Rosuvastatin + Amlodipin

Allgemeines

Die Kombination wird bei erwachsenen Patienten mit Bluthochdruck angewendet. Voraussetzung ist, dass deren Blutdruck bei gleichzeitiger Gabe von Rosuvastatin und Amlodipin als Einzelwirkstoffe in der gleichen Dosisstärke wie in der Kombination ausreichend gesenkt wird.

Für die Behandlung einer Bluthochdruck-Krise ist die Kombination allerdings nicht geeignet.

Die Kombination kommt bei Patienten zum Einsatz, deren Bluthochdruck mit einem hohen Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfall einhergeht. Dies ist der Fall bei Übergewicht und Rauchen, vor allem aber bei begleitenden Fettstoffwechselstörungen der Fall:
  • bei Cholesterin-Überschuss (auch von einem Elternteil ererbt) oder Cholesterin- und Triglycerid-Überschuss, wenn eine Diät, mehr Bewegung oder Abnehmen nicht halfen
  • bei von beiden Elternteilen ererbtem Cholesterin-Überschuss, wenn eine Diät und andere Maßnahmen (wie beispielsweise eine LDL-Apherese) nicht ausreichend helfen oder nicht geeignet sind.

Welchen Zwecken dient diese Wirkstoffkombination?

  • Produktion schädlicher Blutfette in der Leber hemmen
  • Bioproduktion von Cholesterin behindern
  • Blutgefäße erweitern
  • Herz entlasten

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Rosuvastatin + Amlodipin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann dürfen Rosuvastatin + Amlodipin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen einen der Wirkstoffe oder ähnliche Substanzen darf die Kombination nicht angewendet werden. Gleiches gilt bei
  • bestehender Lebererkrankung, einschließlich einer ungeklärten dauerhaften Erhöhung der Leberwerte oder wenn sie auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwertes erhöht sind
  • schwerer Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance unter 30 Milliliter/Minute)
  • Muskelerkrankungen
  • schwerem Bluthochdruck
  • niedrigem Blutdruck
  • Schock (auch herzbedingt)
  • einer stärkeren Verengung der Hauptschlagader am Herzen (Aorta)
  • Herzmuskelschwäche nach akutem Herzinfarkt.
Nur nach sorgfältiger Neutzen-Risiko-Abwägung durch den Arzt und unter seiner Kontrolle darf die Kombination eingesetzt werden bei Patienten mit Risikofaktoren für Muskelschäden oder Muskelfaserauflösung. Solche Faktoren sind unter anderem
  • Nierenfunktionsstörung
  • Schilddrüsenunterfunktion
  • erbliche Muskelstörungen in der Familie
  • muskelschädigende Wirkungen durch eine frühere Einnahme eines Fibrates oder eines anderen Statins
  • Alkoholmissbrauch
  • Lebererkrankung in der Vorgeschichte
  • Alter über 70 Jahre
  • Wechselwirkungen, die zu erhöhten Blutkonzentrationen an Rosuvastatin führen können
  • gleichzeitige Anwendung von Fibraten
  • asiatische Herkunft der Patienten, weil sie höhere Rosuvastatin-Konzentrationen im Blut erreichen
  • Patienten mit Herzmuskelschwäche wegen der Gefahr von Wasseransammlungen in der Lunge.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Cholesterin und andere Produkte der Cholesterinbioproduktion sind für die Entwicklung des Ungeborenen notwendig. Daher überwiegt das von der Rosuvastatin-Wirkung ausgehende Risiko den Nutzen einer Behandlung während der Schwangerschaft. Auch Amlodipin scheint während der Schwangerschaft nachteilig zu sein. Frauen im gebärfähigen Alter müssen deshalb während der Behandlung mit der Kombination geeignete Verhütungsmaßnahmen anwenden.

Während der Stillzeit darf die Kombination nicht eingenommen werden. Amlodipin geht beim Menschen in die Muttermilch über, wobei seine Wirkung auf den Säugling nicht bekannt ist. Rosuvastatin wird in die Muttermilch von Ratten ausgeschieden. Man weiß nicht, ob dies auch beim Menschen der Fall ist.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Die Sicherheit und Wirksamkeit der Kombination bei Kindern unter 18 Jahren ist nicht erwiesen und wird nicht für die Anwendung in dieser Altersgruppe empfohlen.

Welche Nebenwirkungen können Rosuvastatin + Amlodipin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Rosuvastatin + Amlodipin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Wasseransammlungen im Gewebe (Ödeme)

Häufige Nebenwirkungen:
Diabetes mellitus, Schwindelgefühl, Kopfschmerzen, Schläfrigkeit, Sehstörungen, Herzklopfen, Hautrötung mit Wärmegefühl, veränderte Darmentleerungsgewohnheiten (einschließlich Durchfall und Verstopfung), Bauchschmerzen, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Knöchelschwellung, Muskelkrämpfe, Muskelschmerzen, Schwäche, Müdigkeit

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Schlaflosigkeit, Albträume, Depression, Stimmungsschwankungen (einschließlich Angst), Ohnmacht, Zittern, Geschmacksstörungen, Empfindungsstörungen, nervliche Missempfindungen, Ohrgeräusche, schnelle oder langsame Herzrhythmusstörungen, niedriger Blutdruck, Atembeschwerden, Schnupfen, Husten, Erbrechen, Mundtrockenheit, Haarausfall, Unterhautblutungen, Hautverfärbung, vermehrtes Schwitzen, Hautausschlag, Juckreiz, Nesselsucht, Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Störungen der Wasserausscheidung, Brustschmerzen, Schmerzen, Unwohlsein, Gewichtsveränderungen

Seltene Nebenwirkungen:
Mangel an Blutplättchen, Überempfindlichkeitsreaktionen einschließlich Gesichtsschwellung, Verwirrung, Bauchspeicheldrüsenentzündung, erhöhte Leberwerte, Muskelerkrankung (auch als Autoimmunerkrankung), Muskelfaserzerfall, Erektionsstörungen, Schwellung der männlichen Brust

Sehr seltene Nebenwirkungen:
Mangel an weißen Blutkörperchen, allergische Reaktionen, erhöhte Muskelspannung, Nervenstörungen und -erkrankungen, Gedächtnisverlust, Herzinfarkt, Blutgefäßentzündung, Magenschleimhautentzündung, Zahnfleischschwellung, Leberentzündung, Gelbsucht, Gesichtsschwellung, schwere Hautreaktionen (Erythema multiforme, exfoliative Dermatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse), Lichtempfindlichkeit der Haut, Blut im Urin

Nebenwirkungen unbekannter Ursache:
Sehnenerkrankungen (manchmal durch einen Riss verkompliziert)

Besonderheiten:
Rosuvastatin scheint in der Dosis von 40 Milligramm am Tag mehr schwerwiegende Nebenwirkungen an den Nieren zu verursachen.

Muskelschmerzen aus ungeklärter Ursache, Muskelschwäche oder Krämpfe der Skelettmuskulatur müssen unverzüglich einem Arzt berichtet werden, insbesondere wenn diese mit Unwohlsein oder Fieber einhergehen. Es kann sich um Anzeichend einer Unverträglichkeit von Rosuvastatin handeln.

Vor sowie drei Monate nach Behandlungsbeginn wird der Arzt Leberfunktionstests durchführen. Die Therapie mit der Kombination muss beendet oder die Rosuvastatin-Dosis vermindert werden, wenn die Leberwerte auf mehr als das Dreifache des oberen Normalwertes ansteigen.

Treten Beschwerden auf wie Atemnot, trockener Husten, Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber, kann sich dahinter eine Lungenkrankheit verbergen. Besteht dieser Verdacht, wird der Arzt die Therapie mit der Kombination abbrechen.

Welche Wechselwirkungen zeigen Rosuvastatin + Amlodipin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Die Kombination darf nicht zusammen mit Ciclosporin eingenommen werden. Aufgrund des Rosuvastatin kann es vermehrt zu schwerwiegenden Muskelschäden kommen. Außerdem erhöht Amlodipin die Konzentrationen von Ciclosporin, aber auch von Tacrolimus im Blut, was bei beiden zu mehr Nebenwirkungen führen kann.

Manche virenhemmenden Mittel aus der Gruppe HIV-1-Proteasehemmer führen auch zu erhöhten Rosuvastatin-Konzentrationen, doch können sie gleichzeitig verwendet werden, wenn der Arzt die Rosuvastatin-Dosis entsprechend senkt.

Wird die Kombination zusammen mit anderen Blutfettsenkern (Gemfibrozil, Ezetimib, Fenofibrat, Niacin) gegeben, steigt das Risiko für Muskelschäden stark an.

Antacida gegen zu viel Magensäure sollten möglichst in einem zweistündigen Abstand nach der Kombination eingenommen werden, weil sie sonst möglicherweise die Wirkung vermindern. Auch das Makrolid-Antibiotikum Erythromycin vermindert die Wirkung.

Zusammen mit Blutverdünnern (Vitamin-K-Antagonisten) kann sich ein verändertes Gerinnungsverhalten des Blutes ergeben. Der Arzt wird in solchen Fällen die Blutgerinnung besonders sorgfältig überprüfen.

Wenn die Einnahme von Fusidinsäure notwendig ist (ausschließlich ausländische Präparate), muss die Behandlung mit der Kombination während der gesamten Dauer der Fusidinsäure-Behandlung unterbrochen werden. Ansonsten kann es zu Muskelfaserzerfall kommen.

Der Kombinationspartner Amlodipin wird durch ein leicht beeinflussbares Enzym-System abgebaut. Starke Hemmstoffe desselben führen zu Überdosierungen an Amlodipin. Deshalb darf eine Begleitbehandlung mit HIV-1-Proteasehemmern, Pilzmitteln wie Itraconazol oder Ketoconazol, Makrolid-Antibiotika wie Erythromycin oder Clarithromycin und Blutdrucksenkern wie Verapamil oder Diltiazem nur mit ärztlicher Vorsicht erfolgen. Auch die Anwendung von Amlodipin mit Grapefruit oder Grapefruitsaft wird nicht empfohlen, weil dadurch die Blut-Konzentration von Amlodipin bei einigen Patienten erhöht sein kann. Dies würde zu einer verstärkten Blutdrucksenkung führen.

Wird das Enzym-System aktiviert, kann es die Wirkung von Amlodipin abschwächen. Dies ist im Falle einer zusätzlichen Gabe von Antiepileptika wie Carbamazepin, Phenytoin und Phenobarbital, von Tuberkulose-Mitteln wie Rifampicin und bei Johanniskraut (gegen Depressionen) möglich.

Patienten, die empfänglich für eine maligne Hyperthermie sind oder deswegen behandelt werden, sollten die Kombination nicht erhalten, weil das enthaltene Amlodipin zu einem akuten Kalium-Mangel im Blut führen kann.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Muskelschmerzen aus ungeklärter Ursache, Muskelschwäche oder Krämpfe der Skelettmuskulatur, besonders mit Unwohlsein oder Fieber müssen unverzüglich einem Arzt berichtet werden.
  • Beschwerden wie Atemnot, trockener Husten, Erschöpfung, Gewichtsverlust und Fieber können auf eine Lungenkrankheit hindeuten und müssen dem Arzt berichtet werden.
  • Das Medikament darf nicht zusammen mit Grapefruitprodukten angewendet werden.
  • Gebärfähige Frauen müssen während der Behandlung mit dem Medikament auf eine wirksame Verhütung achten.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Rosuvastatin + Amlodipin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Rosuvastatin + Amlodipin enthalten sind.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Rosuvastatin + Amlodipin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Rosuvastatin + Amlodipin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen Calciumkanalblocker, Statine, Blutdrucksenker, zu welcher die Wirkstoffkombination Rosuvastatin + Amlodipin gehört.

Anwendungsgebiet der Wirkstoffkombination Rosuvastatin + Amlodipin

Die Kombination wird bei erwachsenen Patienten mit Bluthochdruck angewendet. Voraussetzung ist, dass deren Blutdruck bei gleichzeitiger Gabe von Rosuvastatin und Amlodipin als Einzelwirkstoffe in der gleichen Dosisstärke wie in der Kombination ausreichend gesenkt wird.

Für die Behandlung einer Bluthochdruck-Krise ist die Kombination allerdings nicht geeignet.

Die Kombination kommt bei Patienten zum Einsatz, deren Bluthochdruck mit einem hohen Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfall einhergeht. Dies ist der Fall bei Übergewicht und Rauchen, vor allem aber bei begleitenden Fettstoffwechselstörungen der Fall:
  • bei Cholesterin-Überschuss (auch von einem Elternteil ererbt) oder Cholesterin- und Triglycerid-Überschuss, wenn eine Diät, mehr Bewegung oder Abnehmen nicht halfen
  • bei von beiden Elternteilen ererbtem Cholesterin-Überschuss, wenn eine Diät und andere Maßnahmen (wie beispielsweise eine LDL-Apherese) nicht ausreichend helfen oder nicht geeignet sind.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Rosuvastatin + Amlodipin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Rosuvastatin + Amlodipin

Rosuvastatin gehört zur Wirkstoffgruppe der Statine, die bei Fettstoffwechselstörungen zur Senkung überhöhter Cholesterin- und Triglycerid-Spiegel im Blut eingesetzt werden. Der Hautwirkort von Rosuvastatin ist die Leber. Der Wirkstoff hemmt gezielt ein Enzym, die HMG-CoA-Reduktase, welche maßgeblich an der Bioproduktion von Cholesterin im Körper beteiligt ist. Darüber hinaus erhöht Rosuvastatin die Anzahl der Bildungsstellen für das "schlechte" Blutfett LDL an der Zelloberfläche der Leberzellen. Dadurch werden die Aufnahme und der Abbau von LDL beschleunigt. Gleichzeitig hemmt Rosuvastatin die Herstellung des ebenfalls schädlichen Blutfettes VLDL in der Leber.

Amlodipin gehört in der Wirkstoffgruppe der Blutdrucksenker zu den Calciumkanalblockern. Es hemmt den Einstrom von Calcium-Ionen in die Herzmuskelzellen und glatten Gefäßmuskelzellen durch die sogenannten Calciumkanäle. Die blutdrucksenkende Wirkung von Amlodipin beruht auf der Erschlaffung der glatten Gefäßmuskulatur. Folgender Wirksmechanismus ist gesichert: Amlodipin erweitert die kleinen Blutgefäße im Körper und senkt damit den Widerstand, gegen den das Herz anarbeiten muss. Da der Herzschlag unverändert bleibt, verringert diese Entlastung des Herzens seinen Energieverbrauch und den Sauerstoffbedarf.

Wahrscheinlich bewirkt Amlodipin zudem eine Erweiterung von Arterien, die das Herz versorgen - sowohl in normalen als auch in schlecht durchbluteten Bereichen. Dadurch wird die Sauerstoffversorgung des Herzmuskels bei Patienten mit Krämpfen der Herzkranzarterien (Angina pectoris) verstärkt.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.