Das Bild zeigt eine Frau beim rauchen.
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Raucherlunge

Der umgangssprachliche Begriff Raucherlunge steht in der Regel für eine bestimmte Atemwegserkrankung: die chronisch obstruktive Lungenerkrankung – kurz COPD.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Allgemeines

Mit dem langjährigen Einatmen von Tabakrauch gelangen Substanzen in die Atemwege, die entzündliche Prozesse in deren Schleimhäuten auslösen können. Daneben atmet ein Raucher auch Partikel aus der Zigarette ein (u.a. Teer), die bewirken, dass die kleinen Flimmerhärchen in der Lunge nicht mehr richtig arbeiten können. Die Flimmerhärchen dienen normalerweise dazu, kleinere Partikel wieder aus der Lunge hinauszubefördern. Gelingt dies nicht, sammeln sich immer mehr Partikel und auch Schleim an – auf Dauer färbt sich die Lunge schwarz (sog. Teerlunge). Beim Betroffenen macht sich das vor allem durch Symptome wie einen chronischen Husten, Auswurf und schließlich auch Atemnot bemerkbar. Raucher äußern dann mitunter die Sorge, sie könnten eine Raucherlunge haben.

Eine COPD beginnt häufig mit einer chronischen Bronchitis (sog. Raucherhusten), bei der sich nach einiger Zeit die Bronchien immer mehr verengen (chronisch obstruktive Bronchitis) und schließlich zu Atemnot führen. Bei einer stark fortgeschrittenen COPD beziehungsweise Raucherlunge haben sich die Atemwege unumkehrbar verengt.

Etwa 80 bis 90 Prozent aller COPD-Fälle in den Industrieländern sind auf das Rauchen zurückzuführen. Laien ist die Erkrankung eher als Raucherlunge bekannt. Und tatsächlich ist das Rauchen der Hauptrisikofaktor für eine COPD beziehungsweise Raucherlunge: Durch das Rauchen von Tabak steigt das Erkrankungsrisiko auf das 13-Fache an; von den älteren Rauchern ist gut die Hälfte von einer COPD betroffen. Allein in Europa sterben jährlich 200.000 bis 400.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung.

Passivrauchen erhöht ebenfalls das Risiko, an einer COPD zu erkranken, wenn auch nur um das 1,4-Fache. Pro Jahr sterben in Deutschland über 900 Menschen an einer COPD, die durch Passivrauchen entstanden ist. Nur in seltenen Fällen entsteht die Lungenerkrankung durch andere Umweltbelastungen oder erbliche Einflüsse.

Viele Raucher sind sich gar nicht bewusst, dass sie möglicherweise an einer Raucherlunge leiden, da nicht alle Betroffene mit Atemwegsbeschwerden diese auch von einem Arzt abklären lassen. So wird bislang in Europa nur durchschnittlich jeder fünfte COPD-Fall auch ärztlich diagnostiziert.

Ob sich die Atemwege bei einer COPD wieder erholen, hängt davon ab,

  • wie weit die Erkrankung bereits fortgeschritten ist,
  • ob ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird und
  • ob der Betroffene das Rauchen aufgibt.

Ab einem gewissen Stadium kann sich die Lunge bei einer COPD nicht mehr vollständig regenerieren. Mit der richtigen Behandlung lassen sich allerdings die Beschwerden lindern und ein weiteres Fortschreiten der COPD aufhalten. Dadurch verbessern sich sowohl die Lebensqualität als auch die Lebenserwartung der Betroffenen. Die Behandlung muss jedoch in der Regel lebenslang fortgeführt werden. Unbehandelt verkürzt eine Raucherlunge die Lebenserwartung um durchschnittlich 5 bis 7 Jahre. Die COPD nimmt weltweit gesehen Platz 5 der häufigsten Todesursachen ein.

Rauchern mit COPD ist eine Raucherentwöhnung dringend zu empfehlen. Liegt nur eine leichte bis mittelschwere COPD vor, kann ein Rauchstopp verhindern, dass die Erkrankung zu einer schweren COPD fortschreitet. Zudem wirkt sich eine Raucherentwöhnung insgesamt positiver auf die Lungenfunktion aus, als es eine alleinige Therapie mit Medikamenten vermag, zum Beispiel mit atemwegserweiternden Inhalationssprays.

Therapie

Raucher, die bereits an einer "Raucherlunge" beziehungsweise COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) erkrankt sind, sollten das Rauchen so rasch wie möglich aufgeben. So lassen sich die Entzündungsprozesse im Lungengewebe stoppen. Betroffenen mit COPD verschreibt der Arzt in der Regel Sprays zum Inhalieren. Diese erweitern die Bronchien – die Patienten können wieder besser atmen. Die Inhalationssprays bekämpfen aber nur die Symptome, nicht die Ursachen. Wer zusätzlich mit dem Rauchen aufhört, verbessert seine Lungenfunktion weitaus effektiver als durch die alleinige Einnahme der Medikamente.

In weiter fortgeschrittenen Stadien kann auch eine Therapie mit Kortison sinnvoll sein. Da sich bei einer fortgeschrittenen COPD die Atemwege oft nicht mehr vollständig erholen, erfolgt die Behandlung in solchen Fällen meist lebenslang. Dadurch lassen sich die Beschwerden lindern sowie die Lebensqualität und Lebenserwartung verbessern.

Raucherentwöhnung

Bei Rauchern mit einer COPD spielt die Raucherentwöhnung eine wichtige Rolle. Auch wenn man bereits viele Jahre lang raucht – zu spät zum Aufhören ist es nie. Manche Raucher schaffen das ganz alleine, etwa mit der Schlusspunktmethode.

Als besonders erfolgsversprechender Ansatz zur Raucherentwöhnung hat sich die Kombination aus Nikotinersatzmitteln (Nikotinersatztherapie) und einem begleitenden mehrwöchigen Entwöhnprogramm herausgestellt. Nikotinersatzmittel helfen über Entzugserscheinungen hinweg und können die Entwöhnung deshalb erleichtern. Sprechen Sie am besten Ihren Arzt darauf an, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören wollen. Er kann Ihnen dabei helfen, die geeignete Strategie für den Rauchausstieg zu finden und Ihnen bei der Entwöhnung zur Seite stehen.

Weniger rauchen bei COPD keine Lösung

Den Tabakkonsum nicht komplett aufzugeben, sondern nur runterzuschrauben, ist dagegen keine geeignete Alternative. Ein Fortschreiten der COPD lässt sich dadurch erfahrungsgemäß nicht aufhalten. Dies liegt wahrscheinlich daran, dass viele Raucher so zwar insgesamt weniger rauchen, dafür aber den Tabakrauch länger und tiefer Inhalieren. Eine Rauchreduktion kann deshalb nur eine Zwischenlösung auf dem Weg zur Raucherentwöhnung darstellen.

Vorbeugen

Der wichtigste Schritt, um einer Raucherlunge beziehungsweise einer COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) vorzubeugen, besteht darin, das Rauchen aufzugeben. Noch besser ist es, Sie fangen gar nicht erst damit an. Das ständige Inhalieren von Tabakrauch fördert entzündliche Prozesse in den Schleimhäuten der Atemwege, die diese auf Dauer schädigen und verengen.