Pegaptanib

Allgemeines

Pegaptanib wird zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) bei Erwachsenen eingesetzt. Die Erkrankung betrifft den Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Durch neu entstehende Blutgefäße verschlechtert sich die Sehfähigkeit immer weiter bis zur Erblindung.

Welchen Zwecken dient dieser Wirkstoff?

  • VGEF165-Aktivität hemmen
  • Blutgefäßwachstum in der Netzhaut unterdrücken
  • Blutungen unter der Netzhaut verhindern

Gegenanzeigen

Im Folgenden erhalten Sie Informationen über Gegenanzeigen bei der Anwendung von Pegaptanib im Allgemeinen, bei Schwangerschaft & Stillzeit sowie bei Kindern. Bitte beachten Sie, dass die Gegenanzeigen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Wann darf Pegaptanib nicht verwendet werden?

Bei Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder Erkrankungen, beziehungsweise Infektionen im oder am Auge oder Verdacht darauf darf Pegaptanib nicht eingesetzt werden.

Was müssen Sie bei Schwangerschaft und Stillzeit beachten?

Bisher gibt es keine Studien von Pegaptanib mit schwangeren Frauen. Auch die Zahl der Tierexperimente ist unzureichend. Es haben sich dabei aber für hohe Dosierungen Schäden an den Nachkommen gezeigt. Das mögliche Risiko für den Menschen ist unbekannt. Nach der Verabreichung von Pegaptanib in das Auge ist die Konzentration im Körper vermutlich sehr gering. Trotzdem darf der Wirkstoff während der Schwangerschaft nur angewendet werden, wenn der Arzt den möglichen Nutzen für die Mutter über das Risiko für das Kind stellt.

Da auch nicht bekannt ist, ob Pegaptanib in die Muttermilch übergeht, wird die Anwendung von Pegaptanib bei stillenden Müttern nicht empfohlen.

Was ist bei Kindern zu berücksichtigen?

Bei Kindern unter 18 Jahren wurde die Verträglichkeit und Wirksamkeit von Pegaptanib nicht untersucht.

Welche Nebenwirkungen kann Pegaptanib haben?

Im Folgenden erfahren Sie das Wichtigste zu möglichen, bekannten Nebenwirkungen von Pegaptanib. Diese Nebenwirkungen müssen nicht auftreten, können aber. Denn jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Medikamente. Bitte beachten Sie außerdem, dass die Nebenwirkungen in Art und Häufigkeit je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Sehr häufige Nebenwirkungen:
Entzündung der vorderen Augenkammer, Augenschmerzen, erhöhter Augeninnendruck, punktförmige Hornhautentzündung, Sehen schwarzer Flecken, Glaskörpertrübungen.

Häufige Nebenwirkungen:
Kopfschmerzen, Fehlempfindung im Auge, grauer Star, Bindehautblutung, Bindehautrötung, Bindehautschwellung, Bindehautentzündung, Hornhautverdünnung, Defekt der obersten Hornhautschicht, Störung der obersten Hornhautschicht, Hornhautschwellung, trockene Augen, Entzündung des Augeninneren, Augenausfluss, Augenentzündung, Augenreizung, Augenjucken, Augenrötung, Augenschwellung, Augenlidschwellung, verstärkte Tränenabsonderung, verstärkte Makuladegeneration, Weitstellung der Pupille, Augenbeschwerden, Augenhochdruck, Blutergüsse rund um das Auge, Lichtscheu, Lichtblitze, Netzhautblutungen, verschwommenes Sehen, verringerte Sehschärfe, Sehstörungen, Glaskörperablösung, Glaskörperfunktionsstörung, Naselaufen, Nasen-Rachen-Entzündung, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Kontaktdermatitis, Ekzem, Änderungen der Haarfarbe, Ausschlag, Juckreiz, nächtliche Schweißausbrüche.

Gelegentliche Nebenwirkungen:
Albträume, Depressionen, Sehschwäche, Lidentzündung, allergische Bindehautentzündung, Hornhautablagerungen, Augenblutungen, Juckreiz am Augenlid, Hornhautentzündung, Glaskörperblutung, gestörte Pupillenreflexe, Hornhautabschürfung, Wasseransammlungen an der Iris, hängendes Augenlid, Netzhautnarbe, Gerstenkorn, Hornhautschäden, herabgesetzter Augeninnendruck, Netzhautablösung, Erkrankung der Hornhaut, Verschluss einer Arterie an der Iris, Netzhautriss, Lidumstülpung, Störung der Augenbewegung, Augenlidreizung, Rötung, Pupillenerkrankung, Iriserkrankung, Gelbfärbung der Augäpfel, Entzündung des vorderen Augapfels, Augenablagerungen, Entzündung der Regenbogenhaut (Iris), zunehmende Aushöhlung an der Austrittstelle des Sehnervs, Verformung der Pupillen, Venenverschluss an der Iris, Glaskörpervorfall, Taubheit, Verschlechterung einer Menière-Krankheit, Schwindel, Herzklopfen, Bluthochdruck, Riss der Hauptschlagader, Rückenschmerzen, Ermüdung, Schüttelfrost, Druckempfindlichkeit, Brustkorbschmerz, Grippe-ähnliche Erkrankung, erhöhte Aktivität des Enzyms Gamma-GT, Hautabschürfungen.
an der Injektionsstelle: Reaktionen und Bläschen.

Nebenwirkungen unbekannter Häufigkeit:
allergische Reaktionen, Gesichtsschwellung (Quincke-Ödem).

Besonderheiten:
Der Wirkstoff kann nur durch Injektion in den Glaskörper des Auges verabreicht werden. Dadurch kann es zu einer Entzündung des Augeninneren, aber auch zu einer vorübergehenden Erhöhung des Augeninnendrucks kommen. Daher wird der Arzt die Durchblutung der Sehnerv-Austrittstelle überprüfen, den Augeninnendruck nach der Injektion prüfen und diesen bei Bedarf entsprechend behandeln.

Am Tag der Injektion und später können Blutungen im Glaskörper des Auges auftreten.

Welche Wechselwirkungen zeigt Pegaptanib?

Bitte beachten Sie, dass die Wechselwirkungen je nach Arzneiform eines Medikaments (beispielsweise Tablette, Spritze, Salbe) unterschiedlich sein können.

Bisher sind keine Wechselwirkungen von Pegaptanib mit anderen Wirkstoffen bekannt.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

  • Im Anschluss an die Injektion des Medikaments ins Auge kann vorübergehend verschwommenes Sehen auftreten, das Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich macht.

Manchmal lösen arzneiliche Wirkstoffe allergische Reaktionen aus. Sollten Sie Anzeichen einer allergischen Reaktion wahrnehmen, so informieren Sie umgehend Ihren Arzt oder Apotheker.

Welche Medikamente beinhalten Pegaptanib?

Folgende Tabelle zeigt alle erfassten Medikamente, in welchen Pegaptanib enthalten ist.In der letzten Spalte finden Sie die Links zu den verfügbaren Anwendungsgebieten, bei denen das jeweilige Medikamente eingesetzt werden kann.

Medikament
Darreichungsform

So wirkt Pegaptanib

Im Folgenden erfahren Sie mehr zu den Anwendungsgebieten und der Wirkungsweise von Pegaptanib. Lesen Sie dazu auch die Informationen zu den Wirkstoffgruppen , zu welcher der Wirkstoff Pegaptanib gehört.

Anwendungsgebiete des Wirkstoffs Pegaptanib

Pegaptanib wird zur Behandlung der neovaskulären (feuchten) altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) bei Erwachsenen eingesetzt. Die Erkrankung betrifft den Punkt des schärfsten Sehens auf der Netzhaut. Durch neu entstehende Blutgefäße verschlechtert sich die Sehfähigkeit immer weiter bis zur Erblindung.

Pegaptanib begrenzt das Wachstum neuer Gefäße.

Zu folgenden Anwendungsgebieten von Pegaptanib sind vertiefende Informationen verfügbar:

    Wirkungsweise von Pegaptanib

    Die sogenannte altersabhängige feuchte Makuladegeneration (AMD) ist ein zur Erblindung führendes Leiden. Ursache sind am Punkt des schärfsten Sehens in der Netzhaut neu entstehende Blutgefäße, die zudem noch durchlässige Gefäßwände haben und somit zu Blutungen unter der Netzhaut führen. Rauchen und Bluthochdruck scheinen neben der erblichen Veranlagung die größten Risikofaktoren für eine im höheren Lebensalter auftretende spätere Makuladegeneration zu sein.

    Ausgelöst wird das überschießende Gefäßwachstum durch ein Eiweiß, den sogenannten vaskulären endothelialen Wachstumsfaktor (VEGF165). Er führt zur Neubildung von Blutgefäßen, die besonders brüchig sind und kann auch Entzündungen verursachen. Am Auge ist dabei vor allem eine sogenannte Isoform von VGEF165 wirksam.

    Pegaptanib ist eine mit Polyethylenglycol verbundene (pegylierte) Kette von Eiweißbausteinen (Oligonukleotid), das sich ganz gezielt und fest vor allem an die genannte Isoform des Wachstumsfaktors VGEF165 bindet. Damit wird dessen Wirkung gehemmt, die Blutgefäß-Neubildung im übrigen Körper aber nicht behindert.

    Disclaimer:
    Bitte beachten: Die Angaben zu Wirkung, Nebenwirkungen und Wechselwirkungen sowie zu Gegenanzeigen und Warnhinweisen beziehen sich allgemein auf den Wirkstoff des Medikaments und können daher von den Herstellerangaben zu Ihrem Medikament abweichen. Bitte fragen Sie im Zweifel Ihren Arzt*Ärztin oder Apotheker*in oder ziehen Sie den Beipackzettel Ihres Medikaments zurate.