Rasagilin

Allgemeines

Rasagilin ist zur Behandlung der Parkinson-Krankheit bestimmt, wenn diese nicht durch Verletzungen oder als Nebenwirkung anderer Therapien auftritt. Die Substanz wird als Einzelwirkstoff (ohne Levodopa) eingesetzt oder als Zusatztherapie (mit Levodopa) bei Patienten mit einem wechselnden Beschwerdebild, bei dem sich beispielsweise Phasen der Lähmung mit Zittern abwechseln.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • das Enzym Monoaminoxidase-B hemmen
  • Abbau von Dopamin im Gehirn behindern
  • Dopaminwirkung verlängern und steigern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Rasagilin im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Rasagilin nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff und bei stark eingeschränkter Leberfunktion darf Rasagilin nicht eingesetzt werden.

Bei Beginn der Behandlung mit Rasagilin bei Patienten mit leicht eingeschränkter Leberfunktion ist ärztliche Vorsicht geboten. Die Anwendung bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung ist zu vermeiden. Bei Patienten, deren Leberfunktionsstörung von einer leichten zu einer
mittelschweren Form fortschreitet, ist Rasagilin abzusetzen.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Es gibt keine klinischen Studien, in denen Schwangere mit Rasagilin behandelt wurden. Tierexperimente lassen nicht auf direkte oder indirekte schädliche Auswirkungen auf Schwangerschaft, Entwicklung des Ungeborenen, Geburt oder Entwicklung des Kindes schließen. Dennoch darf die Anwendung bei schwangeren Frauen nur nach sorgfältiger ärztlicher Nutzen-Risiko-Abwägung geschehen.

Aus Tierexperimenten weiß man, dass Rasagilin die Ausschüttung des Hormons Prolactin beeinträchtigt und in der Folge die Milchbildung hemmen kann. Es ist nicht bekannt, ob Rasagilin in die Muttermilch übergeht. Die Anwendung von Rasagilin bei einer stillenden Mutter liegt also im Ermessen des Arztes.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Es gibt keine Studien zur Anwendung von Rasagilin bei Kindern und Jugendlichen. Daher ist die Anwendung in dieser Altersgruppe nicht erlaubt.

Welche Nebenwirkungen kann Rasagilin haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Rasagilin. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Einzelbehandlung
Sehr häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen.

Häufige Nebenwirkungen:
Grippe, Hautkrebs, Mangel an Weißen Blutkörperchen, allergische Reaktion, Depression, Wahnvorstellungen, Bindehautentzündung, Schwindel, Angina pectoris, Schnupfen, Blähungen, Hautentzündung, Muskelschmerzen, Nackenschmerzen, Gelenksentzündung, Harndrang, Fieber, Unwohlsein.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Verminderter Appetit, Schlaganfall, Herzinfarkt, blasiger Hautausschlag.

Kombinatin mit Levodopa
Sehr häufige Nebenwirkungen:
unwillkürliche Gesichtsbewegungen.

Häufige Nebenwirkungen:
Verminderter Appetit, Wahnvorstellungen, anomale Träume, Verstimmung, Karpaltunnelsyndrom, Gleichgewichtsstörung, körperlageabhängiger Blutdruckabfall, Bauchschmerzen, Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen, Mundtrockenheit, Hautausschlag, Gelenkschmerzen, Nackenschmerzen, Gewichtsverlust, Stürze.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
schwarzer Hautkrebs, Verwirrungszustände, Schlaganfall, Angina pectoris.

Besonderheiten:
Während der klinischen Studien wurde ein möglicher Zusammenhang zwischen schwarzem Hautkrebs und Rasagilin aufgedeckt. Die erhobenen Daten deuten jedoch darauf hin, dass die Parkinson-Krankheit und nicht irgendein spezieller Wirkstoff mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko verbunden ist. Jede verdächtige Hautveränderung sollte daher von einem Facharzt untersucht werden.

Welche Wechselwirkungen zeigt Rasagilin?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Eine gleichzeitige Behandlung mit anderen Wirkstoffen aus der Wirkstoffgruppe der MAO-Hemmer einschließlich nicht verschreibungspflichtiger Wirkstoffe und Naturheilmittel wie beispielsweise Johanniskraut ist verboten. Es könnte sonst zu Bluthochdruck-Krisen kommen. Zwischen dem Ende einer Behandlung mit Rasagilin und dem Beginn einer Therapie mit MAO-Hemmern, Johanniskraut oder dem opioiden Schmerzmittel Pethidin müssen mindestens 14 Tage liegen. Auch die gleichzeitige Anwendung von Rasagilin mit den selektiven Serotonin-Wiederaufnahme-Hemmern Fluoxetin oder Fluvoxamin (gegen Depressionen) sollte vermieden werden. Ansonsten droht ein
Serotonin-Syndrom mit Aufgeregtheit, Verwirrungszuständen, Muskelsteifigkeit und -starre sowie Fieber. Deshalb muss zwischen dem Ende einer Behandlung mit Fluoxetin und dem Behandlungsbeginn mit Rasagilin ein Zeitraum von mindestens fünf Wochen eingehalten werden. Fluoxetin oder Fluvoxamin dürfen frühestens 14 Tage nach einer Behandlung mit Rasagilin eingesetzt werden.

Auch mit tri- und tetrazyklischen Antidepressiva und MAO-Hemmern sind schwere unerwünschte Wirkungen aufgetreten. Die Kombination derselben mit Rasagilin darf daher nur mit großer ärztlicher Vorsicht erfolgen.

Bei gleichzeitiger Anwendung von MAO-Hemmern und Alpha-Sympathomimetika kann es zu Wechselwirkungen kommen. Aufgrund der MAO-hemmenden Wirkung von Rasagilin wird daher die gleichzeitige Behandlung mit Rasagilin und beispielsweise schleimhautabschwellenden Wirkstoffen wie Ephedrin oder Pseudoephedrin zur Einnahme oder Anwendung in der Nase nicht empfohlen. Auch die gleichzeitige Anwendung des Hustenstillers Dextromethorphan und Rasagilin sollte unterbleiben.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Rasagilin und dem Gyrasehemmer Ciprofloxacin nimmt die Blutkonzentration von Rasagilin wegen der Hemmung eines abbauenden Enzyms zu. Da es so zu vermehrten Nebenwirkungen kommen kann, darf die gleichzeitige Gabe nur mit ärztlicher Vorsicht erfolgen.

Bei Patienten, die rauchen, besteht das Risiko, dass Rasagilin vermindert wirkt, weil es im Körper schneller abgebaut wird. Eine leichte Wirkungsminderung kann auch zusammen mit dem Parkinson-Mittel Entacapon eintreten.

Seit der Markteinführung traten bei Patienten, die Rasagilin einnahmen, Fälle von erhöhtem Blutdruck auf, einschließlich seltener Fälle von Bluthochdruck-Krisen in Verbindung mit der Aufnahme einer unbekannten Menge tyraminreicher Nahrung. Käse und Rotwein sind daher bei der Behandlung möglichst zu meiden.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Um Blutdrucksteigerungen vorzubeugen, sind Käse und Rotwein bei der Behandlung möglichst zu meiden.
  • Bei Hautveränderungen während der Behandlung mit dem Medikament ist sofort ein Hautarzt zu befragen.
  • Das Medikament darf nicht mit dem Schmerzmittel Pethidin, mit MAO-Hemmern und Antidepressiva - einschließlich Johanniskraut - kombiniert werden.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Rasagilin?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Rasagilin enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

So wirkt Rasagilin

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Rasagilin. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen MAO-Hemmer, Parkinson-Mittel, Antidepressiva, zu welcher der Wirkstoff Rasagilin gehört.

Anwendungsgebiet des Wirkstoffs Rasagilin

Rasagilin ist zur Behandlung der Parkinson-Krankheit bestimmt, wenn diese nicht durch Verletzungen oder als Nebenwirkung anderer Therapien auftritt. Die Substanz wird als Einzelwirkstoff (ohne Levodopa) eingesetzt oder als Zusatztherapie (mit Levodopa) bei Patienten mit einem wechselnden Beschwerdebild, bei dem sich beispielsweise Phasen der Lähmung mit Zittern abwechseln.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Rasagilin sind vertiefende Informationen verfügbar:

Wirkungsweise von Rasagilin

Bei der Parkinson-Krankheit mangelt es im Gehirn an dem Nervenbotenstoff Dopamin. Dopamin ist eine Substanz, die von dem Enzym Monoaminoxidase B abgebaut wird. Rasagilin gehört zu den Mitteln zur Behandlung der Parkinson-Krankheit und ist ein starker Hemmstoff, der die Wirkung von Monoaminoxidase B gezielt und unumkehrbar außer Kraft setzt. Dadurch kommt es zu einem Anstieg des Dopamin-Gehaltes in der Region des Gehirns, die für die Bewegungsregelung wichtig ist. Die erhöhte Dopamin-Konzentration und die sich daraus ergebende erhöhte Aktivität des Nervenbotenstoffes Dopamin vermitteln wahrscheinlich die günstigen Wirkungen von Rasagilin.

Disclaimer:
Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt oder Apotheker oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.