen die Tumorgene BRCA-1 oder BRCA-2 eine Erbgutveränderung (Mutation) aufweisen, vor dem 70. Lebensjahr ein Mammakarzinom – meist im Alter von 40 Jahren. Das Risiko für Brustkrebs steigt bei den betroffenen Frauen etwa um das 10-Fache.

Die veränderten BRCA-Gene erhöhen zudem das Risiko für andere Krebserkrankungen wie Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom). Bei Männern steigt durch ein mutiertes BRCA-Gen die Wahrscheinlichkeit für Brustkrebs ebenfalls, wenn auch nicht im gleichen Ausmaß wie bei Frauen.

Studien weisen zudem darauf hin, dass bei der Entstehung von Brustkrebs auch Veränderungen in anderen Genen eine Rolle spielen können (z.B. bei den Genen RAD51C oder PALB2), wenn auch in geringerem Maße.

Wann ist ein Gentest sinnvoll?

Bei Frauen, auf die minestens eines der folgenden Kriterien zutrifft, ist ein Gentest sinnvoll:

Eine spezielle Therapie für Träger derartiger Mutationen gibt es derzeit jedoch nicht. Eine mögliche Behandlung in solchen Fällen besteht zum Beispiel darin, das Brustgewebe auch ohne einen bestehenden Tumor in einer Operation zu entfernen und die Brüste zum Beispiel mit einem Implantat wiederaufzubauen.

Frauen, die zu dieser Risikogruppe zählen, haben ab dem 25. Lebensjahr Anspruch auf eine halbjährliche Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt und jährlich eine Ultraschalluntersuchung im Intervall mit einer Kernspintomographie (MRT). Ab dem 40. Lebensjahr wird ebenfalls eine Mammographie in ein- bis zweijährlichen Abständen vorgenommen.

Diagnose

Jeden Verdacht auf Brustkrebs (Mammakarzinom) sollte man ärztlich abklären lassen, denn eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgschancen der Therapie deutlich. Beim Arztbesuch erfragt der Arzt zunächst die Krankengeschichte und beginnt im Anschluss mit der körperlichen Untersuchung. Dabei tastet er beide Brüste sowie die Achselhöhlen und die Schlüsselbeingruben genau ab.

Ergibt sich ein Verdacht, erfolgt bei Frauen ab 40 Jahren zunächst eine Mammographie, also eine Röntgenuntersuchung der Brust, und unter Umständen bei unklaren Befunden zusätzlich eine Ultraschalluntersuchung der Brust (Mammasonographie). Bei Frauen unter 40 Jahren bietet sich die Ultraschalluntersuchung als erste Untersuchungsmethode an, da es hierbei zu keiner Strahlenbelastung kommt.

Mithilfe der Mammographie lassen sich gutartige von bösartigen Veränderungen weitestgehend abgrenzen, Größe und Anzahl der Veränderungen bestimmen. Außerdem ermöglicht es dieses Verfahren, sogenannten Mikrokalk zu erkennen:

Eine Ultraschalluntersuchung in Kombination mit der Mammographie erhöht die Sicherheit der Brustkrebs-Diagnose. Um endgültig sagen zu können, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind, entnimmt der untersuchende Arzt eine Gewebeprobe (Biopsie). Mögliche Verfahren hierbei sind:

Anschließend untersucht ein Experte das Gewebe unter dem Mikroskop und prüft, ob gut- oder bösartige Veränderungen vorliegen. Sofern Brustkrebs vorliegt, erhält er gleichzeitig auch Aufschluss über den Tumortyp, den Grad seiner Aggressivität (sog. Grading) und weitere Tumormerkmale

In Einzelfällen setzt der Arzt auch eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Brustkrebs-Diagnose ein.

Frauen mit einem fortgeschrittenen Mammakarzinom und einem hohen Risiko für Metastasen (Tochtergeschwulsten), zum Beispiel in Lunge, Leber und Knochen oder in sehr seltenen Fällen im Gehirn, werden mit weiteren Verfahren untersucht, wie beispielsweise:

Sogenannte Tumormarker wie die körpereigenen Stoffe CEA und CA 15-3 spielen für die eigentliche Diagnose von Brustkrebs keine Rolle. Sie eignen sich eher für die Nachsorge, wenn es darum geht, Rückfälle frühzeitig festzustellen.

Einordnung des Tumors

Die Ergebnisse aller Untersuchungen erlauben es, den Tumor in das sogenannte TNM-SchemaTumorgröße, Lymphknotenbefall (engl. Node = Knoten), Metastasenbildung – einzuordnen, aus dem sich wiederum eine Einteilung in Stadien ergibt. Diese Stadieneinteilung bestimmt zusammen mit der Gewebeuntersuchung zum einen die Prognose der Krebserkrankung, zum anderen entscheidet sie über die Behandlungsstrategie.

Tumoren der Brust lassen sich grob unterteilen in:

Duktales Karzinom in situ (DCIS)

Stellt der Arzt ein sogenanntes duktales Karzinom in situ (DCIS) als Diagnose fest, bedeutet das, dass in den Milchgängen eine Brustkrebs-Vorstufe vorhanden ist oder eine sehr frühe Form von Brustkrebs. Der Brusttumor ist in dieser Phase noch auf die Milchgänge beschränkt und wächst nicht in anderes Gewebe hinein. In diesem frühen Stadium kann der Brustkrebs noch keine Tochtergeschwulste (Metastasen) bilden und hat eine gute Prognose.

Hinweise auf ein DCIS erhält der Arzt mithilfe der Mammographie: Auf dem Mammogramm erkennt er winzige Kalkablagerungen (Mikrokalk), wenn ein DCIS vorhanden ist. Mikrokalk kann aber auch bei gutartigen Veränderungen auftreten. Der Arzt entnimmt etwas Gewebe (Biopsie), um die genaue Ursache herauszufinden.

Lobuläres Karzinom in situ (LCIS)

Auch in den Milchdrüsen können Vorstufen von Brustkrebs oder frühe Brustkrebsformen auftreten. Mediziner sprechen dann von einem lobulären Karzinom in situ (LCIS). Die LCIS-Diagnose erfolgt auf dieselbe Weise wie beim duktalen Karzinom in situ über eine Mammographie und eine Biopsie.

Inflammatorisches Karzinom

Eine besondere Form von Brustkrebs ist das entzündliche (inflammatorische) Karzinom: Dabei brechen Tumorzellen in die unter der Haut gelegenen Lymphbahnen ein und verursachen einen Lymphstau. In der Folge schwellen ausgedehnte Hautbereiche an und es bildet sich ein Lymphödem. Die Oberfläche der Haut ähnelt in ihrer Struktur der einer Orange ("Orangenhaut") oder zeigt eine entzündungsähnliche Rötung.

Therapie

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) richtet der Arzt die Behandlung individuell auf die Patientin und ihre Krebserkrankung aus. Welche Therapie beziehungsweise welche Behandlungskombination sich jeweils am besten eignet, hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie:

Wichtigste Behandlungsmaßnahme ist eine operative Entfernung des Tumorgewebes. Bei brusterhaltender Therapie erfolgt im Anschluss eine Strahlentherapie.

Daneben haben sich bei Brustkrebs außerdem die Chemotherapie sowie die Antihormontherapie etabliert. Die Therapie von Brustkrebs beim Mann unterscheidet sich dabei nicht wesentlich von der bei Frauen. Im Vorfeld muss entschieden werden, ob die Chemotherapie vor der Operation (neoadjuvant) oder nach der Operation (adjuvant) erfolgt. 

Operation

Brusterhaltende Operation

Durch Einsatz von Strahlen- und/oder Chemotherapie ist es Chirurgen heutzutage häufig möglich, in unterschiedlichen Stadien von Brustkrebs eine brusterhaltende Operation durchzuführen. Dies gilt oft für sogenannten nicht-invasiven Brustkrebs, wie etwa ein duktales Karzinom in situ (DCIS).

Das Risiko, dass der Tumor wieder auftritt, wäre nach einer brusterhaltenden OP im Vergleich zu einer kompletten Brustentfernung (Radikaloperation) zwar erhöht. Es lässt sich durch die nachfolgende Bestrahlung des verbleibenden Brustgewebes jedoch wieder deutlich senken. Daher schließt sich an eine brusterhaltende Operation in aller Regel eine Bestrahlung an.

In manchen Fällen empfehlen Ärzte allerdings auch bei frühen Formen von Brustkrebs die Entfernung der gesamten Brust (Radikaloperation), etwa wenn

  • der Tumor nicht mit ausreichend Sicherheitsabstand zum angrenzenden Gewebe entfernt werden konnte.
  • der Tumor bestimmte Gewebe-Eigenschaften hat.

Studien haben gezeigt, dass es unter diesen Umständen häufiger zu einem Rezidiv, also einem Wiederauftreten von Brustkrebs, kommt.

Welches Vorgehen sich am besten eignet, wird der Arzt mit der Patientin besprechen. Eine Strahlentherapie sollte sich in jedem Fall anschließen.

Radikaloperation

Eine Radikaloperation, also die Entfernung der gesamten Brust (Mastektomie), war früher die gängige Behandlung bei Brustkrebs. Heute weiß man, dass sich – was die Wahrscheinlichkeit betrifft, dass der Tumor wieder auftritt – vergleichbare Ergebnisse erzielen lassen, wenn brusterhaltend operiert wird und sich eine Bestrahlung anschließt. Daher kommt die Radikaloperation mittlerweile wesentlich seltener zum Einsatz. Unter bestimmten Umständen ist sie bei Brustkrebs jedoch unumgänglich:

Lymphknotenentfernung

Für die Behandlung ist es auch entscheidend, ob sich der Krebs schon in Lymphknoten der Achselhöhle (axilläre Lymphknoten) ausgebreitet hat. Um dies festzustellen, kommen zwei Vorgehensweisen infrage:

Bei einer Wächterlymphknoten-Biopsie spritzt der Arzt der Patientin vor der Operation eine radioaktiv markierte Substanz (Radionuklid) in die Nähe des Tumorgewebes. Anschließend prüft er mit einem Messgerät, ob sich der radioaktive Stoff in einem Lymphknoten angereichert hat. Der erste Lymphknoten, der das Radionuklid speichert, wird Wächterlymphknoten (oder engl. Sentinel-Node) genannt. Der Arzt entfernt den Lymphknoten und lässt ihn umgehend untersuchen. Nur wenn er von Krebszellen befallen ist, entfernt er auch die anderen Lymphknoten.

Bei sehr frühen Stadien (sog. nicht-invasiver Brustkrebs wie das DCIS) erfolgt mitunter keine Untersuchung der Lymphknoten.

Anschluss-Therapie nach der Operation

Die Anschluss-Therapie (sog. adjuvante Therapie) erfolgt nach der eigentlichen Behandlung, im Regelfall also nach einer Operation. Sie hat das Ziel, möglicherweise im Körper verbliebene Krebszellen zu vernichten, damit der Brustkrebs nicht erneut auftritt. Die Anschluss-Therapie kann aus einer Antihormontherapie, Immuntherapie oder einer Chemotherapie bestehen oder aus einer Kombination der Verfahren.

Welche Form der Anschluss-Therapie bei Brustkrebs die richtige ist, hängt in erster Linie von Größe und Art des Tumors ab sowie davon, ob sich der Krebs schon in die Lymphknoten oder im restlichen Körper ausgebreitet hat. Weitere Kriterien sind die Hormonempfindlichkeit des Tumors sowie der sogenannte Menopausen-Status der Patientin – also ob sie bereits ihre letzte Regelblutung (Menopause) hatte oder nicht.

Strahlentherapie

Häufig ist die Strahlentherapie ein wichtiger Bestandteil der Brustkrebs-Behandlung. Sie eignet sich als Anschluss-Therapie nach einer brusterhaltenden Operation und wenn sich nicht ausschließen lässt, dass sich noch Tumorreste in der Brust befinden. Die Strahlentherapie soll nach der OP eventuell verbliebene Krebszellen abtöten und kann so das Risiko senken, dass der Brustkrebs wieder auftritt. Ohne Strahlentherapie nach einer brusterhaltenden Operation beträgt das Risiko für einen Krankheitsrückfall (Rezidiv) etwa 30 Prozent. Mit Strahlentherapie sinkt das Risiko auf etwa 5 bis 10 Prozent.

Nach einer kompletten Entfernung der Brust, die heute meist als sogenannte "modifiziert radikale Mastektomie" erfolgt, prüft der behandelnde Arzt individuell, ob eine Strahlentherapie notwendig ist. Sie ist unter anderem dann sinnvoll, wenn bereits mehrere Lymphknoten befallen waren oder wenn der Krebs den Brustmuskel oder die Haut befallen hat.

Die Strahlenbehandlung bei Brustkrebs dauert meist mehrere Wochen. Betroffene werden dazu an vier bis fünf Tagen pro Woche bestrahlt. Die einzelne Bestrahlung dauert nur wenige Minuten und kann meistens ambulant durchgeführt werden. Die Strahlentherapie beim Mammakarzinom ist nicht schmerzhaft, doch sie kann die Haut reizen und Rötungen hervorrufen. Gegen Ende der Strahlenbehandlung sind die Patientinnen häufig körperlich erschöpft und fühlen sich müde. Bleibende Veränderungen, wie eine Verfärbung der Haut oder kleine, spinnenartig erweiterte Blutgefäße im bestrahlen Bereich, kommen selten vor.

Abhängig vom Befund der Gewebeuntersuchung entscheidet der behandelnde Arzt bei jeder Brustkrebs-Patientin individuell, ob es erforderlich ist, neben der Bestrahlung der Brust und der Brustwand auch noch weitere Körperbereiche zu bestrahlen, wie zum Beispiel die Lymphabflusswege der Achselhöhle und Schlüsselbeingrube.

Zusätzlich zur Strahlentherapie von außen werden manche Tumorreste auch von innen bestrahlt: Dazu setzt der Arzt direkt im Anschluss an die Operation eine kleine Strahlungsquelle an der Stelle ein, an der der Tumor vorher saß. Diese Stelle wird dann mit einer sehr hohen Strahlendosis – einem sogenannten "Boost" – bestrahlt. Wenn die Operationswunden verheilt sind, folgt die Strahlentherapie von außen.

Chemotherapie

Die Chemotherapie bei Brustkrebs erfolgt mit sogenannten Zytostatika, also Wirkstoffen, die das Wachstum der Krebszellen hemmen. Je nach Wirkstoff verabreicht der Arzt die Medikamente über eine Vene (Infusion). Zur sichereren Verabreichung wird hierfür meistens ein Port(katheter) durch den Chirurgen gelegt, also ein dauerhafter Venenzugang. Je nach Art der Chemotherapie kann die Patientin die Wirkstoffe auch in Tablettenform einnehmen (orale Chemotherapie).

Eine Chemotherapie empfiehlt sich bei Brustkrebs, wenn einer oder mehrere der folgenden Punkte zutreffen:

wenn der Tumor hormonunabhängig wächst ("hormonrezeptornegativ") und eine antihormonelle Therapie nicht wirken würde und/oder wenn der Tumor besonders viele HER2-Rezeptoren aufweist, als Anzeichen für eine hohe Wachstumstendenz und/oder wenn es sich um einen Tumor mit hoher Zellteilungsrate handelt und/oder wenn Lymphknoten befallen sind und/oder wenn man bei der Erkrankung jünger als 35 Jahre alt ist: Rein statistisch haben viele Frauen in diesem Alter vergleichsweise schneller wachsende Tumoren.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/chemotherapie.php
© 2019 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.de
wenn der Tumor hormonunabhängig wächst ("hormonrezeptornegativ") und eine antihormonelle Therapie nicht wirken würde und/oder wenn der Tumor besonders viele HER2-Rezeptoren aufweist, als Anzeichen für eine hohe Wachstumstendenz und/oder wenn es sich um einen Tumor mit hoher Zellteilungsrate handelt und/oder wenn Lymphknoten befallen sind und/oder wenn man bei der Erkrankung jünger als 35 Jahre alt ist: Rein statistisch haben viele Frauen in diesem Alter vergleichsweise schneller wachsende Tumoren.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/chemotherapie.php
© 2019 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.dewenn der Tumor hormonunabhängig wächst ("hormonrezeptornegativ") und eine antihormonelle Therapie nicht wirken würde und/oder wenn der Tumor besonders viele HER2-Rezeptoren aufweist, als Anzeichen für eine hohe Wachstumstendenz und/oder wenn es sich um einen Tumor mit hoher Zellteilungsrate handelt und/oder wenn Lymphknoten befallen sind und/oder wenn man bei der Erkrankung jünger als 35 Jahre alt ist: Rein statistisch haben viele Frauen in diesem Alter vergleichsweise schneller wachsende Tumoren.

Quelle: www.krebsinformationsdienst.de/tumorarten/brustkrebs/chemotherapie.php
© 2019 Krebsinformationsdienst, Deutsches Krebsforschungszentrum
0800–420 30 40 oder krebsinformationsdienst@dkfz.d

Zur Chemotherapie bei Brustkrebs kommen vor allem Wirkstoffe aus der Gruppe der Anthrazykline und aus der Gruppe der Taxane infrage. Anthrazykline wie etwa die Wirkstoff Epirubicin oder Doxorubicin zerstören die Erbinformation einer Krebszelle und schädigen die Zellmembran, sodass die Krebszelle sich nicht mehr teilen kann. Auch Taxane, zum Beispiel die Wirkstoffe Docetaxel oder Paclitaxel, hemmen die Zellteilung.

Chemotherapeutika ziehen allerdings auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft, insbesondere in schnell wachsenden Geweben wie der Haut, dem Knochenmark, der Magen- und Darmschleimhaut und den Haarwurzeln. Daher können sie Nebenwirkungen verursachen, wie:

Mit modernen Medikamenten lassen sich jedoch viele Nebenwirkungen der Chemotherapie relativ gut lindern.

Die Chemotherapie erfolgt in Zyklen. Das bedeutet, dass jedem Behandlungstermin eine therapiefreie Zeit von ein bis drei Wochen folgt. Dieses Vorgehen hat den Vorteil, dass sich der Körper regelmäßig von eventuellen Nebenwirkungen erholen kann.

Antihormontherapie (endokrine Therapie)

Ungefähr zwei Drittel aller Brustkrebstumoren sind hormonabhängig. Das heißt, bestimmte körpereigene Hormone regen die Krebszellen zum Wachstum an. Der wichtigste ist hierbei das weibliche Geschlechtshormon Östrogen. Das bedeutet umgekehrt, dass sich das Wachstum des Tumors durch Substanzen, die die Wirkung der Hormone unterbinden, bremsen lässt. Ist eine Chemotherapie notwendig, sollte die Antihormontherapie erst beginnen, nachdem die Chemotherapie abgeschlossen ist.

Wenn der Tumor hormonpositiv ist – also auf Hormone reagiert –, erfolgt eine Antihormontherapie (auch endokrine Therapie genannt). Zur Antihormontherapie von Brustkrebs stehen verschiedene Substanzen zur Verfügung, die sich in ihrer Wirkungsweise unterscheiden. Ein häufig eingesetzter Wirkstoff ist das Antiöstrogen Tamoxifen. Tamoxifen besetzt die Östrogenrezeptoren auf den Zellen und verhindert dadurch, dass Östrogene "andocken" können. Dieses Prinzip heißt kompetitive Hemmung. Tamoxifen gilt bei Frauen, die noch nicht in den Wechseljahren sind, als Therapie der Wahl.

Die Antihormontherapie mit Tamoxifen erstreckt sich über etwa fünf Jahre und ist im Allgemeinen gut verträglich. Potenzielle Nebenwirkungen von Tamoxifen sind beispielsweise

Eine weitere Therapiemöglichkeit bei hormonpositivem Brustkrebs ist die Behandlung mit sogenannten Aromatasehemmern wie dem Wirkstoff Letrozol. Aromatasehemmer sind Substanzen, die das körpereigene Enzym Aromatase hemmen, welches für die Bildung von Östrogen außerhalb der Eierstöcke von Bedeutung ist. Wirkstoffe aus dieser Gruppe eignen sich vor allem für Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und keine Regelblutung mehr haben.

Die Antihormontherapie kann je nach vorliegendem Befund verschieden lang dauern und entweder mit einem einzigen Wirkstoff erfolgen oder unterschiedlich kombiniert werden. Mögliche Varianten der Antihormontherapie sind zum Beispiel:

Östrogen entsteht vor allem in den Eierstöcken. Deshalb besteht eine weitere Behandlungsmöglichkeit von hormonpositivem Brustkrebs darin, die Produktion von Östrogen und Progesteron in den Eierstöcken medikamentös auszuschalten. Außerdem ist es möglich, die Eierstöcke zu bestrahlen oder operativ zu entfernen.

Immuntherapie (Antikörpertherapie)

Die Immuntherapie – auch Antikörpertherapie genannt – nutzt künstlich hergestellte Abwehrstoffe des Immunsystems, um Krebszellen zu zerstören. Bei ungefähr einer von vier Frauen mit Brustkrebs tragen die Brusttumoren spezielle Andockstellen – sogenannte HER2-Rezeptoren – auf der Zelloberfläche. Ist dies der Fall, kann eine Immuntherapie mit Antikörpern wie dem Wirkstoff Trastuzumab eine Behandlungsmöglichkeit sein. Dieser spezielle Antikörper bindet sich an die HER2-Rezeptoren und hemmt damit das weitere Wachstum des Tumors. Das Immunsystem wird aktiviert und kann die Tumorzellen angreifen.

Da der Antikörper sich gezielt gegen Krebszellen mit HER2-Merkmal richtet, vertragen die meisten Betroffenen die Immuntherapie gut. Zu Beginn der Behandlung treten manchmal grippeähnliche Beschwerden auf. Allerdings kann auch das Herz beeinträchtigt sein. Deshalb ist es wichtig, während der Behandlung regelmäßig die Herzfunktion kontrollieren zu lassen.

Ärzte wenden die Immuntherapie meist bei fortgeschrittenem Brustkrebs an – in der Regel in Kombination mit einer Chemotherapie. Die Behandlung kann bei Brustkrebs sinnvoll sein, der den HER2-Rezeptor aufweist, aber auch als Anschluss-Behandlung nach der Haupttherapie infrage kommen.

Therapie des metastasierten Mammakarzinoms

Von einem metastasierten Mammakarzinom (Brustkrebs) spricht man, wenn sich Tochtergeschwulste (Metastasen) in anderen Organen, etwa in der Leber, der Lunge, den Knochen oder dem Gehirn, gebildet haben. Zytostatika sind Substanzen, die das Zellwachstum – insbesondere die Zellteilung – verhindern oder verzögern. Mit diesen Substanzen, einer Antihormontherapie und eventuell einer zusätzlichen Strahlentherapie ist es möglich, die Beschwerden durch Metastasen zu lindern und häufig auch deren Wachstum einzudämmen.

Bisphosphonate bei Knochenmetastasen

Tochtergeschwulste betreffen bei Brustkrebs häufig die Knochen. Die Metastasen stören das natürliche Gleichgewicht zwischen Auf- und Abbau des Knochens und der Knochen verliert an Stabilität. Spontane Knochenbrüche, also solche ohne äußere Einwirkung und erkennbare Ursache, können die Folge sein.

Daneben gibt es ein weiteres Problem: Wird viel Knochensubstanz abgebaut, gelangt viel Calcium ins Blut. Eine hohe Calcium-Konzentration im Blut kann sich auf den gesamten Stoffwechsel nachteilig auswirken, zum Beispiel auf die Funktion von Herz und Nieren.

Bestimmte Medikamente vermindern den Knochenabbau: die sogenannten Bisphosphonate. Frauen mit Mammakarzinom und Knochenmetastasen erhalten Bisphosphonate als Tabletten oder als Infusionen über eine Vene in Kombination mit einem Calcium- und Vitamin-D3-Präparat.

Angiogenesehemmer

Damit sich Tumorzellen teilen können, benötigen sie Nährstoffe und Sauerstoff. Beides erhalten sie aus dem Blut. Reicht die Blutversorgung nicht aus, bildet der Tumor selbst neue Blutgefäße. Diesen Prozess nennen Mediziner auch Angioneogenese. Hierfür schütten die Tumorzellen den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) aus. Spezielle Medikamente, die sogenannten Angiogenesehemmer, blockieren den Wachstumsfaktor VEGF. Dadurch kann der Tumor keine Blutgefäße mehr bilden und ist langfristig unterversorgt – er hungert gewissermaßen aus.

Beim metastasierten Mammakarzinom ist der Wirkstoff Bevacizumab (ein monoklonaler Antikörper, deshalb die Wortendung "-mab") in Kombination mit Taxanen zur Chemotherapie zugelassen. Die Betroffenen erhalten Bevacizumab als Infusion alle drei Wochen begleitend zur Chemotherapie. Mögliche Nebenwirkungen können unter anderem Bluthochdruck (Hypertonie) und ein erhöhtes Thromboserisiko sein.

Tyrosinkinasehemmer

Krebszellen vermehren sich in der Regel sehr schnell und unkontrolliert. Ein Grund dafür ist eine Fehlfunktion der für das Zellwachstum zuständigen Enzyme, unter anderem der Tyrosinkinasen. Ein moderner Ansatz in der Krebstherapie sind Wirkstoffe, die gezielt Tyrosinkinasen hemmen und somit das Zellwachstum blockieren.

Bei fortgeschrittenem Brustkrebs kommt der Tyrosinkinasehemmer Lapatinib zum Einsatz. Er wird in Tablettenform verabreicht. Als Nebenwirkungen können unter anderem Durchfall und Hautausschlag auftreten.

mTOR-Hemmer

Als mTOR-Hemmer bezeichnet man Wirkstoffe, die den sogenannten mTOR-Signalweg in Zellen blockieren. Bei manchen Betroffenen ist dieser Signalweg aktiver als im Regelfall, wodurch Zellen, die eigentlich empfindlich auf Hormone reagieren, dies nun nicht mehr tun. Als Folge bleibt eine Antihormontherapie ohne Wirkung und die Krebszellen wachsen trotz Behandlung weiter. mTOR-Hemmer (wie der Wirkstoff Everolimus) blockieren diesen Signalweg und bewirken so, dass die Krebszellen durch eine Antihormontherapie bekämpft werden können.

Verlauf

Wiederaufbau der Brust

Ein Wiederaufbau der Brust, also eine Brustrekonstruktion, bietet sich zum Beispiel nach einem ausgedehnten Eingriff wie der Radikaloperation an (Entfernung der gesamten Brust, sog. Mastektomie). Ein Wiederaufbau ist aber auch nach einer brusterhaltenden Operation möglich.

Die Rekonstruktion lässt sich sowohl sofort im Anschluss an die Operation als auch Monate oder Jahre später durchführen. Der Zeitpunkt der Rekonstruktion und die Wahl des Verfahrens hängen wesentlich von den jeweiligen Umständen der Nachbehandlung sowie vom Wunsch der Patientin ab.

Es gibt grundsätzlich zwei Varianten, die Brust wiederaufzubauen:

Bei beiden Methoden der Wiederherstellung der Brust ist das kosmetische Ergebnis bereits kurz nach der Operation gut. Die Implantate haben den Nachteil, dass Frauen sie in einigen Fällen nach gewisser Zeit als Fremdkörper in der Brust wahrnehmen.

Nachsorge

Nach der Brustkrebs-Therapie sind regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen wichtig. Sie finden zunächst meist alle drei Monate statt, später werden die Abstände größer. Außerdem sollten sich Betroffene einmal im Jahr einer Mammographie der gesunden Brust unterziehen. Nach einer brusterhaltenden Operation ordnet der Arzt zusätzlich alle sechs bis zwölf Monate eine Mammographie der operierten Brust an. Besteht der Verdacht, dass der Brustkrebs erneut aufgetreten ist (sog. Rezidiv), erfolgen gegebenenfalls weitere Untersuchungen, zum Beispiel eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomographie (MRT).

Nach einer Brustkrebs-Erkrankung ist neben der medizinischen Betreuung auch die soziale und psychische Unterstützung wichtig. Hier können Gespräche mit dem Arzt sowie mit Angehörigen und Freunden hilfreich sein, gegebenenfalls auch mit einem Psychologen oder Psychotherapeuten. Unterstützung bieten außerdem zahlreiche Selbsthilfegruppen, in denen man sich mit anderen Betroffenen austauschen kann, die ein Mammakarzinom haben oder hatten.

Die Tumormarker CEA und CA 15-3 sind körpereigene Stoffe, die im Zusammenhang mit Brustkrebs vermehrt im Blut auftreten. Diese bestimmt der Arzt vor allem nach der Brustkrebs-Therapie regelmäßig bei einer Blutuntersuchung. Die Werte können darauf hinweisen, ob der Brustkrebs unter Umständen wieder auftritt.

Rehabilitation

Jede Frau erholt sich individuell unterschiedlich von Brustkrebs. Krankengymnastische Übungen für den Arm und die Schulter der betroffenen Seite helfen, Kraft und Bewegungsfreiheit nach der Brustkrebs-Behandlung schneller wiederherzustellen. Außerdem lassen sich so Nackenschmerzen und Rückenbeschwerden verringern.

Nach der Entfernung der Lymphknoten aus der Achselhöhle kann der Arm auf der operierten Seite anschwellen, weil die Flüssigkeit aus dem Lymphsystem, die Lymphe, nicht abfließen kann. Es entsteht ein Lymphödem. Krankengymnastik sowie Lymphdrainage sorgen dafür, dass die Lymphe wieder abfließt und der Arm wieder beweglicher wird.

Hilfen bei der beruflichen und sozialen Rehabilitation, Angebote für Kuren und weitere Unterstützung bei Brustkrebs können Sie bei psychosozialen Beratungsstellen und den Krankenkassen erfragen.

Vorbeugen

Brustkrebs lässt sich nur indirekt vorbeugen, indem man versucht, bestimmte Risikofaktoren zu beeinflussen. Übermäßiger Alkoholgenuss zum Beispiel kann begünstigen, dass ein Mammakarzinom entsteht. Nach den Wechseljahren steigern Übergewicht und mangelnde Bewegung das Risiko für Brustkrebs.

Wer Hormone einnimmt, um Wechseljahresbeschwerden zu lindern, sollte das so kurz wie möglich tun. Betroffene Frauen halten hierzu am besten mit dem behandelnden Arzt Rücksprache, um gemeinsam Vor- und Nachteile einer Hormontherapie abzuwägen.

Maßnahmen zur Früherkennung

Zu den sogenannten Früherkennungsmaßnahmen von Brustkrebs zählt auch die Selbstuntersuchung der Brust. Idealerweise sollten Frauen ihre Brüste einmal im Monat selbst untersuchen und auch die Haut von Brust und Achselhöhle genau anschauen und abtasten. Auffälligkeiten sollte man von einem Arzt abklären lassen, wie zum Beispiel:

Durch eine Selbstuntersuchung der Brust lässt sich Brustkrebs allerdings genaugenommen nicht im Frühstadium erkennen, sondern erst in späteren Stadien. Im eigentlichen Sinne ist das Abtasten der eigenen Brust daher keine Früherkennungsmaßnahme. Dennoch spielt die Selbstuntersuchung der Brust eine wichtige Rolle, insbesondere bei Frauen, die nicht regelmäßig an Früherkennungsuntersuchungen beim Arzt teilnehmen.

Um Brustkrebs möglichst früh zu erkennen und somit die Chance auf Heilung zu erhöhen, kommt der ärztlichen Untersuchung deshalb die größere Bedeutung zu. Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben in Deutschland einmal jährlich gesetzlichen Anspruch auf eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt.

Mammographie-Screening

Für alle Frauen zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr zählt in Deutschland außerdem die zweijährliche Mammographie (Röntgenuntersuchung der Brust) zu den gängigen Früherkennungsuntersuchungen. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten des Brustkrebs-Screenings.

Für Risikopatientinnen, also beispielsweise Frauen mit häufigen Krebserkrankungen in der Familie oder mit einer gutartigen Veränderung der Brust (proliferative Mastopathie), empfehlen sich bereits ab dem 30. Lebensjahr regelmäßige Mammographie-Termine.

Quellen

Brustkrebs, Mammakarzinom. Online-Informationen der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG): www.krebsgesellschaft.de (Abrufdatum: 17.6.2019)

Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. (Hg.): Brustkrebs: Patientenratgeber zu den AGO-Empfehlungen 2019. Zuckschwerdt, München 2019

Deutsche Krebshilfe: Die blauen Ratgeber: Brustkrebs (Stand: Januar 2019)

Diagnostik und Therapie primärer und metastasierter Mammakarzinome. Online Informationen der Kommission Mamma der Arbeitsgemeinschaft gynäkologische Onkologie e.V. (AGO): www.ago-online.de (Stand: 2018)

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/045 (Stand: Dezember 2017)

Risikofaktoren für Brustkrebs: Worauf können Frauen achten? Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 22.8.2017)

Risiko Brustkrebs: Veranlagung, Vererbung, Genetik. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 23.6.2017)

Brustkrebs: Früherkennung durch Abtasten und Mammographie. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 28.4.2017)

Chemotherapie bei Brustkrebs. Online-Informationen des Deutschen Krebsforschungszentrums: www.krebsinformationsdienst.de (Stand: 9.3.2017)

Robert Koch-Institut (Hg.): Krebs in Deutschland 2013/2014. Robert Koch-Institut, Berlin 2017

Goerke, K., et al.: Klinikleitfaden Gynäkologie Geburtshilfe. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2013

Marjoribanks, J., et al: Long term hormone therapy for perimenopausal and postmenopausal women (Review). Cochrane Database of Systematic Reviews 2012, Issue 7 (11.7.2012)

Deutsche Krebsgesellschaft e.V. (DKG) und Deutsche Gesellschaft für Senologie e.V.: Früherkennung von Brustkrebs. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 077/001OL (Stand: 2010)

Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen. Thieme, Stuttgart 2008

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Brustkrebs (Mammakarzinom)":

Onmeda-Lesetipps:

Linktipps:

  • www.krebsinformationsdienst.deDas Deutsche Krebsforschungszentrum bietet auf seiner Website eine Suche zu psychosozialen Beratungsstellen in ganz Deutschland an, bei denen Patienten, Angehörige und Interessierte umfassende Beratung und Hilfe finden.
  • www.krebshilfe.deAuf den Seiten der Deutschen Krebshilfe können Sie kostenlose Patienteninformationen über Brustkrebs anfordern oder direkt herunterladen.

Selbsthilfegruppen / Beratungsstellen:

Stiftung PATH – Patient's Tumorbank of Hope
Postfach 750729
81337 München
+49 (0)89 78 06 78 48

    mamazone – Frauen und Forschung gegen Brustkrebs e.V.
    Postfach 310220
    86063 Augsburg
    +49 (0)821 26 84 19 10

    Aktion Pink Deutschland e.V.
    Westhafen Tower
    Westhafenplatz 1
    60327 Frankfurt am Main
    +49 (0)69 678 65 38 12

    Letzte inhaltliche Prüfung: 02.07.2019
    Letzte Änderung: 30.07.2021