Sucralfat

Allgemeines

Sucralfat wird zur Behandlung und zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Der Wirkstoff kann ebenfalls im Früh- und fortgeschrittenen Stadium von Entzündungen der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure (Refluxösophagitis) eingesetzt werden.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Geschwürabheilungen im Magen und Zwölffingerdarm beschleunigen
  • Schmerzen bei Entzündungen der Speiseröhre und bei Geschwüren im Magen und Zwölffingerdarm lindern
  • säurebedingte Erkrankungen vorbeugen und sie behandeln.

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Sucralfat im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Sucralfat nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen Sucralfat dürfen sucralfathaltige Medikamente nicht eingenommen werden.

Bei schweren Nierenfunktionsstörungen darf Sucralfat nur nach ärztlicher Abwägung von Nutzen und Risiko angewendet werden. Der im Wirkstoff enthaltene Aluminiumanteil kann sich in solchen Fällen gefährlich ansammeln.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Sucralfat sollte nicht oder nur kurzzeitig und nach umfassender ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung während der Schwangerschaft eingenommen werden. Grund hierfür ist eine mögliche Ansammlung des im Sucralfat enthaltenen Aluminiums in den Knochen des Ungeborenen. Diese Ansammlungen rufen unter Umständen Nervenschädigungen hervor.

Aluminiumtritt auch in die Muttermilch über. Eine kurzzeitige Anwendung von Sucralfat in der Stillzeit ist dennoch im Einzelfall möglich, da das Aluminium nur in geringem Maße vom kindlichen Körper aufgenommen wird.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder unter 14 Jahren dürfen Sucralfat wegen nicht ausreichender Studien mit dieser Altersgruppe nicht einnehmen.

Welche Nebenwirkungen kann Sucralfat haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Sucralfat. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Verstopfung.

Seltene Nebenwirkungen:
Übelkeit, Mundtrockenheit.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Völlegefühl, Schwindel.

Besonderheiten:
Bei Beeinträchtigung der Bewegungsvorgänge im Magen-Darm-Kanal (Motilitätsstörungen), zum Beispiel nach Operationen, durch andere Medikamente oder durch eine Krankheit bedingt, kann es in Einzelfällen zur Bildung eines "Haarballs" aus verschluckten Haaren und Fasern (Bezoar) kommen.

Bei Patienten mit eingeschränkter Nierenfunktion kann eine erhöhte Aluminiumkonzentration im Blut auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Sucralfat?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bei gleichzeitiger Einnahme kann Sucralfat bei einer Reihe anderer Wirkstoffe zu einer verringerten Aufnahme in den Körper führen. Hiervon besonders betroffen sind Antibiotika (Tetrazykline und Gyrasehemmer, Tobramycin, Amphotericin B, Colistin), das Antiepileptikum Phenytoin, das Neuroleptikum Sulpirid, das Herzglykosid Digoxin, die Säureblocker Cimetidin und Ranitidin, das Pilzmittel Ketoconazol und Theophyllin (gegen Asthma), die Gallenmittel Chenodesoxycholsäure und Urodesoxycholsäure und Levothyroxin (Schilddrüsenhormon). Dies kann im Allgemeinen vermieden werden, wenn Sucralfat in einem längeren zeitlichen Abstand (beispielsweise zwei Stunden) zu diesen Wirkstoffen angewendet wird.

Ein Einfluß von Sucralfat auf die Aufnahme von gerinnungshemmenden Wirkstoffen (Antikoagulantien) in den Körper ist nicht auszuschließen. Sowohl bei Beginn wie nach Beendigung der Behandlung wird der Arzt daher die Dosis der gerinnungshemmenden Wirkstoffe besonders sorgfältig überprüfen.

Die gleichzeitige Einnahme von Sucralfat und Wirkstoffen, die Kalium-Natrium-Hydrogencitrat enthalten, kann zu einer erhöhten Aufnahme von Aluminium in den Körper führen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Das Medikament kann Antibiotika aus der Gruppe der Gyrasehemmer erheblich in der Wirksamkeit beeinträchtigen und sollte nicht mit ihnen zusammen angewendet werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Sucralfat?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Sucralfat enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform
Tabletten

So wirkt Sucralfat

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Sucralfat. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Antazida, Mittel gegen zu viel Magensäure, zu welcher der Wirkstoff Sucralfat gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Sucralfat

Sucralfat wird zur Behandlung und zur Vorbeugung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren eingesetzt. Der Wirkstoff kann ebenfalls im Früh- und fortgeschrittenen Stadium von Entzündungen der Speiseröhre durch zurückfließende Magensäure (Refluxösophagitis) eingesetzt werden.

Das Vorliegen einer Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori sowie eine eventuelle Bösartigkeit des Magengeschwürs sollten vor einer Behandlung mit Sucralfat ausgeschlossen werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Sucralfat sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Sucralfat

Sucralfat gehört zur Gruppe der säurebindenden Mittel. Wie alle Wirkstoffe dieser Gruppe neutralisiert auch Sucralfat die überschüssige Magensäure oder bindet diese. Dadurch wird säurebedingten Erkrankungen vorgebeugt. Gleichzeitig dient es aber auch der Behandlung von Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüren sowie Entzündungen der Speiseröhre.

Sucralfat nimmt aufgrund seiner individuellen Wirkungsweise innerhalb der säurebindenden Mittel eine Sonderstellung ein. Es geht eine Verbindung mit Eiweißen der Magenschleimhaut und dem Magenschleim ein und bildet so eine Schutzschicht ("Pastenbildung") auf der Oberfläche von Schleimhautschäden aus. Diese Schutzschicht verhindert einen weiteren negativen Einfluss von Magensäure, Magen-Enzymen und Gallenflüssigkeit im Verdauungskanal. Sucralfat besitzt zusätzlich ein Bindevermögen für Gallensäuren und Magen-Enzyme (wie beispielsweise das eiweißspaltende Pepsin).

Außerdem fördert Sucralfat die Bildung von Prostaglandinen, körpereigenen Stoffen, die im Magen-Darm-Kanal eine vermehrte Schleimproduktion bewirken. Die Schleimschicht ist wichtig für den Schutz der Schleimhaut vor Magensäure und deren Selbstverdauung.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.