Strontium

Allgemeines

Strontium dient der Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren. Ziel ist die Verringerung des Risikos von Wirbel- und Hüftknochenbrüchen. Das Spurenelement kommt in der Schulmedizin bisher nur in Form von Strontiumranelat zum Einsatz.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • Vermehrung knochenaufbauender Zellen fördern
  • Wachstum knochenabbauender Zellen behindern
  • Bildung von Kollagen begünstigen

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Strontium im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Strontium nicht verwendet werden?

Strontium darf nicht angewendet werden bei
  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff
  • Durchblutungsstörungen des Herzmuskels (Angina pectoris)
  • Durchblutungsstörungen in Arterien ("Schaufensterkrankheit")
  • Durchblutungsstörungen des Gehirns
  • schlecht behandelbarem Bluthochdruck
  • akuten Venenverschlüssen (Venenthrombosen oder Lungenembolie) oder solchen in der Vorgeschichte
  • vorübergehender oder dauerhafter Bewegungslosigkeit aufgrund von längerer Bettruhe nach Operationen oder bei Krankheiten, weil dies einen Venenverschluss begünstigt.
Bei Nierenfunktionsstörungen darf Strontium nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle angewendet werden. Sind die Nierenfunktionsstörungen schwer (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute), sollte der Wirkstoff nicht zur Anwendung kommen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Strontium ist nur für die Anwendung bei Frauen nach den Wechseljahren bestimmt. Zur Anwendung von Strontium bei Schwangeren gibt es keine Erfahrungen. In hohen Dosen wurden bei Tierversuchen vorübergehende Knochenveränderungen bei Nachkommen von Ratten und Kaninchen, die während der Schwangerschaft behandelt worden waren, beobachtet. Sollte während der Schwangerschaft versehentlich Strontium eingenommen worden sein, muss die Einnahme sofort beendet werden.

Möglicherweise wird Strontium in die Muttermilch ausgeschieden. Daher soll der Wirkstoff während der Stillzeit nicht angewendet werden.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren sollten nicht mit Strontium behandelt werden, da die Unbedenklichkeit und Wirksamkeit in dieser Altersgruppe nicht nachgewiesen ist.

Welche Nebenwirkungen kann Strontium haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Strontium. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Gedächtnisschwund, Venenverstopfung, Übelkeit, Durchfall, dünner Stuhl, Hautentzündung, Ekzeme, Erhöhung des Kreatinphosphokinase-Wertes im Blut.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Krampfanfälle.

Seltene Nebenwirkungen:
DRESS (scherer Hautausschlag), Fieber, Überschuss unreifer Blutzellen, Lymphknotenschwellung, Leberentzündung, Nierenerkrankung (interstitielle Nephropathie, (interstitielle) Lungengenerkrankung.

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Schwere Hautreaktionen (Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse).

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
Verwirrungszustand, Schlaflosigkeit, Überempfindlichkeit der Bronchien, Erbrechen, Bauchschmerzen, Reizungen der Mundschleimhaut, Säurerückfluss in die Speiseröhre, Verdauungsbeschwerden, Verstopfung, Blähungen, erhöhte Transaminase-Werte im Blut (in Verbindung mit Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut), Leberentzündung, Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut (Ausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Blutgefäßschwellung), Haarausfall, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Knochenschmerz, Gelenkschmerzen, Schmerzen in Armen und Beinen, Wassereinlagerung in Armen und Beinen, Fieber (in Verbindung mit Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut), Störungen der Blutbildung, Überschuss unreifer Blutzellen (in Verbindung mit Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut), Lymphknotenschwellung (in Verbindung mit Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut).

Besonderheiten:
Sollten nach Anwendung von Strontium schwere Hautreaktionen oder das DRESS-Syndrom aufgetreten sein, verbietet sich ein weiterer Einsatz des Wirkstoffs.

Bei Auftreten eines Venenverschlusses ist der Wirkstoff abzusetzen. Ebenso wird der Arzt die Behandlung unterbrechen, wenn die Patientin für längere Zeit bettlägerig ist. Dies kann nämlich das Risiko für Venenverschlüsse erhöhen.

Sollten Patienten während der Behandlung einen schwer behandelbaren Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen des Herzens, Gehirns oder der Beine entwickeln, ist die Therapie umgehend abzubrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigt Strontium?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Nahrung, Milch und Milchprodukte sowie calciumhaltige Medikamente können die Aufnahme von Strontium in den Körper um bis zu 60 und 70% vermindern. Daher sollte ein strontiumhaltiges Präparat in mindestens zweistündigem Abstand zum Verzehr solcher Produkte eingenommen werden.

Da Strontium wie Calcium, zusammen mit Tetrazyklinen und Gyrasehemmern eingenommen, unlösliche Komplexe bildet, wird eine gleichzeitige Einnahme von Strontium mit diesen Wirkstoffen nicht empfohlen.

Säurehemmende Mittel wie Aluminium- und Magnesiumhydroxid entweder zwei Stunden vor oder gleichzeitig mit der Einnahme von Strontium verringert dessen Wirkung leicht. Die Einnahme von solchen Antazida mindestens zwei Stunden nach dem Wirkstoff ist daher vorzuziehen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Bei Auftreten schwerer Hautreaktionen muss die Behandlung mit dem Medikament sofort abgebrochen werden.
  • Treten Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen von Herz, Gehirn oder anderen Geweben auf, ist die Therapie umgehend abzubrechen.
  • Strontium beeinflusst die Messung von Calcium in Blut und Harn mit Methoden, die mit Farbumschlag arbeiten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Strontium?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Strontium enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Strontium

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Strontium. Lesen Sie dazu auch die Informationen zur Wirkstoffgruppe Mineralstoffe (Mengenelemente und Spurenelemente), zu welcher der Wirkstoff Strontium gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Strontium

Strontium dient der Behandlung der Osteoporose bei Frauen nach den Wechseljahren. Ziel ist die Verringerung des Risikos von Wirbel- und Hüftknochenbrüchen. Das Spurenelement kommt in der Schulmedizin bisher nur in Form von Strontiumranelat zum Einsatz.

Nach dem sich in neueren Studien ein erhöhtes Herzinfarkt-Risiko herausgestellt hat, empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA), Strontium nur noch bei Frauen und Männern mit schwerer Osteoporose und hohem Risiko von Knochenbrüchen anzuwenden, für die andere Therapien nicht geeignet sind oder nicht vertragen werden.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Strontium sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Strontium

Knochengewebe besteht aus einem mineralischen Anteil, dem Calcium-Mineral Apatit und einem organischen, nämlich speziellen Eiweiß (Kollagen).

Das Mineral Strontium gehört zur Wirkstoffgruppe der Mineralstoffe (Mengelemente und Spurenelenmente). Es ist dem Calcium in seinen chemischen Eigenschaften etwas ähnlich. Es setzt sich größtenteils auf den mineralischen Kristallen im Knochen fest und ersetzt nur geringfügig das Calcium im Apatitkristall des neu gebildeten Knochens. Strontium hat einen aktivierenden und einen hemmenden Effekt. Einerseits steigert es in Knochengewebskulturen sowohl den Knochenaufbau und die Produktion von Kollagen als auch die Vermehrung der knochenbildenden Zellen. Andererseits hemmt der Wirkstoff den Knochenabbau, indem es das Wachstum knochenfressender Zellen behindert und deren Aktivität vermindert. Beides zusammen stellt das Gleichgewicht des Knochenstoffwechsels zugunsten des Knochenaufbaus um.

Strontium wird in der Schulmedizin bei Osteoporose bisher nur als Strontiumranelat angewendet, also als Salz der Ranelicsäure. Diese organische Säure hat selbst keine Wirkung. Allerdings bewirkt sie eine gute Verwertung und Verträglichkeit des Gegenions Strontium.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.